Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Wiedersehen in Weißwasser
07.10.2006 | 11:43 Uhr von
Neun ehemalige Füchse kehren morgen mit den Dresdner Eislöwen in die Lausitz zurück
von Frank Noack
Endlich wieder Derbyzeit im sächsischen Eishockey! Doch nicht nur wegen der regionalen Nähe ist das morgige Zweitliga-Duell zwischen den Lausitzer Füchsen und den Dresdner Eislöwen (14 Uhr) eine ganz besondere Partie. Denn gleich neun Profis aus Dresden kehren für einen Nachmittag an ihre ehemalige Wirkungsstätte im Fuchsbau zurück.
Martin Sekera wäre nicht der Erste, der kurzzeitig die Orientierung verliert. Auch Mattias Wikström schlug zunächst die falsche Richtung ein. Dabei hat der Ex- Kapitän der Füchse nur zwei Jahre in Weißwasser gespielt. Dennoch steuerte der Stürmer beim kürzlichen Gastspiel seines neuen Vereins EHC Wolfsburg in Weißwasser zunächst die Auswechselbank der Gastgeber an, ehe er seinen Irrtum bemerkte. Ob die Macht der Gewohnheit morgen auch Martin Sekera nach vier Jahren in Weißwasser übermannt, wenn er die Eisfläche betritt« «Ich weiß schon, wo ich hingehöre. Ich spiele jetzt für Dresden“, meint der 34-Jährige. Gleichwohl leugnet er nicht die «gemischten Gefühle» vor der Rückkehr in den Fuchsbau, denn: «Genau wie zuvor in Crimmitschau habe ich mich auch in Weißwasser heimisch gefühlt“, betont Sekera.


Finanzieller Unterschied
Er wechselte trotz laufenden Vertrages im Sommer von Weißwasser nach Dresden. Es war eine Trennung in gegenseitigem Einvernehmen, weil Sekera als einer der Topverdiener nicht mehr in das Konsolidierungskonzept der Füchse passte. Das Geld ist zwar nicht der einzige Grund dafür, dass inzwischen neun Ex-Füchse entweder auf direktem Weg oder über andere Stationen in Dresden gelandet sind. Aber es ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, wie Eislöwen-Manager Jan Tabor zugibt. «Weißwasser hat keine gute Saison gespielt und muss kräftig sparen. Wir können deshalb im Moment sportlich die bessere Perspektive bieten“, ist Tabor überzeugt. Während die Füchse rund eine Million Euro zur Verfügung haben, können die Eislöwen offiziell mit 1,4 Millionen wirtschaften.
Der wirkliche Unterschied dürfte jedoch noch größer sein. Branchenkenner schätzen, dass das Gehaltsniveau der Topspieler in Dresden etwa 50 Prozent über dem in Weißwasser liegt. Zudem sorgt der Hallenneubau für zusätzlichen Rückenwind in der Landeshauptstadt.
Auch Sebastian Klenner (29) ließ sich durch diesen Rückenwind von den Frankfurt Lions nach Dresden treiben, obwohl die Füchse im Sommer ebenfalls ihr Interesse an dem langjährigen DEL-Verteidiger angemeldet hatten. «Ich war damals nicht abgeneigt, nach Weißwasser zurückzukehren. Aber letztlich hat das Gesamtpaket in Dresden besser gepasst“, erklärt Klenner nicht zuletzt mit Blick auf seine Familie. Tochter Lina-Charlot (6) beispielsweise kann wie zuvor in Frankfurt/Main auch in Dresden ihren Eiskunstlaufsport betreiben. In Weißwasser, so Klenner, wäre dies nicht möglich gewesen. Dass der ehemalige Nationalspieler nach dem Auslaufen seines Vertrages bei den Frankfurt Lions von der DEL ins Unterhaus gewechselt ist, begründet Klenner mit der besseren sportlichen Perspektive. «Ich hatte zwar auch einige Angebote aus der DEL. Aber das waren nicht jene sportlichen Herausforderungen, die ich mir gewünscht hätte. Die Führungspositionen besetzen die meisten Vereine lieber mit ausländischen Spielern.» In Dresden dagegen hat ihn Trainer Jiri Kochta – der übrigens auch schon in Weißwasser hinter der Bande stand – sofort zum Kapitän gemacht.
Für Routiniers wie Robert Brezina (32), Greg Schmidt (30), Radek Vit (31) und David Musial (29) waren erst die Füchse und sind nun die Eislöwen eine von vielen Stationen in ihrer langen Karriere. Wobei im Fall von Musial zusätzlich auch familiäre Gründe für einen Wechsel nach Dresden sprachen. Seine Schwester hat nämlich Eislöwen- Profi Pavel Vit geheiratet und darf sich nun über die Familien-Zusammenführung freuen.
Mit deutlich mehr Herzblut war der Wechsel des Trikots bei Jörg Wartenberg (25), Marcel Linke (25) und Sebastian Wolsch (22) verbunden. Denn genau wie Sebastian Klenner haben auch sie schon im Nachwuchsbereich für Weißwasser gespielt. Wartenberg, der sich nach der Bekanntgabe des Wechsels so manche Stichelei im Freundeskreis gefallen musste, hat inzwischen vor allem die Nähe zwischen beiden Städten zu schätzen gelernt. «In anderthalb Stunden bin ich zu Hause bei meiner Familie. Oder sie kann mal schnell zu unseren Heimspielen kommen. Wenn ich nach Schwenningen oder Bremerhaven gegangen wäre, hätte das schon anders ausgesehen.» In einem Punkt sind sich die vier «echten Ex-Weißwasseraner» im Team der Eislöwen einig: Obwohl es morgen nur um drei Bundesliga- Zähler geht, blicken sie persönlich einem ganz besonderen Spiel entgegen. «Ich habe meine gesamte bisherige Karriere bei den Füchsen verbracht. Deshalb wird es sicher ein komisches Gefühl werden, in Weißwasser gegen die Füchse zu spielen“, glaubt Wartenberg. Und Klenner ergänzt: «Weißwasser ist nach wie vor meine Heimat, auch wenn ich jetzt für Dresden spiele.»
Frostiger Empfang
Bei den Eislöwen sind die meisten Ex-Weißwasseraner zu Schlüsselspielern aufgestiegen. Die erste Angriffsreihe mit Brezina, Sekera und Schmidt beispielsweise besteht ausschließlich aus früheren Füchsen. Allzu viel Beifall vom Weißwasseraner Anhang dürfen sie morgen dennoch wohl nicht erwarten.
Dass die einstige Zuwendung nach einem Vereinswechsel weiter andauert wie im Fall von Torhüter Sebastian Elwing, der auch im Trikot der Kassel Huskies noch gefeiert wurde, ist im Profisport eher selten. Das bekam auch Martin Sekera schon am eigenen Leib zu spüren. Er wird für seine Show-Elemente auf dem Eis von den eigenen Fans regelmäßig bejubelt und vom gegnerischen Anhang ausgepfiffen. Die Rückkehr des Stürmers in den Crimmitschauer Sahnpark fiel schon zu Weißwasseraner Zeiten ziemlich frostig aus. Morgen im Fuchsbau dürfte es nicht anderes werden. Sekera kennt diese Gesetze der Branche. Er wünscht sich deshalb lediglich «einen fairen Empfang. Denn ich habe auf dem Eis stets mein Bestes für Weißwasser gegeben“. So wie jetzt für Dresden.

