Weißwasser ohne Spitzeneishockey für die Fans einfach unvorstellbar
Der Schock über den Offenbarungseid von Weißwassers Eishockeyfüchsen sitzt tief. Nicht nur in der Stadt selbst herrschte gestern Betroffenheit über die Nachricht, dass die Spielbetriebs GmbH ihre Zahlungsunfähigkeit erklärte und den Gang zum Amtsgericht Dresden antrat. Der Insolvenzverwalter ist bestellt (RUNDSCHAU berichtete).
Wer das sein wird, konnte ESW-Vereinsvorsitzender Dr. Klaus Dietze am Dienstag zur Pressekonferenz noch nicht sagen. Ohnehin ist das von zweitrangiger Bedeutung. Viel wichtiger wird sein, ob der Verwalter hier in Weißwassers Verein genügend "Materie " vorfindet. Nur damit wäre eine eventuelle Weiterführung des Spielbetriebes in der kommenden Saison vorstellbar. Die von Dietze genährten Hoffnungen darauf hörten sich erst einmal optimistisch an. Aber es bleibt dennoch ein schwerer Gang, wenn nicht gar einer nach Canossa. Denn potente Geldgeber stehen in der Region nicht zur Verfügung, andere Absichtserklärungen müssen auf ihren Bestand hin abgeklopft werden. Nicht irgendwann, sondern möglichst schnell. Denn es drängt die Zeit. Bis zum 30. April hat sich der Verein beim Deutschen Eishockey Bund zu erklären, ob er sich an der Punktehatz 2002/03 in der 2. Bundesliga zu beteiligen gedenkt. Dann gehen weitere 30 Tage ins Land, ehe das nächste Mal die Hosen herunter gelassen werden müssen. Ende Mai hat eben dort in München das untersetzte Konzept jedes Vereins vorzuliegen. Hauptinhalt die dafür nötigen Finanzen, woher sie kommen, wie und in welcher Höhe sie fließen. Der Oberfuchs deutete klar an, dass er die Lizenz nur dann beantragen wird, wenn harte Moneten vorher die Kriegskasse füllen. Hoffnungen auf "neue Mutter "
Die Hoffnungen Eishockey-Weißwassers richten sich dabei vor allem auf das Engagement der "neuen Mutter " von Veag und Laubag Vattenfall. Es klingt irgendwie logisch, hier den Hebel anzusetzen. Immerhin hat der Konzern seinen Heimatsitz in Schweden. Land und Leute sind dem Eishockeysport liebevoll hörig. Warum diese Liebe nicht auch in die Lausitz transportieren? Zumal die Nordländer auch für das angestrebte Sportdreieck Eurospeedway, Energie Cottbus und Eissport Weißwasser ins Boot könnten. Freitag voriger Woche kam Energie-Boss Dieter Krein in den Fuchsbau. Ob er mit Klaus Dietze über eine solche Variante gesprochen hat, ist nicht bekannt, aber es wäre durchaus möglich. An die Wirtschaft direkt
Ohnehin ist die Hinwendung zu wirtschaftlichen Gönnern eine effektive Form der Kooperation. Denn wie die ESW-Vorstandsetage bekannte, haben die Beziehungen zu den politischen Entscheidungsträgern in Dresden bislang noch nicht den erhofften Erfolg gezeigt. Die Kontakte werden zwar auch weiterhin gepflegt, aber die Chancen sind größer, direkt mit ambitionierten Geldgebern selbst zu reden. Wie gesagt, dies alles sind Visionen und vorerst ist nur klar, dass alsbald die Aufrechnung zurückliegender Sünden vorgenommen werden muss. Trotzdem ist weiten Kreisen im Fanlager unvorstellbar, dass es ab September 2002 kein Zweitligaeishockey in Weißwasser mehr geben könnte. Ohne dieses Aushängeschild sähe es nämlich auch um den ESW-Nachwuchsbereich mittelfristig trübe aus. Allein die Jungtruppen besitzen, bei aller Anerkennung ihrer Leistungen, kaum die Zugkraft, Menschenmassen an die Füchse-Bande zu locken. Und ohne Traversenbevölkerung schwindet wahrscheinlich auch das Sponsoreninteresse noch weiter. ESW-Verteidiger Gabriel Krüger sitzt wie alle seine Kollegen inzwischen auf gepackten Koffern. Ostern wird er in seiner Heimatstadt Rosenheim verbringen, um sich Dienstag im dortigen Arbeitsamt zu melden. Bevor es soweit ist, wollen die Cracks nicht versäumen, sich bei ihren treuen Fans auf ungewöhnliche Art zu bedanken. Karfreitag ab 17 Uhr steigt im "Kentucky " am Turnerheim eine Fete. Für ein geringes Eintrittsgeld (2,50 Euro) kommt jeder Anhänger hinein. Die Spieler fungieren hier als Kellner, kredenzen Gegrilltes und Flüssiges. Eine Verlosung gibt es auch. Sonnabend darauf möchten sich die "Tipp-Füchse " ab 18.30 Uhr für eine Stunde aufs Halleneis begeben, um für 60 Minuten den Insolvenzfrust unter die Kufen zu geben. Danach wird die Stärkung im "Fuchsbau " eingenommen. Zur endgültigen Saison-Abschlussfeier trifft sich diese Gruppe bekennender Tipper dann am 12. April an gleicher Stelle. Bekanntlich organisierte sie die Wahl zum "Fuchs 2001/02 " , aus der Keeper Iiro Itämies als Sieger hervorging.
