Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Der Sumpf in Tölz wird immer größer
04.05.2003 | 22:19 Uhr von
Wie geht es weiter beim EC Bad Tölz?
Fragen über Fragen beim Traditionsklub EC Bad Tölz. Kann der ECT, dessen Tölzer Eissport GmbH (TEG) insolvent ist, in der kommenden Saison zumindest wieder in der Oberliga an den Start gehen? Die Oberbayern wollen das jedenfalls versuchen. Nach und nach kommen aber Dinge über die Schlamperei in der TEG zum Vorschein, die letztendlich zur Insolvenz führten.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Fans des EC Bad Tölz, im Vorjahr wurde der Traditionsklub und zweimaliger Deutscher Meister von 1962 und 1966 75 Jahre alt, hoffen, dass sie in der kommenden Saison zumindest Oberliga-Eishockey zu sehen bekommen. Insolvenzverwalter Josef Hingerl macht den Anhängern jedenfalls Mut, denn der Insolvenzplan ist erstellt. "Ich bin überzeugt, dass die Sanierung möglich ist", so Hingerls positive Botschaft. Bei der Prüfung der Unterlagen stellte der Rechtsanwalt aber fest: Die 1998 gegründete TEG verzeichnete in den letzten fünf Jahren einen Verlust von 1,44 Millionen Euro, der von den Gesellschaftern aus privater Hand ausgeglichen worden ist. Vor allem ECT-Präsident Klaus Mangold musste immer wieder aus seiner Privatschatulle Geld nachschießen.
In der Spielzeit 1998/99 betrug das Minus 450.000 Euro und sogar in der erfolgreichen Spielzeit 2000/01, als die Tölzer Vizemeister wurden, liefen 190.000 Euro Verbindlichkeiten auf. Den Grund für den Verlust nennt Hingerl: "Die Gehälter der Spieler waren im Vergleich zu den Einnahmen zu hoch." Nach Prüfung aller Forderungen, die im Wesentlichen von Mangold und dem Hauptsponsor, der Schörghuber-Gruppe, stammen, entfallen auf die Gruppe Dritter nur 169.000 Euro. Wie es mit der TEG und dem EC Bad Tölz nun weitergeht, entscheidet sich zunächst am 19. Mai bei der Versammlung der Gläubiger. Dort wird dann über den Insolvenzplan abgestimmt. Am 24. Mai muss dann die Eishockey Spiel-Betriebs GmbH (ESBG) über den Erhalt der Tölzer Lizenz entscheiden. Nur dann kann der Traditionsklub nach seinem Scheitern in der 2. Liga zumindest eine Etage tiefer in der Oberliga einen Neuanfang beginnen. Dazu müssen aber 75 Prozent der betroffenen Vereine zustimmen. Ist das nicht der Fall, dann müssen die Oberbayern in die Landesliga (zweite Klasse von unten) zurück, wo die zweite Mannschaft spielt. Der designierte Geschäftsführer Franz Demmel jedenfalls muss den Etat auf jeden Fall auf 500.000 Euro zurückfahren. Rund die Hälfte davon würde nur für Spielergehälter zur Verfügung stehen.
Derweil wird kräftig an der neuen Eishalle gebaut. Die Fundamente sind bereits fertig. Schon im Juni, spätestens im Juli, soll das Dach auf die Hauthalle gesetzt werden. Voraussichtlicher Termin der Fertigstellung ist Dezember diesen Jahres. Dann soll dort schon das erste Spiel stattfinden. Das verspricht jedenfalls der Miesbacher Architekt Norbert Widmoser: "Wir schaffen das." Kostenrahmen für das Gesamtprojekt, dass zu großen Teilen der Stadt Bad Tölz finanziert wird: Elf Millionen Euro.
Quelle: Hockeyweb
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