Dr. Wolfgang Stiehler (62) ist einer der Unterzeichner des offenen Briefes, in dem Unternehmer aus der Region den Rücktritt von Weißwassers Oberbürgermeister Hartwig Rauh fordern (die RUNDSCHAU berichtete).
Was bewog den Halbendorfer, seinen Namenszug unter diese Forderung zu setzen? Wolfgang Stiehler ist neben Bernd Nadebor und René Reinert sowie der Firma Olaf Gesellschafter in der EHC Lausitzer Füchse GmbH. Das bereits seit drei Jahren. Und das neben seines eigentlichen Jobs als Geschäftsführer der Krebaer Fisch GmbH. Seinen Mitstreitern geht es nicht anders. Auch sie tragen Verantwortung für ihre mittelständischen Unternehmen und somit für zahlreiche Arbeitsplätze.
Sie vereint eins: «So wie ich mit Herzblut am Eishockey hänge und an der Region und alles fördere, was dieser zuträglich ist, ergeht es den anderen beiden ebenso» , sagt Stiehler.
Beruflich kommt der Halbendorfer viel in Deutschland herum. «Wenn ich sage, woher ich komme, ernte ich meist fragende Blicke. Fällt dann das Stichwort Eishockey, ändert sich das.»
Stiehler ist damals wie heute der Meinung, dass es sich lohnt, sich für den Eissport zu engagieren. «Gerade die wenigen, die es in der Region können, sollen es meiner Meinung nach machen.» Doch er weiß auch, dass es längst nicht nur ein Ehrenamt ist, sondern viel, viel persönlicher Einsatz abverlangt wird. «Wir geben nicht nur das. Wir geben Herz, Seele, Verstand, viel, viel Zeit und vor allem auch viel Geld. Dafür verlange ich keine Lobhuddelei, aber wenigstens ein Wort der Anerkennung.» Doch dieses kleine Dankeschön, ein Schulterklopfen vermisst nicht nur er seitens der Stadtoberen in dieser ansonsten so Eishockey besessenen Stadt Weißwasser. «Wir Gesellschafter sind überwiegend nicht aus Weißwasser, geben trotzdem unsere Kraft und unser Geld für den Eissport in Weißwasser.
Ich könnte es auch nach Kreba in den Sportverein geben, dort würde man es mit Kusshand nehmen. Aber so wie für mich hat der Weißwasseraner Eissport für viele Priorität. Und das, ohne andere Vereine klein zu reden.
Deshalb ist die Bewertung von OB Rauh, die GmbH könne nicht wirtschaften, sehr, sehr ungerecht.» Niemals würde das jemand sagen, der selbst so sehr für den Eissport brennt, wie die zahlreichen Sponsoren, ist Stiehler überzeugt. «Das, was in den letzten Wochen passiert ist, dass sich nämlich etliche Weißwasseraner Unternehmer zum Eissport in Weißwasser bekannt haben und gemeinsam – wie ein Löwe um sein Junges – um dessen Erhalt kämpfen, scheint im Rathaus noch nicht angekommen zu sein. Ansonsten würde man diesen mit entsprechender Achtung begegnen» , sieht es Stiehler.
Das und all das Geschehen der vergangenen Monate hat ein Maß angenommen, das kaum noch erträglich ist, und habe die mittelständischen Unternehmer geradezu auf die Palme getrieben, so Stiehler. «Heraus kam der offene Brief. Und ich hoffe, dass dieser hilft, endlich Vernunft walten zu lassen.»
Und er fügt hinzu: «Wenn die Stadt kein Geld hat, und das wissen wir doch, aber dann muss es doch wenigstens zu spüren sein, dass das ganze Rathaus für den Eissport brennt. Und genau das spürt man eben nicht.»
