Warum das kleine Weißwasser am großen Dresden vorbeigezogen ist
So unterschiedlich waren die Voraussetzungen vor einem Derby schon lange nicht mehr. Während die Lausitzer Füchse am Sonntag mit einem Heimsieg gegen die Eislöwen Dresden einer erfolgreichen Saison das vorläufige Sahnehäubchen aufsetzen können, kämpft der Erzrivale aus der Landeshauptstadt sportlich und wirtschaftlich um das Überleben.
Auch wenn die Füchse an diesem Freitag zunächst noch beim Tabellenzweiten Wild Wings Schwenningen (Beginn um 20 Uhr) antreten müssen – das Derby wirft seine Schatten voraus und elektrisiert die Fans. Denn spätestens seit der Abstiegsrunde vor drei Jahren, als sich das kleine Weißwasser überraschend gegen das große Dresden durchsetzte, herrscht eine gesunde Rivalität zwischen beiden Clubs und seinen Anhängern. Dabei schienen in der laufenden Spielzeit der 2. Bundesliga eigentlichen die Eislöwen die besseren Voraussetzungen zu haben. Dennoch sind die Füchse nicht nur vorbeigezogen, sondern haben bereits den Klassenerhalt sicher. Die RUNDSCHAU analysiert die Gründe für zwei völlig unterschiedliche Saisonverläufe.
Heißes Derby: Zwischen Weißwasser und Dresden geht es hart zur Sache. Das zeigt auch diese Szene aus dem Spiel im November, als Carsten Gosdeck (r.) den Puck sichert. Foto: Aswendt
Die Ausgangsposition: Während die Füchse ihren Etat auf eine Millionen Euro zurückfahren müssen, wird bei den Eislöwen im Sommer ein Budget von rund 1,8 Millionen kolportiert – also fast das doppelte. Der nach Dresden gewechselte Füchse-Coach Thomas Popiesch baut eine Mannschaft mit klangvollen Namen auf. Sturm-Neuzugang Sami Kaartinen trauen die Experten eine führende Rolle zu, Stefan Mann und Jason Miller sind bewährte Kräfte in der 2. Bundesliga. Dank der Kooperation mit den Eisbären Berlin wird eine Reihe von jungen Förderlizenzspielern nach Dresden geholt. Die Füchse dagegen gehen wegen der finanziellen Zwänge mit einem extrem kleinen Kader in die Saison. Statt der erlaubten sechs verpflichtet man nur drei ausländische Profis. Dafür werden die deutschen Leistungsträger und damit das Korsett des Teams gehalten.
Die Sorgen: Wegen Unregelmäßigkeiten bei der Beantragung der Lizenz bekommen die Eislöwen acht Punkte abgezogen. Diese Hypothek lastet wie ein Rucksack auf den Schultern von Mannschaft und Trainer. Die Suspendierungen der Führungsspieler Mann und Miller lassen das Reizklima innerhalb des Teams erahnen. Dazu kommen Querelen innerhalb der Vereinsführung sowie erhebliche Finanzsorgen. Die Stadt Dresden stundet die Mietzahlungen, um das Überleben der Eislöwen zu sichern. In Weißwasser kann die neue sportliche Doppelspitze aus Cheftrainer Dirk Rohrbach und Manager Ralf Hantschke vergleichsweise ruhig arbeiten. Sie formt eine Mannschaft, die diesen Namen auch wirklich verdient. Lediglich die schwere Schulterverletzung von Torhüter Ryan MacDonald sorgt kurzzeitig für Turbulenzen. In Jonathan Boutin finden die Füchse-Verantwortlichen jedoch einen adäquaten Ersatz.
Die Situation: Die Füchse haben bereits am vergangenen Wochenende den Klassenerhalt perfekt gemacht und damit ihr erstes Saisonziel erreicht. In Dresden hingegen steht jede Menge auf dem Spiel. Derzeit liegen die Eislöwen auf einem Playdown-Platz und warten seit fünf Monaten auf ein Sechs-Punkte-Wochenende. Auch der Druck auf Trainer Popiesch wächst. Zwischenzeitlich traten die Fans sogar in einen Streik und sorgten damit für gespenstische Stille in der Halle. Neben dem sportlichen Erfolg geht es um das finanzielle Überleben, schließlich müssen die gestundeten Mietzahlungen zurückgezahlt werden.
