Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Heftige Kritik an den Füchsen
15.10.2009 | 05:34 Uhr von
Um im Eishockey erfolgreich zu sein, sind viele verschiedene Dinge nötig. Zum Beispiel Kampfgeist, Leidenschaft und natürlich Torgefahr.
Manchmal lässt sich der Gang der Dinge jedoch auch anhand von geschmierten Brötchen, sagen wir mal, erahnen. Beim Pokalspiel der Lausitzer Füchse am Dienstagabend gegen die Eispiraten Crimmitschau hatten die Verantwortlichen in Weißwasser das Büfett, an dem die VIP-Zuschauer in den Drittelpausen verköstigt werden, eine Nummer kleiner aufgefahren als sonst üblich. Das war aus ökonomischer Sicht durchaus nachvollziehbar. Denn der Pokal ist nun mal nicht die 2. Bundesliga. Zumal, wenn er wie in dieser Saison ohne die reizvollen Duelle gegen die Erstliga-Clubs auskommen muss. Mit nur 1026 Zuschauern fiel der Andrang erwartungsgemäß kleiner aus als sonst.
Und so mancher Fan musste den Eindruck haben, dass sich die Leistungsbereitschaft der eigenen Mannschaft an der Anzahl der geschmierten Brötchen orientierte: Irgendwie wirkte alles eine Nummer kleiner als in der 2. Liga. Während jedoch die Brötchen am Ende trotzdem ausreichten, war das 0:5 der Füchse gegen Crimmitschau alles andere als gute Eishockey-Kost.

Die Rechnung stellte Trainer Dirk Rohrbach seiner mit mehreren jungen Spielern aufgefüllten Mannschaft noch am Dienstagabend in der Kabine aus: Er erklärte das für Mittwoch auf freiwilliger Basis geplante Training kurzerhand zur Pflichtveranstaltung. „Mir hat die Unterstützung der erfahrenen Spieler für unsere Youngster gefehlt. Jeder hat versucht, sein eigenes Spiel zu machen, obwohl wir vorher die Taktik klar abgesprochen hatten“, kritisierte Rohrbach heftig.

Merkwürdiger Pokal

Kapitän Sebastian Klenner stapfte nach dem Ende der trostlosen Vorstellung der Füchse missmutig in die Kabine und wollte öffentlich lieber nichts sagen. Der allgemeine Frust richtete sich neben der deftigen Niederlage auch ganz grundsätzlich gegen diesen Pokalwettbewerb. Über dessen Sinn und Unsinn wurde im Vorfeld heftig debattiert. Weil die Erstligisten in dieser Saison keine Lust auf den Pokal haben, ließen sich die Zweitliga-Clubs durch den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) zu einem separaten Wettbewerb überreden, der mit der Teilnahme der U 20-Nationalmannschaft endgültig einen komischen Anstrich bekommt. Der Verband will seinem Auswahlteam durch die Pokalspiele zusätzliche Wettkampfpraxis verschaffen.

Offenbar fand am Dienstagabend nicht jeder Füchse-Profi die richtige Einstellung zu diesem merkwürdigen Konstrukt. Denn nur zwei Tage nach dem wichtigen 2:1-Auswärtssieg am Sonntag bei den Heilbronner Falken ließen die Gastgeber viele ihrer sonstigen Stärken vermissen. Dass vor allem die Leistungsträger einen Gang zurückschalteten, war zwar durchaus geplant und von Trainer Rohrbach auch so gewünscht. Immerhin müssen Spieler wie Kapitän Klenner, Carsten Gosdeck oder Marvin Tepper aufgrund des kleinen Kaders seit Wochen Sonderschichten fahren, um die Partien erfolgreich zu gestalten. Dass damit aber ein derartiger Leistungsabbruch des gesamten Teams einhergeht, war dann doch schmerzhaft. Vor allem für die erst 16-jährigen Debütanten Eric und Chris Neumann sowie Jörg Noack.

Valenti wartet weiter

Es besteht jedoch die Hoffnung, dass diese Niederlage ein Ausrutscher ist, der größtenteils der fehlenden Motivation im Pokal geschuldet ist. Immerhin machte sich auch Crimmitschaus Coach Wayne Hynes seine Gedanken über diesen ungeliebten Wettbewerb. „Was soll ich sagen“, lächelte Hynes viel sagend. „Ich bin doch nur der Trainer. Wenn der Verband sagt, wir spielen den Pokal, dann spielen wir eben.“

Blieben abschließend noch eine schlechte und eine gute Nachricht aus dem Fuchsbau zu vermelden. Die schlechte Nachricht: Topscorer Sven Valenti muss weiter auf die endgültigen Ergebnisse der Untersuchungen seines verletzten Knies warten. Es seien noch weitere Untersuchungen nötig, hieß es. Die gute Nachricht: Das Brötchen-Büfett wird am Freitag im Zweitliga-Spiel gegen die Wild Wings Schwenningen (19.30 Uhr) in gewohnter Größe aufgefahren. Dann läuft es hoffentlich auch auf dem Eis wieder wie geschmiert.

Frank Noack

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 15.Oktober 2009
1055 mal gelesen
 
1 | iceEnergy | 15.10.2009 @ 12:00
naja... So toll ist unser "gewohntes" büffet auch nicht.
2 | atzegruenkohl | 15.10.2009 @ 13:26
was soll der blöde Artikel mit dem Büffet? Begeben wir uns nun auf BILD Niveau
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