Goodbye Germany – Welcome Canada
Das Wochenende in Hannover wurde perfekt genutzt. Während Michael Uhrmann nur knapp am Podest vorbeisprang und beim Sieg des Schweizers Simon Ammann auf der Normalschanze einen guten 5. Platz holte, war ich dabei, ein Geburtstagskind auf dessen Feier zu überraschen. Der Sekt lief in Strömen, als Magdalena Neuner nur um 1,5 Sekunden die Goldmedaille verpasste, aber mit Silber das erste Edelmetall für die deutschen Olympioniken erringen konnte. Siegerin wurde die für die Slovakei startende Russin Kusmina. Und ja – mittlerweile stelle auch ich fest, dass so leicht bekloppte Züge mein Wesen zieren.
Denn anstatt für das bevorstehende Auswärtsspiel der Füchse in Hannover und die Ankunft der mitgereisten Sonderzugfahrer Kräfte zu sammeln, ging morgens um 5 Uhr der Hotelfernseher an und ich zog mir noch das Buckelpisten-Finale der Frauen rein, in dem auch die Kanadier das erste Mal jubeln durften. Die US-Amerikanerin Hannah Kearney schnappt mit einem atemberaubenden Lauf der Kanadierin Jennifer Heil die erhoffte Goldmedaille weg. Eine technisch saubere Fahrt und eine hohe Risikobereitschaft bei den Flugelementen waren letztendlich der Grundstein für einen verdienten Sieg.
Der olympische Sonntag ging auf Grund des Füchsespiels so ziemlich komplett an mir vorbei. Den Erlebnisbericht zum Sonderzug überlass ich dieses Mal bereitwillig anderen Schreiberlingen. Aber ich bin froh, an diesem Abend lieber in Gesellschaft friedlich feiernder Eishockeyfans gewesen zu sein, als die hohen Erwartungen im Biathlon-Sprint der Männer zerstört zu sehen. Einsetzender Neuschnee machte das Rennen zu einer Lotterie und so sah man Sportler auf dem Treppchen, die wohl kaum einer auf der Rechnung hatte. Der Franzose Vincent Jay konnte den ersten Platz vor dem Norweger Emil Hegle Svendsen und dem Kroaten Jakov Fak (den nicht mal ich bis dato kannte) feiern. Christoph Stephan landete als bester Deutscher am Ende auf dem 19. Platz, während Andreas Birnbacher (23.) im anschliessenden Interview sagte, er hätte zu Beginn seines Rennens schon gewusst, dass er keine Chance haben würde. Auch das Abschneiden der Nordischen Kombinierer um Björn Kircheisen fiel eher enttäuschend aus, bester Deutscher war Eric Frenzel als 10. beim Sieg des Franzosen Jason Lamy Chappuis vor Johnny Spillane aus den USA.
Besser machte es dagegen Stephanie Beckert aus Erfurt, die im 3000m Rennen der Eisschnellläuferinnen die Silbermedaille erringen konnte. Gold ging an die favorisierte Tschechin Martina Sablikova, die schon in den Trainings ihre Ambitionen auf den Olympiasieg unterstrich. Daniela Anschütz-Thoms komplettierte das gute Ergebnis mit dem vierten Platz, musste Bronze aber nur um 0,03 Sekunden an die Kanadierin Kristina Groves abtreten.
Den goldenen Glanzpunkt des Abends (oder Morgens???) bescherten die Rodelherren und feierten einen Doppelsieg. Felix Loch und David Möller konnten ihrer Mit-Favoritenrollen gerecht werden und holten Gold und Silber. Dabei fuhr Loch in allen vier Läufen Bestzeit. Bronze ging an Goldkandidat Armin Zöggeler aus Italien, der um dieses Edelmetall aber lange zittern musste, sass ihm die Konkurrenz doch quasi im Nacken. Auf Medaillenkurs liegt auch das Eiskunstlaufpaar Aljona Savchenko und Robin Szolkowy, die nach dem Kurzprogramm auf dem zweiten Platz liegen. Vereinzelte Pfiffe drangen durch die Arena, sahen doch viele Zuschauer eher das deutsche Paar vorn und nicht die Chinesen Shen Xue und Zhao Hongbo. Doch bei nur 0,7 Punkten Vorsprung/Rückstand darf sich kein Paar in der heutigen Kür einen Fehler erlauben.
