Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Von null auf Sekera
25.11.2002 | 14:05 Uhr von
Horymir Sekera der neue Coach der Füchse.
Sein Einstand als Trainer der Lausitzer Füchse war perfekt. Horymir Sekera kam, sah und siegte am Freitag gleich 9:2 mit Weißwasser gegen Bad Tölz. Trotzdem wehrt sich der 54-jährige Tscheche gegen das Image des Wundertäters, sondern widmet stattdessen einen Teil des Erfolges auch seinem erkrankten Vorgänger Anton Weißgerber.

Sekera ist bekennender Raucher - genau wie Weißgerber. Er kam mit leichter Verspätung zur Pressekonferenz - genau wie auch Weißgerber gelegentlich. Er ließ die gleichen Reihen auflaufen wie Weißgerber. Und doch ist mit Horymir Sekera jetzt alles anders im Fuchsbau. Die Mannschaft siegte nicht nur, sondern spielte dazu Eishockey auf hohem Niveau. Wäre Sekera ein Showman - er hätte nach dem Spielende eine passable Bühne gehabt. Denn der neue Mann hinter der Bande wurde mit Huldigungen durch Fans und Sponsoren geradezu überhäuft. Weil er aber kein Showman ist, kommentierte er den Raketenstart von null auf Sekera mit einem zufriedenen Lächeln und dem Dank an die Mannschaft: "Die Jungs haben mir prima geholfen. Sie haben gezeigt, dass sie ordentliches Eishockey spielen wollen und auch können."

Ein fabelhaftes Comeback

Am Montag in Crimmitschau entlassen, am Freitag in Weißwasser gefeiert - man darf es wohl ein fabelhaftes Comeback nennen. Es scheint, als haben sich die Füchse und ihr neuer Coach gesucht und gefunden. Denn innerhalb von reichlich 24 Stunden hauchte Sekera der komplett verunsicherten Mannschaft wieder neues Leben ein. Und das trotz einiger Hindernisse, denn: "Wir kennen uns ja noch gar nicht lange. Deshalb hatte ich bei einigen Spielern noch Probleme, Namen und Gesichter richtig zuzuordnen. Aber letztlich haben wir es alle gemeinsam gepackt." Eine zusätzliche Hilfe war ihm dabei Ex-Profi Ronny Reddo, der kurzfristig in die Rolle des Co-Trainers schlüpfte. Nach einer nervösen Anfangsphase liefen und kombinierten die Füchse gegen Bad Tölz wie schon lange nicht mehr. Selbst die zuletzt hart kritisierten Routiniers Vadim Kulabuchov und Alexej Pogodin schienen einem Jungbrunnen entstiegen zu sein. Nach dem ersten Drittel führten die Lausitzer bereits 4:0. Doch auch in der Folgezeit hatten die 1509 Zuschauer ihre helle Freude an den Toren von Vadim Kulabuchov (3), Jörg Wartenberg, Alexej Pogodin, Ivan Svintsitski, Roman Weilert, Markus Kempf und Benjamin Thiede.

Was hat er mit dem Team gemacht?

Deshalb stellten sich am Ende eines mitreißenden Abends alle nur eine Frage: Was hat der Sekera bloß gemacht mit dieser Mannschaft? Klar, er hat geredet. Er hat taktische Details verändert. Er hat neue Schwerpunkte gesetzt. Nur: Schießt man deshalb gleich neun Tore? "Natürlich nicht", betont der Füchse-Trainer, wehrt sich gleichzeitig aber gegen das Wundertäter-Image. "Anton Weißgerber hat gute Arbeit abgeliefert, am Ende aber auch etwas Pech gehabt. Außerdem werden nach einer gewissen Zeit viele Dinge zur Gewohnheit. Das habe ich doch zuletzt in Crimmitschau selbst spüren müssen.
Martin Sekera - bald im Blau-Gelben Trikot?
Vor einem neuen Trainer haben die Spieler nunmal auch größeren Respekt. Das hat aber nichts mit den Personen Weißgerber oder Sekera zu tun." Auch die Spieler staunten nicht schlecht - über sich selbst! Markus Kempf spürte einen Ruck in der Mannschaft, war ansonsten aber auch sprach- und ratlos über den großen Leistungssprung. "Es hat jedenfalls richtig Spaß gemacht", strahlte der Stürmer. Und weil man in Weißwasser auf Anhieb Gefallen gefunden hat am Namen Sekera, wird hinter den Kulissen weiter an der Verpflichtung von Sekera jun. gebastelt. Der 30-Jährige stürmt derzeit noch für Crimmitschau. ETC-Sportdirektor Klaus Schröter hatte ihn am vergangenen Montag in Weißwasser angeboten, dann aber einen Rückzieher gemacht. Vielleicht auch mit Blick auf den kommenden Freitag, wenn beide Vereine in Weißwasser zum nächsten Sachsenderby auflaufen. Bis dahin dürfte der ETC wenig Interesse daran haben, einen unmittelbaren Mitkonkurrenten im Abstiegskampf stark zu machen. "Wir bleiben jedenfalls dran", betont Füchse-Manager Dr. Klaus Dietze. Denn auch er weiß, dass Martin Sekera gemeinsam mit Dirk Rohrbach unter dem Trainer Horymir Sekera in Crimmitschau ein kongeniales Duo bildete. Und Rohrbach und Sekera sen. sind bekanntlich schon in Weißwasser. Fehlt eigentlich nur noch ein Teilchen zur Komplettierung des Personalpuzzles.

Quelle: Lausitzer Rundschau
227 mal gelesen
 
1 | elFranzo | 25.11.2002 @ 16:08
es stimmt schon das die ESW-Fans gefallen an dem Namen Sekera (sen.)gefunden haben aber der Jun. kann ruhig in Crimmsche bleiben. Wir habe hier genu leute die besser spielen als der!
2 | Matze | 25.11.2002 @ 16:33
Ist ja nicht wirklich Jun. mit 30, oder? Man sollte den Altersschnitt nicht noch weiter steigern. Sollen sie lieber dem Jamie ne Chance geben. Hat doch ne gute Statistik der Typ.
3 | Mario | 27.11.2002 @ 01:51
Würde mich nicht wundern wenn's bald heisst:Wo der Vater,dort auch bald der Sohn!
4 | Matze | 27.11.2002 @ 20:21
Will ja kein Gerücht in die Welt setzen. Habe soeben bei MDR gehört und gelesen ( VT 207 ), dass Martin Sekera zum 1.12.02 entlassen ist. Tja ich denke mal, der Entlassungsgrund weisst deutlich auf seine Zukunft hin. Herzlich willkommen, Martin!
5 | Matze | 27.11.2002 @ 20:23
PS: Ändert nichts an meiner Meinung, was eine Verjüngung der Truppe betrifft.
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