Tag der Deutschen
Nach einer erholsamen Nacht stand am Montagmorgen die erste Aufgabe des Tages an - Kofferpacken und Hostel wechseln. Da ich mir ja sonst nichts gönne *hust*, liess ich mir ein Taxi rufen. Der erste Taxifahrer schaute aber ziemlich blöde, als ich wieder aus seinem Wagen rausgehüpft bin – selber Schuld, wenn der nicht weiss, wo die Adresse ist. Eine knappe halbe Stunde und ein Taxi später kam ich am Jericho Beach an.
Da noch kein Bettchen für mich bereitstand, wurde nur das Gepäck verstaut und die Hannoveranerin kontaktiert. Eigentlich hatte ich gehofft, mit ihr an dem Tag das Eishockey-Halbfinale der Damen in der UBC Thunderbird Arena anzuschauen. Doch ausgerechnet dann spielen sie im GM Place, obwohl zuvor fast alle Damen-Spiele in der zweiten Halle ausgetragen wurden. Naja, also zurück in die Stadt und rauf auf den Schwarzmarkt. Für einen Appel und ein Ei hab ich mir ein Ticket im Oberrang erstanden und das Ticket von der Hannoveranerin haben wir gegen einen Platz neben meinem eingetauscht. So konnten wir das Spiel dann auch zusammen „geniessen“. Zum Glück gab es Apfelschorle aka Cider – mehr möchte ich zu dem Spiel nicht schreiben. Ach ja, die schwedischen Ladys unterlagen den Amerikanerinnen mit 1:9 – sahen dabei aber besser aus.
Im Halbfinale der Eishockey-Damen standen sich Schweden und die USA gegenüber.
Am Abend ging es auf die nächste Etappe der kulinarischen Weltreise und es wurde im besten mexikanischen Restaurant der Stadt diniert. Natürlich nicht, ohne bei einem Pitcher Frozen Margarita über den nächsten Tag zu philosophieren. Nachdem ja feststand, dass die Adlertrikotträger gegen Kanada in der Relegation ranmüssen, wurden sämtliche Möglichkeiten abgewogen. Karten kaufen? Schwarzmarkt?? Public Viewing??? Kneipe???? Als erstes beschlossen wir, uns am nächsten Morgen an der offiziellen Ticketbox anzustellen, da generell morgens ein Restkontingent an Karten freigegeben wurde. Nach dem Grübeln ging es aber noch ab auf die Piste und obwohl uns viele Leute davor gewarnt hatten, entschieden wir uns für das vom Landessportbund Thüringen mitgesponsorte German Fan Fest. Draussen auf dem Grill lagen Thüringer Rostbratwürste und es wurde Bier zweier bekannter deutscher Brauereien ausgeschenkt. So weit – so gut! Nachdem wir aber im Zelt drin waren, wusste ich auch, warum wir gewarnt wurden. Das erste was einem aufgefallen ist, war ein beissender Geruch – ich bin fast geneigt zu sagen, dass alle Sonderzugabteile zusammen weniger streng gerochen haben. Die deutsche Band, die dort spielte, war sowas von schlecht. Auch wenn einige Stücke geil gemacht waren (Summer of 69 im Walzertakt zum Mitschunkeln) – wenn man nicht singen kann, dann bringen auch die besten Lieder nichts. Den Kanadiern scheint das egal zu sein, die sind darauf abgegangen wie Schmidt’s Katze. Dies scheint auch den Organisatoren nicht entgangen zu sein, denn der Ansturm auf das German Fan Fest veranlasste sie dazu, den Eintritt auf 20 CAD zu verdoppeln und den Bierpreis von unverschämten 7 CAD auf utopische 9 CAD zu erhöhen. Nach gut einer Stunde hatten wir genug gelitten und verteilten uns in entgegengesetzte Richtungen in die Betten.
Auch das gab es auf dem German Fan Fest zu bestaunen - einen Trabant mit Unterschriften ehemaliger Olympiasieger.
