BMD - Bunte Mischung Deutschland
Wie bereits angedeutet, hat mit meiner Anreise nicht ganz alles so geklappt, wie es laufen sollte. Das Bodenpersonal am Frankfurter Flughafen war so dermassen unterbesetzt, dass ich mir in der Schlange zur Sicherheitskontrolle mehr als 90 Minuten die Beine in den Bauch gestanden habe. Die Frage an den zuständigen Manager,ob ich den Flieger noch bekommen werde, wurde nur mit einem müden Lächeln und der patzigen Antwort „Jaja, jeder Passagier hat in 5 Minuten seinen Flieger. Wir lassen nur die Personen vor, die bereits ausgerufen worden sind…“ quittiert. Obwohl ich die Beine in die Hand genommen habe und durch den halben Airport rannte, war es zu spät und der Flieger weg.
Am Schalter stellte sich dann heraus, dass der Azubi mich wohl „vergessen“ hat, als er alle fehlenden Passagiere ausrufen sollte. Der Lösungsvorschlag der Airline war auch zu geil – setzten sie mich auf Warteliste für den nächsten Direktflug, der aber sowieso schon überbucht war *kopfschüttel* Naja, wie das Schicksal halt so spielt, konnte ich dann diesen Flug nehmen und weil nach dem Best Available Seat System gearbeitet wurde, hab ich halt nur noch das bekommen, was frei war… Zu blöd aber auch, dass ich First Class sitzen „musste“ und noch blöder aber auch, dass das erste Highlight des Urlaubs in diesem Flieger direkt neben mir sass – Slalomläufer Felix Neureuther :)
Der Flug an sich dann ohne Turbulenzen und eigentlich war es mir ganz recht, dass ich nicht mehr in Calgary zwischenlanden musste… Für jeden, der über einen Jobwechsel nachdenkt – Fluggast auf Langstreckenflügen sein ist geil – immer, wenn ich kurz vor’m Einschlummern war, kamen die Stewardessen rum und es gab wieder eine neue Runde Speisen und Getränke, vom Bordkino mal ganz abgesehen. So lässt’s sich leben. Im Flieger dann auch vom Kapitän die neuesten Infos bekommen und so den Sieg des Schweizer’s Didier Defago in der Abfahrt gefeiert. Zweiter wurde Aksel Lund Svindal aus Norwegen vor dem Amerikaner Bode Miller. Somit gab es einen Überaschungssieger, denn sowohl Didier Cuche, als auch Michael Walchhofer konnten ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden. Stefan Keppler kam abgeschlagen im Mittelfeld in’s Ziel. Auch die deutschen Langlauf-Damen konnten in ihrem ersten Rennen, die 10km Freistil, keinen Top Ten Platz erreichen. Die Schwedin Charlotte Kalla triumphierte vor Kristina Smigun-Vaehi aus Estland und Marit Björgen aus Norwegen.
In Vancouver aufgeschlagen, durfte ich meinen Koffer vom Sperrgepäckband abholen (weiss immer noch nicht, wie der es dahin geschafft hat) und mich ganz wichtig fühlen, wurde ich doch mit Schild hochhalten am Flughafen abgeholt. Erstmal Hostel suchen und nach dem Einchecken dann das erste Getränk in einem Pub mit weiteren deutschen Eishockeyfans. Hier ist so ziemlich alles vertreten, was man auf der deutschen Eishockeykarte findet. Von Iserlohn über Bremerhaven, Schwenningen, Heilbronn, Crimmitschau, Essen, Berlin und so weiter bis hin zu meiner Wenigkeit. Im Pub haben wir uns dann noch mit weiteren Informationen versorgt und ich konnte die 3. Schweizer Goldmedaille durch Dario Cologna im 15km Freistil der Langläufer feiern. Er verwies den Italiener Pietro Piller Cottrer und Lukas Bauer aus Tschechien auf die Plätze. Meine Prognose hat sich in diesem Falle erwiesen, denn Axel Teichmann kam auf den 7. Platz. Im Eiskunstlaufen konnten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy mit einer nicht fehlerlosen Kür die Bronzemedaille erringen. Zusammen mit vielen Menschen unterschiedlicher Herkunft haben wir dann das Eisschnelllaufrennen der Männer geschaut. Ist schon ein geiles Gefühl, wie die Leute mitfiebern und „ihre“ Läufer anfeuern. Allerdings kam es dort dann zu Überraschungen auf dem Treppchen. Die Medaillen gingen allesamt nach Asien.
