Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Wir sind fit, aber etwas müde
02.03.2006 | 22:01 Uhr von Admin
Frederick Caroll, kanadischer Trainer der Lausitzer Füchse, bedauert den Aderlass im Kader, glaubt aber an den Klassenerhalt.

Am Wochenende geht die Hauptrunde zu Ende. Die Playoff-Plätze sind für die Füchse die gesamte Saison über in weiter Ferne geblieben. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Ich habe die Mannschaft nach dem achten Spieltag übernommen, mit ihr praktisch beim Punkt Null angefangen. Ein neuer Trainer bringt auch immer neue Methoden mit. Teilweise hatten wir Erfolg, zum Teil Misserfolg. Wir mussten eine ganze Reihe von Spielerabgängen verkraften, meine Landsmänner haben mich da überrascht. Unser großes Problem war, dass die Konstanz gefehlt hat. Positiv war, dass die jungen Leute bewiesen haben, dass sie mitspielen können und in vielen Partien ihre Chance genutzt haben.

Als Sie Ihr Amt angetreten haben, waren es neun Punkte Rückstand auf einen Playoff-Platz, heute sind es 36. Bei ihrer Ankunft hatten sie mangelnde Fitness für den ausbleibenden Erfolg ausgemacht. Blieb das so?

Natürlich spielt Fitness eine entscheidende Rolle. Sieben, acht Wochen haben wir schon gebraucht, um uns das zu erarbeiten. Heute sind wir meiner Meinung nach fit. Jetzt sind einige der Spieler etwas müde. Kein Wunder bei dem sehr kleinen Kader, der uns nach den Abgängen und Verletzungen noch zur Verfügung steht. Wir sind ohne Junioren 14 Mann, Top-Teams spielen mit 22.
Gerade deshalb verwundert es ja so, dass man Profis mit Vertrag wie zuletzt Richard Rochefort oder im Dezember Daryl Andrews so leicht ziehen ließ.

Bei Andrews spielte die Ausländerregel noch eine entscheidende Rolle, Rochefort hat mir schon beim ersten Einzelgespräch im Oktober gesagt, dass er sich nicht wohl fühlt.

Aber muss für einen Profi nicht auch in dieser Richtung gelten: Vertrag ist Vertrag - nicht nur beim Abkassieren?

Das stimmt schon, aber bei Richard konnte man in den Augen sehen, dass er nicht mit dem Herzen hier war. Da spielt eine Rolle, wenn es der Frau hier nicht gefällt, der Hund bellt, wenn man nach Hause kommt und die Kinder schreien. Und Ablenkung wie in einer Großstadt gibt es hier nun mal nicht. Weißwasser ist eben nicht Düsseldorf oder Köln. Trotzdem finde ich den Abgang nicht in Ordnung, zumal die Zeitspanne überschaubar war und sein Spielerberater immer gesagt hat, dass er bleibt.

Der Geschäftsführer Rene Reinert hat andererseits für die Verpflichtung des Verteidigers Sean Gagnon und des Torwarts Nolan McDonald gesorgt. War das aus sportlicher Sicht im Nachhinein richtig?

Beim Torwart war das letztlich meine Entscheidung. Und Nolan hat auch bewiesen, dass er ein guter Rückhalt ist. Sean hat uns neben seinen Leistungen auf dem Eis vor allem mental sehr geholfen. Nach den vielen Misserfolgen war ich ja eher als Psychologe gefragt. Sean mit seiner Winner-Mentalität war da sehr wichtig. Auch seine Scorerquote mit rund einem Punkt pro Spiel spricht für ihn. Woran er arbeiten muss, ist seine Disziplin. Wenn wir am Ende die Liga halten, haben wir sportlich alles richtig gemacht.

Gagnon war im letzten Spiel gefrustet Mitte des letzten Drittels vom Eis gegangen und nicht mehr wieder gekommen. Ist inzwischen alles ausgeräumt?

Wir hatten am Dienstag ein Gespräch, gestern hat er sich vor der Mannschaft dafür entschuldigt. Für uns ist die Sache damit abgehakt. Sean ist nun mal emotional voll dabei, erst recht bei einem so schlechten Spiel. Das muss hinterher aber wieder vorbei sein. Wir schauen jetzt nach vorn, wollen nicht alles negativ reden.

Haben Sie die Reihen für die Playdowns im Kopf, ist das Team eingespielt?

Das ist schwierig, zumal ja jetzt auch noch Leyva bis zum Saisonende ausfällt. Dafür kommt Kapitän Mattias Wikström wieder zurück. Am besten haben wir zuletzt immer ausgesehen, wenn wir mit zweieinhalb bis drei Reihen gespielt haben. Von den jungen Spielern wird sicher Thomas Götz dabei sein und auch die anderen Jungs werden ihre Eiszeiten bekommen.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft - Endzeitstimmung oder Jetzt-erst-recht?

Ich habe gerade Einzelgespräche mit allen Spielern geführt und ein gutes Gefühl. Alle sind auf das Ziel Klassenerhalt eingeschworen. Was wir jetzt nicht brauchen, ist eine negative Stimmung.

Welchen Platz belegen die Füchse unter den sechs Teams in den Playdowns?

Wir werden mindestens Vierter, haben gegen Essen, Freiburg, Kaufbeuren und Bad Tölz in der Hauptrunde ja auch schon mal gewonnen. Es ist also alles drin - zu Hause mit hoffentlich viel Unterstützung von den Rängen im Rücken.

Quelle:Sächsische Zeitung vom 2.3.2006
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