Nach Meinung des 62-Jährigen sei die Verantwortung des OB nicht vorbei, nur weil das Geld nicht mehr da ist. «Sich an die Spitze stellen und mit uns gemeinsam von Pontius zu Pilatus laufen und nach Geld bitten für die Eissporttradition in Weißwasser. Ist das zu viel verlangt . . .?»
Stiehler ist überzeugt, dass die beiden Minister Helma Orosz und Thomas Jurk jederzeit bereit sind, entsprechende Türen zu öffnen, sollten diese klemmen. «Aber der OB gehört einfach an die Spitze. So sehe ich das zumindest.» Es liege ihm fern, erneut Öl ins Feuer zu gießen. «Aber all das, was uns seit Monaten beschäftigt, geht an einem nicht spurlos vorbei.
Es ist an der Zeit, zur Sachlichkeit zurückzufinden. Wir können Eishockey nicht gegen die Stadtverwaltung durchsetzen. Es geht nur zusammen. Und dafür haben die Unternehmer unterschrieben. Wenn aber die Stadt den Eissport nicht als Priorität anerkennt, können wir einpacken.»
Von Gabi Nitsche
LR vom 12.April 2006, Lokalteil WSW
1 | Fuchs | 12.04.2006 @ 15:33
ich bin froh das solche leute gibt die um den eissport kämpfen
2 | Kasatonov | 12.04.2006 @ 16:30
Jaehrliches Minus - Kritik is da ungerecht? Vielleicht zu selbstgerecht?
3 | 3liter | 12.04.2006 @ 17:23
Minus hin oder her. Das sind alles Leute, die größtenteils ihr eigenes (Sponsoren)Geld in den ESW pumpen. Und genau aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass sie damit auch verantwortlich umgehen.
4 | Klaus | 12.04.2006 @ 18:53
«Sich an die Spitze stellen und mit uns gemeinsam von Pontius zu Pilatus laufen und nach Geld bitten für die Eissporttradition in Weißwasser. Ist das zu viel verlangt . . .?» Ganz klares JA! Seit wann ist ein OB für das Management einer privat geführten Gesellschaft zuständig? Herr Dr. Stieler hat wohl die Realität etwas aus den Augen verloren. Einzig die Eishalle sollte Thema im Rathaus sein. Nichts anderes!
5 | Frank | 12.04.2006 @ 19:03
@4 Wo steht da was von der GmbH? Ich lese "Eissporttradition" und verstehe darunter die Hallenbetreibung ebenso wie den Stammverein - Wenn die Kritiker ihre Kritik hier und anderswo (z.B. im "Newsletter") nicht mit Halbwahrheiten, Übertreibungen und ebenso einseitigen Betrachtungen versehen würden, könnten sie sogar von einer breiteren Masse ernst genommen werden. Kritiklos sollte man das Wirken der GmbH wahrlich nicht hinnehmen. So aber bleibts bei billigen Attacken,die am Ziel vorbei schieße
6 | Klaus | 12.04.2006 @ 19:22
@5 >>Wolfgang Stiehler ist neben Bernd Nadebor und René Reinert sowie der Firma Olaf Gesellschafter in der EHC Lausitzer Füchse GmbH.
7 | Frank | 12.04.2006 @ 19:29
Ich weiß, trotzdem les ich in dem Artikel nicht ein Mal etwas von GmbG oder Profimannschaft, sondern immer wieder "Eissport in Weißwasser".
8 | Klaus | 12.04.2006 @ 19:32
Im Stammverein gab es bis vor kurzem noch einen Vorsitzenden, der immer mit Herzblut dabei war. Was meinst du Frank, warum er die Brocken hingeworfen hat?
9 | Muff | 12.04.2006 @ 19:33
klausi, von dir kommt wie immer nur müll...
10 | Frank | 12.04.2006 @ 19:44
@8 Da erzählst du mir nichts Neues, die Probleme GmbH-EV sind mir durchaus bekannt. Trotzdem find ich es nicht i.O., Stiehler das Wort im Mund umzudrehen. Davon abgesehen ist mir Herzblut ein bisschen wenig an Qualifikation für einen Vereinsvorsitzenden, aber diese Diskussion gehört nicht hierher.
