Er hat zwar Erfahrung als Co-Trainer bei den Profis und die Nachwuchsmannschaft der Lausitzer Füchse kürzlich zum Aufstieg in die Bundesliga geführt. Dennoch erwartet Dirk Rohrbach ein Neuanfang. Der 36-Jährige bekommt in der kommenden Saison der 2. Eishockey-Bundesliga erstmals die volle Verantwortung hinter der Bande. Es wird kein leichtes Debüt.
Der neue Füchse-Chefcoach Dirk Rohrbach weiß ganz genau, wie seine eigentliche Aufgabe aussehen sollte. Als Nachwuchskoordinator wollte er sich vornehmlich den Weißwasseraner Talenten widmen und das Bindeglied zwischen dem Stammverein und der Profi-GmbH sein. Doch dann gab dieses Gespräch, das alles veränderte. Ein Gespräch, zu dem sich Geschäftsführer René Reinert, Manager Ralf Hantschke und Rohrbach zusammengesetzt hatten, weil die wochenlange Trainersuche keine brauchbaren Erfolge gebracht hatte. Die Verhandlungen mit potenziellen Nachfolgern des zu den Eislöwen Dresden abgewanderten Thomas Popiesch waren meistens am Geld gescheitert. Immerhin müssen die Füchse ihren Etat auf rund eine Million Euro zurückfahren. Es war ein Gespräch, das Rohrbach wie folgt im Gedächtnis gespeichert hat: „Wir haben uns zunächst die Zahlen des Etats angesehen. Dann haben wir uns in die Augen geschaut und es war klar: Wir ziehen das Ding jetzt gemeinsam durch.“
Die neue Doppelspitze mit Rohrbach als neuem Cheftrainer und Manager Ralf Hantschke hinter der Bande war geboren. Diese interne Lösung ist wohl auch eine kostengünstige Lösung. Was sie nicht ist: Eine bequeme Lösung. Denn die Füchse hätten sich auch einen externen Coach für den schweren Neuanfang mit verkleinertem Kader holen können. So aber steht neben Rohrbach der gesamte Verein in der Pflicht, damit das „Projekt Doppelspitze“ kein Himmelfahrts-Kommando wird. „Es ist Neuland für uns alle. Wir müssen eine Jetzt-erst-recht-Stimmung schaffen“, appelliert der neue Chefcoach.
Aufgrund der wirtschaftlichen Zwänge sind die Füchse zum Improvisieren gezwungen. Aus der erfolgreichen Mannschaft der vergangenen Saison, die den Einzug in das Halbfinale geschafft hatte, musste man wichtige Leistungsträger ziehen lassen. Topscorer Preston Mizzi beispielsweise heuerte bei Aufsteiger Hannover Indians an. Geblieben ist ein Rumpfteam, in dem Torhüter Ryan MacDonald, das bewährte Abwehr-Duo Sebastian Klenner und Sven Valenti sowie die Stürmer Carsten Gosdeck und Ervin Masek das Korsett bilden sollen. „Da wir nur einen kleinen Kader haben, können wir sicher kein Hurra-Eishockey spielen. Die Basis wird eine sichere Defensive bilden“, kündigt Rohrbach an. Die nötige Kraft für den Neuanfang hat er wieder beim Angelurlaub auf der norwegischen Insel Hitra gesammelt. Dass beim Angeln auch über Eishockey gesprochen wurde, ist logisch. Dafür sorgten nicht zuletzt die ebenfalls mit nach Norwegen gereisten André Mücke (Fishtown Pinguins Bremerhaven) und Ex-Profi Torsten Hanusch, inzwischen Nachwuchstrainer in Weißwasser. „Es war schön, die Seele baumeln zu lassen“, blickt Rohrbach zurück. Der Angler Rohrbach weiß, dass dem Trainer Rohrbach der ganz große Fang in der neuen Saison wohl nicht möglich sein wird. Viel mehr geht es darum, die Füchse erfolgreich über Wasser zu halten. (Von Frank Noack)
Wichtig ist nur, daß es nicht in die Hose geht . Auf alle Fälle wünsche ich dem Verein alles Gute
2 | Opi | 18.07.2009 @ 11:27
Die letzten beiden Sätze bringen es eigentlich genau auf den Punkt und das sollte Vorrang haben. Aber vielleicht kann man doch noch ein paar Spieler nach WSW angeln, immer mit Blick auf das finanzielle natürlich. Alles Gute den beiden für die kommende Saison.