Quelle: LR (Joachim Langner)
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Der Schock über den Offenbarungseid von Weißwassers Eishockeyfüchsen sitzt tief. Nicht nur in der Stadt selbst herrschte gestern Betroffenheit über die Nachricht, dass die Spielbetriebs GmbH ihre Zahlungsunfähigkeit erklärte und den Gang zum Amtsgericht Dresden antrat. Der Insolvenzverwalter ist bestellt (RUNDSCHAU berichtete).
Wer das sein wird, konnte ESW-Vereinsvorsitzender Dr. Klaus Dietze am Dienstag zur Pressekonferenz noch nicht sagen. Ohnehin ist das von zweitrangiger Bedeutung. Viel wichtiger wird sein, ob der Verwalter hier in Weißwassers Verein genügend "Materie " vorfindet. Nur damit wäre eine eventuelle Weiterführung des Spielbetriebes in der kommenden Saison vorstellbar. Die von Dietze genährten Hoffnungen darauf hörten sich erst einmal optimistisch an. Aber es bleibt dennoch ein schwerer Gang, wenn nicht gar einer nach Canossa. Denn potente Geldgeber stehen in der Region nicht zur Verfügung, andere Absichtserklärungen müssen auf ihren Bestand hin abgeklopft werden. Nicht irgendwann, sondern möglichst schnell. Denn es drängt die Zeit. Bis zum 30. April hat sich der Verein beim Deutschen Eishockey Bund zu erklären, ob er sich an der Punktehatz 2002/03 in der 2. Bundesliga zu beteiligen gedenkt. Dann gehen weitere 30 Tage ins Land, ehe das nächste Mal die Hosen herunter gelassen werden müssen. Ende Mai hat eben dort in München das untersetzte Konzept jedes Vereins vorzuliegen. Hauptinhalt die dafür nötigen Finanzen, woher sie kommen, wie und in welcher Höhe sie fließen. Der Oberfuchs deutete klar an, dass er die Lizenz nur dann beantragen wird, wenn harte Moneten vorher die Kriegskasse füllen.
Hoffnungen auf "neue Mutter "
Die Hoffnungen Eishockey-Weißwassers richten sich dabei vor allem auf das Engagement der "neuen Mutter " von Veag und Laubag Vattenfall. Es klingt irgendwie logisch, hier den Hebel anzusetzen. Immerhin hat der Konzern seinen Heimatsitz in Schweden. Land und Leute sind dem Eishockeysport liebevoll hörig. Warum diese Liebe nicht auch in die Lausitz transportieren? Zumal die Nordländer auch für das angestrebte Sportdreieck Eurospeedway, Energie Cottbus und Eissport Weißwasser ins Boot könnten. Freitag voriger Woche kam Energie-Boss Dieter Krein in den Fuchsbau. Ob er mit Klaus Dietze über eine solche Variante gesprochen hat, ist nicht bekannt, aber es wäre durchaus möglich.
An die Wirtschaft direkt
Ohnehin ist die Hinwendung zu wirtschaftlichen Gönnern eine effektive Form der Kooperation. Denn wie die ESW-Vorstandsetage bekannte, haben die Beziehungen zu den politischen Entscheidungsträgern in Dresden bislang noch nicht den erhofften Erfolg gezeigt. Die Kontakte werden zwar auch weiterhin gepflegt, aber die Chancen sind größer, direkt mit ambitionierten Geldgebern selbst zu reden. Wie gesagt, dies alles sind Visionen und vorerst ist nur klar, dass alsbald die Aufrechnung zurückliegender Sünden vorgenommen werden muss. Trotzdem ist weiten Kreisen im Fanlager unvorstellbar, dass es ab September 2002 kein Zweitligaeishockey in Weißwasser mehr geben könnte. Ohne dieses Aushängeschild sähe es nämlich auch um den ESW-Nachwuchsbereich mittelfristig trübe aus. Allein die Jungtruppen besitzen, bei aller Anerkennung ihrer Leistungen, kaum die Zugkraft, Menschenmassen an die Füchse-Bande zu locken. Und ohne Traversenbevölkerung schwindet wahrscheinlich auch das Sponsoreninteresse noch weiter. ESW-Verteidiger Gabriel Krüger sitzt wie alle seine Kollegen inzwischen auf gepackten Koffern. Ostern wird er in seiner Heimatstadt Rosenheim verbringen, um sich Dienstag im dortigen Arbeitsamt zu melden. Bevor es soweit ist, wollen die Cracks nicht versäumen, sich bei ihren treuen Fans auf ungewöhnliche Art zu bedanken. Karfreitag ab 17 Uhr steigt im "Kentucky " am Turnerheim eine Fete. Für ein geringes Eintrittsgeld (2,50 Euro) kommt jeder Anhänger hinein. Die Spieler fungieren hier als Kellner, kredenzen Gegrilltes und Flüssiges. Eine Verlosung gibt es auch. Sonnabend darauf möchten sich die "Tipp-Füchse " ab 18.30 Uhr für eine Stunde aufs Halleneis begeben, um für 60 Minuten den Insolvenzfrust unter die Kufen zu geben. Danach wird die Stärkung im "Fuchsbau " eingenommen. Zur endgültigen Saison-Abschlussfeier trifft sich diese Gruppe bekennender Tipper dann am 12. April an gleicher Stelle. Bekanntlich organisierte sie die Wahl zum "Fuchs 2001/02 " , aus der Keeper Iiro Itämies als Sieger hervorging.
Quelle: LR (Joachim Langner)