Die Fußballprofis von Energie Cottbus starten am Sonntag gegen den FC Augsburg in die neue Zweitliga-Spielzeit. Die Lausitzer Füchse stecken dagegen mitten in der Saisonvorbereitung. Bis zu fünf Stunden Training gehören derzeit in Weißwasser zum normalen Programm. Trainieren Eishockey-Profis eigentlich härter als Fußballer?
Der lange Trainingstag im Fuchsbau beginnt mit Milch und Müsli – dem gemeinsamen Frühstück um 8.30 Uhr. Aus Kostengründen findet das Trainingslager auch in diesem Jahr wieder zu Hause in Weißwasser statt. Zudem verfügt der neue Chefcoach Dirk Rohrbach mit der Eishalle, einem Kraftraum und dem nahe gelegenen Sportplatz hier über beste Trainingsbedingungen. Schon vor dem offiziellen Übungsstart am zurückliegenden Wochenende haben vor allem die einheimischen Spieler dreimal pro Tag trainiert. „Wir haben am 20. Mai mit dem Training locker angefangen und uns dann kontinuierlich gesteigert“, sagt Rohrbach über seinen Stufenplan, mit dem er die Mannschaft fit macht.
Derzeit hat das Team die so genannte „Phase fünf“ (Rohrbach) erreicht. Heißt im Klartext: Es wird viermal pro Tag trainiert. Auf dem Programm stehen jeweils zwei Stunden Athletik und Kraft sowie drei Stunden auf dem Eis. Bei derzeit rund 20 Spielern im Kader bedeutet das einen Rhythmus von acht bis zehn Sekunden Eiszeit und eine anschließende Erholungsphase von 30 Sekunden. Ist Rohrbach, der zuvor zwei Jahre lang als Assistenztrainer bei den Füchsen gearbeitet hat, ein harter Hund? „Harter Hund ist der falsche Ausdruck. Ich musste früher auch fleißig und hart trainieren. Das müssen die Spieler jetzt ebenfalls.“
Zum Vergleich: Auch der FC Energie hat den Großteil der Vorbereitung in Cottbus absolviert. Im einwöchigen Trainingslager in Graal-Müritz an der Ostseeküste legte Trainer „Pele“ Wollitz zudem viel Wert auf die Arbeit mit dem Ball. Dass er seine Jungs dennoch durch den knöcheltiefen Sand am Strand sprinten oder anderthalb Stunden lang bis zur Erschöpfungsgrenze Zweikämpfe üben ließ, gehört zum üblichen Pensum. Erst am vergangenen Dienstag hatte Wollitz wieder einen Sprinttest angesetzt, er lässt die Werte seiner Spieler regelmäßig überprüfen.
Matthias Grahé ist Fitnesstrainer bei Energie Cottbus. Der Weißwasseraner arbeitete auch schon mit den Lausitzer Füchsen zusammen. Er sagt über die Saisonvorbereitung von Fußballern und Eishockeyspielern: „Die Anforderungen an die Sportarten sind sehr unterschiedlich.“ So seien beim Fußball die Umfänge, also Aktionsradius und Belastungsdauer viel höher, beim Eishockey benötigten die Sportler für die kurzen Einsatzzeiten dagegen deutlich mehr Schnellkraft. Deswegen arbeitet Energie viel mehr im Schnelligkeits- und Ausdauerbereich, wogegen die Füchse mehr Kraftaufbau betreiben.
Das wohl härteste Vorbereitungsprogramm absolviert übrigens Füchse-Center Thomas Götz. Er arbeitet zusätzlich auch 30 Stunden pro Woche als Elektriker beim Energie-Konzern Vattenfall in Boxberg. Während des Sommertrainings ist er morgens die 20 Kilometer zur Arbeit mit dem Fahrrad gefahren. Vor dem Schichtbeginn um 6 Uhr hatte er also schon die erste Übungseinheit in den Beinen. Das Fitnessprogramm, das seine Kollegen am Vormittag absolvierten, holte Götz am Nachmittag nach. Am Abend stand er dann mit dem Rest des Teams auf dem Eis.
Und Thomas Götz kennt sich mit den körperlichen Belastungen sowohl im Eishockey als auch im Fußball aus. Denn die Füchse haben als Aufgalopp in die Saisonvorbereitung auch in diesem Jahr wieder zwei Testspiele auf dem grünen Rasen ausgetragen. Was schlaucht also mehr – Fußball oder Eishockey? „Schwerere Beine habe ich meistens nach dem Fußball, weil es eine ganz andere Art der Belastung ist als auf dem Eis. Aber den Fußballern würde es umgedreht auf dem Eis sicher genauso gehen“, so Götz. (Von Frank Noack und Jan Lehmann)
"Das wohl härteste Vorbereitungsprogramm absolviert übrigens Füchse-Center Thomas Götz. Er arbeitet zusätzlich auch 30 Stunden pro Woche als Elektriker beim Energie-Konzern Vattenfall in Boxberg." - meinen größten Respekt, u.a. dafür bist Du auch zurecht Fuchs des Jahres geworden ...
2 | keeper | 07.08.2009 @ 08:42
@1 Absolute Zustimmung und Gott sei Dank, dass er auch in der neuen Saison das Füchsetrikot überstreift.
3 | Opi | 07.08.2009 @ 11:18
@1, dem kann man nur zustimmen.Ich hoffe auf eine gute Saison von ihm.
