Ausgelassen und froh tanzten Fans und Spieler der Lausitzer Füchse in Weißwassers Eissporthalle. Sie legten am Sonntagabend im Fuchsbau eine heiße Sohle hin, bis der Boden zu ihren Füßen taute. Der schmolz hauptsächlich, weil nach der Schluss-Sirene des letzten Saisonspiels die Kältemaschinen abgestellt wurden. „Strom ist teuer, auch wenn der Energie-Riese Vattenfall zu unseren treuen Sponsoren gehört“, erklärte Füchse-Geschäftsführer Rene Reinert. Die Kassen im Fuchsbau sind chronisch leer. Vor Wochen drehte der Stadtrat den Geldhahn weiter zu, kürzte Zuwendungen an die Spielbetriebs-Gesellschaft. Damit fallen weitere 200 000 Euro weg. Mit dem 3:0 gegen München schaffte der nordsächsische Traditionsverein in letzter Sekunde den sportlichen Verbleib in Liga zwei. Auch wirtschaftlich zieren die Füchse das Tabellenende. Für die neue Spielzeit reduzierte sich der Etat von 1,6 Millionen auf 800 000 Euro. Wolfsburg verfügt im Vergleich dazu über ein Acht-Millionen-Budget. Die Stadt kündigte den Vertrag, mit dem die Betreibergesellschaft die Spiele der Füchse und den Stadion-Unterhalt übernahm. Weißwassers Oberbürgermeister Hartwig Rauh will den Proficlub nicht mit kommunalen Geldern fördern. Daran entzündete sich der Protest regionaler Sponsoren des Vereins. „Der OB lässt uns im Stich. Er ignoriert, wie wichtig der Eissport für die Stadt und die Region ist“, sagte Bauunternehmer Bernd Nadebor, stellvertretend für 60 Förderer, die zweimal privat die Gehaltszahlungen an die Spieler retteten und am Sonntag einen Rücktritts-Appell an den Bürgermeister unterzeichneten.
Auf eine Einigung mit der Stadt hofft Trainer Fred Carroll, der gern in der Lausitz weiter arbeiten will. „Ich kenne die Details nicht. Aber beide Seiten sollten sich an die Abmachung halten. Wir müssen sparen, brauchen jedoch für nächstes Jahr ein konkurrenzfähiges Team“, erklärt der 43-jährige Kanadier, der noch vor dem Osterurlaub mit Frau Stephanie und Sohn Reed-Connor in Spanien seinen Vertrag verlängern will. Allerdings geriet die Verhandlung gestern ins Stocken, weil Geschäftsführer Reinert schwer erkältet das Bett hüten musste. Ins Zweitliga-Team rücken Jungfüchse wie Johann Geddert, Daniel Wimmer und Thomas Götz. Außerdem rechnen die Lausitzer weiter mit dem kanadischen Goalie Nolan McDonald, der gestern in den Heimat-Urlaub flog.
Ebenfalls Urlaub in Kanada, mit einem Besuch der Eishockey Hall of Fame in Toronto, plant Kapitän Lars Müller. Bevor er sich mit Ehefrau Daniela sowie den Kindern Maximilian und Hannah auf den Weg macht, will er einen neuen Vertrag unterschrieben haben. Angebote liegen von mehreren Zweitligisten vor, auch von den Dresdner Eislöwen. Müller, der mit fünf Jahren in der Lausitz das Eishockey-Abc erlernte, hat Vorstellungen: „In Weißwasser wohnt meine Familie, hier fühle ich mich wohl. Aber der Job muss Spaß machen. Ich will nicht die ganze Saison gegen den Abstieg spielen. Da verlieren auch die Fans irgendwann die Lust.“ Quelle: Sächsische Zeitung
1 | Wolverine | 12.04.2006 @ 09:34
Gute Antwort von Lars! Da hatt er recht,und so sollten auch alle Drüber nachdenken! Mit 800 Riesen brauchen wir nicht anzufangen in der "2liga"....Nach dem Muster 4x verlieren 1x gewinnen...2x verlieren durch zufall 2y gewinnen usw.. das is mist...und da geht auch irgendwann der beste Fan nich mehr hin..Und erst recht keiner aus BZ,HY,oder sogar GR,ZI....allo sollten in Ruhe denken.....aber sooo brauchen wir wirklich net auf Krampf in der 2 ten Liga Spielen.... schade aber die Trockene Wahrheit!
2 | szdd | 12.04.2006 @ 10:15
Wie soll man mit 800.000 EUR Jahresetat professionelles Eishockey betreiben? Das erscheint mir unmöglich. Ich glaube da muss ein Wunder her (mal wieder)....
