Krauschwitz/Crimmitschau. Ilona Peschke ist ehrlich. Hinter vorgehaltener Hand gibt sie sogar zu, dass sie Angst hatte. Angst davor, dass sie öfter mit ihrem Mann aneinandergeraten könnte, „dass wir uns auf den Nerv gehen und vielleicht viel streiten.“ Dabei war sie es, die versuchte ihren Mann schon im letzten Sommer zu überreden, die Schlittschuhe an den Nagel zu hängen. Ohne Erfolg. Der 35-Jährige wollte unbedingt „die 30 voll machen.“ Mit anderen Worten: 30 Jahre aktives Eishockey wären sein Traum gewesen.
Doch der Traum ist geplatzt. Seit dem Wochenende steht fest: Die Weißwasseraner Eishockey-Legende Frank Peschke, zuletzt beim Zweitligisten ETC Crimmitschau unter Vertrag, wird den Schläger nicht mehr in die Hand nehmen. „Wir haben uns lange unterhalten. Mit zwei operierten Schultern hat es keinen Zweck mehr, noch einmal zurück zu kommen. Der Arzt hat abgeraten. Der Entschluss steht fest“, sagt der Ex-ETC-Kapitän. Die Worte fallen ihm schwer. Er kann sich mit dem geschienten Arm kaum bewegen. Die rechte Schulter schmerzt noch ein bisschen. Auch sechs Tage nach der Operation in der Vorwoche. „Eine Kapsel war gar nicht mehr vorhanden, dazu kamen ein Knorpelschaden und eine Delle im Knochenkopf“, erzählt er. Nichts ging mehr, seit sich das Lausitzer Urgestein zur Jahreswende beim Training des ETC die Schulter auskugelte. „Das Karriereende hatte ich mir schon ein wenig anders vorgestellt. Auf jeden Fall nicht so“, gibt Peschke zu.
Für Crimmitschau bestritt der Blondschopf 80 Zweitligaspiele, schoss fünf Tore und gab 15 Vorlagen. Seine schönste Zeit erlebte er aber in den 26 Jahren Weißwasser. „Unvergesslich bleibt für mich der 25. DDR-Meistertitel 1990 vor über 12.000 Menschen in der offenen Arena“, erinnert sich Peschke. Er lacht wieder, wenn er an die alten Zeiten denkt. 1974 hatte er erstmals die Schlittschuhe geschnürt. Er durfte von Beginn an das tun, was er immer wollte: „Stürmen." Und wieder strahlt der gebürtige Forster. In über 100 Bundesliga- bzw. DEL-Spielen streifte er sich das ESW-Trikot über. „Insgesamt waren es wohl an die 600 Spiele, die ich für Weißwasser bestritt“, rechnet Peschke, der 1995 zum Verteidiger umfunktioniert wurde, vor. Genau Statistik hat er nicht geführt. Eine Zahl ist auf jeden Fall amtlich: Einmal stand er im Aufgebot der DDR-Nationalmannschaft.
Nun ist es nur noch die Erinnerung, die ihn mit dem Eishockey verbindet. „Peschi“ sitzt auf der Couch in seinem Haus in Krauschwitz und kramt in alten Zeitungsausschnitten. „Was anderes ist ja im Moment auch gar nicht möglich. Dabei kann ich eigentlich kaum ein Minute ruhig halten“, muss er sich bremsen. Die Schulter braucht noch einige Wochen um auszuheilen. Selbst seine sechs Huskies darf er im Moment nicht ausführen. „Sobald ich den Arm richtig bewegen kann, dann kümmere ich mich intensiv um meine Zucht“, meint er. Beruflich ist er sich noch nicht schlüssig, wie es weitergeht. Den Trainer-B-Schein will er dieses Jahr ablegen. „Wenn nicht Eishockey, aber dem Sport will ich schon treu bleiben“, liebäugelt der Hobby-Snowboarder auch mit einer Tätigkeit als Fitnesstrainer.
Eine Prüfung hat er schon bestanden. Bei seiner Frau nämlich. „Er war nun gezwungener Weise über zwei Monate zu Hause. Es ging alles ganz entspannt zu. Hätte ich nicht gedacht“, lacht Ilona Peschke und die Angst ist zum großen Teil verflogen.
Schade, um unseren Peschi.
Dann wünsche ich ihm gute Genesung und viel Spaß mit seinen Huskies.
2 | otto04 | 12.03.2003 @ 18:58
auch von mir alles gute in der zukunft, und DANKE peschi!!!!!!
3 | kojoti | 13.03.2003 @ 21:54
Jo, ich wünsche Frank Peschke beruflich und privat alles Gute, vor allem viel Gesundheit. Ich denke wir werden ihn jetzt öfter mal im Fuchsbau sehen. Bresagk und Reddo sind doch auch oft zu sehen.
