Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Olympia- Tagebuch Folge 7
27.02.2010 | 15:57 Uhr von Alexis
Alle Hoffnung dahin
Nach dem Umzug in das neue Domizil wurde am Freitag erstmal ausgeschlafen – also so zirka bis halb 8 *grummel*Da es sich um einen Privathaushalt handelte, dauerte die Morgentoilette bei einem Essener, einem nicht zuzuordnendem Eishockeyfan, meiner Wenigkeit und den Hausherren entsprechend etwas länger. Anschliessend ging es raus, ein herzhaftes Frühstück einzunehmen, die Sonne zu geniessen und weitere Ecken von Vancouver zu erkunden. Die Stadt hat so viele Facetten, sodass man sich gar nicht satt sehen kann. Hinter jeder Ecke lauern neue Eindrücke, die man nicht mehr los wird. Eigentlich wollten wir in das Sotchi-Haus hineinschauen. Dort gab es eine Ausstellung zu den bevorstehenden Winterspielen 2014, Lesungen und Dokumentarvorführungen, sowie einen Shop, in dem man die russische Olympiaausstattung kaufen konnte. Ich gebe an dieser Stelle auch ehrlich zu, dass die Kleidung der Russen gefühlte eine Millionen Mal besser aussah, als die gelb-pinke augenkrebsverursachende Uniform der deutschen Olympioniken. Da aber vor dem Sotchi-Haus schon eine Stunde vor Einlass eine Schlange von grob überschlagen 1000 Mann stand gaben wir dieses Unterfangen aus. Denn auch wenn die Kanadier mit „Schlangestehen“ scheinbar einen neuen Volkssport entdeckten, wollten wir diesen Trend nicht mitgehen.

Das Sotchi-Haus - ein futuristscher Bau mit der Ausstellung zu den Winterspielen 2014


Also ging es durch die Pavillons der einzelnen kanadischen Provinzen, in denen ich dann erste Eindrücke für meinen nächsten Urlaub gewinnen konnte. Gegen Mittag stiess die Hannoveranerin nach ihrem Curling Event wieder zur Gruppe und man speisste teilweise sehr unterhaltend für die anderen Restaurantgäste in einem Spagetti Lokal. Anschliessend ging es zurück zum Domizil, um sich für das zweite Gruppenspiel der deutschen Eishockeymannschaft gegen die Finnen vorzubereiten. Da die Zeit bis zum Spiel ziemlich knapp wurde, wurde dem erstbesten Schwarzmarkthändler ein Ticket für 50 CAD abgekauft. Eine halbe Stunde später hätte man es wohl auch für 20 CAD bekommen. So hatten wir aber die Möglichkeit, in Ruhe noch mit anderen deutschen Fans (@tanngrismir – Grüsse vom Klatscher) ein Bierchen zu geniessen und unsere im weiten Rund verstreuten Plätze aufzusuchen.

Zum Spiel selbst möchte ich gar nichts mehr schreiben. Hat man die deutsche Mannschaft nach dem 0:2 gegen Schweden noch zu einer ordentlichen Leistung beglückwünscht, war die Leistung beim Spiel gegen Finnland mal wieder unterirdisch. Ich verstehe nicht, warum man den Puck in’s Angriffsdrittel passen muss, wenn man nicht die läuferischen und stocktechnischen Qualitäten hat, selbigen dann dort auch zu erobern. Jeder Angriff, der so eingeleitet wurde war Kraftvergeudung und der Eishockeyfan an sich wusste schon, dass es mal wieder vergebene Liebesmüh ist. Auch völlig unverständlich, warum einige Adlertrikotträger meinen, der Puck kommt auf sie zu, anstatt sich dahin zu bewegen. Ein sehr statisches Spiel ohne Bewegung in den eigenen Reihen und dazu ein Dimitri Pätzold, der nicht seinen besten Tag hatte. Die Finnen dagegen mit sicherem Passspiel und teilweise von unserer Abwehr geschenkten Tore. Am Ende ist das 0:5 noch nicht mal zu hoch ausgefallen. Blieb den deutschen Fans nichts anderes übrig, als sich selbst zu feiern, waren sie mal auf dem Videowürfel zu sehen.