3 | stesi | 18.07.2009 @ 16:26
mehr als in die hose gehn kanns ja nich,das ganze projekt braucht zeit beide waren sehr gute eishockeyspieler haben höhen und tiefen miterlebt glaube jedenfalls an beide.
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Der neue Füchse-Chefcoach Dirk Rohrbach weiß ganz genau, wie seine eigentliche Aufgabe aussehen sollte. Als Nachwuchskoordinator wollte er sich vornehmlich den Weißwasseraner Talenten widmen und das Bindeglied zwischen dem Stammverein und der Profi-GmbH sein. Doch dann gab dieses Gespräch, das alles veränderte. Ein Gespräch, zu dem sich Geschäftsführer René Reinert, Manager Ralf Hantschke und Rohrbach zusammengesetzt hatten, weil die wochenlange Trainersuche keine brauchbaren Erfolge gebracht hatte. Die Verhandlungen mit potenziellen Nachfolgern des zu den Eislöwen Dresden abgewanderten Thomas Popiesch waren meistens am Geld gescheitert. Immerhin müssen die Füchse ihren Etat auf rund eine Million Euro zurückfahren. Es war ein Gespräch, das Rohrbach wie folgt im Gedächtnis gespeichert hat: „Wir haben uns zunächst die Zahlen des Etats angesehen. Dann haben wir uns in die Augen geschaut und es war klar: Wir ziehen das Ding jetzt gemeinsam durch.“
Die neue Doppelspitze mit Rohrbach als neuem Cheftrainer und Manager Ralf Hantschke hinter der Bande war geboren. Diese interne Lösung ist wohl auch eine kostengünstige Lösung. Was sie nicht ist: Eine bequeme Lösung. Denn die Füchse hätten sich auch einen externen Coach für den schweren Neuanfang mit verkleinertem Kader holen können. So aber steht neben Rohrbach der gesamte Verein in der Pflicht, damit das „Projekt Doppelspitze“ kein Himmelfahrts-Kommando wird. „Es ist Neuland für uns alle. Wir müssen eine Jetzt-erst-recht-Stimmung schaffen“, appelliert der neue Chefcoach.
Aufgrund der wirtschaftlichen Zwänge sind die Füchse zum Improvisieren gezwungen. Aus der erfolgreichen Mannschaft der vergangenen Saison, die den Einzug in das Halbfinale geschafft hatte, musste man wichtige Leistungsträger ziehen lassen. Topscorer Preston Mizzi beispielsweise heuerte bei Aufsteiger Hannover Indians an. Geblieben ist ein Rumpfteam, in dem Torhüter Ryan MacDonald, das bewährte Abwehr-Duo Sebastian Klenner und Sven Valenti sowie die Stürmer Carsten Gosdeck und Ervin Masek das Korsett bilden sollen. „Da wir nur einen kleinen Kader haben, können wir sicher kein Hurra-Eishockey spielen. Die Basis wird eine sichere Defensive bilden“, kündigt Rohrbach an. Die nötige Kraft für den Neuanfang hat er wieder beim Angelurlaub auf der norwegischen Insel Hitra gesammelt. Dass beim Angeln auch über Eishockey gesprochen wurde, ist logisch. Dafür sorgten nicht zuletzt die ebenfalls mit nach Norwegen gereisten André Mücke (Fishtown Pinguins Bremerhaven) und Ex-Profi Torsten Hanusch, inzwischen Nachwuchstrainer in Weißwasser. „Es war schön, die Seele baumeln zu lassen“, blickt Rohrbach zurück. Der Angler Rohrbach weiß, dass dem Trainer Rohrbach der ganz große Fang in der neuen Saison wohl nicht möglich sein wird. Viel mehr geht es darum, die Füchse erfolgreich über Wasser zu halten.
(Von Frank Noack)
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 15. Juli 2009