Der Moderator der Pressekonferenz gab am Sonntagabend in Heilbronn wirklich alles. Nach dem Spiel der Falken gegen die Lausitzer Füchse (3:2 n.P.) wollte er dem einheimischen Trainer Rico Rossi unbedingt entlocken, welche Spielerverpflichtungen der demnächst plant. Eloquent und mit einem charmanten Lächeln legte sich der Moderator ins Zeug – allerdings vergeblich. Auch das vor Rossi stehende Glas Rotwein trug nicht dazu bei, dass sich die Zunge des Heilbronner Coaches lockerte. Er verriet trotz Rotwein und Moderatoren-Charme nicht viel. Ja, es werden noch neue Spieler kommen, aber: „Wie, wo und wann, das wird eine Überraschung“, erklärte Rossi mit einem Lächeln im Gesicht.
Füchse-Trainer Dirk Rohrbach hörte dem lustigen Dialog übrigens schweigend zu. Was hätte er auch sagen sollen? Während die Konkurrenz für die entscheidende Saisonphase der 2. Bundesliga aufrüstet und wie beispielsweise Heilbronn seinen Kader gehörig durcheinander wirbelt, haben die Verantwortlichen in Weißwasser beschlossen, das geschäftige Treiben auf dem Transfermarkt als Zuschauer zu beobachten. Nach Lage der Dinge wird es bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar keinen neuen Spieler im Fuchsbau gegeben. „Wir sind fest davon überzeugt, dass wir unser Saisonziel mit dem aktuellen Kader erreichen können“, sagt Manager Ralf Hantschke. Die aktuelle Tabelle gibt ihm Recht. Nach 37 von insgesamt 52 Spielen liegen die Füchse auf Platz sieben. Er würde nicht nur zur Teilnahme an der Pre-Playoff-Runde berechtigen, sondern – was noch viel wichtiger ist – auch den vorzeitigen Klassenerhalt bedeuten. Angesichts der Budgetkürzung und des personellen Aderlasses im Sommer wäre das für den kleinen Kader der Füchse ein großer Erfolg.
Derzeit hat Weißwasser acht Punkte Vorsprung auf den ersten Playdown-Platz. Das ist zwar kein Ruhekissen, aber immerhin ein Polster, das die Konkurrenz erstmals auf holen muss. Aus Sicht der Füchse werden die nächsten Wochen also eine Art Abstiegskampf mit dem Taschenrechner in der Hand. Sie vertrauen darauf, dass der Ligaerhalt auch ohne kostspielige Investitionen realisierbar ist. Die Zurückhaltung auf dem Transfermarkt hat jedoch auch handfeste wirtschaft liche Gründe. Denn die Füchse hatten im Sommer die Lizenz mit der Auflage bekommen, dass sie das Finanzloch aus der vergangenen Saison möglichst schnell stopfen. Aus diesem Grunde wollen und müssen sie in diesem sowie im nächsten Jahr Gewinne erwirtschaften, was in Zeiten der allgemeinen Finanzkrise alles andere als einfach ist. „Es ist wichtig, dass wir die Saison nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich gut abschließen“, sagt Manager Hantschke.
Vielen Konkurrenten geht es wirtschaftlich nicht viel besser. Dennoch gab es zuletzt spektakuläre Transfers. Hantschke steht diesem Aufrüsten „sehr kritisch“ gegenüber. Dahinter steckt die unausgesprochene Sorge, dass auch so manch anderer Club ein Fall für den Taschenrechner sein könnte.
Ganz wichtiger Faktor für mich: es ist nicht nur einer hinter uns, der aufholen muss, sondern einige mehr und oben bricht meist auch noch einer ein.
2 | Makkaroni | 19.01.2010 @ 15:22
Nur rüsten alle hinter uns auf - holen sich Qulität in den Kader, ich hoffe dies rächt sich dann nicht wenn wir Verletzte oder gesperrte Spieler haben - am Ende noch in den PDs ......
