Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Nordbayerischer Kurier Vorbericht Bayreuth
20.11.2003 | 15:07 Uhr von
Den Negativtrend der letzten Spiele muss der ESV Bayreuth unbedingt zu stoppen, um den zur Meisterrunde entscheidenden fünften Tabellenplatz nicht gänzlich aus den Augen zu verlieren. Vor dem neunten Doppelspieltag der Oberliga Südwest fordert daher Interimstrainer Anton Doll vor allem eine Steigerung im taktischen Bereich, denn im Heimspiel am morgigen Freitag um 19.30 Uhr gegen den Ex-Zweitbundesligisten Lausitzer Füchse Weißwasser und am Sonntag beim Spitzenreiter REV Bremerhaven (19 Uhr) gilt es vor allem frühe Gegentore zu vermeiden.

Drei Niederlagen in Folge und ein Torverhältnis von 5:17! So ernüchternd klingt die letzte Bestandsaufnahme der Tigers, deren Rückstand auf Platz fünf inzwischen auf sieben Zähler angewachsen ist. "Wir stehen vor allem im Heimspiel unter Druck", skizzierte Anton Doll, der noch bis zum Wochenende den wegen eines familiären Trauerfalls in seiner kanadischen Heimat weilenden Trainer Doug Irwin vertritt, die Lage seines Teams treffend.
Das Positionsspiel beim letzten 2:9 in Schweinfurt habe aus Dolls Sicht überhaupt nicht geklappt und auch das Zweikampfverhalten müsse verbessert werden. Mit den Überzahl- und Unterzahlsituationen war er ebenso wenig zufrieden wie beim Bully. Nur mit kompakter Defensive und einer geringen Eigenfehlerquote können die Tigers laut Doll den Lausitzer Füchsen Paroli bieten. "Wir haben eine Kontermannschaft mit vielen schnellen Spielern. Wir können unsere Qualitäten aber nur dann ausspielen, wenn auf die Hintermannschaft Verlass ist."
Dort fehlt morgen mit Kapitän Marco Zimmermann eine wichtige Stütze. Der Verteidiger hatte sich zuletzt in Schweinfurt eine Spieldauerdisziplinarstrafe eingehandelt und muss ein Spiel aussetzen. Nach telefonischer Absprache mit Irwin nimmt Doll eine Änderung im Sturm vor. So tauschen Thomas Brandstädter und Benjamin Kustermann in der ersten und dritten Sturmreihe die Positionen. Im Tor steht morgen wieder Udo Döhler. "Dennis Endras hat aber in Schweinfurt nicht schlecht gehalten", ergänzte Doll.
Im Bayreuther Lager spekuliert man auf einen Kräfteverschleiß der Lausitzer Füchse, die sich im verlegten Sachsenderby des 16. Spieltags am gestrigen Abend bei den Dresdner Eislöwen behaupten mussten. Im Vorfeld dieses Duells hatten die Niederlausitzer ihre Durststrecke von drei Niederlagen in Folge mit einem 5:2-Heimsieg gegen Selb beendet.
"Unsere taktischen Vorgaben konnten dabei weitgehend umgesetzt werden", resümierte Trainer Horymir Sekera, der ob der Verletzungsmisere seines Teams in den letzten Wochen nicht zu beneiden war. Nach einem Kreuzbandriss ist für seinen Stürmer Dirk Rohrbach die Saison schon vorzeitig beendet und mit Leistenproblemen musste der tschechische Verteidiger Pavel Vait pausieren. Inzwischen wieder das Training aufgenommen haben Stürmer Benjamin Thiede (Kreuzbandverletzung) und Verteidiger Andre Koalick (Armbruch).
Zu den Leistungsträgern des Tabellenvierten, der die Rückkehr in die 2. Bundesliga als Saisonziel ausgeben hat, zählten die beiden Stürmer Martin Sekera (10 Tore plus 16 Vorlagen) und der kanadische Neuzugang Greg Schmidt (6 plus 12). Mit fünf Treffern in Überzahl glänzte Marco Ludwig (20 Jahre), der ebenso wie der 19-jährige Andre Mücke (3 plus 4) zu den größten Talenten im Fuchsbau zählt. Noch nicht ganz die Vorjahresform hat der finnische Torhüter Iiro Itämies erreicht, der häufig auch von Sebastian Elwing vertreten wurde.
In die Kritik geraten sind zuletzt zwei Routiniers. Der Ex-Bayreuther Vadim Kulabuchov und Boris Fuchs mussten nach Umstellungen der Sturmreihen mit Plätzen auf der Spielerbank vorlieb nehmen. Aus Protest für diese Maßnahme marschierte das Duo nach Spielschluss sofort in die Kabine und verweigerte dem Gegner den obligatorischen Handschlag. "Beide haben mich enttäuscht", gab Trainer Sekera kund. Der Hintergrund: Die Zeitverträge für Kulabuchov und Fuchs enden im Dezember. Im Hinspiel hatten die Füchse in den Schlusssekunden einen 4:2-Sieg unter Dach und Fach gebracht.
Mit 3:4 zog sich der ESVB im ersten Duell mit Spitzenreiter Bremerhaven ordentlich aus der Affäre. Allerdings sind bei den Nordseestädtern (11:0 gegen Selb, 11:1 gegen Höchstadt, 9:2 gegen Haßfurt, 6:1 gegen Dresden, 5:0 gegen Berlin) schon mehrere Teams unter die Räder gekommen. Ein ähnliches Debakel wollen die Bayreuther auf alle Fälle vermeiden, die dabei den Aktionsradius der REV-Stürmer-Topskorer Jean-Francois Caudron (11 Tore plus 17 Vorlagen), Patryk Pysz (9 plus 19), Jarkko Varvio (15 plus 11) entscheidend einengen müssen.
Obwohl wiederholt Finanzprobleme beim Ex-Zweitbundesligisten durchsickerten, überraschte der Verein mit der kürzlichen Verpflichtung des Italo-Kanadiers Dave DelMonte.

Quelle: Nordbayerischer Kurier
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