3 | Axel Schweiss | 12.04.2006 @ 10:49
Damit ist klar das Lars weg ist.Man könnte es ihn nicht verdenken.Er muss davon ausgehen das wir unten rumspielen werden das hat ja auch Herr Reinert gesagt.Tja und jeder hat gesehen wie sauer Lars war wenn die anderen nicht mitgezogen haben.Darauf hat er kein Bock mehr.Da muss sich der Verein an die eigene Nase fassen denn was hier diese Saison für das viele Geld für Leute gespielt haben ist peinlich.Viel Geld null Charakter.Tschau Axel.
4 | Supporters-Stuttgart | 12.04.2006 @ 10:50
In dem man in der Saison mit einer jungen Truppe spielt und sich einen Monat vor den Playdowns 5 gute Ausländer holt, damit man die Abstiegsrunde übersteht.
5 | Kasatonov | 12.04.2006 @ 16:42
@4: nur gut, dass sonst kein anderer Verein auf so eine Idee kommt und gute Leute die ganze Saison darauf warten, um im Land der drei Meere zwei Monate Eishockey zu spielen.
6 | Kasatonov | 12.04.2006 @ 16:44
@1: also ist die 2. Buli doch nicht so wichtig, muss nicht um jeden Preis gehalten werden?
7 | Wolverine | 12.04.2006 @ 16:46
Ich denke wir alle sollten uns weiter an den Gedanken gewöhnen das wir soo nix in der 2 Liga bewegen können und werden,und das ist besser jetzt als sich weiter irgendwas einzureden...und aud die Namen warten die Fred aus dem hut zaubern könnte.!! Ich denke selbst in der Oberliga wären wir mit 800 Riesen kein Play Off Team!
8 | Stadtfuchs | 12.04.2006 @ 18:37
Die Fans sehen lieber eine kämpfende wenn auch chancenlose Truppe als einen Haufen von teilweise überteuerten Stars, die sich egoistisch auf dem Eis profilieren wollen. Letztendlich kann es sportlich nicht viel schlimmer werden als derzeit gesehen. Ja, Kasatonov, die 2. Liga ist wichtig für den Verein auch wenn wir nur Außenseiter wären. Man muß in der Oberliga fast mit ähnlichen Kosten rechnen, hat aber weniger Einnahmen.
9 | Brian | 12.04.2006 @ 20:29
Leut wir haben diese Saison auf die Gelder für das nächste Jahr vorgegriffen. Wer sagt denn dann nicht das wir eventuell übernächstes Jahr wieder wieder mehr Geld haben weil uns wieder die volle Sponsorsumme zusteht? Wir müssen nächste Saison mit kratzen, beißen, kämpfen nochmal die 2.Liga erhalten und können dann eventuell auch wieder besseren Zeiten entgegen sehen.
10 | Jörg | 13.04.2006 @ 08:54
@1 bis 7: Gut, dass die Füchse solche Fans mit derart viel Gespür für die Situation haben... ;-( Wenn jetzt R.R. und F.C. auch noch in den Jammergesang einstimmen,ist die Zukunft sicher rosig!Zum Glück ist die "Ware Mensch" nicht so exakt kalkulierbar.Sonst wären wir mit der Teuer-Truppe sicher in den Play-offs gelandet.Ich glaube an den Sachverstand von F.C. und die Erfahrungen+Engagement von R.R.Es wird bestimmt ne spannende Saison!
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Auf eine Einigung mit der Stadt hofft Trainer Fred Carroll, der gern in der Lausitz weiter arbeiten will. „Ich kenne die Details nicht. Aber beide Seiten sollten sich an die Abmachung halten. Wir müssen sparen, brauchen jedoch für nächstes Jahr ein konkurrenzfähiges Team“, erklärt der 43-jährige Kanadier, der noch vor dem Osterurlaub mit Frau Stephanie und Sohn Reed-Connor in Spanien seinen Vertrag verlängern will. Allerdings geriet die Verhandlung gestern ins Stocken, weil Geschäftsführer Reinert schwer erkältet das Bett hüten musste. Ins Zweitliga-Team rücken Jungfüchse wie Johann Geddert, Daniel Wimmer und Thomas Götz. Außerdem rechnen die Lausitzer weiter mit dem kanadischen Goalie Nolan McDonald, der gestern in den Heimat-Urlaub flog.
Ebenfalls Urlaub in Kanada, mit einem Besuch der Eishockey Hall of Fame in Toronto, plant Kapitän Lars Müller. Bevor er sich mit Ehefrau Daniela sowie den Kindern Maximilian und Hannah auf den Weg macht, will er einen neuen Vertrag unterschrieben haben. Angebote liegen von mehreren Zweitligisten vor, auch von den Dresdner Eislöwen. Müller, der mit fünf Jahren in der Lausitz das Eishockey-Abc erlernte, hat Vorstellungen: „In Weißwasser wohnt meine Familie, hier fühle ich mich wohl. Aber der Job muss Spaß machen. Ich will nicht die ganze Saison gegen den Abstieg spielen. Da verlieren auch die Fans irgendwann die Lust.“
Quelle: Sächsische Zeitung