"Mit Gewalt - Klassenerhalt!" So prangte es vor Spielbeginn von einem riesigen Plakat, während auf der gegenüberliegenden Stadionseite "Der Mythos Eishockey in Weißwasser darf nicht sterben!", von der Anzeigetafel flimmerte. Nach 60 kampfbetonten und von den Gelb-Blauen hochkonzentriert geführten Spielminuten war das Abstiegsgespenst durch das 3:0 über den EHC München endgültig - und "gewaltsam" - aus dem Fuchsbau vertrieben, alle hatten sich wieder lieb.
Für das Gros der Mannschaft dürften die vielen Ehren- gleichzeitig die Abschiedsrunden gewesen sein. Denn ein derart teures (und trotzdem wenig erfolgreiches) Team wird es in der Lausitz so bald nicht wieder geben. So verwunderte es auch nicht, dass Ausrüstungsteile der Cracks zu begehrten Trophäen wurden. Mit der Freude über den Klassenerhalt ist auch die Hoffnung nach Weißwasser zurückgekehrt, die Profi-GmbH wirtschaftlich grundlegend sanieren und damit dem Profi-Eishockey eine dauerhafte Basis geben zu können. Geschäftsführer René Reinert ist insofern ein "gebranntes Kind". Von den gut bezahlten vermeintlichen Leistungsträgern häufig im Stich gelassen, hat es der Unternehmer aus Schleife mit hohem persönlichen Einsatz geschafft, die Insolvenz der wirtschaftlich angeschlagenen GmbH zu verhindern. Nun wird durch den Vorgriff auf Sponsorengelder der Saison 2006/07 der Etat der abgelaufenen Spielzeit ausgeglichen.
Danach ist Schmalhans Küchenmeister. "Wenn ich mir angucke, was einige Spieler bekommen haben, dann muss ich ihnen sagen, dass sie das nicht verdienten", spricht Füchse-Coach Fred Carroll Klartext: "Für solche Summen kriege ich zwei, zum Teil gar drei Akteure." Derart preiswerte und trotzdem leistungsstarke Cracks wird der Kanadier in den kommenden Wochen suchen müssen. Denn nach Lage der Dinge wird sich der neue Etat auf nur etwa 800.000 Euro belaufen. "Wir haben alle Zeit der Welt. Selbst wenn im Juli erst sechs Spieler unter Vertrag stehen, ist das kein Grund zu Panik. An Preistreiberei werden wir uns bestimmt nicht beteiligen", kündigt Carroll an, den die nervenaufreibende Saison maßlos geschlaucht hat: "So sehr wie in diesem Jahr habe ich Urlaub noch nie gebraucht."
Derweil wünschen "Unternehmer der Region" einem anderen Weißwasseraner Dauerurlaub. In einem Offenen Brief weisen Sponsoren eine Attacke von Oberbürgermeister Hartwig Rauh gegen Reinert zurück und fordern das Stadtoberhaupt zum Rücktritt auf. War vor 14 Tagen bereits der Streit um dem EHC vertraglich zugesicherte Sponsorengelder in Höhe von 116.000 Euro, deren Auszahlung der OB verhindert, offen ausgebrochen, so brachten nun Äußerungen Rauhs über angeblich "unseriöse Geschäftsgebaren" von Füchse-Chef Reinert das Fass zum Überlaufen. "Diese unsachliche Entgleisung lässt uns an ihrer Kompetenz als Oberbürgermeister zweifeln", heißt es in dem Brief, der mit der Forderung endet: "Machen sie den Weg frei für einen Neuanfang in unserer Stadt." Während es den Neuanfang beim EHC mit Sicherheit gibt, wird man sich in der Stadt weiter mit Rauh arrangieren müssen. Nachdenklich stimmt der Umstand, dass ein kooperatives Miteinander zwischen OB und Eissportlern weder Klaus Dietze noch Ludwig Thommaschk, René Reinert oder nun Dieter Krein als Eishockeyvertreter erreichen konnten. Mag man da Rauhs Bekundungen, tatsächlich Interesse am Erhalt des Eissports zu haben, wirklich glauben?
Also ich hätte da einen preiswerten und richtig guten Spieler. Hat schon 2. Bundesliga gespielt und war in der Oberliga Topscorer. Ist zwar noch Tscheche, aber schon so lange in Deutschland, dass er den deutschen Pass bekommen könnte. Spielt derzeit in Leipzig Regionalliga. Hat die Blue Lions auf Platz 1 der Meisterrunde geführt und jetzt in Braunlage im 2. entscheidenden Play-off-Spiel mit seinen 3 Toren maßgeblichen Anteil daran, dass die Lions immer noch ins Finale einziehen können.
2 | Arni | 11.04.2006 @ 11:35
Da fällt mir nur Daniel Jun ein, der müsste aber schon nen Deutschen Pass haben.
