...personell stärkere Gegner
Dirk Rohrbach, Trainer der Lausitzer Füchse, vertraut den Spielern, die da sind. Verstärkungen wird es nicht mehr geben.
Herr Rohrbach, mit dem Spiel am Freitag sind drei Viertel der Saison gespielt. Wie ist die Form?
Wir stehen auf einem guten achten Platz. Aber noch sind 14 Spiele zu absolvieren, viele Punkte zu vergeben. Wir sind gut über Weihnachten gekommen, sind verheißungsvoll in das neue Jahr gestartet und haben uns damit diese gute Ausgangsposition erarbeitet. Zuletzt im Spiel gegen Schwennigen hat man aber auch den Substanzverlust gemerkt.
Da hat der spielfreie Sonntag wohl richtig gut getan?
Ja, die Spieler und auch ich hatten drei Tage frei, konnten bei ihren Familien sein, mal auf andere Gedanken kommen und sind jetzt mit neuem Elan wieder zurückgekommen. Wir brauchen die Power jedes Einzelnen, um gerade die engen Spiele zu gewinnen, so wie es in der Weihnachtszeit gelungen ist.
Wenn Sie von Substanzverlust sprechen: Ist das nicht auch eine Folge des relativ schmalen Kaders? Die Verantwortung ist auf nicht so viele Schultern verteilt, Ausfälle kann man sich nicht leisten und kaum kompensieren.
Natürlich wünschte ich mir einen breiteren Kader, teilweise haben wir ja mit nur noch fünf Verteidigern gespielt. Das führt logischerweise zu einem schnelleren Kraftverlust, einer höheren psychischen Belastung. Der Konkurrenzkampf ist nicht so ausgeprägt, ich kann formschwache Spieler kaum austauschen. Aber wir können uns einfach nicht mehr Spieler leisten. Und ich bin davon überzeugt, dass wir unser Saisonziel mit diesen Spielern erreichen werden, auch wenn es ein Kraftakt wird.
Trotzdem: Schielt man nicht auch nach Dresden, wenn solch ein Spieler wie Stefan Mann frei wird, der aus Weißwasser stammt, im Sommer hier mittrainiert hat und sich vielleicht ein Deal mit den Dresdenern über eine Kostenteilung erreichen lässt?
Wir haben kein Geld für eine Verpflichtung. Und egal, wie der Spieler heißt, er kostet welches. Wir haben da keinen Spielraum. Wir werden nicht wie im Vorjahr den Kader aufstocken. Damit haben wir zwar ein tolles Ergebnis erzielt und das Playoff-Halbfinale erreicht, aber für unsere Finanzen war das schlecht.
Bis Sonntag ist das Transferfenster noch offen. Und die Konkurrenz verstärkt sich zum teil enorm. Muss einem da Angst und Bange werden?
Ich hoffe, dass das bei uns für einen zusätzlichen moralischen Schub sorgt. Wir wollen zeigen, dass wir trotz der Verstärkungen der Konkurrenz ebenbürtig sind, egal welche Neuen da präsentiert werden und auch wenn die Gegner mit den erlaubten sechs Ausländern auflaufen – wir mit drei. Ich glaube, dass sorgt für eine Zusatzmotivation in unserem Team.
Fühlen Sie sich wie die Gallier, die mit weniger Personal die Römer besiegen?
(Lacht). So könnte man es sagen. Wir wollen mit unseren Spielern die anderen immer wieder ärgern. Ob das immer gelingt, muss man abwarten. Ich bin aber überzeugt davon, dass es gut für die Moral in unserer Truppe ist, wenn wir jetzt niemanden dazuholen. Wichtig wird natürlich sein, dass wir kein Verletzungspech haben. Dann würde es ganz schwierig.
Welche Spieler haben sich aus Ihrer Sicht besonders gut entwickelt?
Ganz ehrlich hat mich unsere junge dritte Reihe mit Heyer und Bartlick in der Verteidigung, Götz, Lehnigk und Kruminsch sowie Wiecki als Ergänzung positiv überrascht. Die Reihe bekommt viel Eiszeit, hat nur wenige Gegentore bekommen, erarbeitet sich auch selbst Torchancen und erzielt auch wichtige Tore. Ich kann also drei gute Reihen mit ein, zwei Ergänzungsspielern aufstellen und habe eigentlich immer ein gutes Bauchgefühl.
Ist das auch ein Signal an die Doppellizenzspieler, die für Jonsdorf und Niesky auflaufen und bei den Füchsen mittrainieren?
