Manager Dr. Klaus Dietze: Mittelfristig wollen wir als wirtschaftlich gesunder Verein stabil in der oberen Tabellenhälfte der zweiten Bundesliga mitspielen
Eine Mannschaft auf einem Abstiegsplatz als Kandidat der Sportlerumfrage? Die Jury aus SZ und Neiße-Kreissportbund hat sich für die Weißwasseraner Eishockeyfüchse entschieden, weil sie als einzige Mannschaft die Fahnen der Region im Profisport hochhält und weil ihr im vergangenen Jahr die Playoff-Teilnahme, am Ende der achte Platz in der zweiten Bundesliga gelangen. Und das ist eine große Leistung, kennt man die schwierige Ausgangssituation der Weißwasseraner. SZ sprach dazu mit Füchse Manager Dr. Klaus Dietze.
Wie schätzen sie die Saison 2001/2002 nach einem halben Jahr und angesichts der heutigen Situation ein?
Für uns war es ein großer Erfolg, dass wir nach einigen Jahren erstmals wieder die Playoffs erreicht hatten. Erst recht, wenn man bedenkt, dass wir eine der Mannschaften mit dem geringsten Etat aller Zweit-Bundesligisten sind.
Trifft diese Aussage auch auf die Spielergehälter zu?
Das ist so, übrigens völlig anders als es das eine oder andere Gerücht besagt. Wir haben in unserem Etat 820 000 Euro für Personalkosten. Darin sind auch 50 000 Euro für die Berufsgenossenschaft und die Gehälter des Trainers und des Managers enthalten, natürlich auch alle Lohnnebenkosten. Wer ein bisschen rechnen kann, weiß, wie viel ein Spieler bei uns durchschnittlich bekommt. Nach einer Karriere bei uns kann sich also kein Spieler zur Ruhe setzen, weil er sein Geld rein hat. Vielleicht ist das bei anderen Vereinen so.
Nun hat letzte Saison die Leistung gestimmt, dafür die finanzielle Situation nicht. Dieses Jahr ist es genau umgekehrt. Wie kommt das?
Wir hatten ja auch gehofft, uns im Vorderfeld der zweiten Bundesliga etablieren zu können. Der achte Platz 2002 war ja ein Schritt in die richtige Richtung. Unsere finanziellen Probleme haben sich dann aber auf die Zusammenstellung des neuen Kaders ausgewirkt. Sie haben schon recht. Zu Sylvester habe ich noch zu meiner Frau gesagt: ,Siehst du, das ist das erste Jahr seit langem, das wir nicht mit der Sorge ins neue Jahr gehen müssen, ob wir im März noch die Gehälter zahlen können.‘ Dafür stecken wir jetzt sportlich ganz tief drinnen!
Die Mannschaft ist also sportlich schwächer als die der Vorsaison?
Wir haben mit den Fuchsbrüdern, mit Paepke und Mieszkowski wichtige Spieler verloren. Wir konnten sie zum Teil erst im Verlauf der neuen Saison etwa gleichwertig ersetzen. Und die Liga ist ganz einfach stärker geworden. Schon allein deshalb, weil mit der Reduzierung der DEL etwa 40 bis 50 Spieler auf den Markt geschwemmt wurden. Die sind fast alle in der zweiten Liga untergekommen – nur bei uns nicht.
Und: kommen die Füchse da wieder raus?
Ich bin absolut optimistisch. Gerade gegen die ersten Vier der Liga hat die Mannschaft schon bewiesen, dass sie stark genug für die zweite Liga ist. Die Chemie stimmt zwischen den Spielern. Und dann sind die Fortschritte unter dem neuen Trainer von Woche zu Woche sichtbar.
Also war der Trainerwechsel aus ihrer Sicht richtig, auch wenn die magere Punktausbeute eher dagegen spricht?
Wissen Sie, ich hatte in meiner Manager-Laufbahn schon mit vielen Trainern zu tun, auch im Fußball mit Tony Woodcock oder Horst Heldt zum Beispiel. Aber mit so einen akribischen, gewissenhaften Trainer wie Horymir Sekera habe ich noch nie zusammengearbeitet. Er macht alles, von der Videoanalyse bis zu Einzel- oder Gruppengesprächen aufs Feinste. Und seine Arbeit beginnt jetzt Früchte zu tragen. Ich glaube, dass unsere Entscheidung für diesen Trainer ganz wichtig für das Erreichen unseres kurzfristigen Zieles, die Klasse zu halten, war.
Was wird aus Ihrer Sicht mittelfristig aus dem Eishockey in Weißwasser?
Auch hier bin ich inzwischen sehr zuversichtlich. Als ich vor drei Jahren hier anfing, hatte ich den Eindruck, dass ich fast ein Einzelkämpfer für den Erhalt des Profi-Eishockeys in Weißwasser bin. Heute ist das eine konzertierte Aktion mit der Stadt, in der auch die Bürgermeisterin Frau Orosz zu uns steht, und mit vielen Sponsoren bis aus Dresden. Deshalb glaube ich, dass wir mittelfristig ein wirtschaftlich stabiler Verein der zweiten Bundesliga, der in der oberen Hälfte mit spielt, sein werden.
Keine Zeit für Träume also?
Ich lege mehr Wert auf ehrliche Arbeit. Nur, wenn einmal das Projekt des Oberlausitzer Sportparks in Weißwasser zustande kommt, dann könnte man mal von Höherem träumen. Erst einmal ist uns aber der Klassenerhalt viel näher.