Zum Abschluss und nach insgesamt 47 Stunden wach, habe ich mir auf dem Robson Square noch die allabendliche Lasershow angeschaut, sehr schön gemacht und unter dem Jubel der Anwesenden Leute mit bissl Feuerwerk untermalt. Mit einem halben Liter Kaffee vom Starbucks nebenan ging es dann in die Koje.
Der heutige Dienstag könnte ein goldener werden, gerade eben hat Magdalena Neuner in einem spannenden Rennen die Goldmedaille in der Verfolgung der Biathletinnen gewonnen. Ihre zweite Medaille, ebenso wie für Anastasia Kuzmina die Silber gewinnt vor der Französin Brunet.Es folgen noch Entscheidungen im Biathlonsprint der Männer, gerade da haben sich die Favoriten Wiedergutmachung für den wetterbedingten verpatzten Sprint geschworen. Ausserdem können wir auf Edelmetall bei den 500m der Eisschnellläuferinnen hoffen sowie in der Eisrinne von Whistler, wo es für die Rodlerinnen zum dritten und entscheidenden vierten Lauf kommt. Für mich geht es jetzt raus zum Sightseeing und wer weiss, was der Abend noch so bringt…
Bilanz des deutschen Teams: 2xGold (Felix Loch/Rodeln, Magdalena Neuner/Biathlon Verfolgung), 3x Silber (Magdalena Neuner/Biathlon Sprint, Stephanie Beckert/Eisschnellauf 3000m, David Möller/Rodeln), 1xBronze (Aljona Savchenko und Robin Szolkowy/Eiskunstlaufen) – Nationenwertung 2. Platz hinter der Schweiz
1 | Opi | 16.02.2010 @ 20:58
Na, ich seh es doch schon kommen, Alexis wird Ihren Job in der Schweiz kündigen und wird nun: "Fluggast bei Langsteckenflügen".
Übrigens Alexis, schau Dich doch mal in Canada nach weißen Kleidern um, vielleicht gibts da ja was schönes, *grins*.
Hab noch viel Spaß da!
2 | icemouse | 16.02.2010 @ 21:00
Alexis, Du hast es wirlich nicht leicht - so ein anstrengender Flug :o) Viel Spass und tolle Erlebnisse, freu mich auf die nächsten Berichte.
3 | Heidi | 16.02.2010 @ 22:45
alexis... viel spass. haste felix gleich mal paar tricks aus der schweiz verraten, so dass er gewinnt? :-)
4 | SATAN#18 | 16.02.2010 @ 23:13
Nicht A. Teichmann, sondern Tobi Angerer wurde 7.,aber das kann nach 47 Stunden ohne Schlaf schon mal passieren ;-)
Schönen Urlaub noch und weiter so tolle Berichte!
5 | alexis | 17.02.2010 @ 20:37
@4: da hast du recht, danke für die Richtigstellung
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Wie bereits angedeutet, hat mit meiner Anreise nicht ganz alles so geklappt, wie es laufen sollte. Das Bodenpersonal am Frankfurter Flughafen war so dermassen unterbesetzt, dass ich mir in der Schlange zur Sicherheitskontrolle mehr als 90 Minuten die Beine in den Bauch gestanden habe. Die Frage an den zuständigen Manager,ob ich den Flieger noch bekommen werde, wurde nur mit einem müden Lächeln und der patzigen Antwort „Jaja, jeder Passagier hat in 5 Minuten seinen Flieger. Wir lassen nur die Personen vor, die bereits ausgerufen worden sind…“ quittiert. Obwohl ich die Beine in die Hand genommen habe und durch den halben Airport rannte, war es zu spät und der Flieger weg.