Zum Abschluss des zweiten Wettkampftages konnten auch die Kanadier das erste Gold feiern, Alexandre Bilodeau siegte auf der Buckelpiste im Freestyle.
Mein Tag hat irgendwie immer noch kein Ende gefunden oder einen neuen Anfang genommen. Nachdem ich die Füchsefans noch zurück zum Bahnhof begleitet und mit in der Kälte ausgeharrt habe, ging es zum Auftauen zurück in’s Hotel und um Dreiviertel Zwei zum Hauptbahnhof. Just in diesem Moment habe ich den Check In hinter mir – was für eine Rennerei… Da meinen die Leute vom Flughafen den kleinen Homepage-Azubi erstmal kräftig veralbern zu müssen und scheuchen einen vom einen Terminal in den nächsten, um dann dort gesagt zu bekommen, das der Check In doch wieder im ursprünglichen Terminal stattfindet. Naja, zumindest hab ich meine sportlichen Aktivitäten für heute bereits erledigt. Ach ja, apropos Sport: meine Prognose für heute – einmal Edelmetall im Eiskunstlaufen der Paare und je ein Top 15 Platz im 10km Langlauf Freistil der Damen bzw. 15km Langlauf Freistil der Herren. In diesem Sinne - Good Bye, Germany! Welcome Canada! Ich bin gespannt, was mich erwartet.
Bilanz des deutschen Teams: 1xGold (Felix Loch/Rodeln), 3x Silber (Magdalena Neuner/Biathlon Sprint, Stephanie Beckert/Eisschnellauf 3000m, David Möller/Rodeln) – Nationenwertung 2. Platz hinter Frankreich
1 | alexis | 15.02.2010 @ 10:37
kurzes Update vom Airport - Flug weg *kotz* - mal schauen, wann es weitergeht...
2 | Opi | 15.02.2010 @ 21:45
Alexis, alte "Sportskanone". Wie konnte das denn passieren??? Die Nacht war wohl doch nicht etwa zu lang?*grins*
3 | Icefox | 15.02.2010 @ 21:51
Sie musste zuviele Knüßchen noch verteilen @Opi ;)
4 | alexis | 16.02.2010 @ 08:14
@Icefox - wenn ich rauskrieg, wer du bist (soviele kommen da ja nicht in Frage und ich hab eine Vermutung) gibt's Ärger - sicher um Mitternacht deutscher Zeit gelandet
5 | Opi | 16.02.2010 @ 19:41
@3 na toll und ich hab nicht einen zum Abschied erhalten, heul.....
Aber Alex, trotzdem schon mal gut angefangen, freu mich auf die nächsten Kapitel. Dir viel Spaß noch da drüben.
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Das Wochenende in Hannover wurde perfekt genutzt. Während Michael Uhrmann nur knapp am Podest vorbeisprang und beim Sieg des Schweizers Simon Ammann auf der Normalschanze einen guten 5. Platz holte, war ich dabei, ein Geburtstagskind auf dessen Feier zu überraschen. Der Sekt lief in Strömen, als Magdalena Neuner nur um 1,5 Sekunden die Goldmedaille verpasste, aber mit Silber das erste Edelmetall für die deutschen Olympioniken erringen konnte. Siegerin wurde die für die Slovakei startende Russin Kusmina. Und ja – mittlerweile stelle auch ich fest, dass so leicht bekloppte Züge mein Wesen zieren.
Denn anstatt für das bevorstehende Auswärtsspiel der Füchse in Hannover und die Ankunft der mitgereisten Sonderzugfahrer Kräfte zu sammeln, ging morgens um 5 Uhr der Hotelfernseher an und ich zog mir noch das Buckelpisten-Finale der Frauen rein, in dem auch die Kanadier das erste Mal jubeln durften. Die US-Amerikanerin Hannah Kearney schnappt mit einem atemberaubenden Lauf der Kanadierin Jennifer Heil die erhoffte Goldmedaille weg. Eine technisch saubere Fahrt und eine hohe Risikobereitschaft bei den Flugelementen waren letztendlich der Grundstein für einen verdienten Sieg.
