Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Überleben ist wichtiger als das Resultat
12.07.2006 | 12:27 Uhr von
Wie lange überlebt ein Traditionsverein, der leidgeprüfte Fans, aber auch eine chronisch leere Kasse hat? Mit dem im Vergleich zum Vorjahr halbierten Budget von 850 000 Euro gehen die Lausitzer Füchse in die am 15. September beginnende Saison 2006/07 der 2. Eishockey-Bundesliga. Konkurrenten, zu denen Aufsteiger ETC Crimmitschau und die Dresdner Eislöwen gehören, planen mit vier- bis sechsfachen Beträgen. Füchse-Geschäftsführer René Reinert weiß um die brisante Situation: „Nach der sportlich wie wirtschaftlich katastrophalen Serie zogen wir einen Strich. Alle wollen auch in 20 Jahren in Weißwasser noch Eishockey erleben.“ Und der Chef eines Logistik-Unternehmens ergänzt: „Ich möchte unsere Jungs gewinnen sehen. Doch auch wenn das unpopulär klingt: Mir ist momentan das wirtschaftliche Überleben wichtiger als das Resultat.“

Kapitän: Jörg Pohling, der vor 14 Tagen 31 Jahre alt wurde, soll das verjüngte Team anführen.Foto: Steffen Unger
Nachdem die Stadt Weißwasser im Herbst vom Profiverein zusätzlich rund 200 000 Euro für den Stadionbetrieb und zur Tilgung von Altschulden forderte, standen die Füchse vor der Insolvenz. Reinert und sein in der Region verwurzelter Vorstand redeten mit Engelszungen auf die ebenfalls nicht auf Rosen gebetteten Sponsoren ein. Reinert gesteht: „Ich bin froh. Wir schlossen dieses grottige Jahr noch mit schwarzen Zahlen ab. Und nun erhielten wir als einer der wenigen Vereine die Lizenz ohne Auflagen.“ Das grenzt an ein Wunder, zumal der erhoffte Zuschauer-Schnitt von 1 800 verfehlt und für das neue Jahr auf 1 100 korrigiert wurde.

Der Rotstift regiert. Teure Ausländer sind nicht drin. Bisher unterschrieben 22 Spieler, davon fünf aus dem Füchse-Nachwuchs. Zum Training am 1. August begrüßt Coach Frederick Carroll noch drei Neue. Neben Abwehr-Routinier Martin Masak (aus Crimmitschau), kommen Johann Saßmannshausen (Bad Nauheim) und Markus Witting (Krefeld) für ein Jahr in die Lausitz. Und noch einer ist neu: Der in Weißwasser aufgewachsene Matthias Kliemann, der bis 2003 in Dresden spielte. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft erwartet er viel Arbeit als Füchse-Manager: „Eine Chance und eine Herausforderung für mich und den Verein.“ (Andrée Merbt)

Quelle: Sächsische Zeitung vom 12.07.2006
1057 mal gelesen
 
1 | SEFI | 12.07.2006 @ 14:29
"Konkurrenten, zu denen Aufsteiger ETC Crimmitschau und die Dresdner Eislöwen gehören, planen mit vier- bis sechsfachen Beträgen." Na die SZ haut mal wieder auf den Putz! Das wären 3,4-5,1 Mio.
2 | Mozart | 12.07.2006 @ 16:28
Die SZ Artikel werden von Jahr zu Jahr immer grottiger...
3 | Pückchen | 12.07.2006 @ 19:41
ist schon schlimm wenn man nicht rechnen kann. Lieber so als Insolvenz und kein Hockey mehr in WSW.
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