Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Überflieger aus Reihe drei
18.02.2010 | 05:36 Uhr von
Das Budget ist klein, der Kader auch: Die Lausitzer Füchse setzen deshalb mehr denn je auf den eigenen Nachwuchs. Dieses Vertrauen könnte sich im Kampf gegen den Abstieg auszahlen, wie das Beispiel der jungen dritten Weißwasseraner Reihe zeigt.
Böse Zungen behaupten, mit der dritten Reihe im Eishockey ist es ein wenig wie mit dem fünften Rad am Wagen: Sie ist zwar immer dabei, kommt aber doch nur selten zum Einsatz. Zumindest nicht dann, wenn Spiele entschieden werden. Also kurz vor Schluss oder in Über- und Unterzahl. Auch im Fuchsbau war dieses Phänomen vor gar nicht allzu langer Zeit zu beobachten. Doch in dieser Saison ist alles anders. Unter dem neuen Cheftrainer Dirk Rohrbach hat die dritte Reihe einen erstaunlichen Aufschwung genommen und sich – zumindest phasenweise – zu einem echten Überflieger entwickelt. In den vergangenen Wochen gingen gleich mehrere entscheidende Treffer auf das Konto der jungen dritten Reihe. „Es ist ganz wichtig für uns, dass die Last des Toreschießens auf möglichst viele Schultern verteilt wird. Auf diese Weise sind wir nicht mehr so ausrechenbar“, sagt Rohrbach.
Dass der Nachwuchs im Fuchsbau inzwischen wieder mehr als nur das fünfte Rad am Wagen ist, hängt eng mit der Person des neuen Chefcoaches und auch mit Manager Ralf Hantschke zusammen. Beide haben es sich zur Maxime gemacht, verstärkt auf Eigengewächse zu setzen. Natürlich auch aus finanziellen Gründen, denn angesichts des kleinen Budgets können es sich die Füchse gar nicht leisten, reihenweise teure Neuzugänge zu verpflichten. Wie wichtig Rohrbach die Nachwuchsförderung ist, zeigt eine Episode beim jüngsten 5:1-Heimsieg gegen den SC Riessersee. Nach dem Spiel verteilte der Trainer ein öffentliches Sonderlob. Nicht an den erneut starken Keeper Jonathan Boutin, auch nicht an den zweifachen Torschützen Carsten Gosdeck. Das Sonderlob ging an Robert Bartlick. Rohrbach befand in seiner Analyse: „Robert führt hervorragend die dritte Reihe. Das war ein Schlüssel zum Sieg.“

Erfolg dank Spielpraxis: Markus Lehnigk durfte kürzlich über seinen ersten Tore-Doppelpack jubeln. Foto: Aswendt


Das Sonderlob ging quasi stellvertretend an die gesamte Reihe. Mit seinen 26 Jahren ist Bartlick so etwas wie der Routinier des Quintetts. Verteidiger-Kollege Jens Heyer feierte in der vergangenen Woche seinen 21. Geburtstag. Die Stürmer Thomas Götz (24), Markus Lehnigk (21) und Arturs Kruminsch (21) stehen ebenfalls erst am Anfang ihrere Profi-Karriere. Und trotzdem schießen sie bereits entscheidende Treffer. Lehnigk bespielsweise durfte kürzlich über seinen ersten Doppelpack jubeln, also zwei Treffer in einem Spiel. Er betont: „Letztes Jahr hatte ich wenig Eiszeit. In dieser Saison bekomme ich sehr viel Vertrauen vom Trainer und darf auch Unterzahl spielen. Dann kommen irgendwann auch die Punkte.“

Die dritte Reihe steht nicht nur wegen ihrer Jugend beispielhaft für den Weißwasseraner Weg, sich im Profigeschäft zu behaupten. Sie besteht zudem größtenteils aus Eigengewächsen. Bartlick, Götz und Lehnigk wurde im Fuchsbau ausgebildet und spielen seitdem für ihren Heimatverein. Heyer kehrte über die Umwege Berlin und Leipzig wieder zurück. Lediglich der in Riga (Lettland) geborene Kruminsch ist kein Eigengewächs. „Diesen Weg, auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen beziehungsweise ehemalige Weißwasseraner zurückzuholen, werden wir auch in Zukunft gehen“, betont Hantschke.

Weißwasser ist bemüht, seinen einstmals exzellenten Ruf als Talentsschmiede aufzupolieren. Viele der nach der Wende aus Geldmangel zerschlagenen Strukturen müssen nun mühsam wieder aufgebaut werden. Seit 2007 gibt es ein Eishockey-Internat in Weißwasser. Derzeit werden hier acht Nachwuchsspieler ausgebildet. Auch der vorzeitige Klassenerhalt der Jugendmannschaft in der Bundesliga ist ein wichtiger Meilenstein. Für all diese Nachwuchsspieler könnte die junge dritte Reihe gewissermaßen zum Vorbild werden.

Von Frank Noack

Quelle: Lausitzer Rundschau
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