Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Zwei Punkte, die reichen können
01.04.2006 | 01:24 Uhr von
In der Hauptrunde war die Bilanz der Lausitzer Füchse gegen die Tölzer Löwen ausgeglichen, beide Mannschaften gewannen je zwei Mal. Genau das wollten die Füchse nach der 1:2 Niederlage im allerersten Spiel der Abstiegsrunde jetzt wieder schaffen, zumal damit der Klassenerhalt in greifbare Nähe rücken würde.

Die Löwen selbst standen vor dem Spiel mit dem Rücken zur Wand, benötigten angesichts von zwei Punkten Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz (Essen) dringend Punkte.

Sean Gagnon (links) und Mattias Wikström jubeln über den 3:2-Siegtreffer in der Verlängerung.
Die Füchse begannen das Spiel dann aber besser, waren zunächst spielbestimmend und hatten auch die größeren Chancen. Einen Lindmark-Schuss von der blauen Linie konnte Mark Cavallin im Tor der Löwen nur abprallen lassen, Michael Kreitl traf aber im Nachschuss nicht. Ein weiterer Schuss vom Bullypunkt traf nur das Außennetz. Danach durfte sich zweimal auch Nolan McDonald im Füchse-Tor auszeichnen, bevor Jörg Pohling nach einer 2:1 Situation mit Martin Sekera an Cavallin scheiterte. Dann aber bekamen die Füchse einen unglücklichen Gegentreffer: Der Puck lag auf dem Außennetz, die Löwen holten ihn schnell aber wieder aufs Eis. Troy Bigam hatte die Scheibe hinter der Grundlinie und schob sie dem in diesem Moment orientierungslosen McDonald an den Schlittschuh, von wo sie ins Tor sprang (9.).

Die Füchse zeigten sich geschockt, der Spielfaden riss. Erst zehn Minuten danach hatten die Füchse eine echte Ausgleichs-Chance, als Michael Kreitl von hinter der gegnerischen Grundlinie Mattias Wikström vor dem Tor bediente, der aber am starken Cavallin im Tor scheiterte.

Zu Beginn des zweiten Drittels lief es weiter nicht gut für die Füchse. Die Angriffe waren eher sporadisch, es gelang nichts Zwingendes – bis zur 27. Minute. Da hatte Morgan Warren allein vor dem Tor (nach Wikström-Pass) eine Riesenchance, vergab aber. Bad Tölz blieb aus der Defensivhaltung gefährlich, tauchte einmal auch mit einer 2:1-Situation vor McDonald auf, der aber gut reagierte. Auf der anderen Seite häuften sich jetzt so langsam die Chancen, auch der junge Thomas Götz setzte mit einem sehenswerten Solo ein Zeichen, bis Morgan Warren mit seine dritten Chance in diesem Drittel (Cavallin hatte zwischendurch aus Nahdistanz prächtig reagiert) der Ausgleich gelang. Der Kanadier war hinter der blauen Linie in die Mitte geschwenkt und hatte abgezogen. Cavallin war die Sicht völlig verdeckt und der Puck schlug über seiner Schulter im Tor ein. Danach waren die Füchse dem Führungstreffer näher als die Gäste.

Fotos: Gunnar Schulze
Das Schlussdrittel begann so schlecht, wie es nur beginnen konnte. Für vier Sekunden hatten die Gäste eine 5:3-Überzahl – und das nutzten sie, als gerade der erste Fuchs (Pohling) wieder zurück aufs Eis kam. Nach dem Rückstand benötigten die Füchse wieder eine ganze Weile, um sich große Chancen zu erarbeiten. Dann aber hatte Jörg Pohling, hervorragend freigespielt von Sekera und Müller, die Riesenchance zum Ausgleich, löffelte die Scheibe aus drei Metern aber über das Tor (54.) zur großen Erleichterung aller gelang wenig später der Ausgleich, als Cavallin einen Gagnon-Schuss nach vorn prallen lassen musste und Jörg Pohling, der gut mitgelaufen war, ins leere Tor einschieben konnte.

Wenig später hatte erneut Pohling die Entscheidung für die Füchse auf der Kelle, als er nach einem Break in Unterzahl, das er gemeinsam mit Lars Müller gelaufen war, am erneut super haltenden Cavallin scheiterte. In der letzten Minute stockte noch einmal allen Fans im Fuchsbau der Atem, als Goalie Nolan McDonald gegen einen Schuss der Löwen seine Nervenstärke beweisen musste.

In der fälligen Verlängerung gab es auf beiden Seiten einige „kleine“ Chancen. Der insgesamt verdiente Siegtreffer für die Füchse fiel dann in einer unübersichtlichen Situation. Gagnon hatte wieder von der blauen Linie geschossen, Mattias Wikström störte Torwart Mark Cavallin – und irgendwie war der Puck drin, und der Jubel riesengroß. Noch ein Sieg in den ausstehende drei Spielen, und es sollte reichen.

Stimmen

Frederick Carroll (Trainer Lausitzer Füchse): Natürlich wollten wir die drei Punkte. Allerdings war es heute unnötig knapp. Wenn wir unsere Chancen immer so schlecht nutzen, wird es in jedem Spiel ganz eng. Heute haben wir, so glaube ich, 16 Chancen für ein Tor benötigt. Das geht eigentlich nicht. Deshalb bin ich sehr zufrieden, dass wir zwei Punkte geholt haben, auch wenn wir im direkten Vergleich den Löwen damit unterlegen sind. Ich bin gute Dinge, dass wir den Klassenerhalt schaffen.

Axel Kammerer (Trainer Tölzer Löwen ): Natürlich wollten auch wir die drei Punkte, schon weil in der Abstiegsrunde nur Siege zählen. Wir haben dann ganz gut begonnen, trotz der langen Busfahrt. Insgesamt bin ich mit meiner jungen Mannschaft zufrieden, auch mit dem einen Punkt. Zumal unsere Mannschaft geschwächt in das Spiel gegangen war, weil uns Jeff Hoad unter der Woche verlassen hat (angeblich wegen einer beginnenden Ausbildung in Kanada, d. Red.). Aber das junge Team hat sich gut präsentiert und vielleicht wird der gewonnene direkte Vergleich gegen Weißwasser am Ende doch noch einmal wichtig.

Quelle: Sächsische Zeitung Lokalteil WSW vom 01.04.2006
792 mal gelesen
 
1 | Arethusa | 01.04.2006 @ 02:43
Netter Bericht, nur der Spruch zu Jeff Hoad "angeblich wegen einer beginnenden ausbildung" hätte sich die SZ sparen können. So ist es nunmal in Kanada und mit 33 Jahren sollte man für die weitere Zukunft planen. Trotzdem bin ich froh über die 2 Punkte. Jetzt in Kaufbeuren Siegen und wir sollten durch sein.
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