Es war eine Flut an Informationen, die gestern die Verwaltung und die Räte des Bauausschusses erreichte. „Wir müssen die Eindrücke erst verarbeiten“, erklärte Ratsmann Hartmut Schirrock nach den vier Bewerbungsrunden der potenziellen Planer für die neue Eishalle Weißwasser. Einen Bewerber, der sich gestern schon herauskristallisiert hätte, konnte man nicht benennen. Je 15 Minuten hatten die Planungsbüros Zeit, um sich vorzustellen und Anforderungen für die neue Eishalle in Weißwasser zu präsentieren.
Sommer will einen Kristall
Dass der Cottbuser Architekt Ralf Sommer unter den vier Spitzenbewerbern der ehemals 16 ist, verwunderte nicht. Sommers Name fiel schon im Vorfeld – bevor es überhaupt eine Ausschreibung zur Eishalle gab. Er plante damals eine Halle, ohne Aufforderung, die allerdings nicht ganz den finanziellen Vorstellungen der Stadt entsprach. Nun schart er allerdings eine Gruppe Spezialisten um sich. Darunter ein tschechisches Planungsbüro, das die Eishalle in Karlovy Vary (Karlsbad) plante. „Geschuldet durch das Budget, das zur Verfügung steht, muss die Halle maßhaltig werden“, so der Architekt Norbert Ruge, der mit zur Planungsgruppe Sommer gehört. Sommer selbst verdeutlichte seine Vorstellung zur Halle: einen Eiskristall. „Wir wollen in der Gegend etwas Besonderes schaffen, worüber die Leute reden“, sagt Sommer und sprach in dem Zusammenhang sogar vom Eispalast.
Deyle weiß um WC-problem
Ohne Nachfrage der Räte wies das Planungsbüro Deyle gleich auf die dezentrale WC-Anlage hin, die bei einem solchen Bau von Wichtigkeit sei. Ratsmann Detlef Wolsch begrüßte das. Denn in Dresden habe man das Hallen-Beispiel, wo die Planung weniger gut ausfiel: „Eine einzige WC-Anlage, an der die Leute die Pausen mit Anstehen verbringen“, so Wolsch. Das wolle man in Weißwasser nicht haben.
So wie die anderen Bewerber konnte auch Reinhard Kubens, der Prokurist des Planungsbüros, von zahlreichen Referenzen sprechen. Das Olympia-Eissportzentrum in Garmisch-Partenkirchen ist nur ein Objekt. Zudem habe die Partnerfirma für Kältetechnik in Weißwasser schon vor einigen Jahren die Sanierung der hiesigen Technik vorgenommen – also schon in der Stadt gearbeitet.
ASP bringt Modelle mit
Gleich mit zwei Modellen, die zeigen, wie das Eisstadion einmal aussehen könnte, reiste Bewerber Nummer drei an. Ein weißer, ovaler „Hexenkessel“ oder auch „Eisblock“ soll es werden. Mit einer verglasten und 250 Meter langen Promenade. „Die Halle soll Leichtigkeit widerspiegeln“, so Chefplaner Karsten Schust. „Das Theater spielt sich auf der Eisfläche ab.“ Einfache Materialien hätten sich bewährt, Akzente und Highlights sollen dennoch gesetzt werden. Besonderes Augenmerk wollen die Planer auch auf die Betriebskosten legen. Die Kompaktheit der Halle soll die Betreibungskosten minimieren. Bedingen würde das Modell auch eine „relativ hohe Steilheit“. Kennzahlen zur Zeit reichte das Büro mit ein: „Wenn irgendjemand behauptet, eine solche Halle wäre in fünf oder sechs Monaten planbar, der träumt“, so Schust. Die anschließende Bauzeit würde rund 13 Monate betragen.
Pohl will Prioritätenliste
Die Zielsetzung der Planergruppe heißt: „Einhaltung der Kosten, Termine und energieeffizientes Bauen“. Viel Erfahrung hat die Planergruppe im Umgang mit Fördermitteln und Anträgen. „Das ist wichtig, weil wir mit Fördermitteln die Halle bauen“, so Stadtrat Uwe Bücklein. Eine Prioritätenliste solle in Zusammenarbeit mit der Stadt aufgestellt werden. Auch mit den Händlern der Stadt solle gesprochen werden, wie diese sich die Pausenversorgung vorstellen.
Zur Stadtratssitzung am 28. Oktober soll es in Weißwasser bereits zu einer Vorentscheidung kommen. Der Planer könnte dann feststehen.
Von Sandra Tietz
Bitte nicht noch einen Zweckbau!
Wulf Stibenz über die Vorschläge der Planer für die neue Eishalle
Diese Chance kommt für viele Weißwasseraner Generationen nur ein Mal. Eine neue Eishalle. Deshalb sollte hier nicht ein Zweckbau errichtet werden, der eine passable Eistechnik und die nötigen Sanitärräume oder Umkleiden enthält. Bei aller Sparsamkeit und Vernunft: Diese Eishalle wird eines der bedeutendsten Aushängeschilder der Stadt. Hier werden nicht nur die Füchseprofis gegen ihre Ligakollegen spielen. Hier wird der Nachwuchs trainieren. Hier können zig Vereine eine neue Heimstätte finden. Hier werden Besucherrekorde gebrochen werden. Es ist Zeit für ein deutliches Zeichen: Überall grünes Licht für Förderung. Selbst der städtische Haushalt gibt es her. Weißwasser muss klotzen, nicht kleckern!
