Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Olympia- Tagebuch Folge 5
19.02.2010 | 18:47 Uhr von Alexis
Schwedenhappen zum Abendessen
Der Mittwoch fing verdammt gut an. Nach dem Tausch von ein bisschen Monopolygeld gab es ein ausgiebiges Rührei-Frühstück nur einen kurzen Fussmarsch vom Hostel entfernt. Zurück in der Herberge, hatte sich die Beschaffungskriminalität bereits bezahlt gemacht und mein Ticketdealer, den ich auf den Schwarzmarkt geschickt habe, meldete sich mit positiven Nachrichten. Für umgerechnet knapp 45 Euro hielt ich mein Schweden vs. Deutschland-Olympiaticket in den Händen. Bis zum Spiel am späten Nachmittag war noch etwas Zeit und so ging es erneut zu Fuss in die Stadt. Zusammen mit einem Düsseldorfer, einem Heilbronner und einer Hannoveranerin, die sich gleichzeitig als Tourguide angeboten hatte, ging es in Richtung Hafen und nach Gastown, der Altstadt von Vancouver. Die Hafenstadt ist eine ziemlich junge Stadt, die Anfang der 80er Jahre einen Bauboom erlebt hat. Daher findet man heutzutage kaum alte, schöne Gegenden. Gastown ist eine dieser wenigen Bezirke, bei denen man von Altstadt sprechen darf. Dort steht auch die Steam Clock, eine alte Standuhr, die mit Wasserdampf betrieben wird. Beim Bummeln durch die Gassen hat man dann auch vermehrt deutsche Eishockeyfans und ausgewanderte Kanadier gesehen, die sich plötzlich wieder ihrer deutschen Wurzeln erinnerten… wenn man eine Person mit deutschen Farben ansprach, bekam man in 50 Prozent der Fälle die Antwort: „Oh no, I’m not German!“

Die Steam Clock in Gastown - Touristenmagnet in Vancouvers Altstadtgassen


Die Zeit verging wie im Fluge und plötzlich sieht man sich vor dem GM Place, dem Stadion der Vancouver Canucks stehen. Ein kurzer „offizieller“ Fotostop, eine deutsche regionale Zeitung wollte wohl einen kurzen Bericht bringen über die extra zu Olympia geflogenen Sportfans. Nach Passieren der Sicherheitsschleuse und dem Eintritt in das Stadion kam ich mir ein bisschen vor wie in Stockholm im Globen, alles hatte irgendwie einen roten Touch. Die Halle an sich ist sehr imposant und bietet 18000 Zuschauern Platz. Zumindest im Oberrang konnte man ungehindert zwischen den einzelnen Blöcken hin und her spazieren und auch die Ordner vor den jeweiligen Aufgängen machten nicht den Eindruck, als würden sie steif auf die Blockzuteilung achten. Im Grunde genommen wäre also die schleichende Formation eines deutschen Blockes möglich gewesen. So aber verteilte sich alles im grossen Rund. Letztendlich würde ich auf vielleicht 1000 deutsche Sympathisanten, 2000 schwedische Anhänger und der Rest Showpublikum tippen. Viele Zuschauer waren auch nur wegen der Schweden Henrik und Daniel Sedin oder wegen Christian Ehrhoff da, die aktuell bei den Canucks spielen.

Vor dem Spiel gegen die Schweden


Ohne Hymne und grosses Tamtam ging es dann rein in’s Spiel und ich muss sagen, dass ich nicht schlecht staunte. So erging es wohl auch den Schweden, denn die deutschen Kufencracks spielten keineswegs zurückhaltend. Aus relativ solider Abwehr wurde versucht, ein ordentliches Aufbauspiel aufzuziehen und sich Chancen vor dem Tor zu erarbeiten. Im ersten Drittel hatten wir die Schweden ganz gut im Griff. Zu dieser Phase hat mir besonders gut der ebenfalls in Amerika spielende Alexander Sulzer gefallen, der versuchte die Schweden mit agressiver Abwehrarbeit in ihrem Wirkungskreis einzuschränken. Mit dem 0:0 nach dem ersten Drittel konnten Mannschaft wie Fans vor Ort oder am Bildschirm sehr zufrieden sein. Leider wurde der zweite Spielabschnitt nicht konsequent so weitergespielt, auch eine 5:3 Überzahl-Situation konnten die Adlertrikotträger nicht nutzen. Zudem kam auch noch Pech dazu, als die Fans schon den Jubelschrei auf den Lippen hatten doch Hecht nur die Latte und Ehrhoff nur den Pfosten traf. Zusätzlich musste man sich nun auch unfairen Mitteln bedienen, um die Skandinavier weiter auf Distanz zum Kasten von Thomas Greiss zu halten. In einer dieser Unterzahlspiele konnte Mattias Öhlund in der 25. Minute das erste Mal für die Schweden einnetzen. Auch wenn Torhüter Greiss in dieser Situation von einem Schweden in seinem Torraum behindert wurde, liessen die Schiris das Tor gelten. Im Anschluss war die DEB-Auswahl etwas von der Rolle und mussten nach einem Fehler in der Abwehr in der 35. Minute das 2:0 hinnehmen. Auch wenn man sich im dritten Drittel noch einmal beherzt auf das Eis stellte und alles gab, weiterhin ein unbequemer Gegner war, sollte es am Ende nicht mehr gelingen. Es fehlte letztendlich das Durchsetzungsvermögen vor dem Tor. Im allgemeinen bin ich aber geneigt zu sagen, dass allein dieses Spiel etwas für den WM Auftritt von 2009 entschädigt hat. Mit der Befürchtung einer Klatsche hingegangen und mit hocherhobenen Hauptes wieder aus dem Stadion gekommen, wurde der Abend noch in geselliger Runde mit den anwesenden deutschen Fans verbracht.

Nur nebenbei hat man die Ereignisse des Tages verfolgt und feierte die Bronzemedaille von Patric Leitner und Alexander Resch, die hinter den Österreichern Linger/Linger und den Letten Sics/Sics die drittschnellste Zeit fuhren.

Bilanz des deutschen Teams: 3xGold (Felix Loch/Rodeln, Magdalena Neuner/Biathlon Verfolgung, Tatjana Hüfner/Rodeln), 4x Silber (Magdalena Neuner/Biathlon Sprint, Stephanie Beckert/Eisschnellauf 3000m, David Möller/Rodeln, Jenny Wolf/Eisschnelllauf 500m)), 3xBronze (Aljona Savchenko und Robin Szolkowy/Eiskunstlaufen, Natalie Geisenberger/Rodeln, Patric Leitner und Alexander Resch/Rodeln) – Nationenwertung 2. Platz hinter der USA

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