Der Ausblick: Für die Füchse geht es in den verbleibenden vier Partien der Hauptrunde darum, das Heimrecht für die Pre-Playoffs zu sichern. Derzeit haben sie fünf Punkte Vorsprung und zudem noch ein Spiel mehr zu absolvieren als der Tabellen-Neunte Kaufbeuren. „Mit einem Sieg aus vier Spielen sollten wir durch sein“, glaubt Trainer Dirk Rohrbach. Dresden steht deutlich mehr unter Druck. Vor dem Derby im Fuchsbau geht es für die Eislöwen an diesem Freitag gegen Tabellennachbar Bremerhaven. „Wir haben jetzt noch Endspiele“, betont Popiesch.
"das kleine Weißwasser überraschend gegen das große Dresden" also das kann nur einwohnertechnisch gelten! Sportlich nie und nimmer!!!
2 | Brian | 05.03.2010 @ 14:20
Ein Status den es sich jedes Jahr aufs Neue zu erarbeiten gilt. Denn genau das war der, so glaube ich, Fehler von Dresden. Allerdings werden sie eines Tages gelernt haben und an uns vorbeiziehen. So lange jedoch genieße ich jeden Tag.
3 | tanngrismir | 05.03.2010 @ 15:23
@ 3. Ich hätte aber auch nüschte dagegen, wenn diese Nasen auch weiterhin nix dazu lernen..... ;-)
4 | tanngrismir | 05.03.2010 @ 15:24
Es sollte natürlich "@ 2" heissen....
5 | Odin | 05.03.2010 @ 17:29
@2 so siehts aus. Ich wollte ja schon vor einigen Jahren wetten, dass die jener Verein sind, die Sachsen in der DEL vertreten und wir "nur" den Nachwuchs liefern. Gut, dass sich niemand zum wetten gefunden hat. Dabei hab ich selten ein glückliches Händchen....
6 | Brian | 05.03.2010 @ 19:15
3@: Das hoffe ich ebenso. Jedoch sollte man das als einen aktuellen Ist-Zustand betrachteten den es mit harter und vor allem ehrlicher Arbeit zu verteidigen gilt.
7 | Coswiger | 05.03.2010 @ 23:32
@ Also zumindest in der nächsten Saison sehe ich sie wieder hinter uns. Da sie weniger Geld zur Verfügung haben.
8 | Fan | 06.03.2010 @ 08:37
@7 Vorsicht Vorsicht, dieses Jahr hatten wir weniger Geld zur Verfügung ....und sind vor ihnen!
9 | Coswiger | 06.03.2010 @ 09:17
@8 Das stimmt schon, aber ich glaube nicht das sie es uns nachmachen können.
10 | Hoywoyfux | 06.03.2010 @ 10:31
@2 Richtig so, und aufm Teppich bleiben. Deshalb kann die solide Arbeit in diesem Jahr nur gelobt und für Sonntag durch eine supervolle Halle anerkannt werden.
Do it again, Füchse !
11 | Foxy1 | 06.03.2010 @ 13:49
Tja so ist es man kann sich nicht alles kaufen
12 | SCHWEDE | 07.03.2010 @ 13:00
Ich bin Stolz seit einigen Jahrzehnten Fan des achso "kleinen" WSW zusein. Auch schon zu Zeiten als es in DD noch gar kein Hockey gab. Ich habe sie auch in der Zeit nicht wirklich vermiist !Und Weisswasser ist doch im deutschen Eishockey dann doch der Größere" Name.
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So unterschiedlich waren die Voraussetzungen vor einem Derby schon lange nicht mehr. Während die Lausitzer Füchse am Sonntag mit einem Heimsieg gegen die Eislöwen Dresden einer erfolgreichen Saison das vorläufige Sahnehäubchen aufsetzen können, kämpft der Erzrivale aus der Landeshauptstadt sportlich und wirtschaftlich um das Überleben.