Wann immer wir an diesem Tage durch die Strassen Vancouvers liefen, ein Bildschirm mit Olympiaübertragungen hing überall rum und auf jeder Einstellung sah man deutsche Sportler jubeln. Den Anfang machten die Skispringer, Michael Neumayer, Andreas Wank, Martin Schmitt und Michael Uhrmann holten in einem spannenden Wettbewerb überraschend die Silbermedaille. Dabei liessen sie die höher eingestuften Norweger (Bronze) und Finnen hinter sich. Lediglich die Österreicher waren nicht zu schlagen, das wäre aber auch zuviel des Guten gewesen, dominieren sie doch den Weltcup in diesem Winter. Drei bis vier Blocks weiter ein neuer Bildschirm, eine neue Jubelszene. Die deutschen Langlaufdamen hatten gerade Gold im Teamsprint gewonnen. Evi Sachenbacher-Stehle und die extra für diesen Wettbewerb geschonte Claudia Nystad setzten sich gegen das schwedische Duo Anna Haag und Charlotte Kalla sowie Irina Khazova und Natalya Korostelyova aus Russland durch. Doch auch diese Medaille kann man getrost als Überraschung ansehen, hatten die deutschen Skilangläufer im ganzen Winter noch nicht wirklich überzeugen können. Als wenn das noch nicht genug sei, wollten die männlichen Kollegen in nichts nachstehen und siehe da, aus heiterem Himmel galt es schon wieder zu jubeln. Routinier Axel Teichmann und Youngster Tim Tscharnke lieferten ein beherztes Rennen und wurden am Ende mit der Silbermedaille belohnt. Teichmann musste auf der Schlussrunde lediglich den Norweger Petter Northug (zusammen mit Öystein Pettersen) ziehen lassen, konnte sich aber der Angriffe des Russen Alexey Petukhov (zusammen mit Nikolay Morilov) erwehren. Lediglich bei der letzten Entscheidung des Tages hatte unser Eistanz-Paar als 18. nur eine Statistenrolle eingenommen. Gold ging unter frenetischen Jubel nach Kanada an Tessa Virtue und Scott Moir. Sie verwiesen die Amerikaner Meryl Davis und Charlie White sowie Oksana Domnina und Maxim Shabalin aus Russland auf die Plätze.
Bilanz des deutschen Teams: 7xGold (Felix Loch/Rodeln, Magdalena Neuner/Biathlon Verfolgung, Tatjana Hüfner/Rodeln, Maria Riesch/Ski Alpin Superkombination, Magdalena Neuner/Biathlon Massenstart, Andre Lange und Kevin Kuske/Zweierbob, Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad/Langlauf Teamspint), 9x Silber (Magdalena Neuner/Biathlon Sprint, Stephanie Beckert/Eisschnellauf 3000m, David Möller/Rodeln, Jenny Wolf/Eisschnelllauf 500m, Kerstin Szymkowiak/Skeleton, Tobias Angerer/Langlauf 30km Verfolgung, Thomas Florschütz und Richard Adjei/Zweierbob, Team Deutschland/Skispringen, Axel Teichmann und Tim Tscharnke/Langlauf Teamsprint), 5xBronze (Aljona Savchenko und Robin Szolkowy/Eiskunstlaufen, Natalie Geisenberger/Rodeln, Patric Leitner und Alexander Resch/Rodeln, Anja Huber/Skeleton, Simone Hauswald/Biathlon Massenstart)
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Nach einer erholsamen Nacht stand am Montagmorgen die erste Aufgabe des Tages an - Kofferpacken und Hostel wechseln. Da ich mir ja sonst nichts gönne *hust*, liess ich mir ein Taxi rufen. Der erste Taxifahrer schaute aber ziemlich blöde, als ich wieder aus seinem Wagen rausgehüpft bin – selber Schuld, wenn der nicht weiss, wo die Adresse ist. Eine knappe halbe Stunde und ein Taxi später kam ich am Jericho Beach an.
Da noch kein Bettchen für mich bereitstand, wurde nur das Gepäck verstaut und die Hannoveranerin kontaktiert. Eigentlich hatte ich gehofft, mit ihr an dem Tag das Eishockey-Halbfinale der Damen in der UBC Thunderbird Arena anzuschauen. Doch ausgerechnet dann spielen sie im GM Place, obwohl zuvor fast alle Damen-Spiele in der zweiten Halle ausgetragen wurden. Naja, also zurück in die Stadt und rauf auf den Schwarzmarkt. Für einen Appel und ein Ei hab ich mir ein Ticket im Oberrang erstanden und das Ticket von der Hannoveranerin haben wir gegen einen Platz neben meinem eingetauscht. So konnten wir das Spiel dann auch zusammen „geniessen“. Zum Glück gab es Apfelschorle aka Cider – mehr möchte ich zu dem Spiel nicht schreiben. Ach ja, die schwedischen Ladys unterlagen den Amerikanerinnen mit 1:9 – sahen dabei aber besser aus.
