Auf die Kritik am Freitag in der SZ . „ Das Ende einer Nachwuchs-Hochburg?“ reagiert Dirk Rohrbach, amtierender Vorsitzender des ES Weißwasser.
Sie sehen kein Ende der Weißwasseraner Nachwuchs-Hochburg? Fakt ist ja, dass in der neuen Saison keine erstklassige Nachwuchsmannschaft mehr gibt.
Das ist schon richtig, wobei wir mit der Schülermannschaft noch an Playoffs in der Schüler-Bundesliga teilnehmen. Wir wollen die Situation aber nicht beschönigen. Uns fehlen in den Jahrgängen 1991 bis 1993 Spieler. Da wurden Fehler von Seiten des Vereins schon vor einigen Jahren gemacht. Das Loch ist lange bekannt, hat sicher auch etwas mit den geburtenschwachen Jahrgängen zu tun, aber es wurde auch nicht akribisch genug versucht, es zu schließen. Absehbar war, dass wir für dieses Loch jetzt büßen müssen, wir ab dem Jugendalter in der neue Saison wegen zu geringer Spielerzahl keine Mannschaft mehr aufstellen können. Ich bin aber davon überzeugt, dass mittelfristig wieder viel besser aussehen wird.
Das Aushängeschild, die Mannschaft in der Deutschen Nachwuchsliga, die letzten guten Jahrgänge vor der Spielerlücke, ist abgestiegen. Von einigen Eltern und Spielern kommt heftige Kritik am Trainer.
Erst einmal ist es falsch, dafür den Weg über die Öffentlichkeit zu wählen. Der Vorstand steht hinter dem Trainer. Der Vorwurf, wir hätten zugeschaut, wie die Mannschaft absteigt, stimmt nicht. Es gab während der Saison viele Aussprachen, um die Leistung zu verbessern, den Klassenerhalt vielleicht doch noch zu schaffen. Aber die DNL ist nun mal die stärkste Nachwuchsliga. Unsere Konkurrenten ziehen Talente aus ihrer Region, haben einen viel höheren Etat. Es war klar, dass es da schwierig wird, mitzuhalten.
Konkret werden dem Trainer fehlende Taktik, kein Konzept, ein zum Beispiel im Sommer schlechtes Training, keine Disziplin und Ordnung im Team vorgeworfen, eben, dass die Spieler nicht als Mannschaft auftreten und kämpfen. Ist das alles aus der Luft gegriffen?
Wir halten Rainer Mann für einen guten Trainer. Die Kritik am Sommertraining ist Unsinn, es wurde genauso gemacht wie schon alle Jahre. Außerdem müssen die Talente, die etwas erreichen wollen, auch von selbst etwas für ihre Physis tun. Fehlendes Konzept oder Taktik ist genauso Quatsch. Und was Disziplin und Ordnung betrifft, da muss auch etwas von zu Hause kommen. Eins muss man zugeben. Woanders werden gegen Spieler, die sich an bestimmte Regeln nicht halten, Sanktionen ausgesprochen. Aber bei uns ist das aufgrund der geringen Spielerzahl kaum möglich und außerdem stehen dann die Eltern, die sich am lautesten beschweren, als erste auf der Matte.
Also ist der Vorstand zufrieden mit der Mannschaft und der Arbeit des Trainers?
Das können wir natürlich nach diesem Ergebnis nicht sein. Es war mehr drin.
Steffen Thau, Trainer der Nieskyer Tornados und mit denen Aufsteiger in die Regionalliga, bezeichnet den Einstieg der DNL-Spieler gemeinsam mit den Jungfüchsen in diese Liga als endgültiges Aus für viele Nachwuchshoffnungen, weil die Spieler den physischen Anforderungen nicht gewachsen sind.
Es ging uns darum, den Spielern mit Abwanderungsgedanken eine adäquate Alternative zur DNL aufzeigen zu können. Die Regionalliga wäre ein gutes Sprungbrett für die Spieler in die zweite Bundesliga. Dass das Regionalligateam vor drei Jahren vom Verein so leicht aufgegeben wurde, war ein Rieseneinschnitt für unsere Nachwuchsarbeit. Jetzt haben wir auch gar keine ernsthafte Alternative, als diesen Weg zu gehen.
Schaffen die Spieler das – gerade die Jüngeren – gegen unter Umständen körperlich weit überlegene Gegner?
Erst einmal war es die einzige Möglichkeit und ein Großteil der Spieler kann das. Meine Aufgabe in den nächsten vier Monaten wird es sein, auch für die Jüngeren eine Lösung anzubieten. Ein übergroßes Verletzungsrisiko werden wir mit ihnen nicht eingehen. Ich werde deshalb auch mit Niesky reden.
