...ist wieder in der Heimat angekommen
Nach vier Jahren in der Fremde zieht sich Marcel Linke wieder das Füchse-Trikot über. WochenKurier sprach mit dem Verteidiger über seine Wünsche und Ziele zur neuen Saison.
Marcel, wie fühlen Sie sich, endlich wieder daheim zu sein?
Es ist schön, wieder hier zu sein. Meine Eltern wohnen hier und Weißwasser als Stadt gefällt mir auch prima. Ich brauche keinen großen Trubel.
Heißt dies etwa, dass sie sich die letzten vier Jahre in Dresden nicht wohlgefühlt haben?
Nein, in Dresden habe ich auch eine schöne Zeit gehabt und mich gut eingelebt. Nur sportlich lief es in in der letzten Saison nicht ganz so gut.
Warum?
Ich hatte mir in der Vorbereitung einen Innenband- und Meniskusanriss zugezogen. Dann kam noch eine Thrombose dazu, so dass ich drei Monate gar nichts machen konnte. Danach habe ich versucht, wieder ins Team zu kommen, was aber aus verschiedenen Gründen nicht klappte.
Was für Gründe gab es denn?
In Dresden lief es letztes Jahr in der Trainerfrage recht chaotisch. Als Spieler wusste man teilweise gar nicht: Wer ist heute Trainer oder ist der Manager Jan Tabor wieder Trainer? Das hat aber auch allgemein die Leistung der Mannschaft gedrückt.
Keine Befürchtungen, dass es in Weißwasser mit der Doppelspitze Dirk Rohrbach und Ralf Hantschke zu einer ähnlichen Konstellation kommen könnte?
Nein, absolut nicht. Hier ist alles klar abgesteckt – „Rohre“ ist der Trainer und Ralf Hantschke der Manager neben dem Eis. Ralf Hantschke wird uns nur trainieren, wenn Dirk Rohrbach nicht da ist. So wie diese Woche, in der „Rohre“ beim Trainerlehrgang ist.
Sie sind 1999 in den Profikader der Füchse aufgerückt und haben mit dem jetzigen Trainer zusammengespielt. Ein Problem für Sie?
Ich muss nur bissel umdenken und die gewisse Distanz zwischen Chef und Mitarbeiter wahren. Aber gut, dass diese Lösung gefunden wurde und nicht ein x-beliebiger Trainer in den Fuchsbau gekommen ist.
Sie sind 2007 mit den Eislöwen in Weißwasser abgestiegen. Beschreiben Sie doch bitte ihre Gefühle von damals.
Ich weiß jetzt wie es ist, eine Serie zu verlieren und abzusteigen. Es war nicht schön, diesen schweren Gang auf eigenem Eis zu gehen. Noch einmal möchte ich das nicht erleben!
Sie sagen „auf eigenem Eis“. Fühlen Sie sich diese Saison als Ur-Weißwasseraner eigentlich als Neuzugang?
Teil, teils. Ich habe immer gewusst, wo meine Heimat ist. Bei den Mitspielern merkt man schon, dass man eine Weile weg war. Mit den Alteingesessenen wie Robert Bartlick oder Thomas Götz klappt aber alles wie immer. Die Fans kennen mich, aber trotzdem habe ich natürlich keinen Bonus und muss mich in jedem Spiel und Training beweisen. Ich bin froh, dass ich hier einen Vertrag erhalten habe. Andere deutsche Spieler bekommen durch die Wirtschaftskrise gar keinen Vertrag mehr oder nur noch zu Dumpingpreisen. Das tut mir im Herzen weh.
Die Reaktionen der Fans zu Ihrer Rückkehr waren etwas gespalten. Bekommt man so etwas mit?
Ein bisschen schon – mein Vater hat mir erzählt, was im Internet stand. Alle Zweifler will ich mit Leistung überzeugen. Ich bin aber froh, dass diese Meinungen nicht überwogen haben.
Die Fans wollen Leistung und Kampf sehen. Was wünschen Sie sich aber von den Fans?
Dass sie uns weiterhin so zahlreich und lautstark unterstützen. Wir wollen den Fans beim Saisonauftakt gegen den Meister und Vizemeister wenn möglich ein paar Punkte schenken und damit eventuell eine kleine Euphorie entfachen.
Als Weißwasseraner stehen sie besonders im Fokus der Fans. Angst davor?
Nein, so oft kam es früher auch nicht vor, dass ich auf der Straße angesprochen wurde. Und privat wohne ich jetzt in Weißkeißel, wo man nicht so unter Beobachtung steht. Aber ich kann sagen, die wilden Jahre sind vorbei. (grinst) Obwohl die bei mir ja nie so schlimm waren... Man wird älter und gesetzter. Ich wünsche mir nur manchmal, dass diese Phase vielleicht schon bisschen eher gekommen wäre.
