Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Geht Broda, kommt Bresagk?
17.11.2003 | 15:21 Uhr von
Offene Personalfragen sorgen für Spannung bei den Lausitzer Füchsen
Die Lausitzer Füchse aus Weißwasser kommen trotz des 5:2-Heimsieges gegen den ERC Selb nicht zur Ruhe. In sportlicher Hinsicht hat der Traditionsverein zwar seine Mini-Krise mit drei Niederlagen in Folge in der Oberliga Südost erst einmal beendet. Hinter den Kulissen aber sorgen mehrere offene Personalfragen zwei Tage vor dem Sachsenderby bei den Dresdner Eislöwen (17 Uhr) für Spannung. Ein Lächeln wollte Füchse-Trainer Horymir Sekera deshalb bei seiner Spielauswertung auch nur ansatzweise gelingen. Den Beifall auf dem Weg zur Pressekonferenz quittierte er lediglich mit einem leichten Kopfnicken. Klar, sein Team präsentierte sich deutlich verbessert und stellte im zweiten Drittel durch die Tore von Marcel Leyva (23.) und Markus Kempf (34.) die Weichen frühzeitig auf Sieg. Die taktisch ordentliche Leistung (Sekera) rückte angesichts der offenen Personalien jedoch schnell in den Hintergrund.

Der Fall Broda: Ausgangspunkt der Spekulationen um den Schatzmeister des Gesamtvereins war die Meldung eines Internetanbieters, nach der Matthias Broda angeblich seinen Rücktritt aus dem ESW-Vorstand eingereicht haben soll. Die Richtigkeit dieser Meldung wurde von Broda kurz vor der Partie gegen Selb noch dementiert. "An diesem Gerücht ist definitiv nichts dran. Ich übe mein Amt weiter aus", versicherte er. Nach dem Spiel war die Verwirrung dann komplett, als der Verein in einer Pressemitteilung mitteilte, Broda habe am Freitag in der Tat darum gebeten, ihn von seiner Funktion als Schatzmeister zu entbinden.
Heute wird sich der Vorstand mit diesen Vorgängen befassen und eine Entscheidung über die Zukunft des Schatzmeisters treffen. Seine Kritiker werfen Broda vor, das Hickhack um seine Person maßgeblich mitverursacht zu haben. Sie sehen in der Rücktrittsankündigung eine Retourkutsche für seine Nichtberücksichtigung als neuer Geschäftsführer der Profispielbetriebs-GmbH. Zum Vertreter des erkrankten Klaus Dietze wurde durch die Gesellschafter kürzlich der Logistik-Unternehmer René Reinert aus Schleife gewählt.

Der Fall Fuchs/Kulabuchov: Die beiden Routiniers mussten gemeinsam mit dem zuletzt ebenfalls formschwachen Dennis Cardona die Partie gegen Selb 60 Minuten lang von der Bank aus verfolgen. Stattdessen gab Horymir Sekera seinen Youngstern Stephan Kuhlee, Marcel Leyva und André Mücke den Vorzug als dritte Reihe. Boris Fuchs und Vadim Kulabuchov machten aus ihrer Enttäuschung über die Nichtberücksichtigung keinen Hehl und sorgten unmittelbar nach Spielschluss für einen handfesten Eklat. Nach der Sirene verließen beide fluchtartig die Bank und verzogen sich in Richtung Kabine. Deshalb fehlten sie bei der Ehrenrunde und auch beim obligatorischen Handschlag mit dem Kontrahenten. "Ihr Verhalten ist eine bittere Enttäuschung für mich. Sie gehören schließlich zur Mannschaft dazu, selbst wenn sie diesmal nicht gespielt haben", kritisierte Horymir Sekera. Auch der verletzte Kapitän Dirk Rohrbach bemängelte das Verhalten seiner Kollegen: "Aus menschlicher Sicht kann ich ihren Frust verstehen. Trotzdem war das Verhalten stillos. Es muss deshalb eine absolute Ausnahme bleiben."
Erschwerend kommt für Fuchs und Kulabuchov hinzu, dass ihre Dreimonats-Verträge im Dezember auslaufen. Ob sie verlängert werden, darf seit Freitag mehr denn je bezweifelt werden. Letztlich dürfte die Entscheidung darüber in erster Linie eine Frage der Alternativen werden. "Nur Namen auszutauschen, macht wenig Sinn. Wenn wir neue Leute holen, müssen sie die Mannschaft auch wirklich verstärken", betonte Sekera, der spätestens im Dezember auch mit dem nach einem Kreuzbandriss inzwischen wiedergenesenen Benjamin Thiede rechnet.

Der Fall Bresagk: Gelingt den Füchsen wirklich der spektakuläre Transfercoup? Der langjährige Nationalspieler aus der Weißwasseraner Talenteschmiede ist nach wie vor ohne Vertrag. Am Dienstag verhandelt er mit seinem Ex-Verein Frankfurt Lions über ein neues Engagement. "Am liebsten würde ich wieder für Frankfurt spielen. Sollte das nicht klappen, werde ich meinen Berater beauftragen, nach anderen Möglichkeiten in der DEL zu suchen", sagte Michael Bresagk gestern der RUNDSCHAU. Die dritte Option für den allein erziehenden Vater ist die Rückkehr nach Weißwasser. "Es beeindruckt mich, wie intensiv sich die Verantwortlichen der Füchse in den vergangenen Tagen um mich bemüht haben. Ich weiß, dass der Verein unbedingt zurück in die 2. Liga will. Dabei mitzuhelfen ist ganz sicher auch eine reizvolle Aufgabe."
(Frank Noack)

Quelle: Lausitzer Rundschau
462 mal gelesen
 
1 | Mischka | 17.11.2003 @ 15:32
... erst mal großes Lob für die Arbeit. Fall Broda: hab ich mir schon gedacht, dass er wg. Reinert vielleicht beleidigt ist. Fall F+K: ich sag nur "unterstes Niveau", so schnell wie möglich tschüss sagen. Fall B: is bald Weihnachten ...
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