Wenn man das ließt,könnte man denken wir erfinden das Fahrad zum 2.mal.In der Vergangenheit sind soviel neue Mulifunktions-Hallen gebaut worden,aus denen man soviel ablesen kann das es für uns doch nur für vorteile sein kann?Unsere Eishockey-Abgeordneten werden es denn hoffe ich mal schon richten.
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Sommer will einen Kristall
Dass der Cottbuser Architekt Ralf Sommer unter den vier Spitzenbewerbern der ehemals 16 ist, verwunderte nicht. Sommers Name fiel schon im Vorfeld – bevor es überhaupt eine Ausschreibung zur Eishalle gab. Er plante damals eine Halle, ohne Aufforderung, die allerdings nicht ganz den finanziellen Vorstellungen der Stadt entsprach. Nun schart er allerdings eine Gruppe Spezialisten um sich. Darunter ein tschechisches Planungsbüro, das die Eishalle in Karlovy Vary (Karlsbad) plante. „Geschuldet durch das Budget, das zur Verfügung steht, muss die Halle maßhaltig werden“, so der Architekt Norbert Ruge, der mit zur Planungsgruppe Sommer gehört. Sommer selbst verdeutlichte seine Vorstellung zur Halle: einen Eiskristall. „Wir wollen in der Gegend etwas Besonderes schaffen, worüber die Leute reden“, sagt Sommer und sprach in dem Zusammenhang sogar vom Eispalast.
Deyle weiß um WC-problem
Ohne Nachfrage der Räte wies das Planungsbüro Deyle gleich auf die dezentrale WC-Anlage hin, die bei einem solchen Bau von Wichtigkeit sei. Ratsmann Detlef Wolsch begrüßte das. Denn in Dresden habe man das Hallen-Beispiel, wo die Planung weniger gut ausfiel: „Eine einzige WC-Anlage, an der die Leute die Pausen mit Anstehen verbringen“, so Wolsch. Das wolle man in Weißwasser nicht haben.
So wie die anderen Bewerber konnte auch Reinhard Kubens, der Prokurist des Planungsbüros, von zahlreichen Referenzen sprechen. Das Olympia-Eissportzentrum in Garmisch-Partenkirchen ist nur ein Objekt. Zudem habe die Partnerfirma für Kältetechnik in Weißwasser schon vor einigen Jahren die Sanierung der hiesigen Technik vorgenommen – also schon in der Stadt gearbeitet.
ASP bringt Modelle mit
Gleich mit zwei Modellen, die zeigen, wie das Eisstadion einmal aussehen könnte, reiste Bewerber Nummer drei an. Ein weißer, ovaler „Hexenkessel“ oder auch „Eisblock“ soll es werden. Mit einer verglasten und 250 Meter langen Promenade. „Die Halle soll Leichtigkeit widerspiegeln“, so Chefplaner Karsten Schust. „Das Theater spielt sich auf der Eisfläche ab.“ Einfache Materialien hätten sich bewährt, Akzente und Highlights sollen dennoch gesetzt werden. Besonderes Augenmerk wollen die Planer auch auf die Betriebskosten legen. Die Kompaktheit der Halle soll die Betreibungskosten minimieren. Bedingen würde das Modell auch eine „relativ hohe Steilheit“. Kennzahlen zur Zeit reichte das Büro mit ein: „Wenn irgendjemand behauptet, eine solche Halle wäre in fünf oder sechs Monaten planbar, der träumt“, so Schust. Die anschließende Bauzeit würde rund 13 Monate betragen.
Pohl will Prioritätenliste
Die Zielsetzung der Planergruppe heißt: „Einhaltung der Kosten, Termine und energieeffizientes Bauen“. Viel Erfahrung hat die Planergruppe im Umgang mit Fördermitteln und Anträgen. „Das ist wichtig, weil wir mit Fördermitteln die Halle bauen“, so Stadtrat Uwe Bücklein. Eine Prioritätenliste solle in Zusammenarbeit mit der Stadt aufgestellt werden. Auch mit den Händlern der Stadt solle gesprochen werden, wie diese sich die Pausenversorgung vorstellen.
Zur Stadtratssitzung am 28. Oktober soll es in Weißwasser bereits zu einer Vorentscheidung kommen. Der Planer könnte dann feststehen.
Von Sandra Tietz
Bitte nicht noch einen Zweckbau!
Wulf Stibenz über die Vorschläge der Planer für die neue Eishalle
Diese Chance kommt für viele Weißwasseraner Generationen nur ein Mal. Eine neue Eishalle. Deshalb sollte hier nicht ein Zweckbau errichtet werden, der eine passable Eistechnik und die nötigen Sanitärräume oder Umkleiden enthält. Bei aller Sparsamkeit und Vernunft: Diese Eishalle wird eines der bedeutendsten Aushängeschilder der Stadt. Hier werden nicht nur die Füchseprofis gegen ihre Ligakollegen spielen. Hier wird der Nachwuchs trainieren. Hier können zig Vereine eine neue Heimstätte finden. Hier werden Besucherrekorde gebrochen werden. Es ist Zeit für ein deutliches Zeichen: Überall grünes Licht für Förderung. Selbst der städtische Haushalt gibt es her. Weißwasser muss klotzen, nicht kleckern!
Quelle: Sächsische Zeitung vom 14.10.2009