Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Hoffen auf die Hintertür
22.04.2003 | 08:45 Uhr von
Am Ostersonnabend herrschte Trauer bei den Dresdner Eishockey-Fans. Die Eislöwen verloren auch das zweite Playoff-Finalspiel der Oberliga gegen die Blue Devils Weiden, allerdings denkbar knapp mit 3:4 (2:0, 0:3, 1:0) nach Verlängerung. Damit war der Traum vom Titel ausgeträumt. Den Meisterpokal holten sich die Teufel aus der Oberpfalz nach zwei starken Auftritten und mit einem überragenden Stürmer Milan Blaha. Ob man die Devils allerdings in der kommenden Saison tatsächlich in der 2. Bundesliga sieht, bleibt abzuwarten. Deshalb bleibt den Eislöwen ein Fünkchen Hoffnung, den Aufstieg noch am "grünen Tisch" zu erreichen. Die Weidener Fans feierten in der restlos ausverkauften Dresdner Eishalle ihre Cracks.

Zu Beginn der Partie sah es danach aus, als würden sich beide Teams zum Ostermontag in der Weidener Halle noch einmal treffen. Nach Toren von Pavel Vit (10.) und Kapitän Petr Sikora (15.) führten die Löwen 2:0. Im zweiten Abschnitt drehten Carl-Johan Johannson (21.), Michal Piskor (26.) und Top-Torjäger Milan Blaha (31.) die Partie dann aber zum 2:3. Doch die Gastgeber gaben sich noch nicht geschlagen. Petr Molnar gelang in der 48. Minute der Ausgleich, der die Verlängerung bedeutete. In der riss nach drei Minuten und 49 Sekunden Milan Blaha das Kochta-Team aus allen Träumen. Mit seinem Solo krönte er die Leistung seiner Mannschaft und machte den Titel perfekt. Die Blue Devils streiften die Siegerhemden über und ließen die Sektflaschen kreisen. Traurige Minen dagegen bei den Elbestädtern, die zumindest auf eine dritte Partie gehofft hatten. Bei der anschließenden Nach Pokal und Goldmedaillen für die Gäste gab es Silber und ebenfalls einen Pokal für den Vizemeister. Trainer Jiri Kochta meinte nach dem Saisonschluss: "Alle haben bis zuletzt gekämpft, es hat nicht gereicht. Nach dem Saisonverlauf ist dies ein großer Erfolg. Dank gebührt vor allem unseren tollen Fans, die trotz mancher Enttäuschung immer hinter der Mannschaft standen."


Im Team des neuen Meisters standen mit Norbert Gerber und Roman Göldner zwei Ex-Dresdner. Roman Göldner, der gern zurück an die Elbe gekommen wäre, aber auf seine Bewerbung keine Antwort erhielt, meinte nach der Ehrung: "Es war schon ein komisches Gefühl, hier die Goldmedaille umgehängt zu bekommen. Nun werde ich auch nächstes Jahr in Weiden spielen."


In welcher Liga, ist offen. Die Oberpfälzer wollen in den kommenden zwei Wochen beraten, ob sie auf den Aufstieg verzichten. "Wir müssen mit unseren Sponsoren sprechen", so Weidens Vorsitzender Josef Werner, "in unserer kleinen Stadt ist es nicht leicht, das nötige Geld für die 2. Liga zusammen zu bekommen. Wir benötigen etwa 250.000 Euro mehr als bisher." Bei einem Verzicht der Devils wären die Eislöwen erster Nachrücker. Und Manager Jan Tabor lässt keinen Zweifel: "Sollte sich uns die Chance zum Aufstieg noch bieten, werden wir sie wahrnehmen. Finanziell können wir das stemmen." Ob Jiri Kochta dann noch als Trainer an der Bande steht, ist fraglich. "Ich brauche Bedenkzeit, werde mich mit meiner Frau beraten", verrät der Coach.

Astrid Hofmann

Quelle: DNN-online.de
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