Für „Opa“ Ervin Masek kein Problem... WochenKurier fragte bei Stürmer Ervin Masek nach dem Geheimnis seiner „ewigen Jugend“ und einer möglichen Karierre als Werbepartner für Hundefutter nach.
Ervin Masek, viele Eishockeyfans fragen sich: Wie kann man mit 42 Jahren noch so fit sein? Haben Sie ein Geheimrezept? Nein, da gibt es kein Geheimnis. Der wichtigste Punkt ist, dass man verletzungsfrei bleibt. Gerade wenn man älter wird, wird es bei Verletzungen immer schwieriger, sich zurückzukämpfen. Wichtig ist es auch, diesen Job mit Spaß auszuüben und sich immer wieder neu zu motivieren.
Aber ein Geheimnis muss es doch geben. Vielleicht die Ernährung?
Ich kann essen, was ich will – da habe ich keine Probleme. Auch bei fünf Bier nehme ich nicht drei Kilo zu. Vielleicht kein Geheimnis, aber die Zusammenarbeit mit jungen Spielern hält einen frisch. Besonders der viele Blödsinn...
Sie sind fünf Jahre älter als ihr Trainer Dirk Rohrbach. Dies gibt es selten – ein Problem für Sie?
Nein, Dirk Rohrbach akzeptiere ich ganz klar als meinen Vorgesetzten – er ist der Chef.
Ist ihre Meinung als erfahrener Spieler beim Trainer gefragt?
Dirk spricht natürlich mit allen älteren Spielern. Aber als Chef trifft er die letzte Entscheidung selbst.
Sie haben in ihrer langen Karriere viele Trainer kennengelernt. Charakterisieren Sie doch mal kurz den Jung-Trainer Rohrbach.
Dirk ist ein vernünftiger Typ, denkt viel nach und analysiert die Gegner und uns als Team sehr gut.
Im Gegensatz zu vielen anderen Profis zählen Sie nicht als Wandervogel. Sieht man Sie nächste Saison wieder im Fuchsbau?
Ich hoffe schon. Ich will immer nur von Saison zu Saison schauen und bin aber selbst überrascht, wie optimal es diese Saison läuft. Meine Vereinstreue (vier Vereine in 17 Jahren in Deutschland – d. Red.) hängt auch mit meiner Familie zusammen. Ich wollte meinen beiden Söhnen und meiner Frau nicht ständig Umzüge zumuten.
Seit Sie in Weißwasser sind, lebt Ihre Familie aber in Tschechien. Fällt die Trennung schwer?
Es geht, ich bin ja aller zwei Wochen bei ihr und weiß über alles Bescheid. Meine Frau Petra managt das super. Und selbst war ich auch schon mal in der Schule bei der Direktorin, als mein Sohn Otakar Unsinn verzapft hat. (grinst)
Wie sieht es mit der Zeit nach der Karriere aus? Sie haben Abitur, wollten Jura studieren – wurden aber Eishockeyprofi. Viele ehemalige Spieler werden Trainer. Sie später auch?
Nein, das ist nichts für mich. Ich mache gerade ein Fernstudium im Bereich Sportmanagement, das ich im Mai hoffentlich erfolgreich abschließe. Den Tipp habe ich von meinem damaligen Trainer Igor Pavlov erhalten. Ich solle was für den Kopf machen. Sehen Sie, das hält auch jung.
Haben Sie nicht vielleicht auch ganz andere Ambitionen? Aus Kaufbeuren hieß es mal, Sie wären auch ein guter Werbepartner für Hundefutter? (Lacht) Das war ein Scherz meines Teamkollegens Bodhan Kozacka, nachdem er meine etwas unglücklich geratenen Fotos für die Autogrammkarten gesehen hat.
Sie haben in Ihrer Laufbahn viel erlebt. Ein kleines Urteil über Weißwasser?
Sagen wir es mal so: Für Spieler, die sich nur auf Eishockey konzentrieren möchten, ist Weißwasser ideal. Mein Alltag besteht aus Lernen, Internet, Fernsehen und Training – das ist aber okay. Der Klub selbst wird professionell geführt. Die Kabine, die Trainingsbedingungen und die Betreuung sind sehr gut. Weißwasser ist auch kein Harakiri-Verein, der ständig Spieler wechselt oder mit Gehältern im Verzug ist. Diese Sicherheit ist wichtig!
Die finanzielle Sparsamkeit hat zu einem kleinen Kader geführt. Sind sie alle enger zusammengerückt – ein Erfolgsgeheimnis?
Dies würde ich nicht so sehen. In meinen Augen ist es eher eine Frage der Qualität. Wir haben einige Leader im Team, die Mischung stimmt und wir haben bisher das Maximum rausgeholt. Ich finde es eher überraschend, dass es so gut funktioniert und wir zum Jahreswechsel mit unserem kleinen Kader so eine Siegesserie hatten.
Ein Wort zu den Fans. Wie wichtig sind diese fürs Team?
