Mächtig viel los im Volkshaus - Auf Grund des hohen Andrangs, ging die Versammlung 30 Minuten später los.
Mit großer Spannung wurde die gestrige Mitgliederversammlung des Eissport Weißwasser e.V. erwartet. Wilde Spekulationen, harsche Medienberichte, Falschaussagen und die berühmte Gerüchteküche hatten im Vorfeld für sehr viel Brisanz gesorgt. Im Vorfeld der Mitgliederversammlung war auch ein deutlicher Mitgliederzuwachs im Verein zu verzeichnen. Aber was gab eigentlich Anlass zu soviel Zündstoff? Dem aufmerksamen Beobachter war gestern sicher nicht entgangen, dass die anwesenden Mitglieder in zwei „Lager“ gespalten waren. Die einen für den Erhalt des Nachwuchses mit bisher bewährten Mitteln und Herrn Werlich als Vorsitzendem des Vorstandes, die anderen für den Erhalt der Nachwuchsarbeit auf mit der Option neue Wege zu gehen und zu prüfen, ob sich der bescheidenen wirtschaftlichen Situation angemessen, wirtschaftliche Einsparungen im Nachwuchsbereich tätigen lassen. Beide „Parteien“ waren sich zumindest darin einig, dass der Nachwuchsbereich in Weißwasser im vollen Umfang erhalten werden muss und dass Nachwuchs –und Profibereich zusammen gehören und aufeinander angewiesen sind. Schade nur, dass aufgrund dieser Einigkeit keine konstruktive Diskussion möglich war gestern.
Nach dem Dr. Dietze die Anwesenden begrüßt hatte und die Tagesordnungspunkte verlesen hatte, wurde ein Antrag auf eine Satzungsänderung eingebracht.
Die alte Fassung lautete: „Der Vorstand des Vereins besteht aus drei Personen, dem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter und dem Schatzwart.“
Die neue Fassung: „Der Vorstand des Vereins besteht aus fünf Personen, dem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter und dem Schatzwart sowie dem Jugendwart und einem Beisitzer."
Joachim Werlich erhielt 78 Stimmen bei der Wahl zum neuen Vorsitzenden.
Hernach folgten die Berichte des Vorstandes, dargelegt von Dr. Dietze. Hierbei wurden die sportlichen Ergebnisse der vergangenen Saison erläutert. Als besonders erfolgreich gewertet wurde die Integration des Nachwuchses in den Profibereich. Wartenberg, Bartlick und Thiede wurden hier als Beispiele genannt. Zukünftig wird Marcel Leyva einen Vertrag bei den Profis erhalten. Weitere Spieler aus dem Juniorenbereich (Domula, Mücke und Becher) werden in der Vorbereitungsphase für die kommende Saison die Gelegenheit bekommen sich zu profilieren und zu empfehlen.
Selbstkritisch nahm Klaus Dietze das Ergebnis im Profibereich unter die Lupe. Kracher habe man während der Saison nicht kaufen wollen, um nicht wieder Gefahr zu laufen, mit dem Geld nicht hinzukommen.
Die wirtschaftliche Situation gestaltet sich erstmals seit vielen Jahren stabil. Die GmbH verfügte in der letzten Saison über einen Etat von 1,35 Mio Euro, davon sind 348.000 € Zuschauereinnahmen, 12.000 weniger als geplant. Diese Lücke konnte durch Sponsorengelder geschlossen werden. 975.000 € stammen aus Sponsorengeldern. Vom Etat gingen 860.000 € für Löhne und Gehälter weg, je 80.000 für Material und an den Verein, 70.000 für Heimspielkosten, 45.000 für Auswärtsspiele und 38.000 Sozialausgaben.
Erstmals konnten alle Verbindlichkeiten wie Löhne und Gehälter, Sozialabgaben, Mieten an die Stadt Weißwasser, alle Dienstleister und Kreditverpflichtungen pünktlich beglichen werden. Dies allein zeugt von sauberer Arbeit. In der kommenden Saison wird sich der Etat ähnlich hoch gestalten und zusammensetzen.
Es folgte als 5. Tagesordnungspunkt der Bericht des alten Schatzmeisters Matthias Broda, mit detaillierten Aussagen über die wirtschaftliche Situation des Vereins, der immer noch mit alten Verbindlichkeiten von über 500.000 Euro (oder 1 Mio DM) aus den Jahren 90/91 und 97/98 belastet ist. Derzeit werde jedoch ein unabhängiges Entschuldungskonzept erarbeitet, welches der Stadt und der Sparkasse vorgelegt werden soll.
Nicht verkneifen konnte sich der Schatzmeister eine Bemerkung über die mangelnde Zahlungsmoral einiger Vereinsmitglieder.