11 | Stadtfuchs | 12.04.2006 @ 19:48
@Klaus - Ist lesen so schwer? Hier geht es um den Verein. Das Schicksal der GmbH ist genauso mit dem Stammverein verbunden wie umgekehrt. Der Witzbold im Rathaus hat weder Geld (was man ja noch nachvollziehen könnte) noch Zeit oder auch nur ein Stück symbolische Unterstützung übrig. Stattdessen wird Unfrieden gestiftet und die regionalen Sportvereine gegeneinander ausgespielt mit der Konsequenz, daß keine Sau mehr irgendeinem Sport noch was in Zukunft zuwenden wird.
12 | Klaus | 12.04.2006 @ 19:53
Dann soll doch Herr Dr. Stiehler Farbe bekennen und ganz klar sagen, dass die GmbH konsolidieren muss und ein ABENTEUER 2. BL im nächsten Jahr ruinös wäre. Dass man deshalb erwägt in der Reginalliga neu zu beginnen um den Eissport in WSW nicht ganz zu zerstören.
13 | Stadtfuchs | 12.04.2006 @ 20:02
Thema verfehlt 6 - setzen !!! Die GmbH zu konsolidieren - führt eh kein Weg vorbei ... was hat das mit obigen Artikel zu tun ??? Wenn die Stadt sich nicht für den Eissport engagiert, werden es bald alle Sponsoren auch tun. Dann ist die GmbH weg vom Fenster, damit auch der Verein. Und wenn der nächste Abrißbagger kommt, dann kann das gesamte Gelände bis zum Rathaus auch planiert werden.
14 | Klaus | 12.04.2006 @ 20:31
@13, wissen das schon die Hauseigentümer der Heine-, Uhland-, Goethe-, Schiller-, Lutherstrasse usw??? Es ist langsam zum lachen das Ganze.
15 | Stadtfuchs | 12.04.2006 @ 20:51
Das wird noch vielen vergehen. Andere Städte investieren Millionen nur um annäherende Werbeträger wie unseren überregionalen Sport zu haben. Darüberhinaus können wir uns einem Mittelstand erfreuen, der das auch noch finanziell und auch ehrenamtlich unterstützt. Unser OB hat aber "keine Zeit" verliert sich permanent in "Mißverstädnissen" und tritt mehr bewußt als aus Dummheit alles mit Füßen. Wenn es nicht so traurig wäre, lacht uns jeder andere für diesen OB aus ...
16 | zochi | 12.04.2006 @ 22:01
@Klaus.du solltest den Artikel vielleicht 3,4 oder 5 mal lesen,so wie ein Schulkind der 2.oder 3.Klasse ,bist du den Inhalt verstanden hast!!! Solche Leute wie dich, Kasatonov und den OB braucht WSW noch mehr,den da gäb es Eishockey in WSW schon lang nicht mehr.Hier gibt es genug Sponsoren die auf der HP unterwegs sind,denen der Artikel auch zugeordnet werden könnte,und die genauso denken und auch handeln.NEUE SAISON-wir sind dabei !!!
17 | Hoywoyfux | 12.04.2006 @ 23:20
Einige haben es nur am Stänkern. Und solche Leute wie Dr. Stiehler opfern ihre Nerven und ihr Geld. Versetze sich mal jeder in die oben beschriebene Lage. Dr. Stiehler könnte das Geld sicher für sich privat verwenden - und wir könnten ihm den Buckel runter rutschen. Nein, aber er wie andere stellen sich ihrer Verantwortung und investieren es in den Eissport - und dies kommt allen zugute. Und nun kommen Neunmalkluge und suchen das Haar in der Suppe. Solche Leute muß man erst mal finden -
18 | Hoywoyfux | 12.04.2006 @ 23:23
Hut ab !!! Woanders regieren im Sport Zampanos, die wirklich mit Geldern jonglieren, hier sind ehrliche Ossis am Werk, denen unser Respekt gehört. Und in aller Bescheidenheit sollte hier darauf hingewiesen werden.
