Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Plastinierte Eishockeyspieler...
14.11.2009 | 16:19 Uhr von
...in Autohaus ausgestellt
Ein Ausstellungsstück aus dem Gubener Plastinarium des Leichen-Präparators Gunther von Hagens ist am kommenden Montag und Dienstag im Weißwasseraner Autohaus Koslick im Halbendorfer Weg zu sehen sein. Es handelt sich um die Modelle zweier Eishockeyspieler, die in acht Monaten sei es aus zwei verstorbenen Körperspendern entstanden.
„16 Präparationsspezialisten des Plastinariums waren mit diesem Eishockeypaarplastinat unter Leitung von Chefplastinator Gunther von Hagens insgesamt 3700 Stunden beschäftigt“, so die Plastinate GmbH. „Davon entfielen 1600 Arbeitsstunden auf die Nasspräparation, die in 30-prozentigem Alkohol erfolgte und 2100 Stunden auf die Positionierung und Feinpräparation des Eishockeypaares, die nach der Imprägnierung mit Silikonkautschuk und vor der Härtung des Plastinats durchgeführt wurde.“



Die Eishockeyspieler sind Montag von 12 bis 18 Uhr und Dienstag von 8 bis 18 Uhr im Autohaus Koslick zu sehen. Foto: Plastinarium Guben


Die scheinbar schwerelose Präsentation des Paarplastinats auf nur einem Schlittschuh, sei durch die Fixierung stark belasteter Gelenke wie Hüft- und Kniegelenke mit Chirurgenstahldrähten erreicht worden. Zudem sei dies das weltweit erste Plastinatepaar, bei dem die leicht verletzlichen inneren Organe unverweslich und in ihrer natürlichen Farbgebung rundherum zu sehen sind. Das sind Lunge, Herz, Leber, Nieren und Darm.

Die Plastinate werden nach einem speziellen Verfahren aus den in Kunststoff gehärteten Körpern Verstorbener angefertigt, welche zuvor in eine Körperspende eingewillgt haben. Von Hagens hebt ihren medizinischen und künstlerischen Wert hervor. Ihre Zurschaustellung ist aus ethischen Gründen in Deutschland aber umstritten.

Noch im November fliegen die Plastinate zur Ausstellung „Körperwelten” in Toronto (Kanada).

thr/pm

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 14.November 2009

Weißwasseraner sehen Ausstellung von Plastinaten skeptisch

Ein neues Exponat aus dem Gubener Plastinarium des Leichen-Präparators Gunther von Hagens soll am kommenden Montag und Dienstag im Weißwasseraner Autohaus Koslick im Halbendorfer Weg zu sehen sein. Es handelt sich um die Modelle zweier Eishockeyspieler, die vor ihrer Reise nach Toronto in Kanada noch Station in Weißwasser machen.

Die RUNDSCHAU hörte sich unter Weißwasseranern um, was sie von dieser Präsentation in eiem Autohaus halten.

„Das ist mehr als makaber“, sagt Peter Lieber (59) aus Weißwasser. „Ich finde es ethisch nicht vertretbar, und man sollte es sein lassen. Ich stelle mir ja auch nicht meinen Opa als Büste ins Wohnzimmer“, ergänzt er.

Karl-Heinz Eichhorn (65) aus Weißwasser findet diese Art der Präsentation ebenfalls nicht gut. „Ich würde es mir nicht anschauen. Unser Sohn ist Eishockeyspieler und darum finde ich es geschmacklos.“

„Nein, ich finde die Plastinate nicht schlimm. Es ist doch auch eine Art künstlerischer Betätigung. Ich habe auch die Körperwelten-Ausstellung in Berlin gesehen. Das meiste war schon interessant. Es gab auch Dinge die ich nicht so gut fand, z.B. die Exponate mit den schwangeren Frauen. Doch ich würde, wenn ich könnte, auch zu der Ausstellung am Montag gehen“, so Natalia Geike (58) aus Weißwasser.

Walter Schwabe (55) aus Weißkeißel ist kein Freund der Plastination. „Ich habe ein ungutes Gefühl dabei. Der Gedanke, dass das mal Menschen waren, ruft bei mir ein Schaudern hervor. Es ist ohnehin nur eine Werbeveranstaltung mit makaberem Hintergrund.“

Die Weißwasseraner Pfarrerin Birgit Jung erinnert sich, dass sie von der Körperwelten-Ausstellung in Berlin fasziniert und erschrocken zugleich war. „Allerdings habe ich auch gemerkt, was die Ausstellung in mir und anderen Besuchern ausgelöst hat“, sagt Birgit Jung. Bei vielen sei die Sehnsucht nach der Beantwortung der Frage nach dem Jenseits aufgetaucht. „Es wird vordergründig vermittelt, dass es sich um Kunst handelt. Die Frage nach dem Jenseits kann durch die Plastination nur unzureichend beantwortet werden. Ich halte darum die Ausstellung für ethisch fragwürdig“, so die Pfarrerin.

Werner Karg (51 Jahre) aus Schleife ist erschrocken, dass sich in Weißwasser Raum findet für die Präsentation menschlicher Präparationen. „Herr von Hagens ist, nach meiner Meinung, nicht Forscher oder Wissenschaftler, sondern vornehmlich ein gewiefter Geschäftsmann. Und eine Präsentation von Plastinaten im Autohaus eine verkaufsfördernde Publicity. Die Geschäftsidee ist doch folgende: man spricht mit seinem Tod dem Verblichenen seine Menschenwürde ab, degradiert den Leichnam zu biologischem Material (Sprachgebrauch v. Hagens). Dieses verarbeitet man zu einem Kunstobjekt, um es anschließend meistbietend zu verkaufen und zu vermarkten. Die Idee ist erfolgversprechend, denn Herr von Hagens bewegt sich in einem fast konkurrenzlosen Geschäftsbereich, weil er moralische ethische und ästhetische Grenzbereiche berührt beziehungsweise überschreitet. Hier sehe ich das eigentliche Problem. Ich hoffe, dass sich dieses Geschäft in Weißwasser wie jedes andere über Angebot und Nachfrage regelt. Nämlich indem niemand hingeht. Denn Tote stellt man nicht auf Kufen.“


Eishockeyspieler Ervin Masek ist gespannt auf das Exponat.

„Ich habe bislang nur im Fernsehen diese Körper gesehen. Das hat mich neugierig gemacht, und deshalb werde ich mir diese Plastinate einmal ansehen. Ich habe allerdings keine Vorstellung davon, wie diese ausgestellten Menschen, denen man in das Innere schauen kann, auf mich wirken werden“, sagt er.

abr

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 14.November 2009
1088 mal gelesen
 
1 | Puck | 18.11.2009 @ 07:44
Ich fand es super
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