4 | Mario | 13.03.2003 @ 22:47
Alles Gute Peschi -Volle Genesung auch für deine Hundezucht!Und öfters mal denn ESW-Jungs die Daumen für gute Spiele und viele Siege drücken!
5 | Der Seher | 14.03.2003 @ 09:48
Auch von mir alles Gute für Frank.
Hab ihn vorhin grad in WSW (aufm Parkplatz vor Expert) gesehen. Fährt hier mit nem Auto rum, dass an der Seite ein fettes ETC-Logo hat. Tztztz...
6 | Hannes | 14.03.2003 @ 10:13
Und warum hast du es nich einfach abgekratzt oder ihn darauf aufmerksam gemacht. Also sowas!
7 | Der Seher | 14.03.2003 @ 14:24
Wie gesagt, er fuhr darum. Und während der Fahrt abkratzen ist ein bissl schwierig.
Obwohl das Auto mit nem ESW-Logo natürlich um Längen besser ausgesehen hätte. :-D
8 | Brian | 16.03.2003 @ 13:40
ICh halte ihn für ein "Judas" die Kommentare die er damals nach seinem Wechsel von sich gab über den ESW, die verzeihe ich ihm nicht. Ich gönne es ihm. Mit 35 ist ja auserdem normal.
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Doch der Traum ist geplatzt. Seit dem Wochenende steht fest: Die Weißwasseraner Eishockey-Legende Frank Peschke, zuletzt beim Zweitligisten ETC Crimmitschau unter Vertrag, wird den Schläger nicht mehr in die Hand nehmen. „Wir haben uns lange unterhalten. Mit zwei operierten Schultern hat es keinen Zweck mehr, noch einmal zurück zu kommen. Der Arzt hat abgeraten. Der Entschluss steht fest“, sagt der Ex-ETC-Kapitän. Die Worte fallen ihm schwer. Er kann sich mit dem geschienten Arm kaum bewegen. Die rechte Schulter schmerzt noch ein bisschen. Auch sechs Tage nach der Operation in der Vorwoche. „Eine Kapsel war gar nicht mehr vorhanden, dazu kamen ein Knorpelschaden und eine Delle im Knochenkopf“, erzählt er. Nichts ging mehr, seit sich das Lausitzer Urgestein zur Jahreswende beim Training des ETC die Schulter auskugelte. „Das Karriereende hatte ich mir schon ein wenig anders vorgestellt. Auf jeden Fall nicht so“, gibt Peschke zu.
Für Crimmitschau bestritt der Blondschopf 80 Zweitligaspiele, schoss fünf Tore und gab 15 Vorlagen. Seine schönste Zeit erlebte er aber in den 26 Jahren Weißwasser. „Unvergesslich bleibt für mich der 25. DDR-Meistertitel 1990 vor über 12.000 Menschen in der offenen Arena“, erinnert sich Peschke. Er lacht wieder, wenn er an die alten Zeiten denkt. 1974 hatte er erstmals die Schlittschuhe geschnürt. Er durfte von Beginn an das tun, was er immer wollte: „Stürmen." Und wieder strahlt der gebürtige Forster. In über 100 Bundesliga- bzw. DEL-Spielen streifte er sich das ESW-Trikot über. „Insgesamt waren es wohl an die 600 Spiele, die ich für Weißwasser bestritt“, rechnet Peschke, der 1995 zum Verteidiger umfunktioniert wurde, vor. Genau Statistik hat er nicht geführt. Eine Zahl ist auf jeden Fall amtlich: Einmal stand er im Aufgebot der DDR-Nationalmannschaft.
Nun ist es nur noch die Erinnerung, die ihn mit dem Eishockey verbindet. „Peschi“ sitzt auf der Couch in seinem Haus in Krauschwitz und kramt in alten Zeitungsausschnitten. „Was anderes ist ja im Moment auch gar nicht möglich. Dabei kann ich eigentlich kaum ein Minute ruhig halten“, muss er sich bremsen. Die Schulter braucht noch einige Wochen um auszuheilen. Selbst seine sechs Huskies darf er im Moment nicht ausführen. „Sobald ich den Arm richtig bewegen kann, dann kümmere ich mich intensiv um meine Zucht“, meint er. Beruflich ist er sich noch nicht schlüssig, wie es weitergeht. Den Trainer-B-Schein will er dieses Jahr ablegen. „Wenn nicht Eishockey, aber dem Sport will ich schon treu bleiben“, liebäugelt der Hobby-Snowboarder auch mit einer Tätigkeit als Fitnesstrainer.
Eine Prüfung hat er schon bestanden. Bei seiner Frau nämlich. „Er war nun gezwungener Weise über zwei Monate zu Hause. Es ging alles ganz entspannt zu. Hätte ich nicht gedacht“, lacht Ilona Peschke und die Angst ist zum großen Teil verflogen.
Quelle: www.etconline.de, www.freiepresse.de