Am Abend sassen wir dann in geselliger Runde aus Essenern, Berlinern, Heilbronnern, Nauheimern, Crimmschern usw. beisammen, die Qualität dieses Lokals lasse ich hier mal aussen vor. Nicht nur, dass die Bedienung total inkompetent war – ich war schon kurz davor, die Bestellung selber an den Tisch zu bringen – auch war das kulinarische Angebot eher unterirdisch. Nachdem man vor der Pizza schon gewarnt wurde, waren die anderen Speisen auch eher ungeniessbar. Meinen heissen Schokokuchen mit Vanilleeis hatte die Kellnerin vergessen, als der dann endlich nach der 2. Aufforderung kam, sah das ganze nicht mal mehr appetitlich aus. Da sich die Gute dann das Trinkgeld schon selber auf die Rechnung gebucht hatte, haben wir ihr fein säuberlich bis auf den letzten Cent das Geld auf den Teller gezählt.

Etwas mehr Zählbares erzielten die deutschen Skeleton-Fahrerinnen. Kopf voran auf dem Bauch liegend rasten Kerstin Szymkowiak und Anja Huber zu Silber und Bronze. Huber profitierte dabei von einem verpatzten letzten Lauf der Favoritin Mellisa Hollingsworth-Richards, die die Erwartungen ihrer Landsleute nicht erfüllen konnte. Die Britin Amy Williams war die Schnellste im Eiskanal und holte die erste Medaille für ihr Land. Die deutschen Männer konnten leider nicht nachlegen und liessen die Medaillen im Whistler Sliding Center liegen. Gold holte mit einem grandiosen letzten Lauf der Kanadier Jon Montgomery, der den Letten Martins Dukurs noch überholen konnte. Bronze durfte sich der Russe Alexander Tretiakov umhängen lassen. Beim wiedermal sturzgeplagten Super-G-Rennen der Männer siegte der Norweger Aksel Lund Svindal vor den beiden Amerikanern Bode Miller und Andrew Weibrecht . Der einzige deutsche Starter Stephan Keppler schied bereits nach wenigen Sekunden Fahrt im ersten Durchgang aus. Auch die deutschen Langläuferinnen mussten in der Doppelverfolgung (7,5km klassisch und 7,5km Freistil) zusehen, wie andere das Edelmetall einheimsten. Während Marit Björgen aus Norwegen vor der Schwedin Anna Hag und der Polin Justyna Kowalczyk den Sieg feierte, wurde Evi Sachenbacher-Stehle als beste Deutsche Elfte.

Bilanz des deutschen Teams: 4xGold (Felix Loch/Rodeln, Magdalena Neuner/Biathlon Verfolgung, Tatjana Hüfner/Rodeln, Maria Riesch/Ski Alpin Superkombination), 5x Silber (Magdalena Neuner/Biathlon Sprint, Stephanie Beckert/Eisschnellauf 3000m, David Möller/Rodeln, Jenny Wolf/Eisschnelllauf 500m, Kerstin Szymkowiak/Skeleton), 4xBronze (Aljona Savchenko und Robin Szolkowy/Eiskunstlaufen, Natalie Geisenberger/Rodeln, Patric Leitner und Alexander Resch/Rodeln, Anja Huber/Skeleton)
630 mal gelesen
 
1 | tanngrismir | 27.02.2010 @ 21:03
@ Alexis. Gruesse an den Klatscher zurueck aus dem nassen Stockholm.
2 | Mozart | 27.02.2010 @ 22:36
Nauheimer? Haste Marcel alias dbf kennengelernt? ;-)
3 | alexis | 27.02.2010 @ 22:41
@Mozart: nee, der war nicht in Vancouver dabei... denke nicht, dass du ihn kennst, der Gute heisst Sven
4 | Mozart | 27.02.2010 @ 22:43
Schade, dass dbf nicht dabei war. Sven sagt mir auf´n ersten Blick nix, aber da fehlt mir auch ein Gesicht. ;-) Vielleicht mal auf Schalke nachholen, komme ja mit nem Bus Nauheimer dahin. ;-)
5 | alexis | 27.02.2010 @ 22:52
@Mozart: ich schick dir mal 'ne PN
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