Die Eishockey-Spieler von Dynamo Weißwasser freuten sich am Abend des 9. November über ihren Auswärtssieg in der Seelenbinder-Halle beim Dauerrivalen Dynamo Berlin. Die historische Dimension wurde ihnen erst später klar.
Die 25. DDR-Meisterschaft nahm ihren erwarteten Verlauf. Mit dem 4:3 in Berlin setzte Weißwasser seine Siegesserie aus dem Vorjahr fort. Dass es die letzte DDR-Meisterschaft mit dem Dauerduell Weißwasser gegen Berlin werden würde, ahnte an diesem Abend noch niemand. „Sie spielten unkomplizierter, vertrauten schnellen Kontern und erzielten damit gegen die keineswegs souveräne Berliner Deckung auch Wirkung“, schrieb damals die RUNDSCHAU über den Sieg der Gäste nach den Toren von Jochen Hördler (2), Tom Göbel und Hubert Hahn.
Sie waren mitten in Berlin – dass sich das Tor zum Westen geöffnet hatte, erfuhren die Weißwasseraner Eishockeyspieler jedoch erst auf der Rückfahrt in die Lausitz. „Wir haben uns gewundert, dass uns plötzlich so viele Autos in Richtung Berlin entgegenkamen. Irgendetwas musste passiert sein. Deshalb haben wir das Radio angeschaltet“, erinnert sich Torschütze Hubert Hahn. „Wir haben dann überlegt, ob wir mit dem Bus umdrehen und nach Berlin zurückfahren oder lieber in Weißwasser unseren Sieg feiern.“ Das Team entschied sich für die Feier in Weißwasser. Die Stimmung im Bus beschreibt Ralf Hantschke als eine Mischung aus Erstaunen und Freude. „Es hat aber niemand gegrölt. Vielleicht lag es daran, dass wir als Sportler in puncto Reisefreiheit priviligiert waren“, betont Hantschke mit Bezug auf die Partien im so genannten NSW, dem Nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet. Vor allem für die Nationalspieler war die Mauer schon vor dem 9. November durchlässig.
Die 25. DDR-Meisterschaft gewann Weißwasser im Februar durch einen Sieg in der abschließenden Partie in Berlin. Aus Dynamo wurde der Polizei-Eishockey-Verein (PEV). Weißwasser und Berlin spielten ab der Saison 1990/91 in der höchsten gesamtdeutschen Liga. Trotz des Klassenerhalts musste der PEV nach zwei Jahren aus wirtschaftlichen Gründen absteigen und die Leistungsträger Jörg Handrick, Ralf Hantschke, Michael Bresagk und Ronny Martin verkaufen.
In der 1. Liga etablieren konnten sich aus dem damaligen Team Handrick, Hantschke und Bresagk. Letzterer spielt nach wie vor bei den Frankfurt Lions. „Für mich kam der Mauerfall im richtigen Moment. Ich hatte noch alles vor mir.“
Historischer Jubel: Dynamo Weißwasser feiert die 25. und letzte DDR-Meisterschaft. Foto: Jaschke
Die 25. DDR-Meisterschaft nahm ihren erwarteten Verlauf. Mit dem 4:3 in Berlin setzte Weißwasser seine Siegesserie aus dem Vorjahr fort. Dass es die letzte DDR-Meisterschaft mit dem Dauerduell Weißwasser gegen Berlin werden würde, ahnte an diesem Abend noch niemand. „Sie spielten unkomplizierter, vertrauten schnellen Kontern und erzielten damit gegen die keineswegs souveräne Berliner Deckung auch Wirkung“, schrieb damals die RUNDSCHAU über den Sieg der Gäste nach den Toren von Jochen Hördler (2), Tom Göbel und Hubert Hahn.
Sie waren mitten in Berlin – dass sich das Tor zum Westen geöffnet hatte, erfuhren die Weißwasseraner Eishockeyspieler jedoch erst auf der Rückfahrt in die Lausitz. „Wir haben uns gewundert, dass uns plötzlich so viele Autos in Richtung Berlin entgegenkamen. Irgendetwas musste passiert sein. Deshalb haben wir das Radio angeschaltet“, erinnert sich Torschütze Hubert Hahn. „Wir haben dann überlegt, ob wir mit dem Bus umdrehen und nach Berlin zurückfahren oder lieber in Weißwasser unseren Sieg feiern.“ Das Team entschied sich für die Feier in Weißwasser. Die Stimmung im Bus beschreibt Ralf Hantschke als eine Mischung aus Erstaunen und Freude. „Es hat aber niemand gegrölt. Vielleicht lag es daran, dass wir als Sportler in puncto Reisefreiheit priviligiert waren“, betont Hantschke mit Bezug auf die Partien im so genannten NSW, dem Nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet. Vor allem für die Nationalspieler war die Mauer schon vor dem 9. November durchlässig.
Die 25. DDR-Meisterschaft gewann Weißwasser im Februar durch einen Sieg in der abschließenden Partie in Berlin. Aus Dynamo wurde der Polizei-Eishockey-Verein (PEV). Weißwasser und Berlin spielten ab der Saison 1990/91 in der höchsten gesamtdeutschen Liga. Trotz des Klassenerhalts musste der PEV nach zwei Jahren aus wirtschaftlichen Gründen absteigen und die Leistungsträger Jörg Handrick, Ralf Hantschke, Michael Bresagk und Ronny Martin verkaufen.
In der 1. Liga etablieren konnten sich aus dem damaligen Team Handrick, Hantschke und Bresagk. Letzterer spielt nach wie vor bei den Frankfurt Lions. „Für mich kam der Mauerfall im richtigen Moment. Ich hatte noch alles vor mir.“
Von Frank Noack
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 09.November 2009