Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Der Überlebenskampf, Teil eins
15.09.2006 | 01:19 Uhr von
Weißwasser geht als Außenseiter in das Auftaktspiel gegen Wolfsburg
Ausgerechnet gegen das neue Team ihres Ex-Kapitäns Mattias Wikström starten die Lausitzer Füchse heute Abend ihre «Mission Klassenerhalt» in der 2. Eishockey-Bundesliga. Mit dem EHC Wolfsburg gastiert gleich ein absoluter Meisterschafts-Favorit in Weißwasser (Beginn um 19.30 Uhr). Doch nicht nur in dieser Partie sieht Fred Carroll seine junge Mannschaft in der Rolle des Außenseiters. «Für uns wird jedes Spiel ein echter Überlebenskampf» , sagt der Füchse-Trainer.

Schon Teil eins dieses Überlebenskampfes hat es in sich. Denn bereits zum Start könnte der Kontrast nicht größer sein. Während sich die Gastgeber trotz des personellen Aderlasses mit aller Macht gegen den Abstieg stemmen wollen, strebt Wolfsburg die Rückkehr in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) an. Zumal auch die marode Spielstätte in der VW-Stadt auf Erstliga- Format getrimmt wurde. «Wir möchten wieder in die DEL. Etwas anderes können wir unseren Fans gar nicht verkaufen» , erklärt Geschäftsführer Karl-Heinz Lorenz. Und auch für den Auftakt gibt es klare Vorstellungen. «Unser Ziel ist es, in Weißwasser auf jeden Fall drei Punkte zu holen» , kündigt Kapitän Tim Regan an.
Die Rollen sind also klar verteilt. Die Füchse wollen dem Favoriten Wolfsburg und auch am Sonntag dem sächsischen Rivalen Eislöwen Dresden zumindest einen bravourösen Kampf liefern. Als Maßstab für sein neu formiertes Team sieht Trainer Carroll allerdings andere Vereine. «Ich denke, wir befinden uns mit Landsberg, Crimmitschau und Kaufbeuren auf Augenhöhe» , meint er. In jedem Fall ist die heutige Partie nach den insgesamt sieben Testspielen in der Vorbereitung die erste Standortbestimmung auf dem Weg zum Klassenerhalt. Denn noch nie war es so schwer, dass wirkliche Potenzial der Mannschaft zu definieren. Selbst Geschäftsführer René Reinert tut sich diesbezüglich schwer. «Es ist extrem schwierig zu beurteilen. Die meisten Spieler haben noch keine großartigen Referenzen in der 2. Liga. Um so wichtiger ist es, dass sich die Mannschaft schnell zu einer Einheit zusammenfindet und über den Kampf den Erfolg sucht» , fordert er. Gleichzeitig mahnt der Geschäftsführer noch einmal eindringlich Realismus bei Fans und Sponsoren an. «Die 2. Liga hat mittlerweile ein sehr hohes Niveau erreicht. Wir dagegen müssen in dieser Saison mit bescheidenen Mitteln auskommen. Davor sollte niemand die Augen verschließen» , betont Reinert angesichts des von 1,6 auf eine Millionen Euro reduzierten Etats (die RUNDSCHAU berichtete).
Ein Probetraining absolvierte Richard Tischler. Er wird jedoch nicht verpflichtet. Dafür erhält Rückkehrer Stephan Kuhlee einen Drei-Monats-Vertrag. Dennis Melchior (Leistenverletzung) fällt weiterhin aus.

Zur Sache Die Saison-Prognose
Eishockey-News: «Es wird von Beginn an ein Kampf ums sportliche und finanzielle Überleben. Bei einem Blick auf den Kader kann eigentlich nur ein Wunder die Füchse retten. Aber Wunder gibt es ja bekanntlich immer wieder . . .»
Eishockey-World: «Eine ganz schwere Saison liegt vor den Füchsen. Etliche Fragezeichen stehen hinter dem Leistungsvermögen, der gekürzte Etat lässt aber auch nicht mehr zu – Abstiegskampf.»
Und das meint die RUNDSCHAU: «Es wäre unfair, von der neu formierten Mannschaft sofort Topleistungen zu erwarten. Spätestens in der entscheidenden Saisonphase ab März muss sich der Kader jedoch gefunden haben. Dann geht es – wahrscheinlich in den Play-downs – gegen jene Teams, die auf ähnlichem Niveau spielen. Der Klassenerhalt ist realistisch, wird aber ein hartes Stück Arbeit.»