Quelle: LR vom 7.Oktober 2006
911 mal gelesen
 
1 | Blacki | 07.10.2006 @ 13:14
Denn ich habe auf dem Eis stets mein Bestes für Weißwasser gegeben“. So wie jetzt für Dresden. der lügt ohne rot zu werden :-)
2 | Renegade | 07.10.2006 @ 13:42
@blacki: Nu mach ma halblang, schließlich war er , ob in crimmsche, wsw oder jetz in dd immer leistungsträger, also kann er so schlecht nicht sein , auch von der einstellung her !
3 | Löweralph | 07.10.2006 @ 15:10
also in Crimmitschau wurde Sekera nicht groß ausgepfiffen und beim Hinspiel in DD gab es auch keine Unmutsäußerungen!Wieviele pendeln von den Fans für mehr Geld in eine andere Stadt?ich wünsche mir ein faires Derby und der Bessere soll gewinnen!Vielleicht erlebe ich es ja morgen,das es keine "Hoch-,oder Abwasserrufe"gibt und wir nicht nach dem Spiel von den Grünen Beamten abgeschottet werde......
4 | Odin | 07.10.2006 @ 17:43
@2, Wo der Schwatte Recht hat.......Hätte M.S. das "stets" weggelassen würde ich dem zustimmen. @3, Fans pendeln für mehr Geld in eine andere Stadt?! Und ich dachte WIR hätten unsere sieben Sachen gepackt um überhaupt Arbeit zu haben. Dem Rest stimm ich zu. Doch eher spielt WSW DEL, bevor die sächsischen Vereine Aufwachen und sich die Derbys zu Nutze machen. Anstatt mit dem Arsch einzureißen was man mit den Händen aufgebaut hat.
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