Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Olympia- Tagebuch Folge 11
07.03.2010 | 22:56 Uhr von Alexis
Der Anfang vom Ende
Der Dienstag begann mit Schlange stehen - ja, wir hatten uns doch noch der neuen kanadischen Trendsportart angeschlossen und so galt es seit halb 9 Uhr morgens vor der Ticketbox zu warten… und zu warten… und zu warten. Schlussendlich war es von vornherein klar, dass es keine Tickets mehr für das Relegationsspiel gegen Kanada geben würde und so kam es dann auch. Da die Schwarzmarktpreise weit über unserer Schmerzgrenze lagen (und die war schon ziemlich hoch angesetzt), ließen wir von dem Vorhaben, live dabei zu sein, ab und gingen erstmal Pancakes frühstücken. Anschliessend hab ich die Hannoveranerin erstmal zum Curling geschickt und beim letzte Souvenirs besorgen schon mal Ausschau nach einem geeigneten Pub gehalten. Letztendlich haben wir uns für einen in Gastown entschieden, in dem wir definitiv nicht alleine sein würden. Mit uns schauten sich ca. sechs Eisbärenfans das Spiel an. Das wir in der Minderheit waren, muss ich nicht extra erwähnen und doch hörte man uns mehr als deutlich, als die Adlertrikotträger aus Versehen zwei Tor gegen Kanada erzielten. Zum Spiel verliere ich nun keine weiteren Worte. Ob es nun am Verzehr des einen oder anderen Pfirsich-Cider lag oder an der von vornherein feststehenden Nicht-Nutzung der nicht vorhandenen Chance, vermag ich nun nicht mehr zu sagen. Letztendlich bedeutete das 8:2 das Olympia-Aus für die deutschen Kufencracks. Sie waren den Kanadiern in allen Belangen unterlegen.

Nach dem Spiel ging es zu Fuss in den besten Rock-Club der Stadt, das Roxy. Doch zuvor sind wir noch an so einem noblen Schuppen vorbeigekommen. Da lag ein Haufen Schmuck in den Vitrinen, doch was mich viel mehr faszinierte, war der Bobschlitten inmitten des Ladens. Nachdem ich mich (rein optisch) für Sotschi 2014 qualifiziert habe, ging es dann in den Club und die Party konnte steigen.

Mein Qualifikationslauf für Sotschi 2014 - mit Fackel in der Hand.
Im Laufe des Abends trudelten dann auch einige deutsche Olympioniken ein, unter anderem auch ein Teil der Silbermannschaft der Skispringer. Der Martin Schmitt ist ja sooooooo dünn, dass man auf der Tanzfläche Angst haben muss, ihn versehentlich anzurempeln. Irgendwann gegen Mitternacht wollten die Hannoveranerin und ich dann gehen, da der letzte Bus bzw. die letzte Skytrain erreicht werden wollte. Beim Verlassen des Clubs wurde dann noch Eisbärenstürmer Sven Felski erblickt. Ein langer Blick auf meine “Berliner”-Jacke und ein kurzer Plausch später stand ich auch schon wieder im Club. Nach und nach sah man immer mehr bekannte Gesichter - die Adlertrikotträger genossen also ihre letzten Stunden in Vancouver im Roxy und so konnte man (und frau) unter anderem T.J. Mulock, Christian Ehrhoff, Marco Sturm und Kai Hospelt begrüssen und das ein oder andere nette Gespräch führen. Gegen 3 Uhr war es dann aber doch an der Zeit, den Heimweg anzutreten, schließlich galt es am nächsten Tag noch Urlaubsforderung der Mama einzulösen.

Auch sportlich gab es einiges an diesem Tage - unter anderem auch die kurioseste Szene dieser Spiele. Der Niederlander Sven Kramer begeht bei seinem 10000m Goldlauf einen folgenschweren Wechselfehler und wird nachträglich disqualifiziert. So feiert der Koreaner Seung-Hun Lee Eisschnelllauf-Gold vor dem Russen Ivan Skobrev und Bob de Jong aus Holland. Pech auch für Patrick Beckert - der Bruder der Silbermedaillengewinnerin Stephanie Beckert war als Nachrücker für dieses Finale gemeldet, konnte aber auf Grund eines abgeschalteten Handys nach dem Ausfall des Italieners Enrico Fabris nicht erreicht werden. Bei all dem Trubel gingen die anderen sportlichen Entscheidungen fast unter. Dennoch freuten sich die deutsche Biathlon Damen-Staffel über eine Bronzemedaille. Kati Wilhelm, Simone Hauswald, Martina Beck und Andrea Henkel mussten sich nur dem russischen und dem französischen Quartett geschlagen geben. Auch die Nordisch-Kombinierer konnten in ihrem Teamwettbewerb jubeln. Johannes Rydzek, Tino Edelmann, Eric Frenzel und Björn Kircheisen wurden ebenfalls mit Bronze belohnt. Lediglich die Österreicher und das amerikanische Team waren an diesem Nachmittag besser. Im Riesenslalom der Männer fügten ein Schweizer und zwei Norweger den Österreichern eine weitere schmerzhafte Niederlage zu. Carlo Janka liess die Eidgenossen jubeln und verwies den Überraschungszweiten Kjetil Jansrud und Aksel Lund Svindal auf die Plätze. Mein gutes Zureden auf Felix Neureuther im Flieger hat scheinbar Früchte getragen, erreichte er doch einen hervorragenden 8. Platz. Im Ski Cross Finale der Damen hatten die deutschen Mädels kein Mitspracherecht. Einmal mehr liess Ashleigh McIvor die Kanadier jubeln. Sie setzte sich gegen Hedda Berntsen aus Norwegen und die Französin Marion Josserand durch.

Bilanz des deutschen Teams: 7xGold (Felix Loch/Rodeln, Magdalena Neuner/Biathlon Verfolgung, Tatjana Hüfner/Rodeln, Maria Riesch/Ski Alpin Superkombination, Magdalena Neuner/Biathlon Massenstart, Andre Lange und Kevin Kuske/Zweierbob, Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad/Langlauf Teamspint), 9x Silber (Magdalena Neuner/Biathlon Sprint, Stephanie Beckert/Eisschnellauf 3000m, David Möller/Rodeln, Jenny Wolf/Eisschnelllauf 500m, Kerstin Szymkowiak/Skeleton, Tobias Angerer/Langlauf 30km Verfolgung, Thomas Florschütz und Richard Adjei/Zweierbob, Team Deutschland/Skispringen, Axel Teichmann und Tim Tscharnke/Langlauf Teamsprint), 7xBronze (Aljona Savchenko und Robin Szolkowy/Eiskunstlaufen, Natalie Geisenberger/Rodeln, Patric Leitner und Alexander Resch/Rodeln, Anja Huber/Skeleton, Simone Hauswald/Biathlon Massenstart, Team Deutschland/Biathlonstaffel Damen, Team Deutschland/Norische Kombination)


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1 | alexis | 07.03.2010 @ 22:57
Auch wenn schon bissl Gras über die Sache gewachsen ist und der Alltag mich längst eingeholt hat, will ich euch die letzten Folgen nicht vorenthalten...
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1. Krefeld Pinguine 114
2. Kassel Huskies 106
3. Star Bulls Rosen 97
4. Ravensburg Tower 91
5. SC Bietigheim St 89
6. EV Regensburg 81
7. Lausitzer Füchse 79
8. EV Landshut 76
9. Düsseldorfer EG 74
10. Eispiraten Crimm 68
11. EHC Freiburg 61
12. Blue Devils Weid 57
13. EC Bad Nauheim 55
14. ESV Kaufbeuren 44
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