Wer wird Trainer der Mannschaft?
Das kann ich heute noch nicht sagen. Er muss auf jeden Fall gut mit dem Trainer der Profis zusammenarbeiten können. Außerdem wollen wir im Verein auf drei hauptamtliche Trainer aufstocken.
Gibt es mittelfristig wieder Hoffnung, dass es wieder eine Nachwuchs-Hochburg Weißwasser geben wird?
Wir tun jedenfalls alles dafür. Die Schüler-Bundesliga-Mannschaft könnte wie gesagt schon in dieser Saison aufsteigen. Wir müssen aber trotzdem überlegen, ob das nicht zu zeitig kommt. Ab dem Jahrgang 1994/95 wollen wir jedenfalls permanent in dieser Liga spielen. Später soll die Jugend-Bundesliga folgen, am Ende die DNL oder Junioren-Bundesliga stehen.
Wie sieht es in den jüngeren Altersklassen aus?
Die Basis von unten her wird wieder breiter. Wir werden in der neuen Saison auch eine Knaben-, Kleinschüler und Bambini-Mannschaft mit ausreichend vielen Kindern haben. Die Zusammenarbeit mit Niesky funktioniert da übrigens. Und in der Laufgruppe haben wir zurzeit etwa 40 Kinder. Wir sammeln die Kinder mit einem Shuttle-Bus ein und fahren sie wieder nach Hause. Um die Zukunft muss uns nicht bange sein.
Nein, wenn man sich die Entwicklung seit 1990 ansieht, da muss keinem um die Zukunft bange sein. Ganz und gar nicht! Bus-Shuttle heute. Wann kommt so eine Art Hundefaengersystem?
2 | Cameleon | 14.03.2006 @ 18:12
Eine Sportschule ist eventuell eine alternative mit angeschlossenem Internat, so könnte man Jugend aus einem größerem Umkreis mit einbeziehen. Wo sollen auch Kinder herkommen wenn keine mehr da sind!
3 | Hoywoyfux | 14.03.2006 @ 20:03
@Cameleon - und wer bezahlt das ? Schon allein das Projekt mit 3 hauptamtlichen Trainern ist ein Wagnis. Es muss jedoch die klare Devise geben : Leistung gegen Geld - und vorallem muss ein Jugendtrainer auch mit der Jugend umgehen können, somit qualifiziertes technisches und pädagogisches Wissen haben, keine Hau-Drauf-Mentalität. Daran muss er sich messen lassen, auch wenn die Eltern als erste auf der Matte stehen - denn die zahlen nämlich für den Sport ihrer Kinder auch einige Euro.
4 | kojoti | 14.03.2006 @ 22:29
Trotzdem ist zuviel Einfluss der Eltern auch nicht gesund. Mit dem richtigen Trainer kann man das Problem vielleicht minimieren.
5 | Puck | 15.03.2006 @ 07:01
3 Trainer richtig, man hat es am Montag gesehen bei den Bambini, mit 3 Trainern läuft das Training besser, es waren fast 30 Kinder da
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Sie sehen kein Ende der Weißwasseraner Nachwuchs-Hochburg? Fakt ist ja, dass in der neuen Saison keine erstklassige Nachwuchsmannschaft mehr gibt.
Das ist schon richtig, wobei wir mit der Schülermannschaft noch an Playoffs in der Schüler-Bundesliga teilnehmen. Wir wollen die Situation aber nicht beschönigen. Uns fehlen in den Jahrgängen 1991 bis 1993 Spieler. Da wurden Fehler von Seiten des Vereins schon vor einigen Jahren gemacht. Das Loch ist lange bekannt, hat sicher auch etwas mit den geburtenschwachen Jahrgängen zu tun, aber es wurde auch nicht akribisch genug versucht, es zu schließen. Absehbar war, dass wir für dieses Loch jetzt büßen müssen, wir ab dem Jugendalter in der neue Saison wegen zu geringer Spielerzahl keine Mannschaft mehr aufstellen können. Ich bin aber davon überzeugt, dass mittelfristig wieder viel besser aussehen wird.
Das Aushängeschild, die Mannschaft in der Deutschen Nachwuchsliga, die letzten guten Jahrgänge vor der Spielerlücke, ist abgestiegen. Von einigen Eltern und Spielern kommt heftige Kritik am Trainer.
