Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Hoch, runter und Spaß haben
15.09.2009 | 05:59 Uhr von
Den Titelträger Bietigheim Steelers mit 5:1 geschlagen und dabei vier Tore in Überzahl erzielt: Die Lausitzer Füchse erwiesen sich am Sonntag als Meister der Effizienz. Aber wie ist das möglich, die beste Mannschaft der vergangenen Zweitliga-Saison derart vorzuführen?
Böse Zungen behaupten ja, dass sich manche Kontrahenten wie in einer anderen Welt vorkommen, wenn sie zum Eishockey spielen nach Weißwasser anreisen. Dass die Lausitz dennoch immer eine Reise wert ist, wissen die schwäbischen Steelers spätestens seit ihrer denkwürdigen 1:5-Niederlage. Denn was die Gastgeber im zweiten Drittel bei ihrer fünfminütigen Überzahl auf das Eis zauberten, gehört seit Sonntag als Pflichtlektüre ins Taktik-Lehrbuch. „So stelle ich mir Powerplay vor“, lobte Bietigheims Coach Christian Brittig und räumte bemerkenswert fair ein: „Wir waren in dieser Phase überfordert.“
So viel Lob, noch dazu vom Meistertrainer der vergangenen Saison, haben die Lausitzer Füchse selten gehört. Ihre Effizienz war in der Tat beeindruckend. Bei den Überzahlspielen zwischen der 25. und 35. Minuten erzielte Weißwasser nicht nur vier Tore, sondern wirbelte mit seinen Kombinationen die Steelers so durcheinander, dass selbst Meistertrainer Brittig („Eine solche Niederlage haben wir bisher noch nicht kassiert“) schwindlig zu werden drohte.

Was auf dem Eis wunderbar einfach aussah, war das Ergebnis akribischer Vorbereitung. Am Sonntagvormittag hatte sich Rohrbach noch einmal das Bietigheim-Video aus der vergangenen Saison angeschaut. Danach stand die Taktik fest, die der Coach anschließend jedem der drei Füchse-Blöcke im Detail erläuterte. „Wir wussten, dass wir Geduld haben und die Scheibe im gegnerischen Drittel hoch und runter laufen lassen müssen, bis die Lücke entsteht. Und dann haben wir den entscheidenden Pass gespielt“, freute sich Neu-Coach Rohrbach über den ersten Sieg der Füchse unter seiner Regie.

Dieser Sieg war umso bemerkenswerter, weil die Füchse den Meister praktisch mit dessen eigenen Waffen bezwangen. Denn das Überzahlspiel ist normalerweise eine ureigene Stärke der Steelers, die in der vergangenen Saison auf dem Weg zum Meistertitel vielen Partien mit ihrem präzisen Powerplay die entscheidende Wende gegeben hatten. Vor allem der erste Block der Füchse um Kapitän Sebastian Klenner setzte das von Rohrbach vorgebene Motto „Vom Meister lernen, heißt Siegen lernen“ phänomenal um. An Klenners Seite glänzte Verteidiger Kollege Sven Valenti mit drei Toren. Carsten Gosdeck brachte wie immer seine Wucht auf das Eis. Die beiden Außenstürmer Marvin Tepper und Danny Albrecht spielten die tödlichen Pässe – so wie es Rohrbach vorgegeben hatte. „Den Jungs hat man angemerkt, dass sie Spaß hatten, den Gegner zu verarschen“, freute sich der Coach.

Doch nicht nur das Passspiel der Füchse bewegte sich in dieser Phase auf extrem hohem Niveau. Auch das Selbstvertrauen wuchs von Minute zu Minute. Am Freitag bei der 3:4-Niederlage in München hatten die Füchse beim Stand von 3:3 im zweiten Drittel ebenfalls die Chance, bei 5:3-Überzahl die Wende zu erzwingen, gingen jedoch leer aus. Dass dieses Überzahlspiel dann am Sonntag gegen Bietigheim so prächtig funktionierte, verstellte Rohrbach jedoch nicht den Blick für die Realität. „Es ist perfekt gelaufen. Aber so perfekt wird es nicht immer laufen“, warnte der Füchse-Coach.

Und dennoch: Spaß gemacht hat dieses Spiel allemal.

Von Frank Noack

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 15. September 2009
1380 mal gelesen
 
1 | Brian | 15.09.2009 @ 08:58
So schön wie es war. Es ist nur eine Haaresbreite zwischen Selbstvertrauen und Arroganz. Arroganz wird jedoch meistens bestraft. Fazit daher Selbstvertrauen genießen jedoch auch dem Teppich bleiben.
2 | HeavensDJ | 15.09.2009 @ 09:27
ganz schön euphorisch verpaxkter Beitrag indem nix neues steht als das was schon 3 andere geschrieben haben. Schönes Spiel, aber der Weg wird noch sehr steinig, Schwung mit nehmen und punkten wo es nur geht, Spass haben und heile nach hause kommen. Überheblichkeit könnte das alles zu nichte machen.
3 | Senator | 15.09.2009 @ 15:53
@HeavensDJ: Sicher nix großartig neues drin. Aber Herrn Noacks Beiträge in der LR finde ich schon gut. Ist doch gut, dass auch mal am Dienstags irgendwas drinsteht und nicht nur unmittelbar nach Spielen. Aberich erschrak zunächst, als ich die Überschrift in falscher Reihenfolge las ;-)
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