3 | lehm | 19.01.2010 @ 15:46
wer rüstet hinter uns auf?alle?qualität?crimme mit schietzold? wow! - wem?Hannover tauscht eh das ganze Jahr...Mir wäre auch noch einer lieber, aber wenn es nicht geht.Man muss eben auch lernen Abstriche zu machen.
4 | tanngrismir | 19.01.2010 @ 17:45
@ lehm. "Man muss eben auch lernen Abstriche zu machen." Willst du dich beruflich neu orientieren? ;-)
Aber mal im Ernst: recht haste ja mit deiner Aussage. Man kann es aber auch nicht allen recht machen - das Gejammer hört, glaub ich, auch erst nach Ende der Wechselfrist auf. Ich jedenfalls vertraue dem TEAM genauso wie es die sportliche Leitung macht......
5 | Makkaroni | 19.01.2010 @ 23:03
@ 3 und 4
wenn ihr die Kader vom Saisonstart nehmt und vergleicht mit dem "ist" Kader der jeweiligen teams wird Euch was auffallen.
Auch ein schietzold wäre für unseren Kader gut. Ich kann nur hoffen Ihr behaltet RECHT und wir schaffen diese Saison mit einem positiven Ende.
6 | Mozart | 19.01.2010 @ 23:09
Positives Ende heißt für mich, diese Saison nicht pleite zu gehen...
7 | Makkaroni | 20.01.2010 @ 00:17
@ 6
... und mind. Platz 10 bzw sportlich die Liga zu halten.
8 | keeper | 20.01.2010 @ 01:30
Jungs bleibt janz ruhig, Ralle und Rohre haben bisher alles richtig gemacht, warum sollte jetzt auf einmal alles falsch sein. Die Mannschaft ist intakt, auch weil jeder seine Einsatzzeiten bekommt. Und mit dem Reihenwürfel schürt Rohre auch in gewisser Weise den Konkurrenzkampf untereinander, weil ja jeder beweisen will, dass er in eine bessere Reihe gehört. Mir ist nicht bange, wenn wir jetzt sogar schon Punkte holen, obwohl wir nicht so berauschend gespielt haben.
9 | keeper | 20.01.2010 @ 01:36
Seien wir stolz auf unser Team und die Verantwortlichen, die trotz der schwierigen finanziellen Lage bisher einen zwar schmalen aber schlagkräftigen Kader auf die Beine gestellt haben. Das Restprogramm sieht doch gar nicht so schlecht aus. Also lasst uns optimistisch sein, alles kann man nun wirklich vorher nicht planen. ich denke die Chancen in die direkten Playoffs zu rutschen sind höher als in die Playdowns zurückzufallen.
10 | Brian | 20.01.2010 @ 08:55
Was mich trotz unseren kleinenKaders sehr optimistisch macht ist das wir dieses Jahr eine 3. Reihe besitzen die nicht nur sporadisch zum Einsatz kommt. Nein sie spielt recht konstant über den gesamten Zeitraum dabei steht sie defensiv recht gut uns setzt sich Offensiv ebenso gut in Szene. Leider sind sie dann immer etwas ungenau im Abschluss sonst wäre die Reihe richtig klasse. Das dadurch die 1. und 2. Reihe entlastet wird und uns hoffentlich so ein Dilemma wie vor 2 Jahren erspart bleibt...
11 | Hoki | 20.01.2010 @ 10:24
Wenns normal läuft, stehen doch schon 3 Teilnehmer der Playdowns fest. Und aus 5-6 Mannschaften wird noch der 4. gesucht. Und selbst da ist unsere Ausgangslage nicht die schlechteste. Wenn wir nur einigermaßen so konstant weiterpunkten, siehts doch wirklich gut aus.