Natürlich, wir wollen den Entwicklungsstand dieser Spieler voranbringen. Sie bekommen in der Regionalliga Spielpraxis im Männerbereich und trainieren zweimal pro Woche bei uns mit. Durchsetzen müssen sie sich am Ende aber selbst. Das ist ein langwieriger Prozess. Die jungen Spieler haben jedoch die Chance, sich für einen Vertrag in der nächsten oder übernächsten Saison zu empfehlen.
Kommen wir zu diesem Wochenende. Was ist beim Tabellenvierten Ravensburg am Freitag und zu Hause gegen den souveränen Spitzenreiter München zu erwarten?
Wir sind in beiden Spielen Außenseiter, aber nicht chancenlos. Gegen die Ravensburger haben wir zu Hause 1:0 gewonnen, dort auch relativ lange an einem Punktgewinn geschnuppert. Ich hoffe, wir haben nach der kurzen Pause jetzt wieder die Power, um die Zweikämpfe zu gewinnen, die wir beim 0:4 gegen Schwenningen noch verloren haben. Aber die entscheidenden Spiele, um unser Saisonziel Platz zehn zu erreichen, kommen noch und sind die gegen unsere direkten Konkurrenten. Der eine oder andere Punkt am Wochenende würde uns trotzdem gut tun.
An und für sich ein ganz netter Artikel, nur erscheint dieser unter der Zwischen- Überschrift " Eishockey- Regionalliga" und das ist wieder typisch SZ- Recherche. Immer diese kleinen Ungereimtheiten, nur aus Unwissenheit?
2 | SEFI | 28.01.2010 @ 13:11
Vielleicht ist die SZ Ihrer Zeit aber auch schon vorraus.
3 | Dracula | 28.01.2010 @ 16:54
@SEFI das wollen wir doch nicht hoffen das die schon in die Glaskugel geschaut haben.
Wir haben noch 14 Spiele da geht noch was.
4 | Fuchs-Blau | 28.01.2010 @ 22:17
@3das haben andere aber auch!
5 | Fuchs-Blau | 28.01.2010 @ 22:31
allein die nächsten 4 spiele sind schon sehr entscheidend...schaun ma mal,wie es dann sonntag abend aussieht auf der haben seite.
6 | Hoywoyfux | 29.01.2010 @ 20:09
@1 - dennoch von der Aussage her inhaltsreicher als manch Artikel, den ein Anzeigenblatt abdruckt. /Und dann die Antwort von Dirk auf Frage Nr. 4 : "Damit haben wir ... das Playoff-Halbfinale erreicht, aber für unsere Finanzen war das schlecht." Punktlandung! Und Respekt, lieber Dirk. / Damit sollte auch klar sein, daß das, was wir derzeit sehen, absolut gute Arbeit ist und man bitte nicht mehr verlangen sollte als die Realität zulässt. Kommt alle in den Bau und freut Euch an diesem Team ...
7 | -Fuchs- | 29.01.2010 @ 23:24
@6 Ich sage ja , vom Inhalt und Aussage ein gelungener Artikel, eben nur schade ,daß sich die Leute bei der " SZ " nicht wirklich gerne mit uns befassen. Sonst würde auch die Aufmachung stimmen. Und die Arbeit des Teams , incl. Dirk/ Ralf ist wunderbar. Die Arbeit des Trainers ist erkennbar. Ich habe nur drei Spiele zuHause nicht sehen können. Da ist ein Team auf dem Eis , das jedes Spiel gewinnen will und auch so agiert. Eine kompackte Einheit, die selbst Ausfälle kompensieren kann.
8 | -Fuchs- | 29.01.2010 @ 23:26
Abgesehen von den lausigen Zeiten, 2500 Zuschauer pro Spiel hätte sich diese Mannschaft immer verdient, wenn nicht mehr....
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Dirk Rohrbach, Trainer der Lausitzer Füchse, vertraut den Spielern, die da sind. Verstärkungen wird es nicht mehr geben.
Herr Rohrbach, mit dem Spiel am Freitag sind drei Viertel der Saison gespielt. Wie ist die Form?
Wir stehen auf einem guten achten Platz. Aber noch sind 14 Spiele zu absolvieren, viele Punkte zu vergeben. Wir sind gut über Weihnachten gekommen, sind verheißungsvoll in das neue Jahr gestartet und haben uns damit diese gute Ausgangsposition erarbeitet. Zuletzt im Spiel gegen Schwennigen hat man aber auch den Substanzverlust gemerkt.
Da hat der spielfreie Sonntag wohl richtig gut getan?
Ja, die Spieler und auch ich hatten drei Tage frei, konnten bei ihren Familien sein, mal auf andere Gedanken kommen und sind jetzt mit neuem Elan wieder zurückgekommen. Wir brauchen die Power jedes Einzelnen, um gerade die engen Spiele zu gewinnen, so wie es in der Weihnachtszeit gelungen ist.