Sie sind eher als stiller, introvertierter Typ bekannt. Mit 28 Jahren sind Sie jetzt aber in einem Alter, um jüngere Spieler im Team mit zu führen. Klappt das?
Die älteren Spieler geben schon die Richtung vor, aber bisher mussten sie das gar nicht so oft machen. Im Team stimmt es bis jetzt. Ich will erst einmal schauen, dass meine Leistung stimmt. Dann ergibt sich der Rest von selbst.
Womit wir beim Team für die neue Saison wären. Es fehlen noch zwei, drei Spieler, aber wie sehen Sie die Füchse aufgestellt?
Wir können diese Saison einiges bewegen. Der Kader hat zwar nicht die großen Namen, aber das Gerüst der letzten Saison blieb und ist eingespielt. Mit „Seppi“ Klenner haben wir sicherlich wieder einen guten Kapitän und wer hätte denn letzte Saison gedacht, dass die Füchse so eine Super-Saison spielen.
Und dafür schwitzen Sie jetzt im Training so richtig, oder?
Ja, Dirk Rohrbach fordert uns richtig gut. Aber so können wir hoffentlich das berühmte Weißwasseraner „Dezember-Leistungsloch“ zur Vergangenheit machen.
Haben Sie für die neue Saison einen persönlichen Wunsch?
Endlich wieder mal ein Tor schießen – letztes Jahr in Dresden ging ich mit einer Null aus der Saison.
Letzte Frage – Wie kamen Sie zu ihrem Spitznamen Tilla?
Das ist mir fast ein bisschen peinlich. Ich war früher etwas pummelig und da gab es den Film „Die dicke Tilla“. Der Speck war dann irgendwann weg und übrig blieb halt Tilla... (has)
Noch ein Schluck aus der Trinkflasche und schon geht es für Marcel Linke mit dem kräftezehrenden Vorbereitungsprogramm weiter. Foto: Hache
kann ich nur bestätigen is ein super typ hoffe er spielt eine super saison ohne verletzungen.
4 | cat | 12.08.2009 @ 09:08
Die wichtigen Tore sind wichtig, wie damals in Regensburg und die wünsche ich dir, viel Erfolg für die anstehende Saison und vielleicht sieht man sich ja "Anno Domini", Tilla noch eins, werde ja nicht gesetzter. Bleib wie du bist.
mfG cat ;-)
5 | Senator | 12.08.2009 @ 09:40
Ich wiederhole gern meinen Kommentar nach Bekanntgabe der Verpflichtung: zeig's allen Kritikern Marcel! Ich freu mich drauf!
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Nach vier Jahren in der Fremde zieht sich Marcel Linke wieder das Füchse-Trikot über. WochenKurier sprach mit dem Verteidiger über seine Wünsche und Ziele zur neuen Saison.
Marcel, wie fühlen Sie sich, endlich wieder daheim zu sein?
Es ist schön, wieder hier zu sein. Meine Eltern wohnen hier und Weißwasser als Stadt gefällt mir auch prima. Ich brauche keinen großen Trubel.
Heißt dies etwa, dass sie sich die letzten vier Jahre in Dresden nicht wohlgefühlt haben?
Nein, in Dresden habe ich auch eine schöne Zeit gehabt und mich gut eingelebt. Nur sportlich lief es in in der letzten Saison nicht ganz so gut.
Warum?
Ich hatte mir in der Vorbereitung einen Innenband- und Meniskusanriss zugezogen. Dann kam noch eine Thrombose dazu, so dass ich drei Monate gar nichts machen konnte. Danach habe ich versucht, wieder ins Team zu kommen, was aber aus verschiedenen Gründen nicht klappte.
Was für Gründe gab es denn?
In Dresden lief es letztes Jahr in der Trainerfrage recht chaotisch. Als Spieler wusste man teilweise gar nicht: Wer ist heute Trainer oder ist der Manager Jan Tabor wieder Trainer? Das hat aber auch allgemein die Leistung der Mannschaft gedrückt.
Keine Befürchtungen, dass es in Weißwasser mit der Doppelspitze Dirk Rohrbach und Ralf Hantschke zu einer ähnlichen Konstellation kommen könnte?
Nein, absolut nicht. Hier ist alles klar abgesteckt – „Rohre“ ist der Trainer und Ralf Hantschke der Manager neben dem Eis. Ralf Hantschke wird uns nur trainieren, wenn Dirk Rohrbach nicht da ist. So wie diese Woche, in der „Rohre“ beim Trainerlehrgang ist.