Hätte ich vor der Saison wirklich nicht gedacht. Respekt an Trainer und Mannschaft
12 | Saw | 20.01.2010 @ 10:55
Auch wenn es vielleicht nochmal knapp wird, das schafft die Mannschaft, das hat Sie in den Letzten Wochen eindrucksvoll bewiesen! Man sollte die Gunst der Stunde nutzen und Leistungsträgern Verträge für nächste Saison anbieten !!
13 | thingslikehockey | 20.01.2010 @ 21:39
DER Leistungsträger hat schon einen ;)
14 | Walli | 21.01.2010 @ 00:40
@13 Auf wen spielst du an??:)
15 | thingslikehockey | 22.01.2010 @ 10:07
Danny Albrecht.
16 | Walli | 22.01.2010 @ 12:08
Wenn das stimmt wäre es natürlich wirklich schön und wichtig. Nicht zuletzt als Identifikationsfigur gerade für den Nachwuchs. Kann man nur hoffen dass er weiterhin konstante Leistungen bringt, da, wie Herr Hantschke ja auch ansprach, es nicht alltäglich ist, wenn junge Spieler IMMER gut spielen.
Vielleicht ist ja auch noch die ein oder andere vorzeitige Vertragsverlängerung von Eckpfeilern der Mannschaft möglich
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Füchse-Trainer Dirk Rohrbach hörte dem lustigen Dialog übrigens schweigend zu. Was hätte er auch sagen sollen? Während die Konkurrenz für die entscheidende Saisonphase der 2. Bundesliga aufrüstet und wie beispielsweise Heilbronn seinen Kader gehörig durcheinander wirbelt, haben die Verantwortlichen in Weißwasser beschlossen, das geschäftige Treiben auf dem Transfermarkt als Zuschauer zu beobachten. Nach Lage der Dinge wird es bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar keinen neuen Spieler im Fuchsbau gegeben. „Wir sind fest davon überzeugt, dass wir unser Saisonziel mit dem aktuellen Kader erreichen können“, sagt Manager Ralf Hantschke. Die aktuelle Tabelle gibt ihm Recht. Nach 37 von insgesamt 52 Spielen liegen die Füchse auf Platz sieben. Er würde nicht nur zur Teilnahme an der Pre-Playoff-Runde berechtigen, sondern – was noch viel wichtiger ist – auch den vorzeitigen Klassenerhalt bedeuten. Angesichts der Budgetkürzung und des personellen Aderlasses im Sommer wäre das für den kleinen Kader der Füchse ein großer Erfolg.
Derzeit hat Weißwasser acht Punkte Vorsprung auf den ersten Playdown-Platz. Das ist zwar kein Ruhekissen, aber immerhin ein Polster, das die Konkurrenz erstmals auf holen muss. Aus Sicht der Füchse werden die nächsten Wochen also eine Art Abstiegskampf mit dem Taschenrechner in der Hand. Sie vertrauen darauf, dass der Ligaerhalt auch ohne kostspielige Investitionen realisierbar ist. Die Zurückhaltung auf dem Transfermarkt hat jedoch auch handfeste wirtschaft liche Gründe. Denn die Füchse hatten im Sommer die Lizenz mit der Auflage bekommen, dass sie das Finanzloch aus der vergangenen Saison möglichst schnell stopfen. Aus diesem Grunde wollen und müssen sie in diesem sowie im nächsten Jahr Gewinne erwirtschaften, was in Zeiten der allgemeinen Finanzkrise alles andere als einfach ist. „Es ist wichtig, dass wir die Saison nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich gut abschließen“, sagt Manager Hantschke.
Vielen Konkurrenten geht es wirtschaftlich nicht viel besser. Dennoch gab es zuletzt spektakuläre Transfers. Hantschke steht diesem Aufrüsten „sehr kritisch“ gegenüber. Dahinter steckt die unausgesprochene Sorge, dass auch so manch anderer Club ein Fall für den Taschenrechner sein könnte.
Frank Noack
Quelle: Lausitzer Rundschau