Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Die Füchschen werden langsam erwachsen
18.11.2003 | 16:27 Uhr von
Trainer Sekera stärkt dem Nachwuchs den Rücken
Weißwasser. Der Machtkampf fand an einem höchst ungewöhnlichen Ort statt - nämlich im Bauch von Trainer Horymir Sekera. Die Sieger des Machtkampfes hießen Marcel Leyva, Stephan Kuhlee und André Mücke. Ihnen gab Sekera am Freitag im Spiel gegen Selb (5:2) den Vorzug als dritte Angriffsreihe vor den routinierten Vadim Kulabuchov und Boris Fuchs sowie Dennis Cardona. Es sei eine Bauchentscheidung gewesen, gab der 55-jährige Coach aus Tschechien später zu. Gefällt habe er sie knapp zwei Stunden vor Spielbeginn. "Die Entscheidung war richtig. Die dritte Reihe hat mich überzeugt", lobte Sekera seine Youngster und damit ein klein wenig auch sich selbst. Denn für den Coach war es eine Bestätigung der eigenen Marschroute. "Unser Ziel ist natürlich der direkte Wiederaufstieg. Aber wir haben in dieser Saison in der Oberliga auch die Pflicht, die jungen Spieler kontinuierlich an den Profibereich heranzuführen und sie weiter auszubilden", betonte der Füchse-Trainer. Deshalb stärkte er speziell den Nachwuchscracks in den vergangenen Wochen immer wieder konsequent den Rücken. Die Folge: Sekeras Füchschen werden langsam zu erwachsenen Füchsen. Beispiel Marcel Leyva (23 Jahre): Der Ex-Kapitän des Regionalligateams erzielte gegen Selb das wichtige 2:1, das Weißwasser endgültig den Weg in Richtung Heimsieg wies. Leyva spielt seine erste Profisaison. Beispiel Marcel Linke (22 Jahre): Der Nachwuchsverteidiger war an drei der fünf Tore gegen Selb beteiligt. Nach seiner Rückkehr aus Neuwied etablierte sich das Eigengewächs auf Anhieb in der Stammformation. Beispiel André Mücke (20 Jahre): Er ist das fleißige Bienchen in der dritten Reihe. Seine Einsatzbereitschaft belohnten die Fans mit Rang drei bei der Umfrage nach dem Spieler des Monats Oktober.

Auch Torhüter Sebastian Elwing (23), Alexander Engel (20), Jörg Wartenberg (22), Robert Bartlick (20) oder Marco Ludwig (20) gehören längst zu den Leistungsträgern. Mit dem langzeitverletzten Benjamin Thiede (22) brennt ein weiterer Youngster auf das Comeback. Der Stürmer soll nach seinem Kreuzbandriss spätestens im Dezember wieder auflaufen. Wie groß das Vertrauen von Horymir Sekera in den Nachwuchs ist, bewies er mit seiner Bauchentscheidung vor dem Spiel gegen Selb. Zumal der Trainer damit ein hohes Risiko einging. Denn neben Kulabuchov und Fuchs verzichtete er auch auf den erfahrenen Iiro Itämies im Tor, so dass die Lausitzer nur mit drei statt der möglichen fünf Ausländer in die Partie gingen.

Doch Sekera ist Realist genug, um von seinen Youngstern keine Wunderdinge zu erwarten. Der Füchse-Trainer: "Die jungen Spieler müssen noch viel lernen. Es ist klar, dass es auch Rückschläge geben wird. Nur wer auch in solchen schwierigen Situation den Kopf oben behält, wird sich auf Dauer im Profigeschäft etablieren." Die Bedingungen dafür hat Horymir Sekera im Fuchsbau jedenfalls geschaffen.

Quelle:
Lausitzer Rundschau
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