Wenn Sie von Substanzverlust sprechen: Ist das nicht auch eine Folge des relativ schmalen Kaders? Die Verantwortung ist auf nicht so viele Schultern verteilt, Ausfälle kann man sich nicht leisten und kaum kompensieren.
Natürlich wünschte ich mir einen breiteren Kader, teilweise haben wir ja mit nur noch fünf Verteidigern gespielt. Das führt logischerweise zu einem schnelleren Kraftverlust, einer höheren psychischen Belastung. Der Konkurrenzkampf ist nicht so ausgeprägt, ich kann formschwache Spieler kaum austauschen. Aber wir können uns einfach nicht mehr Spieler leisten. Und ich bin davon überzeugt, dass wir unser Saisonziel mit diesen Spielern erreichen werden, auch wenn es ein Kraftakt wird.
Trotzdem: Schielt man nicht auch nach Dresden, wenn solch ein Spieler wie Stefan Mann frei wird, der aus Weißwasser stammt, im Sommer hier mittrainiert hat und sich vielleicht ein Deal mit den Dresdenern über eine Kostenteilung erreichen lässt?
Wir haben kein Geld für eine Verpflichtung. Und egal, wie der Spieler heißt, er kostet welches. Wir haben da keinen Spielraum. Wir werden nicht wie im Vorjahr den Kader aufstocken. Damit haben wir zwar ein tolles Ergebnis erzielt und das Playoff-Halbfinale erreicht, aber für unsere Finanzen war das schlecht.
Bis Sonntag ist das Transferfenster noch offen. Und die Konkurrenz verstärkt sich zum teil enorm. Muss einem da Angst und Bange werden?
Ich hoffe, dass das bei uns für einen zusätzlichen moralischen Schub sorgt. Wir wollen zeigen, dass wir trotz der Verstärkungen der Konkurrenz ebenbürtig sind, egal welche Neuen da präsentiert werden und auch wenn die Gegner mit den erlaubten sechs Ausländern auflaufen – wir mit drei. Ich glaube, dass sorgt für eine Zusatzmotivation in unserem Team.
Fühlen Sie sich wie die Gallier, die mit weniger Personal die Römer besiegen?
(Lacht). So könnte man es sagen. Wir wollen mit unseren Spielern die anderen immer wieder ärgern. Ob das immer gelingt, muss man abwarten. Ich bin aber überzeugt davon, dass es gut für die Moral in unserer Truppe ist, wenn wir jetzt niemanden dazuholen. Wichtig wird natürlich sein, dass wir kein Verletzungspech haben. Dann würde es ganz schwierig.
Welche Spieler haben sich aus Ihrer Sicht besonders gut entwickelt?
Ganz ehrlich hat mich unsere junge dritte Reihe mit Heyer und Bartlick in der Verteidigung, Götz, Lehnigk und Kruminsch sowie Wiecki als Ergänzung positiv überrascht. Die Reihe bekommt viel Eiszeit, hat nur wenige Gegentore bekommen, erarbeitet sich auch selbst Torchancen und erzielt auch wichtige Tore. Ich kann also drei gute Reihen mit ein, zwei Ergänzungsspielern aufstellen und habe eigentlich immer ein gutes Bauchgefühl.
Ist das auch ein Signal an die Doppellizenzspieler, die für Jonsdorf und Niesky auflaufen und bei den Füchsen mittrainieren?
Natürlich, wir wollen den Entwicklungsstand dieser Spieler voranbringen. Sie bekommen in der Regionalliga Spielpraxis im Männerbereich und trainieren zweimal pro Woche bei uns mit. Durchsetzen müssen sie sich am Ende aber selbst. Das ist ein langwieriger Prozess. Die jungen Spieler haben jedoch die Chance, sich für einen Vertrag in der nächsten oder übernächsten Saison zu empfehlen.
Kommen wir zu diesem Wochenende. Was ist beim Tabellenvierten Ravensburg am Freitag und zu Hause gegen den souveränen Spitzenreiter München zu erwarten?
Wir sind in beiden Spielen Außenseiter, aber nicht chancenlos. Gegen die Ravensburger haben wir zu Hause 1:0 gewonnen, dort auch relativ lange an einem Punktgewinn geschnuppert. Ich hoffe, wir haben nach der kurzen Pause jetzt wieder die Power, um die Zweikämpfe zu gewinnen, die wir beim 0:4 gegen Schwenningen noch verloren haben. Aber die entscheidenden Spiele, um unser Saisonziel Platz zehn zu erreichen, kommen noch und sind die gegen unsere direkten Konkurrenten. Der eine oder andere Punkt am Wochenende würde uns trotzdem gut tun.
Gespräch: Frank Thümmler
Quelle: Sächsische Zeitung