Eine Mannschaft auf einem Abstiegsplatz als Kandidat der Sportlerumfrage? Die Jury aus SZ und Neiße-Kreissportbund hat sich für die Weißwasseraner Eishockeyfüchse entschieden, weil sie als einzige Mannschaft die Fahnen der Region im Profisport hochhält und weil ihr im vergangenen Jahr die Playoff-Teilnahme, am Ende der achte Platz in der zweiten Bundesliga gelangen. Und das ist eine große Leistung, kennt man die schwierige Ausgangssituation der Weißwasseraner. SZ sprach dazu mit Füchse Manager Dr. Klaus Dietze.
Wie schätzen sie die Saison 2001/2002 nach einem halben Jahr und angesichts der heutigen Situation ein?
Für uns war es ein großer Erfolg, dass wir nach einigen Jahren erstmals wieder die Playoffs erreicht hatten. Erst recht, wenn man bedenkt, dass wir eine der Mannschaften mit dem geringsten Etat aller Zweit-Bundesligisten sind.
Trifft diese Aussage auch auf die Spielergehälter zu?
Das ist so, übrigens völlig anders als es das eine oder andere Gerücht besagt. Wir haben in unserem Etat 820 000 Euro für Personalkosten. Darin sind auch 50 000 Euro für die Berufsgenossenschaft und die Gehälter des Trainers und des Managers enthalten, natürlich auch alle Lohnnebenkosten. Wer ein bisschen rechnen kann, weiß, wie viel ein Spieler bei uns durchschnittlich bekommt. Nach einer Karriere bei uns kann sich also kein Spieler zur Ruhe setzen, weil er sein Geld rein hat. Vielleicht ist das bei anderen Vereinen so.
Nun hat letzte Saison die Leistung gestimmt, dafür die finanzielle Situation nicht. Dieses Jahr ist es genau umgekehrt. Wie kommt das?
Wir hatten ja auch gehofft, uns im Vorderfeld der zweiten Bundesliga etablieren zu können. Der achte Platz 2002 war ja ein Schritt in die richtige Richtung. Unsere finanziellen Probleme haben sich dann aber auf die Zusammenstellung des neuen Kaders ausgewirkt. Sie haben schon recht. Zu Sylvester habe ich noch zu meiner Frau gesagt: ,Siehst du, das ist das erste Jahr seit langem, das wir nicht mit der Sorge ins neue Jahr gehen müssen, ob wir im März noch die Gehälter zahlen können.‘ Dafür stecken wir jetzt sportlich ganz tief drinnen!
Die Mannschaft ist also sportlich schwächer als die der Vorsaison?
Wir haben mit den Fuchsbrüdern, mit Paepke und Mieszkowski wichtige Spieler verloren. Wir konnten sie zum Teil erst im Verlauf der neuen Saison etwa gleichwertig ersetzen. Und die Liga ist ganz einfach stärker geworden. Schon allein deshalb, weil mit der Reduzierung der DEL etwa 40 bis 50 Spieler auf den Markt geschwemmt wurden. Die sind fast alle in der zweiten Liga untergekommen – nur bei uns nicht.
Und: kommen die Füchse da wieder raus?
Ich bin absolut optimistisch. Gerade gegen die ersten Vier der Liga hat die Mannschaft schon bewiesen, dass sie stark genug für die zweite Liga ist. Die Chemie stimmt zwischen den Spielern. Und dann sind die Fortschritte unter dem neuen Trainer von Woche zu Woche sichtbar.
Also war der Trainerwechsel aus ihrer Sicht richtig, auch wenn die magere Punktausbeute eher dagegen spricht?
Wissen Sie, ich hatte in meiner Manager-Laufbahn schon mit vielen Trainern zu tun, auch im Fußball mit Tony Woodcock oder Horst Heldt zum Beispiel. Aber mit so einen akribischen, gewissenhaften Trainer wie Horymir Sekera habe ich noch nie zusammengearbeitet. Er macht alles, von der Videoanalyse bis zu Einzel- oder Gruppengesprächen aufs Feinste. Und seine Arbeit beginnt jetzt Früchte zu tragen. Ich glaube, dass unsere Entscheidung für diesen Trainer ganz wichtig für das Erreichen unseres kurzfristigen Zieles, die Klasse zu halten, war.
Was wird aus Ihrer Sicht mittelfristig aus dem Eishockey in Weißwasser?
Auch hier bin ich inzwischen sehr zuversichtlich. Als ich vor drei Jahren hier anfing, hatte ich den Eindruck, dass ich fast ein Einzelkämpfer für den Erhalt des Profi-Eishockeys in Weißwasser bin. Heute ist das eine konzertierte Aktion mit der Stadt, in der auch die Bürgermeisterin Frau Orosz zu uns steht, und mit vielen Sponsoren bis aus Dresden. Deshalb glaube ich, dass wir mittelfristig ein wirtschaftlich stabiler Verein der zweiten Bundesliga, der in der oberen Hälfte mit spielt, sein werden.
Keine Zeit für Träume also?
Ich lege mehr Wert auf ehrliche Arbeit. Nur, wenn einmal das Projekt des Oberlausitzer Sportparks in Weißwasser zustande kommt, dann könnte man mal von Höherem träumen. Erst einmal ist uns aber der Klassenerhalt viel näher.
Gespräch: Frank Thümmler
[sz-online]