Auch wenn die Füchse an diesem Freitag zunächst noch beim Tabellenzweiten Wild Wings Schwenningen (Beginn um 20 Uhr) antreten müssen – das Derby wirft seine Schatten voraus und elektrisiert die Fans. Denn spätestens seit der Abstiegsrunde vor drei Jahren, als sich das kleine Weißwasser überraschend gegen das große Dresden durchsetzte, herrscht eine gesunde Rivalität zwischen beiden Clubs und seinen Anhängern. Dabei schienen in der laufenden Spielzeit der 2. Bundesliga eigentlichen die Eislöwen die besseren Voraussetzungen zu haben. Dennoch sind die Füchse nicht nur vorbeigezogen, sondern haben bereits den Klassenerhalt sicher. Die RUNDSCHAU analysiert die Gründe für zwei völlig unterschiedliche Saisonverläufe.
Die Ausgangsposition: Während die Füchse ihren Etat auf eine Millionen Euro zurückfahren müssen, wird bei den Eislöwen im Sommer ein Budget von rund 1,8 Millionen kolportiert – also fast das doppelte. Der nach Dresden gewechselte Füchse-Coach Thomas Popiesch baut eine Mannschaft mit klangvollen Namen auf. Sturm-Neuzugang Sami Kaartinen trauen die Experten eine führende Rolle zu, Stefan Mann und Jason Miller sind bewährte Kräfte in der 2. Bundesliga. Dank der Kooperation mit den Eisbären Berlin wird eine Reihe von jungen Förderlizenzspielern nach Dresden geholt. Die Füchse dagegen gehen wegen der finanziellen Zwänge mit einem extrem kleinen Kader in die Saison. Statt der erlaubten sechs verpflichtet man nur drei ausländische Profis. Dafür werden die deutschen Leistungsträger und damit das Korsett des Teams gehalten.
Die Sorgen: Wegen Unregelmäßigkeiten bei der Beantragung der Lizenz bekommen die Eislöwen acht Punkte abgezogen. Diese Hypothek lastet wie ein Rucksack auf den Schultern von Mannschaft und Trainer. Die Suspendierungen der Führungsspieler Mann und Miller lassen das Reizklima innerhalb des Teams erahnen. Dazu kommen Querelen innerhalb der Vereinsführung sowie erhebliche Finanzsorgen. Die Stadt Dresden stundet die Mietzahlungen, um das Überleben der Eislöwen zu sichern. In Weißwasser kann die neue sportliche Doppelspitze aus Cheftrainer Dirk Rohrbach und Manager Ralf Hantschke vergleichsweise ruhig arbeiten. Sie formt eine Mannschaft, die diesen Namen auch wirklich verdient. Lediglich die schwere Schulterverletzung von Torhüter Ryan MacDonald sorgt kurzzeitig für Turbulenzen. In Jonathan Boutin finden die Füchse-Verantwortlichen jedoch einen adäquaten Ersatz.
Die Situation: Die Füchse haben bereits am vergangenen Wochenende den Klassenerhalt perfekt gemacht und damit ihr erstes Saisonziel erreicht. In Dresden hingegen steht jede Menge auf dem Spiel. Derzeit liegen die Eislöwen auf einem Playdown-Platz und warten seit fünf Monaten auf ein Sechs-Punkte-Wochenende. Auch der Druck auf Trainer Popiesch wächst. Zwischenzeitlich traten die Fans sogar in einen Streik und sorgten damit für gespenstische Stille in der Halle. Neben dem sportlichen Erfolg geht es um das finanzielle Überleben, schließlich müssen die gestundeten Mietzahlungen zurückgezahlt werden.
Der Ausblick: Für die Füchse geht es in den verbleibenden vier Partien der Hauptrunde darum, das Heimrecht für die Pre-Playoffs zu sichern. Derzeit haben sie fünf Punkte Vorsprung und zudem noch ein Spiel mehr zu absolvieren als der Tabellen-Neunte Kaufbeuren. „Mit einem Sieg aus vier Spielen sollten wir durch sein“, glaubt Trainer Dirk Rohrbach. Dresden steht deutlich mehr unter Druck. Vor dem Derby im Fuchsbau geht es für die Eislöwen an diesem Freitag gegen Tabellennachbar Bremerhaven. „Wir haben jetzt noch Endspiele“, betont Popiesch.
Von Frank Noack
Quelle: Lausitzer Rundschau