3 | Muc | 11.04.2006 @ 12:36
... und wer ist Topscorer in Leipzig?
4 | keeper | 12.04.2006 @ 14:42
Topscorer in der Punkterunde war das glaub ich Bartell o. Eichelkraut. In der Meisterrunde glaub ich Jun.
5 | tanngrismir | 12.04.2006 @ 20:08
Wenn Ihr hier noch weitere Namen in die Runde werft, werden die betreffenden Spieler mit Sicherheit nicht merh so "billig" sein, wie sich das hier einige vorstellen.
6 | SEFI | 12.04.2006 @ 23:47
Jun spielt noch als Ausländer.
Bartell hat Vertrag in Leipzig verlängert.
7 | keeper | 13.04.2006 @ 08:48
Aber Jun ist wirklich ein richtig guter und menschlich eine Bank. Um 2. Liga spielen zu können, würde er alles tun. Ich weiß dass er in Leipzig keine Unsummen verdient. Und so gut wie die Ausländer dieses Jahr waren, ist er allemal. Nut dass er um einiges billiger sein dürfte.
8 | Reimann | 13.04.2006 @ 14:32
@5 * Ironie*
Dann wären wir aber der erste Verein , wo der Fan, den Marktwert des jeweiligen Spielers in die Höhe treibt!
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Für das Gros der Mannschaft dürften die vielen Ehren- gleichzeitig die Abschiedsrunden gewesen sein. Denn ein derart teures (und trotzdem wenig erfolgreiches) Team wird es in der Lausitz so bald nicht wieder geben. So verwunderte es auch nicht, dass Ausrüstungsteile der Cracks zu begehrten Trophäen wurden. Mit der Freude über den Klassenerhalt ist auch die Hoffnung nach Weißwasser zurückgekehrt, die Profi-GmbH wirtschaftlich grundlegend sanieren und damit dem Profi-Eishockey eine dauerhafte Basis geben zu können. Geschäftsführer René Reinert ist insofern ein "gebranntes Kind". Von den gut bezahlten vermeintlichen Leistungsträgern häufig im Stich gelassen, hat es der Unternehmer aus Schleife mit hohem persönlichen Einsatz geschafft, die Insolvenz der wirtschaftlich angeschlagenen GmbH zu verhindern. Nun wird durch den Vorgriff auf Sponsorengelder der Saison 2006/07 der Etat der abgelaufenen Spielzeit ausgeglichen.
Danach ist Schmalhans Küchenmeister. "Wenn ich mir angucke, was einige Spieler bekommen haben, dann muss ich ihnen sagen, dass sie das nicht verdienten", spricht Füchse-Coach Fred Carroll Klartext: "Für solche Summen kriege ich zwei, zum Teil gar drei Akteure." Derart preiswerte und trotzdem leistungsstarke Cracks wird der Kanadier in den kommenden Wochen suchen müssen. Denn nach Lage der Dinge wird sich der neue Etat auf nur etwa 800.000 Euro belaufen. "Wir haben alle Zeit der Welt. Selbst wenn im Juli erst sechs Spieler unter Vertrag stehen, ist das kein Grund zu Panik. An Preistreiberei werden wir uns bestimmt nicht beteiligen", kündigt Carroll an, den die nervenaufreibende Saison maßlos geschlaucht hat: "So sehr wie in diesem Jahr habe ich Urlaub noch nie gebraucht."
Derweil wünschen "Unternehmer der Region" einem anderen Weißwasseraner Dauerurlaub. In einem Offenen Brief weisen Sponsoren eine Attacke von Oberbürgermeister Hartwig Rauh gegen Reinert zurück und fordern das Stadtoberhaupt zum Rücktritt auf. War vor 14 Tagen bereits der Streit um dem EHC vertraglich zugesicherte Sponsorengelder in Höhe von 116.000 Euro, deren Auszahlung der OB verhindert, offen ausgebrochen, so brachten nun Äußerungen Rauhs über angeblich "unseriöse Geschäftsgebaren" von Füchse-Chef Reinert das Fass zum Überlaufen. "Diese unsachliche Entgleisung lässt uns an ihrer Kompetenz als Oberbürgermeister zweifeln", heißt es in dem Brief, der mit der Forderung endet: "Machen sie den Weg frei für einen Neuanfang in unserer Stadt." Während es den Neuanfang beim EHC mit Sicherheit gibt, wird man sich in der Stadt weiter mit Rauh arrangieren müssen. Nachdenklich stimmt der Umstand, dass ein kooperatives Miteinander zwischen OB und Eissportlern weder Klaus Dietze noch Ludwig Thommaschk, René Reinert oder nun Dieter Krein als Eishockeyvertreter erreichen konnten. Mag man da Rauhs Bekundungen, tatsächlich Interesse am Erhalt des Eissports zu haben, wirklich glauben?
Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten vom 11.04.2006