Die Atmosphäre in unserer alten Eishalle ist gut. Dies erinnert mich immer bisschen an Kaufbeuren, die auch noch so ein altes Stadion haben. Und schön ist es, dass uns immer so viele Fans auswärts unterstützen. Ich weiß mittlerweile auch, dass viele dieser Fans arbeitsbedingt aus Weißwasser weg sind und nun ihre Füchse im „Exil“ unterstützen.
Von vielen Eishockeyspielern weiß man, dass sie abergläubisch sind. Sind Sie es auch?
Früher war ich mal abergläubisch und habe mir zum Beispiel die Ausrüstung immer in der gleichen Reihenfolge angezogen. Das mache ich zwar immer noch so, ist aber kein Aberglaube mehr.
Aber eine Marotte habe Sie doch sicherlich, oder?!
Okay – ich habe ein Ritual mit „Seppi“ (Füchse-Kapitän Sebastian Klenner – d. Red.). Vorm Spiel klatschen wir uns beide ab und ich hau einen tschechischen Spruch raus. Aber nix Schlimmes...
Hat Ihre Rückennummer 20 eine bestimmte Bedeutung?
Die hatte ich schon immer und diese trug auch mein Vorbild Jirí Holík.
Wie sieht Ihr persönliches Saisonziel mit den Füchsen aus?
Klassenerhalt mit Platz 10 und dann sehen wir weiter...
Welche Schlagzeile würden Sie bis Saisonende gern einmal im WochenKurier über sich lesen?
Ich brauche keine Schlagzeile über mich. In meinem Alter muss ich nicht mehr so im Vordergrund stehen, das haben andere Spieler glaube ich nötiger. (grinst)S. Hache
„Wohin führt der Weg der Füchse und wie lange noch mit mir?“, scheint sich „Opa“ Ervin Masek hier zu fragen. Foto: Thomas Heide
Großer Charakter, Klasse Kerl! Wie er sich nach dem Tief Anfang der Saison zurückgekämpft hat, einfach gut!!
3 | Senator | 02.02.2010 @ 16:04
Und eben auch was in der Rübe! Viel Gesundheit und Spass weiterhin Opa!
4 | Frank | 02.02.2010 @ 17:38
"Sieht man Sie nächste Saison wieder im Fuchsbau?" - "Ich hoffe schon." Mir hat er am Freitag auf die gleiche Frage eine etwas andere Antwort gegeben: "Es sieht gut aus" :-) Schön wärs auf alle Fälle!
5 | tanngrismir | 02.02.2010 @ 17:45
Ein dufter Typ dieser Ervin ;-)
6 | böhser dynamo | 03.02.2010 @ 08:31
unbedingt verlängern.
7 | Hoywoyfux | 06.02.2010 @ 11:47
Ich hoffe, Ervin liest per Internet diese Stats durch.
Von mir : Mega Respekt vor diesem Mann !
8 | Mozart | 06.02.2010 @ 13:12
Ervin sen. eher nicht, aber Ervin jun. gibt seinem alten Herrn öfters mal Hinweise, wenn was im I-Net steht. ;-) War ein ganz angenehmes Gespräch. Bei Ervin blitzt öfters mal der schwejksche Humor auf. Da ist er in guter Tradition zu Sekera, Vait und Masak. Und wie Hoywoyfux in einem anderen Kommentar schon schrieb, hier kann man viel zwischen den Zeilen lesen...
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WochenKurier fragte bei Stürmer Ervin Masek nach dem Geheimnis seiner „ewigen Jugend“ und einer möglichen Karierre als Werbepartner für Hundefutter nach.
Ervin Masek, viele Eishockeyfans fragen sich: Wie kann man mit 42 Jahren noch so fit sein? Haben Sie ein Geheimrezept?
Nein, da gibt es kein Geheimnis. Der wichtigste Punkt ist, dass man verletzungsfrei bleibt. Gerade wenn man älter wird, wird es bei Verletzungen immer schwieriger, sich zurückzukämpfen. Wichtig ist es auch, diesen Job mit Spaß auszuüben und sich immer wieder neu zu motivieren.
Aber ein Geheimnis muss es doch geben. Vielleicht die Ernährung?
Ich kann essen, was ich will – da habe ich keine Probleme. Auch bei fünf Bier nehme ich nicht drei Kilo zu. Vielleicht kein Geheimnis, aber die Zusammenarbeit mit jungen Spielern hält einen frisch. Besonders der viele Blödsinn...
Sie sind fünf Jahre älter als ihr Trainer Dirk Rohrbach. Dies gibt es selten – ein Problem für Sie?
Nein, Dirk Rohrbach akzeptiere ich ganz klar als meinen Vorgesetzten – er ist der Chef.
Ist ihre Meinung als erfahrener Spieler beim Trainer gefragt?
Dirk spricht natürlich mit allen älteren Spielern. Aber als Chef trifft er die letzte Entscheidung selbst.
Sie haben in ihrer langen Karriere viele Trainer kennengelernt. Charakterisieren Sie doch mal kurz den Jung-Trainer Rohrbach.
