Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
"Der Eissport steht bereit"
17.09.2009 | 06:01 Uhr von
„2005 haben wir den Betrieb der Eissporthalle in Weißwasser übernommen, und können heute sagen, dass wir relativ gut und kostengünstig arbeiten. Wir sind mittlerweile schon Betreiberprofis geworden.“ Das ist eine Botschaft, die Bernard Stefan, Vorsitzender des Eissportvereins Weißwasser am gestrigen Mittwoch sehr deutlich vor Pressevertretern anbrachte.
Der Grund: Weil nach der ersten Euphorie über die Fördermittelzusage von 10,4 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen für den Neubau einer Eissporthalle nun von der Stadtverwaltung der Focus auf die Auflagen gerückt wurde, mit denen die Förderung verbunden ist (die RUNDSCHAU berichtete), will der Verein als künftiger Betreiber der neuen Halle klarstellen, dass es an ihm nicht liegen wird. Auch wenn Planungen für die Halle noch nicht vorliegen und deshalb auch kein mit Kostenzahlen untersetztes Bewirtschaftungskonzept möglich ist, gibt sich der Verein zuversichtlich.
„Der Eissport Weißwasser ist bereit, und die Konzepte liegen da, die neue Halle zu betreiben“, betont auch Andreas Friebel, Pressesprecher des Vereins und der Profi-Mannschaft „Lausitzer Füchse“ sowie seit der letzten Wahl Stadtrat in Weißwasser. Vor dem Hintergrund, dass die neue Halle nach den neuesten, auch energetischen Standards gebaut werde, dürfte ein wirtschaftlicher Betrieb dort ebenso gut, wenn nicht noch besser möglich sein, wie in der jetzigen Halle, meint Friebel: „Wir müssen aber ganz klar sagen, und wir gehen davon aus, dass dies jedem im Stadtrat und der Verwaltung bewusst ist: Ganz ohne Zuschüsse werden wir auch mit der neuen Halle nicht auskommen.“

„Immerhin tragen wir uns heute zwischen 60 und 70 Prozent aus eigenen Mitteln, ich finde das ist sensationell für einen Verein und einen Betrieb in dieser Größenordnung“, sagt Bernard Stefan, zumal es in Deutschland überhaupt nur zwei Vereine gebe, die eine Eissporthalle bewirtschaften.

Seine Erfahrung aus fünf Jahren Verantwortung für die Halle ist es, dass ein Verein am Markt tatsächlich oft flexibler agieren kann und manchmal wohl auch etwas genauer hinguckt, wenn es um Kostenminimierung geht. Mittlerweile seien die jährlichen Bewirtschaftungskosten von 698 000 Euro unter der Regie der Stadt auf 490 000 Euro herunter gegangen – Einsparungen, die sich vor allem auf eine energieeffizientere Regelung beim Prozess des Eisaubaus und beim Halten der Eisfläche zurückführen lassen.

Zudem verweist der Verein auf eine zunehmend effektivere Ausnutzung der Halle, die – das war neben dem Bewirtschaftungskonzept und dem Abschluss eines Betreibervertrages eine Auflage des Fördermittelgebers – vor allem dem Nachwuchs- und Breitensport zur Verfügung steht.

„Das haben wir dem Land natürlich schon vor der Förderrechtlichen Zusage nachgewiesen. Das ist also eine Auflage, die längst erfüllt ist, ebenso wie der Betrieb über mindestens 15 Jahre. Unser Konzept geht sogar bis 2031 – dann besteht immer noch ein Bedarf nach mehr als einer Eisfläche“, stellt Stefan klar und lässt Zahlen sprechen: Nur etwa zehn Prozent der Eis-Zeiten in Weißwasser werden von den Profis in Anspruch genommen, dafür aber trainieren 150 bis 200 Kinder und Jugendliche an vier Tagen in der Woche. Hinzu kommen etwa 70 Sportler aus anderen Eissportvereinen in Johnsdorf und Niesky, die regelmäßig in Weißwasser trainieren, und elf Hobby-Vereine mit etwa 150 Sportlern, die Eissportzeiten mieten. Und schließlich gibt es auch Kooperationen zwischen Eissportverein und fünf Kitas aus Weißwasser, Kitas aus Groß Düben, Halbendorf, Trebendorf, Boxberg und Weißkeißel wowie mit einer Schule aus Weißwasser und der Grundschule in Schleife. Bei letzteren handele es um richtige Unterrichtseinheiten, die auf dem Eis in der Weißwasseraner Halle abgehalten werden.

Auch die Nutzungsmöglichkeiten in der eisfreien Sommerzeit habe man inzwischen ausgedehnt. „Wir haben da jetzt schon Boxveranstaltungen in der Halle und Tanzveranstaltungen wie die Eisdom-Beats“, sagt Stefan. „Es ist doch klar, dass es mit einer neuen Halle noch viel mehr Möglichkeiten gibt. Man könnte sie zwölf Monate lang auslasten, das heißt, zwölf Monate Geld verdienen.“

Im Fazit könne also gesagt werden: Auflagen wie ein Betreiberkonzept, dass den Nachwuchs- und Breitensport in den Mittelpunkt stellt und ein entsprechender Vertrag dazu, der Betrieb über mindestens 15 Jahre und der Nachweis der städtischen Eigenmittel, die seit Februar von Finanzbürgermeister Ronald Krause als „darstellbar“ bezeichnet werden, dürften keine Hürde mehr darstellen.

Jetzt gehe es vielmehr darum, den Zeitrahmen einzuhalten (die Fördergelder stehen bis 2012 bereit). Deswegen hoffe er, so Stefan, dass nach der Anhörung von vier möglichen Bewerbern für die Hallenplanung in dieser Woche, noch im Oktober einer von ihnen beauftragt werden könne.

Von Thoralf Schirmer

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 17. September 2009
1149 mal gelesen
 
1 | S.W.A.T. | 17.09.2009 @ 13:43
Ich meine, der Dank für das Geleistete gild aber und ausdrücklich den Personen, die diese herrausragende Entwicklung durch ihren Einsatz möglich gemacht haben. Dabei denke ich auch an einen Jürgen Hanke, der durch seine Arbeit nicht unerheblichen Anteil an der jetzigen positiven Situation haben dürfte. Ich wünsche allen Beteiligten und uns Fans, das es vollbracht wird und wir noch viele Jahre erfolgreiches Eishockey im Nachwuchs- & Profibereich in WSW sehen dürfen.
2 | HeavensDJ | 17.09.2009 @ 19:16
WOOOORD!
3 | Hoywoyfux | 18.09.2009 @ 18:34
„Immerhin tragen wir uns heute zwischen 60 und 70 Prozent aus eigenen Mitteln, ich finde das ist sensationell ..." Ich auch !
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