Da waren's nur noch vier- nämlich Punkte Vorsprung auf Platz 6, der für die Lausitzer Eishockeyfüchse das Verpassen der Meisterrunde in der Eishockey-Oberliga und höchstwahrscheinlich auch das wirtschaftliche Aus bedeuten würde. Nach der Todd- Gill- Gala beim 5:2 über die Berlin Capitals im letzten Spiel des alten Jahres folgte im ersten Match 2004 gleich wieder ein Dämpfer: Vor über 2.600 Fans unterlag man den Hannover Indians mit 2:4. Mit einem 4:3- Zittersieg in Hassfurt am Sonntag rettete man wenigstens die vier Zähler plus auf den ESV Bayreuth, bei dem es heute (Dienstag) ab 18.00 Uhr in einem sogenannten Sechs- Punkte- Spiel vorentscheidend um die Meisterrundenqualifikation geht.
Du hast 20 Eishockeyspieler und musst immer fünf in einen Block stellen. Wieviel theoretische Besetzungsvarianten gibt es, bis jeder Spieler mindestens einmal mit jedem der restlichen 19 in einer Formation spielte? - Eine Frage, die Mathematikspezialisten sicher leicht beantworten könnten. Für die Beobachter der Weißwasseraner Eishockeyszene scheint es allerdings so, als hätte man beim EHC nach bisher 31 Saisonspielen so ziemlich alle denkbaren Varianten schon einmal ausprobiert. Fakt ist, dass - und nicht nur verletzungsbedingt - bei den Füchsen kaum einmal zwei Spiele hintereinander die Reihen unverändert auflaufen. Fakt ist, dass Eishockey immer auch von Automatismen lebt, die das Spiel schnell und erfolgreich machen. Fakt ist, dass irgendwann im Verlaufe einer Saison die Zeit des Experimentierens vorbei sein muss. Fakt ist, dass Umstellungen immer auch zu Verunsicherungen führen. Fakt ist, dass sich der Luxus von jetzt sechs (bald könnten es sieben sein, aber nur fünf dürfen spielen) Ausländern für den Coach in einen Nachteil verwandeln kann, wenn sich herausstellt, dass seine Entscheidungen, wer spielen darf und wer auf die Tribüne muss, zum Misserfolg führen. Fakt ist, dass die Lausitzer Eishockeyfüchse große Gefahr laufen, als "Durcheinander- Würfeltruppe" schon den ersten Schritt in Richtung Wiederaufstieg, nämlich die Qualifikation für die Meisterrunde, zu verpassen. Der endgültige Auslöser für massive Diskussionen zu dieser Problematik war das Match gegen die Hannover Indians, dass mit 2:4 verloren ging und irgendwie im Eischaos endete. Sicher: Nach Abklingen der Grippewelle stand Coach Horymir Sekera bis auf den Knieverletzten Stephan Kuhlee das bestmögliche Aufgebot zur Verfügung. Dass dann aber Formationen aufliefen, die so noch nie zusammengespielt hatten (Neuverteidiger Gill mit Robert Bartlick- dafür saß Bystryantsev als überzähliger Ausländer draußen; statt des bewährten Abwehr- Duos Wartenberg/ Linke diesmal Wartenberg/ Vait und Hanusch/ Linke; im Sturm erstmals Thiede mit Schmidt/ Sekera, dafür Kulabuchov im 3. Angriff mit Mücke/ Ludwig) sorgte für Erstaunen. Nach 20 Minuten beim Stand von 0:1 frozzelten die Insider: "Wetten, jetzt stellt der Trainer um?" Tat er tatsächlich! Doch nicht auf die bewährten Blöcke wurde umgestellt, sondern neue Fünfer "kreiert". Ab der 21. Minute fuhren sich so z.B. Schmidt, Bartell und Thiede gegenseitig in die Parade, statt die defensiv eingestellten Indians auszuspielen. Zwar waren es fast ausschließlich die Verteidiger, die die zu Kontern der Hannoveraner führenden Fehler machten. Nur zwei Treffer auf eigenem Eis sind aber deutlich zu wenig, um erfolgreich zu sein. Von den lauter werdenden kritischen Stimmen aufgeschreckt griff Coach Horymir Sekera in Hassfurt auf "Bewährteres" zurück- und hatte Glück. Je zweimal Sohn Martin und Vadim Kulabuchov (Letzterer 107 Sekunden vor Schluss) retteten die drei Auswärtspunkte und damit einen noch passablen Vorsprung vor Bayreuth. Besteht der heute Abend nach Ende der Partie in der Wagner- Stadt noch? Und vor allem: Wer darf heute mit wem? (jur)
1 | Bobo | 06.01.2004 @ 11:38
Guter sachlicher, kritischer Bericht.Bravo
2 | pasloe | 06.01.2004 @ 12:57
Sehe ich genauso. Sekera sollte mal wieder folgende Reihen spielen lassen: 1. Schmidt, Kulabuchov, Sekera 2. Kempf, Pohling, Bartell (bräuchte eigentlich mal ne Denkpause) 3. Thiede, Ludwig, Mücke Danke.