4 | Odin | 07.08.2009 @ 17:56
Mal ganz nebenbei erwähnt, wünsche ich mehr Spieler wie Götz in unseren Reihen. Dieser Spieler vermittelt Werte, wie sie der Großteil der heutigen Jugend nicht kennt! Zumindest was den sportlichen bzw. beruflichen Weg betrifft. Privat kann ich ihn nicht beurteilen. (Dann wiederum müsste an ihn schon fast wieder heilig sprechen….. Und das als Eishockeyspieler?!)
5 | Odin | 07.08.2009 @ 17:56
Ich habe lange bezweifelt, dass sich Sport und Beruf vertragen, aber der Kerl lässt mich einfach nur staunen. Ich bin mal gespannt, was er ohne Vattenfall zustande bringt. Außerdem hoffe ich, dass wir noch einige Jahre Freude an ihm haben. Auf der anderen Seite gönne ich ihm den ganz großen Wurf.
6 | Heineken09 | 10.08.2009 @ 16:28
Was ist eigentlich mit Wikström? Find ihn nicht in der Austellung bei Garmisch. Weiß jemand etwas?
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Der lange Trainingstag im Fuchsbau beginnt mit Milch und Müsli – dem gemeinsamen Frühstück um 8.30 Uhr. Aus Kostengründen findet das Trainingslager auch in diesem Jahr wieder zu Hause in Weißwasser statt. Zudem verfügt der neue Chefcoach Dirk Rohrbach mit der Eishalle, einem Kraftraum und dem nahe gelegenen Sportplatz hier über beste Trainingsbedingungen. Schon vor dem offiziellen Übungsstart am zurückliegenden Wochenende haben vor allem die einheimischen Spieler dreimal pro Tag trainiert. „Wir haben am 20. Mai mit dem Training locker angefangen und uns dann kontinuierlich gesteigert“, sagt Rohrbach über seinen Stufenplan, mit dem er die Mannschaft fit macht.
Derzeit hat das Team die so genannte „Phase fünf“ (Rohrbach) erreicht. Heißt im Klartext: Es wird viermal pro Tag trainiert. Auf dem Programm stehen jeweils zwei Stunden Athletik und Kraft sowie drei Stunden auf dem Eis. Bei derzeit rund 20 Spielern im Kader bedeutet das einen Rhythmus von acht bis zehn Sekunden Eiszeit und eine anschließende Erholungsphase von 30 Sekunden. Ist Rohrbach, der zuvor zwei Jahre lang als Assistenztrainer bei den Füchsen gearbeitet hat, ein harter Hund? „Harter Hund ist der falsche Ausdruck. Ich musste früher auch fleißig und hart trainieren. Das müssen die Spieler jetzt ebenfalls.“
Zum Vergleich: Auch der FC Energie hat den Großteil der Vorbereitung in Cottbus absolviert. Im einwöchigen Trainingslager in Graal-Müritz an der Ostseeküste legte Trainer „Pele“ Wollitz zudem viel Wert auf die Arbeit mit dem Ball. Dass er seine Jungs dennoch durch den knöcheltiefen Sand am Strand sprinten oder anderthalb Stunden lang bis zur Erschöpfungsgrenze Zweikämpfe üben ließ, gehört zum üblichen Pensum. Erst am vergangenen Dienstag hatte Wollitz wieder einen Sprinttest angesetzt, er lässt die Werte seiner Spieler regelmäßig überprüfen.
Matthias Grahé ist Fitnesstrainer bei Energie Cottbus. Der Weißwasseraner arbeitete auch schon mit den Lausitzer Füchsen zusammen. Er sagt über die Saisonvorbereitung von Fußballern und Eishockeyspielern: „Die Anforderungen an die Sportarten sind sehr unterschiedlich.“ So seien beim Fußball die Umfänge, also Aktionsradius und Belastungsdauer viel höher, beim Eishockey benötigten die Sportler für die kurzen Einsatzzeiten dagegen deutlich mehr Schnellkraft. Deswegen arbeitet Energie viel mehr im Schnelligkeits- und Ausdauerbereich, wogegen die Füchse mehr Kraftaufbau betreiben.
Das wohl härteste Vorbereitungsprogramm absolviert übrigens Füchse-Center Thomas Götz. Er arbeitet zusätzlich auch 30 Stunden pro Woche als Elektriker beim Energie-Konzern Vattenfall in Boxberg. Während des Sommertrainings ist er morgens die 20 Kilometer zur Arbeit mit dem Fahrrad gefahren. Vor dem Schichtbeginn um 6 Uhr hatte er also schon die erste Übungseinheit in den Beinen. Das Fitnessprogramm, das seine Kollegen am Vormittag absolvierten, holte Götz am Nachmittag nach. Am Abend stand er dann mit dem Rest des Teams auf dem Eis.
Und Thomas Götz kennt sich mit den körperlichen Belastungen sowohl im Eishockey als auch im Fußball aus. Denn die Füchse haben als Aufgalopp in die Saisonvorbereitung auch in diesem Jahr wieder zwei Testspiele auf dem grünen Rasen ausgetragen. Was schlaucht also mehr – Fußball oder Eishockey? „Schwerere Beine habe ich meistens nach dem Fußball, weil es eine ganz andere Art der Belastung ist als auf dem Eis. Aber den Fußballern würde es umgedreht auf dem Eis sicher genauso gehen“, so Götz.
(Von Frank Noack und Jan Lehmann)
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 07. August 2009