Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Olympia- Tagebuch Folge 14
14.03.2010 | 13:34 Uhr von Alexis
Das Fazit
Nachdem ich mich an dem Wochenende so langsam wieder an den europäischen Rhythmus gewöhnt habe, galt es ein Fazit zu ziehen. Trotz der Schwierigkeiten im Vorfeld (Urlaub ja - Urlaub nein - Urlaub ja - Urlaub nein - Urlaub ja) und dem damit verbundenen Nicht-Organisieren weiterer Veranstaltungstickets, hat sich die Reise auf jeden Fall gelohnt. Im Endeffekt wäre es sowieso nur in Stress ausgeartet, jeden Morgen mit dem Bus Richtung Whistler hinaus zu fahren, wo ja die Sportarten mit dem in meinen Augen höheren Spassfaktor und grösseren Medaillenchancen (Skispringen, Biathlon, Langlauf, Nordische Kombination, Bob und Rodeln) stattgefunden haben. Letztendlich sollte das für mich ja wirklich ein Urlaub werden und den habe ich definitv genossen.

Die ganze Atmosphäre war einfach herrlich, man kam mit Menschen aus allen Ländern dieser Erde ins Gespräch, die aus dem selben Grund da waren, wie man selber auch. Sie feuerten ihre Athleten an, freuten sich mit Ihnen über Siege, steckten Niederlagen weg, sangen die Nationalhymne und genossen das Flair, welches in Vancouver herrschte. Auch die Kanadier selbst, als aufgeschlossenes und freundliches Volk, machten jeden Scherz mit. Nichtsdestotrotz gibt es eben auch die Kritikpunkte der Organisation (Bustransfer, Ticketerwerb für die Veranstaltungen außerhalb Vancouvers) und der Schwarzmarkt. Den wird man aber erstens sowieso nicht eindämmen können und zweitens kommt er ja auch den Risikoreisenden wie mir entgegen.

Alles in allem gelobe auch ich Besserung beim nächsten Event mehr auf dem aktuellen Stand zu sein und jeden Morgen vor dem Frühstück das Tagebuch zu füllen - Sotschi 2014 steht bereits in Planung *hust*

Sportlich aktiv ging es aber auch während meiner Rekonvaleszenz weiter. So gab es auch noch mal deutsche Jubelszenen im TV zu bestaunen. Allen voran natürlich die deutschen Eisschnellläuferinnen. Schon das Halbfinale im Teamwettbewerb gegen die USA war an Dramatik nicht zu überbieten, als Anni Friesinger-Postma auf dem Bauch rutschend, das Bein mit dem Zeitmessgerät nach vorn schleudernd über die Ziellinie rutschte. Dabei verletzte sie sich aber ein wenig und so liefen Kathrin Mattscherodt, Stephanie Beckert und Daniela Anschütz-Thoms im Finale den Japanerinnen hinterher. So sah es zumindest das ganze Rennen über aus. Doch am Ende des Wettkampfes leuchtete die 1 auf der Anzeigetafel. Die Japanerinnen sind auf den letzten Runden eingebrochen und konnten vom deutschen Dreigestirn noch eingeholt werden. Bronze ging überraschend an das polnische Trio, welches sich gegen die USA durchsetzte. Neben dieser goldenen gab es noch eine silberne Medaille zu feiern. Zum Abschluss seiner Karriere holte Andre Lange im Viererbob noch einmal Edelmetall. Der amerikanische Bob-Pilot Steven Holcomb und sein Team waren an diesem Turnier einfach nicht zu schlagen, aber Lange konnte den Kanadier Lyndon Rush und dessen Crew noch vom zweiten auf den dritten Rang verdrängen. Evi Sachenbacher-Stehle wurde im letzten Rennen der Skilangläuferinnen respektable Vierte im klassischen Stil über 30km. Justyna Kowalczyk aus Polen schnappte der Favoritin Marit Bjoergen aus Norwegen die Goldmedaille weg. Dritte wurde Aino-Kaisa Saarinen aus Finnland. In den übrigen Entscheidungen hatten die deutschen kaum bis kein Mitspracherecht. Die männlichen Hausfrauen aus Kanada sicherten ihrem Land eine weitere Goldmedaille im Curling und schlugen die Norweger mit 6:3. Im kleinen Finale hatten die Schweizer Männer mehr Glück als die Damen und schlugen Schweden knapp mit 5:4. Die deutschen Hausmänner haben das Turnier wie die Frauen auf dem sechsten Platz abgeschlossen. Beim Slalom der Männer konnte Felix Neureuther nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen, riskierte zuviel und schied bereits im ersten Durchgang aus. So blieb ihm nur die Rolle des Zuschauers beim Sieg des Italieners Giuliano Razzoli, der den Kroaten Ivica Kostelic und André Myhrer auf die Plätze verwies. Auch im Parallelslalom der Snowboarder stürzte der deutsche Patrick Bussler und schied im Achtelfinale aus. Gold ging an den Kanadier Jasey Jay Anderson, der in einem fulminanten Finale noch den scheinbar uneinholbar in Führung liegenden Benjamin Karl aus Österreich schlug. Bronze sicherte sich im kleinen Finale der Franzose Mathieu Bozzetto. Auch beim Eisschnellauf-Teamwettbewerb hatten die Kanadier allen Grund zum Feiern, sicherten sie doch die nächste Goldmedaille gegen die Amerikaner ab. Auf dem dritten Rang kamen die Niederländer ins Ziel. Die slowakischen Eishockeyspieler konnten sich dem Schlussspurt der Finnen nicht entgegenstellen und verloren das kleine Finale. Bis zur 46. Minute hatte es noch 1:3 aus finnischer Sicht gestanden. Doch mit einer Schlussoffensive konnten die Finnen mit Toren in der 46., 47. und 49. Minute in Führung gehen, ehe sie in der letzten Minute mit dem Treffer in das leere slowakische Tor alles klar machten.