Am Schalter stellte sich dann heraus, dass der Azubi mich wohl „vergessen“ hat, als er alle fehlenden Passagiere ausrufen sollte. Der Lösungsvorschlag der Airline war auch zu geil – setzten sie mich auf Warteliste für den nächsten Direktflug, der aber sowieso schon überbucht war *kopfschüttel* Naja, wie das Schicksal halt so spielt, konnte ich dann diesen Flug nehmen und weil nach dem Best Available Seat System gearbeitet wurde, hab ich halt nur noch das bekommen, was frei war… Zu blöd aber auch, dass ich First Class sitzen „musste“ und noch blöder aber auch, dass das erste Highlight des Urlaubs in diesem Flieger direkt neben mir sass – Slalomläufer Felix Neureuther :)
Der Flug an sich dann ohne Turbulenzen und eigentlich war es mir ganz recht, dass ich nicht mehr in Calgary zwischenlanden musste… Für jeden, der über einen Jobwechsel nachdenkt – Fluggast auf Langstreckenflügen sein ist geil – immer, wenn ich kurz vor’m Einschlummern war, kamen die Stewardessen rum und es gab wieder eine neue Runde Speisen und Getränke, vom Bordkino mal ganz abgesehen. So lässt’s sich leben. Im Flieger dann auch vom Kapitän die neuesten Infos bekommen und so den Sieg des Schweizer’s Didier Defago in der Abfahrt gefeiert. Zweiter wurde Aksel Lund Svindal aus Norwegen vor dem Amerikaner Bode Miller. Somit gab es einen Überaschungssieger, denn sowohl Didier Cuche, als auch Michael Walchhofer konnten ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden. Stefan Keppler kam abgeschlagen im Mittelfeld in’s Ziel. Auch die deutschen Langlauf-Damen konnten in ihrem ersten Rennen, die 10km Freistil, keinen Top Ten Platz erreichen. Die Schwedin Charlotte Kalla triumphierte vor Kristina Smigun-Vaehi aus Estland und Marit Björgen aus Norwegen.
In Vancouver aufgeschlagen, durfte ich meinen Koffer vom Sperrgepäckband abholen (weiss immer noch nicht, wie der es dahin geschafft hat) und mich ganz wichtig fühlen, wurde ich doch mit Schild hochhalten am Flughafen abgeholt. Erstmal Hostel suchen und nach dem Einchecken dann das erste Getränk in einem Pub mit weiteren deutschen Eishockeyfans. Hier ist so ziemlich alles vertreten, was man auf der deutschen Eishockeykarte findet. Von Iserlohn über Bremerhaven, Schwenningen, Heilbronn, Crimmitschau, Essen, Berlin und so weiter bis hin zu meiner Wenigkeit. Im Pub haben wir uns dann noch mit weiteren Informationen versorgt und ich konnte die 3. Schweizer Goldmedaille durch Dario Cologna im 15km Freistil der Langläufer feiern. Er verwies den Italiener Pietro Piller Cottrer und Lukas Bauer aus Tschechien auf die Plätze. Meine Prognose hat sich in diesem Falle erwiesen, denn Axel Teichmann kam auf den 7. Platz. Im Eiskunstlaufen konnten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy mit einer nicht fehlerlosen Kür die Bronzemedaille erringen. Zusammen mit vielen Menschen unterschiedlicher Herkunft haben wir dann das Eisschnelllaufrennen der Männer geschaut. Ist schon ein geiles Gefühl, wie die Leute mitfiebern und „ihre“ Läufer anfeuern. Allerdings kam es dort dann zu Überraschungen auf dem Treppchen. Die Medaillen gingen allesamt nach Asien.
Zum Abschluss und nach insgesamt 47 Stunden wach, habe ich mir auf dem Robson Square noch die allabendliche Lasershow angeschaut, sehr schön gemacht und unter dem Jubel der Anwesenden Leute mit bissl Feuerwerk untermalt. Mit einem halben Liter Kaffee vom Starbucks nebenan ging es dann in die Koje.
Der heutige Dienstag könnte ein goldener werden, gerade eben hat Magdalena Neuner in einem spannenden Rennen die Goldmedaille in der Verfolgung der Biathletinnen gewonnen. Ihre zweite Medaille, ebenso wie für Anastasia Kuzmina die Silber gewinnt vor der Französin Brunet.Es folgen noch Entscheidungen im Biathlonsprint der Männer, gerade da haben sich die Favoriten Wiedergutmachung für den wetterbedingten verpatzten Sprint geschworen. Ausserdem können wir auf Edelmetall bei den 500m der Eisschnellläuferinnen hoffen sowie in der Eisrinne von Whistler, wo es für die Rodlerinnen zum dritten und entscheidenden vierten Lauf kommt. Für mich geht es jetzt raus zum Sightseeing und wer weiss, was der Abend noch so bringt…
Bilanz des deutschen Teams: 2xGold (Felix Loch/Rodeln, Magdalena Neuner/Biathlon Verfolgung), 3x Silber (Magdalena Neuner/Biathlon Sprint, Stephanie Beckert/Eisschnellauf 3000m, David Möller/Rodeln), 1xBronze (Aljona Savchenko und Robin Szolkowy/Eiskunstlaufen) – Nationenwertung 2. Platz hinter der Schweiz