19 | Klaus | 13.04.2006 @ 15:53
Genau das hat noch gefehlt. Der ehrliche Ossi, wird vom bösen Wessi-OB be... Den Rest spar ich mir.
20 | Andi | 13.04.2006 @ 16:53
@19 kann nicht erkennen, dass Hoywoyfux auch nur mit einem Wort den OB nennt. Man kann natürlich auch in jede Aussage etwas hineininterpretieren. Du gehst mir jetzt schon auf den Zeiger. Wenn du aber so weiter postest, bekomme ich noch nen Anfall.
21 | Hoywoyfux | 13.04.2006 @ 22:44
@20 - Danke. Genau dies meine ich. Hier in WSW findet sich noch eine Unternehmergilde zusammen, die sich nicht nur aus Selbstzweck engagiert. Und dass diese Herren ehrlich sind, daran lasse ich nicht den geringsten Zweifel und ich wünschte, der Wessi - OB würde diese, unsere Mentalität hier erkennen und mit an unserer Seite am Strick ziehen... Und @19 was Deine Unterstellung betrifft - Unfairness ist wohl treffender, wenn man einen Vertrag quasi hinter dem Rücken des Begünstigten ändert...
22 | Klaus | 14.04.2006 @ 18:13
@21 Wie kann man einen "Vertrag" hinter dem Rücken des "Begünstigten" einseitig ändern??? Wenn dieser "Vertrag" unstrittig WÄRE, hätte die GmbH das Geld längst einklagen können. Wo bleibt die Klage????????
23 | TomSGD | 14.04.2006 @ 18:32
@22: Vielleicht, weil der Vertrag zwischen Stadt und Veolia abgeschlossen worden ist, mit dem ursprünglich klaren Versprechen, den Eissport in WSW mit 200 TEUR p.a. zu unterstützen? Das bedeutet: Die Füchse sind (bzw. waren) die "Begünstigten" - sind selbst aber nicht Vertragspartner. Insofern können sie auch nicht klagen. Bei der ganzen Diskussion geht's deshalb auch "nur" um Verlässlichkeit seitens kommunaler Entscheidungsträger in Bezug auf abgeschlossene Verträge...
24 | Stadtfuchs | 14.04.2006 @ 21:32
@Klaus - Ich kann garnicht soviel essen wie ich bei deinem Beiträgen kotzen müßte ...
25 | Hoywoyfux | 15.04.2006 @ 05:28
@TomSGD - Danke - Kürzer hätt ich`s nicht schreiben können, nun muß es auch jeder wohl verstehen. - Wohl sollte man aber überlegen. ob nach dem Grundsatz von Treu und Glauben, so eine Änderung eines auf Langfristigkeit ausgelegten Vertrages rechtlich einwandfrei ist. Schließlich hat die Stadt auch 3 Jahre lang gezahlt und jeder von uns hätte aufgrund dieser Handlung Vertrauen darauf und geht langfristig Verträge ein... Das ist ein schönes Betätigungsfeld für einen echten Fachanwalt.
26 | Klaus | 15.04.2006 @ 08:51
Dann redet doch endlich mal Klartext! Was ist der "Eissport"? Hinter diesem Begriff verstecken sich im Moment eine ganze Reihe bestimmter Leute, die natürlich NIE die EHC GmbH meinen. Sondern nur den Eissport in WSW. Wäre es denn ausgeschlossen, dass die EHC Oberen mit diesem besagten Geld den Etat des EHC Lausitzer Füchse planen oder planten??? JA oder NEIN?