Erst einmal ist es falsch, dafür den Weg über die Öffentlichkeit zu wählen. Der Vorstand steht hinter dem Trainer. Der Vorwurf, wir hätten zugeschaut, wie die Mannschaft absteigt, stimmt nicht. Es gab während der Saison viele Aussprachen, um die Leistung zu verbessern, den Klassenerhalt vielleicht doch noch zu schaffen. Aber die DNL ist nun mal die stärkste Nachwuchsliga. Unsere Konkurrenten ziehen Talente aus ihrer Region, haben einen viel höheren Etat. Es war klar, dass es da schwierig wird, mitzuhalten.
Konkret werden dem Trainer fehlende Taktik, kein Konzept, ein zum Beispiel im Sommer schlechtes Training, keine Disziplin und Ordnung im Team vorgeworfen, eben, dass die Spieler nicht als Mannschaft auftreten und kämpfen. Ist das alles aus der Luft gegriffen?
Wir halten Rainer Mann für einen guten Trainer. Die Kritik am Sommertraining ist Unsinn, es wurde genauso gemacht wie schon alle Jahre. Außerdem müssen die Talente, die etwas erreichen wollen, auch von selbst etwas für ihre Physis tun. Fehlendes Konzept oder Taktik ist genauso Quatsch. Und was Disziplin und Ordnung betrifft, da muss auch etwas von zu Hause kommen. Eins muss man zugeben. Woanders werden gegen Spieler, die sich an bestimmte Regeln nicht halten, Sanktionen ausgesprochen. Aber bei uns ist das aufgrund der geringen Spielerzahl kaum möglich und außerdem stehen dann die Eltern, die sich am lautesten beschweren, als erste auf der Matte.
Also ist der Vorstand zufrieden mit der Mannschaft und der Arbeit des Trainers?
Das können wir natürlich nach diesem Ergebnis nicht sein. Es war mehr drin.
Steffen Thau, Trainer der Nieskyer Tornados und mit denen Aufsteiger in die Regionalliga, bezeichnet den Einstieg der DNL-Spieler gemeinsam mit den Jungfüchsen in diese Liga als endgültiges Aus für viele Nachwuchshoffnungen, weil die Spieler den physischen Anforderungen nicht gewachsen sind.
Es ging uns darum, den Spielern mit Abwanderungsgedanken eine adäquate Alternative zur DNL aufzeigen zu können. Die Regionalliga wäre ein gutes Sprungbrett für die Spieler in die zweite Bundesliga. Dass das Regionalligateam vor drei Jahren vom Verein so leicht aufgegeben wurde, war ein Rieseneinschnitt für unsere Nachwuchsarbeit. Jetzt haben wir auch gar keine ernsthafte Alternative, als diesen Weg zu gehen.
Schaffen die Spieler das – gerade die Jüngeren – gegen unter Umständen körperlich weit überlegene Gegner?
Erst einmal war es die einzige Möglichkeit und ein Großteil der Spieler kann das. Meine Aufgabe in den nächsten vier Monaten wird es sein, auch für die Jüngeren eine Lösung anzubieten. Ein übergroßes Verletzungsrisiko werden wir mit ihnen nicht eingehen. Ich werde deshalb auch mit Niesky reden.
Wer wird Trainer der Mannschaft?
Das kann ich heute noch nicht sagen. Er muss auf jeden Fall gut mit dem Trainer der Profis zusammenarbeiten können. Außerdem wollen wir im Verein auf drei hauptamtliche Trainer aufstocken.
Gibt es mittelfristig wieder Hoffnung, dass es wieder eine Nachwuchs-Hochburg Weißwasser geben wird?
Wir tun jedenfalls alles dafür. Die Schüler-Bundesliga-Mannschaft könnte wie gesagt schon in dieser Saison aufsteigen. Wir müssen aber trotzdem überlegen, ob das nicht zu zeitig kommt. Ab dem Jahrgang 1994/95 wollen wir jedenfalls permanent in dieser Liga spielen. Später soll die Jugend-Bundesliga folgen, am Ende die DNL oder Junioren-Bundesliga stehen.
Wie sieht es in den jüngeren Altersklassen aus?
Die Basis von unten her wird wieder breiter. Wir werden in der neuen Saison auch eine Knaben-, Kleinschüler und Bambini-Mannschaft mit ausreichend vielen Kindern haben. Die Zusammenarbeit mit Niesky funktioniert da übrigens. Und in der Laufgruppe haben wir zurzeit etwa 40 Kinder. Wir sammeln die Kinder mit einem Shuttle-Bus ein und fahren sie wieder nach Hause. Um die Zukunft muss uns nicht bange sein.
Quelle: Sächsische Zeitung vom 14.3.06, Lokalausgabe Niesky
Das Gespräch führte Frank Thümmler