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Du hast 20 Eishockeyspieler und musst immer fünf in einen Block stellen. Wieviel theoretische Besetzungsvarianten gibt es, bis jeder Spieler mindestens einmal mit jedem der restlichen 19 in einer Formation spielte? - Eine Frage, die Mathematikspezialisten sicher leicht beantworten könnten. Für die Beobachter der Weißwasseraner Eishockeyszene scheint es allerdings so, als hätte man beim EHC nach bisher 31 Saisonspielen so ziemlich alle denkbaren Varianten schon einmal ausprobiert. Fakt ist, dass - und nicht nur verletzungsbedingt - bei den Füchsen kaum einmal zwei Spiele hintereinander die Reihen unverändert auflaufen. Fakt ist, dass Eishockey immer auch von Automatismen lebt, die das Spiel schnell und erfolgreich machen. Fakt ist, dass irgendwann im Verlaufe einer Saison die Zeit des Experimentierens vorbei sein muss. Fakt ist, dass Umstellungen immer auch zu Verunsicherungen führen. Fakt ist, dass sich der Luxus von jetzt sechs (bald könnten es sieben sein, aber nur fünf dürfen spielen) Ausländern für den Coach in einen Nachteil verwandeln kann, wenn sich herausstellt, dass seine Entscheidungen, wer spielen darf und wer auf die Tribüne muss, zum Misserfolg führen. Fakt ist, dass die Lausitzer Eishockeyfüchse große Gefahr laufen, als "Durcheinander- Würfeltruppe" schon den ersten Schritt in Richtung Wiederaufstieg, nämlich die Qualifikation für die Meisterrunde, zu verpassen. Der endgültige Auslöser für massive Diskussionen zu dieser Problematik war das Match gegen die Hannover Indians, dass mit 2:4 verloren ging und irgendwie im Eischaos endete. Sicher: Nach Abklingen der Grippewelle stand Coach Horymir Sekera bis auf den Knieverletzten Stephan Kuhlee das bestmögliche Aufgebot zur Verfügung. Dass dann aber Formationen aufliefen, die so noch nie zusammengespielt hatten (Neuverteidiger Gill mit Robert Bartlick- dafür saß Bystryantsev als überzähliger Ausländer draußen; statt des bewährten Abwehr- Duos Wartenberg/ Linke diesmal Wartenberg/ Vait und Hanusch/ Linke; im Sturm erstmals Thiede mit Schmidt/ Sekera, dafür Kulabuchov im 3. Angriff mit Mücke/ Ludwig) sorgte für Erstaunen. Nach 20 Minuten beim Stand von 0:1 frozzelten die Insider: "Wetten, jetzt stellt der Trainer um?" Tat er tatsächlich! Doch nicht auf die bewährten Blöcke wurde umgestellt, sondern neue Fünfer "kreiert". Ab der 21. Minute fuhren sich so z.B. Schmidt, Bartell und Thiede gegenseitig in die Parade, statt die defensiv eingestellten Indians auszuspielen. Zwar waren es fast ausschließlich die Verteidiger, die die zu Kontern der Hannoveraner führenden Fehler machten. Nur zwei Treffer auf eigenem Eis sind aber deutlich zu wenig, um erfolgreich zu sein. Von den lauter werdenden kritischen Stimmen aufgeschreckt griff Coach Horymir Sekera in Hassfurt auf "Bewährteres" zurück- und hatte Glück. Je zweimal Sohn Martin und Vadim Kulabuchov (Letzterer 107 Sekunden vor Schluss) retteten die drei Auswärtspunkte und damit einen noch passablen Vorsprung vor Bayreuth. Besteht der heute Abend nach Ende der Partie in der Wagner- Stadt noch? Und vor allem: Wer darf heute mit wem? (jur)