27 | TomSGD | 15.04.2006 @ 12:33
@Klaus: Ich glaube, Du verwechselst hier (mal wieder) etwas: Seitens der Verantwortlichen des ESW/EHC wurde IMMER Klartext geredet. Fakt ist, dass das Versprechen der Stadt, den Eissport über einen Zeitraum von 10 Jahren mit 200 TEUR p.a. zu unterstützen, ausdrücklich den Profibereich mit umfasste. Fakt ist, dass über 3 Jahre die Gelder entsprechend zweckgebunden flossen. Fakt ist auch, dass die "EHC-Oberen" im Vertrauen auf die bisher geleisteten Zahlungen und den getroffenen vertraglichen...
28 | TomSGD | 15.04.2006 @ 12:34
...Vereinbarungen natürlich mit diesen Sponsorengeldern anteilig planten. Warum deshalb eine "ganz bestimmte Reihe von Leuten" NIE die EHC-GmbH meinen, wenn es um das Thema geht, musst Du mir mal genauer erklären. Ich könnte ja auch behaupten, dass sich hinter Herrn Rauh einige Stadträte verstecken, den es natürlich NIE um persönliche (wirtschaftliche) Dinge bei der ganzen Sache geht, sondern NUR um das Allgemeinwohl... ;-)
29 | TomSGD | 15.04.2006 @ 12:35
@Hoywoyfux: Ich befürchte, dass es trotz unseres gemeinsamen "missionarischen" Eifers nicht gelingen wird, dass tatsächlich jeder versteht, worum es hier wirklich geht. Wer sich guten Argumenten nicht öffnen will, der wird auf ewig im Dunkel der Unwissenheit verweilen müssen. *g* Es ist trotzdem immer wieder schön, auch mal mit Gleichgesinnten diskutieren zu können. :-))
30 | Hoywoyfux | 16.04.2006 @ 13:42
Seh ich auch so - es gibt da einen Spruch - ...mit einem Brunnenfrosch kann man nicht über den Ozean reden ... Dennoch glaub ich, dass sachliche Aufklärung und Klarstellung dazu beiträgt, einiges an Biertischpalaver zu bereinigen. Vielleicht schaut ja auch ein OB oder Stadtrat mal vorbei ... und merkt, dass Stiehler & Co eine breite Basis, gute Argumente und unermüdliches Engagement haben. Und er sollte sich endlich anschließen, so kommt man mit erhobenem Haupt aus der Sache...
31 | Matrix11 | 17.04.2006 @ 16:12
@ 30 & 29 Meiner bescheidenen Meinung nach, lesen und kommentieren hier ständig zwei Stadträte. Und wenn deren Kommentare ihren Einsatz für den Eissport wiederspiegeln, werden wir in nächster Zukunft von der Stadt kein entgegenkommen erwarten können.
32 | TomSGD | 17.04.2006 @ 18:37
@31: Genau das ist zu befürchten...
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Dr. Wolfgang Stiehler (62) ist einer der Unterzeichner des offenen Briefes, in dem Unternehmer aus der Region den Rücktritt von Weißwassers Oberbürgermeister Hartwig Rauh fordern (die RUNDSCHAU berichtete).
Was bewog den Halbendorfer, seinen Namenszug unter diese Forderung zu setzen? Wolfgang Stiehler ist neben Bernd Nadebor und René Reinert sowie der Firma Olaf Gesellschafter in der EHC Lausitzer Füchse GmbH. Das bereits seit drei Jahren. Und das neben seines eigentlichen Jobs als Geschäftsführer der Krebaer Fisch GmbH. Seinen Mitstreitern geht es nicht anders. Auch sie tragen Verantwortung für ihre mittelständischen Unternehmen und somit für zahlreiche Arbeitsplätze.
Sie vereint eins: «So wie ich mit Herzblut am Eishockey hänge und an der Region und alles fördere, was dieser zuträglich ist, ergeht es den anderen beiden ebenso» , sagt Stiehler.