Der Abschlusstag der olympischen Spiele hielt mit dem 50km Rennen der Skilangläufer und dem Eishockey-Finale der Männer noch zwei packende Wettkämpfe bereit. Mit einer grandiosen Energieleistung und mit der Hilfe seines Teamkollegen Tobias Angerer (am Ende 4.) konnte Axel Teichmann die Silbermedaille erringen. Dabei musste er sich nur knapp dem Norweger Petter Northug geschlagen geben, konnte allerdings Johan Olsson aus Schweden auf Distanz halten. Das Highlight der Spiele aber war das Finale der Eishockeyherren zwischen den Kanadiern und den Amerikanern. Im ganzen Land herrschte vor dem Spiel die Devise “Lieber alle 13 kanadischen Goldmedaillen hergeben, wenn man dafür die im Eishockey der Männer erringen könnte” So begann auch das Spiel und schnell gingen die Kanadier mit 1:0 in Führung, die sie bis zur Hälfte des Spiels auf 2:0 ausbauen konnten. Zu dem Zeitpunkt war von den Amis nicht viel zu sehen. Doch es kam wie es kommen musste, die Amerikaner steckten nicht auf, kamen nach einem dicken Patzer vom kanadischen Goalie zum glücklichen Anschluss. Bis 25 Sekunden vor Ende konnten die Kanadier die stärker werdenden Amerikaner in Schach halten, dann mit einem Feldspieler mehr gelang den Amerikanern der umjubelte Ausgleich. Damit waren die kanadischen Goldträume in ihrem Manifest erschüttert. Doch Sidney Crosby liess in der Verlängerung mit einem billigen Tor die Freudentränen laufen. Somit die Kanadier mit Gold, die Amerikaner mit Silber und wie erwähnt die Finnen mit der Bronzemedaille. Ein Land im Freudentaumel.

Bilanz des deutschen Teams: 10xGold (Felix Loch/Rodeln, Magdalena Neuner/Biathlon Verfolgung, Tatjana Hüfner/Rodeln, Maria Riesch/Ski Alpin Superkombination, Magdalena Neuner/Biathlon Massenstart, Andre Lange und Kevin Kuske/Zweierbob, Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad/Langlauf Teamspint, Viktoria Rebensburg/Ski Alpin Riesenslalom, Maria Riesch/Ski Alpin Riesenslalom, Team Deutschland/Eisschnellauf), 13x Silber (Magdalena Neuner/Biathlon Sprint, Stephanie Beckert/Eisschnellauf 3000m, David Möller/Rodeln, Jenny Wolf/Eisschnelllauf 500m, Kerstin Szymkowiak/Skeleton, Tobias Angerer/Langlauf 30km Verfolgung, Thomas Florschütz und Richard Adjei/Zweierbob, Team Deutschland/Skispringen, Axel Teichmann und Tim Tscharnke/Langlauf Teamsprint, Stephanie Beckert/Eisschnelllauf 5000m, Team Deutschland/Langlaufstaffel Damen, Andre Lange und seine Crew/Viererbob, Axel Teichmann/Langlauf 50km klassisch), 7xBronze (Aljona Savchenko und Robin Szolkowy/Eiskunstlaufen, Natalie Geisenberger/Rodeln, Patric Leitner und Alexander Resch/Rodeln, Anja Huber/Skeleton, Simone Hauswald/Biathlon Massenstart, Team Deutschland/Biathlonstaffel Damen, Team Deutschland/Norische Kombination)
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6. EV Regensburg 81
7. Lausitzer Füchse 79
8. EV Landshut 76
9. Düsseldorfer EG 74
10. Eispiraten Crimm 68
11. EHC Freiburg 61
12. Blue Devils Weid 57
13. EC Bad Nauheim 55
14. ESV Kaufbeuren 44
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