Der olympische Sonntag ging auf Grund des Füchsespiels so ziemlich komplett an mir vorbei. Den Erlebnisbericht zum Sonderzug überlass ich dieses Mal bereitwillig anderen Schreiberlingen. Aber ich bin froh, an diesem Abend lieber in Gesellschaft friedlich feiernder Eishockeyfans gewesen zu sein, als die hohen Erwartungen im Biathlon-Sprint der Männer zerstört zu sehen. Einsetzender Neuschnee machte das Rennen zu einer Lotterie und so sah man Sportler auf dem Treppchen, die wohl kaum einer auf der Rechnung hatte. Der Franzose Vincent Jay konnte den ersten Platz vor dem Norweger Emil Hegle Svendsen und dem Kroaten Jakov Fak (den nicht mal ich bis dato kannte) feiern. Christoph Stephan landete als bester Deutscher am Ende auf dem 19. Platz, während Andreas Birnbacher (23.) im anschliessenden Interview sagte, er hätte zu Beginn seines Rennens schon gewusst, dass er keine Chance haben würde. Auch das Abschneiden der Nordischen Kombinierer um Björn Kircheisen fiel eher enttäuschend aus, bester Deutscher war Eric Frenzel als 10. beim Sieg des Franzosen Jason Lamy Chappuis vor Johnny Spillane aus den USA.
Besser machte es dagegen Stephanie Beckert aus Erfurt, die im 3000m Rennen der Eisschnellläuferinnen die Silbermedaille erringen konnte. Gold ging an die favorisierte Tschechin Martina Sablikova, die schon in den Trainings ihre Ambitionen auf den Olympiasieg unterstrich. Daniela Anschütz-Thoms komplettierte das gute Ergebnis mit dem vierten Platz, musste Bronze aber nur um 0,03 Sekunden an die Kanadierin Kristina Groves abtreten.
Den goldenen Glanzpunkt des Abends (oder Morgens???) bescherten die Rodelherren und feierten einen Doppelsieg. Felix Loch und David Möller konnten ihrer Mit-Favoritenrollen gerecht werden und holten Gold und Silber. Dabei fuhr Loch in allen vier Läufen Bestzeit. Bronze ging an Goldkandidat Armin Zöggeler aus Italien, der um dieses Edelmetall aber lange zittern musste, sass ihm die Konkurrenz doch quasi im Nacken. Auf Medaillenkurs liegt auch das Eiskunstlaufpaar Aljona Savchenko und Robin Szolkowy, die nach dem Kurzprogramm auf dem zweiten Platz liegen. Vereinzelte Pfiffe drangen durch die Arena, sahen doch viele Zuschauer eher das deutsche Paar vorn und nicht die Chinesen Shen Xue und Zhao Hongbo. Doch bei nur 0,7 Punkten Vorsprung/Rückstand darf sich kein Paar in der heutigen Kür einen Fehler erlauben.
Zum Abschluss des zweiten Wettkampftages konnten auch die Kanadier das erste Gold feiern, Alexandre Bilodeau siegte auf der Buckelpiste im Freestyle.
Mein Tag hat irgendwie immer noch kein Ende gefunden oder einen neuen Anfang genommen. Nachdem ich die Füchsefans noch zurück zum Bahnhof begleitet und mit in der Kälte ausgeharrt habe, ging es zum Auftauen zurück in’s Hotel und um Dreiviertel Zwei zum Hauptbahnhof. Just in diesem Moment habe ich den Check In hinter mir – was für eine Rennerei… Da meinen die Leute vom Flughafen den kleinen Homepage-Azubi erstmal kräftig veralbern zu müssen und scheuchen einen vom einen Terminal in den nächsten, um dann dort gesagt zu bekommen, das der Check In doch wieder im ursprünglichen Terminal stattfindet. Naja, zumindest hab ich meine sportlichen Aktivitäten für heute bereits erledigt. Ach ja, apropos Sport: meine Prognose für heute – einmal Edelmetall im Eiskunstlaufen der Paare und je ein Top 15 Platz im 10km Langlauf Freistil der Damen bzw. 15km Langlauf Freistil der Herren. In diesem Sinne - Good Bye, Germany! Welcome Canada! Ich bin gespannt, was mich erwartet.
Bilanz des deutschen Teams: 1xGold (Felix Loch/Rodeln), 3x Silber (Magdalena Neuner/Biathlon Sprint, Stephanie Beckert/Eisschnellauf 3000m, David Möller/Rodeln) – Nationenwertung 2. Platz hinter Frankreich