Beruflich kommt der Halbendorfer viel in Deutschland herum. «Wenn ich sage, woher ich komme, ernte ich meist fragende Blicke. Fällt dann das Stichwort Eishockey, ändert sich das.»
Stiehler ist damals wie heute der Meinung, dass es sich lohnt, sich für den Eissport zu engagieren. «Gerade die wenigen, die es in der Region können, sollen es meiner Meinung nach machen.» Doch er weiß auch, dass es längst nicht nur ein Ehrenamt ist, sondern viel, viel persönlicher Einsatz abverlangt wird. «Wir geben nicht nur das. Wir geben Herz, Seele, Verstand, viel, viel Zeit und vor allem auch viel Geld. Dafür verlange ich keine Lobhuddelei, aber wenigstens ein Wort der Anerkennung.» Doch dieses kleine Dankeschön, ein Schulterklopfen vermisst nicht nur er seitens der Stadtoberen in dieser ansonsten so Eishockey besessenen Stadt Weißwasser. «Wir Gesellschafter sind überwiegend nicht aus Weißwasser, geben trotzdem unsere Kraft und unser Geld für den Eissport in Weißwasser.
Ich könnte es auch nach Kreba in den Sportverein geben, dort würde man es mit Kusshand nehmen. Aber so wie für mich hat der Weißwasseraner Eissport für viele Priorität. Und das, ohne andere Vereine klein zu reden.
Deshalb ist die Bewertung von OB Rauh, die GmbH könne nicht wirtschaften, sehr, sehr ungerecht.» Niemals würde das jemand sagen, der selbst so sehr für den Eissport brennt, wie die zahlreichen Sponsoren, ist Stiehler überzeugt. «Das, was in den letzten Wochen passiert ist, dass sich nämlich etliche Weißwasseraner Unternehmer zum Eissport in Weißwasser bekannt haben und gemeinsam – wie ein Löwe um sein Junges – um dessen Erhalt kämpfen, scheint im Rathaus noch nicht angekommen zu sein. Ansonsten würde man diesen mit entsprechender Achtung begegnen» , sieht es Stiehler.
Das und all das Geschehen der vergangenen Monate hat ein Maß angenommen, das kaum noch erträglich ist, und habe die mittelständischen Unternehmer geradezu auf die Palme getrieben, so Stiehler. «Heraus kam der offene Brief. Und ich hoffe, dass dieser hilft, endlich Vernunft walten zu lassen.»
Und er fügt hinzu: «Wenn die Stadt kein Geld hat, und das wissen wir doch, aber dann muss es doch wenigstens zu spüren sein, dass das ganze Rathaus für den Eissport brennt. Und genau das spürt man eben nicht.»
Nach Meinung des 62-Jährigen sei die Verantwortung des OB nicht vorbei, nur weil das Geld nicht mehr da ist. «Sich an die Spitze stellen und mit uns gemeinsam von Pontius zu Pilatus laufen und nach Geld bitten für die Eissporttradition in Weißwasser. Ist das zu viel verlangt . . .?»
Stiehler ist überzeugt, dass die beiden Minister Helma Orosz und Thomas Jurk jederzeit bereit sind, entsprechende Türen zu öffnen, sollten diese klemmen. «Aber der OB gehört einfach an die Spitze. So sehe ich das zumindest.» Es liege ihm fern, erneut Öl ins Feuer zu gießen. «Aber all das, was uns seit Monaten beschäftigt, geht an einem nicht spurlos vorbei.
Es ist an der Zeit, zur Sachlichkeit zurückzufinden. Wir können Eishockey nicht gegen die Stadtverwaltung durchsetzen. Es geht nur zusammen. Und dafür haben die Unternehmer unterschrieben. Wenn aber die Stadt den Eissport nicht als Priorität anerkennt, können wir einpacken.»
Von Gabi Nitsche
LR vom 12.April 2006, Lokalteil WSW