Sie sind 1999 in den Profikader der Füchse aufgerückt und haben mit dem jetzigen Trainer zusammengespielt. Ein Problem für Sie?
Ich muss nur bissel umdenken und die gewisse Distanz zwischen Chef und Mitarbeiter wahren. Aber gut, dass diese Lösung gefunden wurde und nicht ein x-beliebiger Trainer in den Fuchsbau gekommen ist.
Sie sind 2007 mit den Eislöwen in Weißwasser abgestiegen. Beschreiben Sie doch bitte ihre Gefühle von damals.
Ich weiß jetzt wie es ist, eine Serie zu verlieren und abzusteigen. Es war nicht schön, diesen schweren Gang auf eigenem Eis zu gehen. Noch einmal möchte ich das nicht erleben!
Sie sagen „auf eigenem Eis“. Fühlen Sie sich diese Saison als Ur-Weißwasseraner eigentlich als Neuzugang?
Teil, teils. Ich habe immer gewusst, wo meine Heimat ist. Bei den Mitspielern merkt man schon, dass man eine Weile weg war. Mit den Alteingesessenen wie Robert Bartlick oder Thomas Götz klappt aber alles wie immer. Die Fans kennen mich, aber trotzdem habe ich natürlich keinen Bonus und muss mich in jedem Spiel und Training beweisen. Ich bin froh, dass ich hier einen Vertrag erhalten habe. Andere deutsche Spieler bekommen durch die Wirtschaftskrise gar keinen Vertrag mehr oder nur noch zu Dumpingpreisen. Das tut mir im Herzen weh.
Die Reaktionen der Fans zu Ihrer Rückkehr waren etwas gespalten. Bekommt man so etwas mit?
Ein bisschen schon – mein Vater hat mir erzählt, was im Internet stand. Alle Zweifler will ich mit Leistung überzeugen. Ich bin aber froh, dass diese Meinungen nicht überwogen haben.
Die Fans wollen Leistung und Kampf sehen. Was wünschen Sie sich aber von den Fans?
Dass sie uns weiterhin so zahlreich und lautstark unterstützen. Wir wollen den Fans beim Saisonauftakt gegen den Meister und Vizemeister wenn möglich ein paar Punkte schenken und damit eventuell eine kleine Euphorie entfachen.
Als Weißwasseraner stehen sie besonders im Fokus der Fans. Angst davor?
Nein, so oft kam es früher auch nicht vor, dass ich auf der Straße angesprochen wurde. Und privat wohne ich jetzt in Weißkeißel, wo man nicht so unter Beobachtung steht. Aber ich kann sagen, die wilden Jahre sind vorbei. (grinst) Obwohl die bei mir ja nie so schlimm waren... Man wird älter und gesetzter. Ich wünsche mir nur manchmal, dass diese Phase vielleicht schon bisschen eher gekommen wäre.
Sie sind eher als stiller, introvertierter Typ bekannt. Mit 28 Jahren sind Sie jetzt aber in einem Alter, um jüngere Spieler im Team mit zu führen. Klappt das?
Die älteren Spieler geben schon die Richtung vor, aber bisher mussten sie das gar nicht so oft machen. Im Team stimmt es bis jetzt. Ich will erst einmal schauen, dass meine Leistung stimmt. Dann ergibt sich der Rest von selbst.
Womit wir beim Team für die neue Saison wären. Es fehlen noch zwei, drei Spieler, aber wie sehen Sie die Füchse aufgestellt?
Wir können diese Saison einiges bewegen. Der Kader hat zwar nicht die großen Namen, aber das Gerüst der letzten Saison blieb und ist eingespielt. Mit „Seppi“ Klenner haben wir sicherlich wieder einen guten Kapitän und wer hätte denn letzte Saison gedacht, dass die Füchse so eine Super-Saison spielen.
Und dafür schwitzen Sie jetzt im Training so richtig, oder?
Ja, Dirk Rohrbach fordert uns richtig gut. Aber so können wir hoffentlich das berühmte Weißwasseraner „Dezember-Leistungsloch“ zur Vergangenheit machen.
Haben Sie für die neue Saison einen persönlichen Wunsch?
Endlich wieder mal ein Tor schießen – letztes Jahr in Dresden ging ich mit einer Null aus der Saison.
Letzte Frage – Wie kamen Sie zu ihrem Spitznamen Tilla?
Das ist mir fast ein bisschen peinlich. Ich war früher etwas pummelig und da gab es den Film „Die dicke Tilla“. Der Speck war dann irgendwann weg und übrig blieb halt Tilla... (has)
Quelle: www.wochenkurier.info