Neuer Modus, neue Ausrüstung
Die wichtigsten Regeländerungen in der 2. Liga / Trainer Carroll: Play-downs kommen uns entgegen

Neue Saison, runderneuertes Regelwerk: Die Lausitzer Füchse und ihre Fans müssen sich auf einige Änderungen im Reglement einstellen. Hier die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick.

Neue Ausländer-Lizenzen: Es dürfen pro Spiel nur noch fünf, statt bisher sechs Ausländer eingesetzt werden. Dafür entfällt die bisher gültige Höchstzahl von acht zu vergebenen Ausländer-Lizenzen pro Saison. Die Clubs können bis zum Transfverschluss am 31. Januar beliebig viele Ausländer unter Vertrag nehmen. Mit Torhüter Nolan McDonald, Jerry Galway, Matt Hubbauer, Lanny Gare (alle Kanada) und Branislav Janos (Slowakei) haben die Füchse fünf ausländische Profis lizensiert. Geschäftsführer René Reinert: «Ob wir noch einen zusätzlichen Ausländer unter Vertrag nehmen, hängt vom Saisonverlauf und den finanziellen Möglichkeiten ab. Neben dem Gehalt müssen auch der Flug, die Wohnung und ein Auto finanziert werden»

Neue Abstiegsrunde: In der vergangenen Saison spielten die Teams auf den Plätzen neun bis 14 in einer Einfachrunde zwei Absteiger aus. Nun ist für die Teams auf den Plätzen neun und zehn die Saison nach der Hauptrunde bereits beendet. Die Mannschaften auf den Plätzen elf bis 14 spielen eine Play-down-Runde nach dem Modus best of seven (11. gegen 14. und 12. gegen 13.). Die nach der Hauptrunde besser platzierte Mannschaft hat Heimrecht im eventuell nötigen siebten Spiel. Die beiden Verlierer der Play-downs steigen ab. Trainer Fred Carroll: «Der Modus kommt uns beim Kampf um den Klassenerhalt entgegen. Zuletzt musste wir zwei Teams hinter uns lassen. Jetzt in den Play-downs muss man nur ein Team bezwingen.»

Neue Verlängerung: Künftig wird in der Verlängerung nach dem Vorbild der NHL und der DEL mit vier gegen vier gespielt. Falls nach fünf Minuten noch kein Tor gefallen ist, folgt das Penaltyschießen. Nur in den definitiv letzten Spielen einer Play-off- oder Play-down-Serie wird so lange weitergespielt, bis ein Tor fällt. Verteidiger Markus Witting: «Vier gegen vier heißt, dass mehr Platz auf dem Eis ist. Das könnte ein Vorteil für die läuferisch starken Spieler sein.»

Neue Torhüter-Ausrüstung: Die Ausrüstung der Keeper wurde um 15 Prozent verkleinert. Damit soll dem ständigen Wachstum von Knieschonern, Fanghandschuhen und Stockhandblockern Einhalt geboten werden. Die Knieschoner beispielsweise wurden von bisher maximal 30,5 Zentimetern auf 28 Zentimeter reduziert. Durch diese Neuerungen ergibt sich für die Schützen eine um 500 Quadratzentimeter größere Einschussfläche. Stürmer Jörg Pohling: «Die Änderungen sind nicht gravierend. Wenn man vor dem Keeper steht, ist der Unterschied gering. Das Tore schießen ist deswegen nicht leichter geworden.» (Eig. Ber./noc)

Quelle: Lausitzer Rundschau Teil1 & Teil 2 vom 15.09.2006
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