Dirk ist ein vernünftiger Typ, denkt viel nach und analysiert die Gegner und uns als Team sehr gut.
Im Gegensatz zu vielen anderen Profis zählen Sie nicht als Wandervogel. Sieht man Sie nächste Saison wieder im Fuchsbau?
Ich hoffe schon. Ich will immer nur von Saison zu Saison schauen und bin aber selbst überrascht, wie optimal es diese Saison läuft. Meine Vereinstreue (vier Vereine in 17 Jahren in Deutschland – d. Red.) hängt auch mit meiner Familie zusammen. Ich wollte meinen beiden Söhnen und meiner Frau nicht ständig Umzüge zumuten.
Seit Sie in Weißwasser sind, lebt Ihre Familie aber in Tschechien. Fällt die Trennung schwer?
Es geht, ich bin ja aller zwei Wochen bei ihr und weiß über alles Bescheid. Meine Frau Petra managt das super. Und selbst war ich auch schon mal in der Schule bei der Direktorin, als mein Sohn Otakar Unsinn verzapft hat. (grinst)
Wie sieht es mit der Zeit nach der Karriere aus? Sie haben Abitur, wollten Jura studieren – wurden aber Eishockeyprofi. Viele ehemalige Spieler werden Trainer. Sie später auch?
Nein, das ist nichts für mich. Ich mache gerade ein Fernstudium im Bereich Sportmanagement, das ich im Mai hoffentlich erfolgreich abschließe. Den Tipp habe ich von meinem damaligen Trainer Igor Pavlov erhalten. Ich solle was für den Kopf machen. Sehen Sie, das hält auch jung.
Haben Sie nicht vielleicht auch ganz andere Ambitionen? Aus Kaufbeuren hieß es mal, Sie wären auch ein guter Werbepartner für Hundefutter?
(Lacht) Das war ein Scherz meines Teamkollegens Bodhan Kozacka, nachdem er meine etwas unglücklich geratenen Fotos für die Autogrammkarten gesehen hat.
Sie haben in Ihrer Laufbahn viel erlebt. Ein kleines Urteil über Weißwasser?
Sagen wir es mal so: Für Spieler, die sich nur auf Eishockey konzentrieren möchten, ist Weißwasser ideal. Mein Alltag besteht aus Lernen, Internet, Fernsehen und Training – das ist aber okay. Der Klub selbst wird professionell geführt. Die Kabine, die Trainingsbedingungen und die Betreuung sind sehr gut. Weißwasser ist auch kein Harakiri-Verein, der ständig Spieler wechselt oder mit Gehältern im Verzug ist. Diese Sicherheit ist wichtig!
Die finanzielle Sparsamkeit hat zu einem kleinen Kader geführt. Sind sie alle enger zusammengerückt – ein Erfolgsgeheimnis?
Dies würde ich nicht so sehen. In meinen Augen ist es eher eine Frage der Qualität. Wir haben einige Leader im Team, die Mischung stimmt und wir haben bisher das Maximum rausgeholt. Ich finde es eher überraschend, dass es so gut funktioniert und wir zum Jahreswechsel mit unserem kleinen Kader so eine Siegesserie hatten.
Ein Wort zu den Fans. Wie wichtig sind diese fürs Team?
Die Atmosphäre in unserer alten Eishalle ist gut. Dies erinnert mich immer bisschen an Kaufbeuren, die auch noch so ein altes Stadion haben. Und schön ist es, dass uns immer so viele Fans auswärts unterstützen. Ich weiß mittlerweile auch, dass viele dieser Fans arbeitsbedingt aus Weißwasser weg sind und nun ihre Füchse im „Exil“ unterstützen.
Von vielen Eishockeyspielern weiß man, dass sie abergläubisch sind. Sind Sie es auch?
Früher war ich mal abergläubisch und habe mir zum Beispiel die Ausrüstung immer in der gleichen Reihenfolge angezogen. Das mache ich zwar immer noch so, ist aber kein Aberglaube mehr.
Aber eine Marotte habe Sie doch sicherlich, oder?!
Okay – ich habe ein Ritual mit „Seppi“ (Füchse-Kapitän Sebastian Klenner – d. Red.). Vorm Spiel klatschen wir uns beide ab und ich hau einen tschechischen Spruch raus. Aber nix Schlimmes...
Hat Ihre Rückennummer 20 eine bestimmte Bedeutung?
Die hatte ich schon immer und diese trug auch mein Vorbild Jirí Holík.
Wie sieht Ihr persönliches Saisonziel mit den Füchsen aus?
Klassenerhalt mit Platz 10 und dann sehen wir weiter...
Welche Schlagzeile würden Sie bis Saisonende gern einmal im WochenKurier über sich lesen?
Ich brauche keine Schlagzeile über mich. In meinem Alter muss ich nicht mehr so im Vordergrund stehen, das haben andere Spieler glaube ich nötiger. (grinst) S. Hache
Quelle: www.wochenkurier.info