Am Abend ging es auf die nächste Etappe der kulinarischen Weltreise und es wurde im besten mexikanischen Restaurant der Stadt diniert. Natürlich nicht, ohne bei einem Pitcher Frozen Margarita über den nächsten Tag zu philosophieren. Nachdem ja feststand, dass die Adlertrikotträger gegen Kanada in der Relegation ranmüssen, wurden sämtliche Möglichkeiten abgewogen. Karten kaufen? Schwarzmarkt?? Public Viewing??? Kneipe???? Als erstes beschlossen wir, uns am nächsten Morgen an der offiziellen Ticketbox anzustellen, da generell morgens ein Restkontingent an Karten freigegeben wurde. Nach dem Grübeln ging es aber noch ab auf die Piste und obwohl uns viele Leute davor gewarnt hatten, entschieden wir uns für das vom Landessportbund Thüringen mitgesponsorte German Fan Fest. Draussen auf dem Grill lagen Thüringer Rostbratwürste und es wurde Bier zweier bekannter deutscher Brauereien ausgeschenkt. So weit – so gut! Nachdem wir aber im Zelt drin waren, wusste ich auch, warum wir gewarnt wurden. Das erste was einem aufgefallen ist, war ein beissender Geruch – ich bin fast geneigt zu sagen, dass alle Sonderzugabteile zusammen weniger streng gerochen haben. Die deutsche Band, die dort spielte, war sowas von schlecht. Auch wenn einige Stücke geil gemacht waren (Summer of 69 im Walzertakt zum Mitschunkeln) – wenn man nicht singen kann, dann bringen auch die besten Lieder nichts. Den Kanadiern scheint das egal zu sein, die sind darauf abgegangen wie Schmidt’s Katze. Dies scheint auch den Organisatoren nicht entgangen zu sein, denn der Ansturm auf das German Fan Fest veranlasste sie dazu, den Eintritt auf 20 CAD zu verdoppeln und den Bierpreis von unverschämten 7 CAD auf utopische 9 CAD zu erhöhen. Nach gut einer Stunde hatten wir genug gelitten und verteilten uns in entgegengesetzte Richtungen in die Betten.
Wann immer wir an diesem Tage durch die Strassen Vancouvers liefen, ein Bildschirm mit Olympiaübertragungen hing überall rum und auf jeder Einstellung sah man deutsche Sportler jubeln. Den Anfang machten die Skispringer, Michael Neumayer, Andreas Wank, Martin Schmitt und Michael Uhrmann holten in einem spannenden Wettbewerb überraschend die Silbermedaille. Dabei liessen sie die höher eingestuften Norweger (Bronze) und Finnen hinter sich. Lediglich die Österreicher waren nicht zu schlagen, das wäre aber auch zuviel des Guten gewesen, dominieren sie doch den Weltcup in diesem Winter. Drei bis vier Blocks weiter ein neuer Bildschirm, eine neue Jubelszene. Die deutschen Langlaufdamen hatten gerade Gold im Teamsprint gewonnen. Evi Sachenbacher-Stehle und die extra für diesen Wettbewerb geschonte Claudia Nystad setzten sich gegen das schwedische Duo Anna Haag und Charlotte Kalla sowie Irina Khazova und Natalya Korostelyova aus Russland durch. Doch auch diese Medaille kann man getrost als Überraschung ansehen, hatten die deutschen Skilangläufer im ganzen Winter noch nicht wirklich überzeugen können. Als wenn das noch nicht genug sei, wollten die männlichen Kollegen in nichts nachstehen und siehe da, aus heiterem Himmel galt es schon wieder zu jubeln. Routinier Axel Teichmann und Youngster Tim Tscharnke lieferten ein beherztes Rennen und wurden am Ende mit der Silbermedaille belohnt. Teichmann musste auf der Schlussrunde lediglich den Norweger Petter Northug (zusammen mit Öystein Pettersen) ziehen lassen, konnte sich aber der Angriffe des Russen Alexey Petukhov (zusammen mit Nikolay Morilov) erwehren. Lediglich bei der letzten Entscheidung des Tages hatte unser Eistanz-Paar als 18. nur eine Statistenrolle eingenommen. Gold ging unter frenetischen Jubel nach Kanada an Tessa Virtue und Scott Moir. Sie verwiesen die Amerikaner Meryl Davis und Charlie White sowie Oksana Domnina und Maxim Shabalin aus Russland auf die Plätze.
Bilanz des deutschen Teams: 7xGold (Felix Loch/Rodeln, Magdalena Neuner/Biathlon Verfolgung, Tatjana Hüfner/Rodeln, Maria Riesch/Ski Alpin Superkombination, Magdalena Neuner/Biathlon Massenstart, Andre Lange und Kevin Kuske/Zweierbob, Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad/Langlauf Teamspint), 9x Silber (Magdalena Neuner/Biathlon Sprint, Stephanie Beckert/Eisschnellauf 3000m, David Möller/Rodeln, Jenny Wolf/Eisschnelllauf 500m, Kerstin Szymkowiak/Skeleton, Tobias Angerer/Langlauf 30km Verfolgung, Thomas Florschütz und Richard Adjei/Zweierbob, Team Deutschland/Skispringen, Axel Teichmann und Tim Tscharnke/Langlauf Teamsprint), 5xBronze (Aljona Savchenko und Robin Szolkowy/Eiskunstlaufen, Natalie Geisenberger/Rodeln, Patric Leitner und Alexander Resch/Rodeln, Anja Huber/Skeleton, Simone Hauswald/Biathlon Massenstart)