In der anschließenden Diskussionsrunde zu den Berichten des Vorstandes und des Schatzmeisters meldete sich auch Herr Werlich zu Wort und stellte einen 10-Punkte-Plan für die Zukunft des ESW vor, dessen Hauptschwerpunkte die Förderung des Nachwuchses und der Vereinstradition, die Entschuldung des Vereins und die Ansiedlung eines Landesleistungszentrums in Weißwasser, auch für andere Sportarten, sind.
Helma Orosz, Oberbürgermeisterin der Stadt Weißwasser lieferte die Rede des Abends ab und konnte so erfolgreich schlichten.
Hernach verflachte die Diskussionsrunde zu einem Theaterprogramm wie es die Stadt Weißwasser wohl lange nicht gesehen hat. Die Diskussionsredner wurden durch laute und beleidigende Zurufe unterbrochen. Unsachlichkeiten, Unwahrheiten und Halbwahrheiten wurden wichtigste Waffe im Austragung alter persönlicher und vereinspolitischer Differenzen. Ein Schauplatz des Grauens für den neutralen Beobachter. Das Kraut fett machte dann eine Anschuldigung gegen den Vorsitzenden, es hätte Mauschelein bei der Vereinsarbeit gegeben. Es lohnt nicht auf diesen Fakt näher einzugehen.
Als Retterin in der Not entpuppte sich Helma Orosz, die Oberbürgermeisterin der Stadt Weißwasser. Sie appellierte in einer spontanen aber handfesten Rede an alle Mitglieder des Vereins, sich auf die eigentliche Sache zu besinnen und auch so zu handeln. Zudem war sie sehr darüber verwundert, dass ein Saal voller erwachsener, mündiger Leute nicht in der Lage sei anständig miteinander zu diskutieren, trotz aller Meinungsverschiedenheiten.
Anschließend fand die Abstimmung über den Satzungsänderungsantrag statt. 84,89% stimmten dafür, künftig fünf Vorstandsmitglieder mit der Vereinsführung zu betrauen.
Nach der Entlastung des alten Vorstandes und des alten Aufsichtsrates ging es dann zur entscheidenden Wahl des neuen Vorstandes.
Von den 356 stimmberechtigten Mitgliedern des Vereins waren gestern 258 anwesend. Zuerst wurde der Wahlausschuss festgelegt. 62 Mitglieder stimmten gegen eine offene Wahl, zwei enthielten sich. Die Mehrheit war also für eine offene Wahl.
Zum neuen Beisitzer des Vorstandes wurde mit 0 Gegenstimmen und 47 Enthaltungen Andreas Marx (Volleyballer) gewählt.
Der alte Aufsichtsrat und der alte Vorstand wurde entlastet.
Das Amt des neuen Jugendwartes tritt Torsten Hanusch (null Gegenstimmen und 17 Enthaltungen) in Zukunft an. Am gestrigen Abend wurde auch offiziell, dass "Otto" ein weiteres Jahr im Trikot der Füchse spielen wird.
Für das Amt des Schatzmeisters kandidierten Christian Proske (AOK WSW) und Matthias Broda. Die Wahl fiel mit 122 Stimmen bei 9 Enthaltungen auf Matthias Broda. 77 Stimmen gingen an Herrn Proske. Zu diesem Zeitpunkt der Wahl hatten bereits einige Mitglieder den Saal verlassen. Zum Stellvertreter des Vorsitzenden wurde Klaus Günther (Dentallabor Günther) gewählt.
Torsten "Otto" Hanusch wurde einstimmig zum Jugendwart gewählt.
Für den Vorsitz kandidierten Ludwig Thomaschk (CDU-Lokalpolitiker) und Achim Werlich. Bei 12 Enthaltungen stimmten 140 Mitglieder für Herrn Thomaschk und 78 stimmten für Hr. Werlich. Glückwunsch an alle Gewählten und viel Erfolg bei der Arbeit wünscht das HP-Team von es-weisswasser.de.
Als die Versammlung dann eine halbe Stund vor Mitternacht zu Ende war, lag immer noch sehr viel Brisanz in der Luft. Die einen munkeln von Stimmenfang und Wahlbetrug, die anderen von alten Seilschaften und persönlichen Interessen.
Ludwig Thomaschk wurde mit 140 Stimmen zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Eines ist gestern klar geworden, wenn es nicht alle Eishockeyinteressenten ganz schnell schaffen im Sinne der Sache an einem Strick zu ziehen, dann gehen die Lichter aus. Sponsoren werden ihr Geld nicht an einen zerstrittenen Verein/GmbH geben. Fördergelder werden nicht fließen, wenn man sich in wie in einer mittelalterlichen Hackordnung selbst zerfleischt und dabei vergisst worum es überhaupt geht.
Nur wenn alle Seiten geschlossen am großen Ziel, den Eissport in allen Bereichen in Weißwasser zu erhalten, G E M E I N S A M arbeiten kann es zu Erfolg führen. Nur dann werden die Fördergelder von Bund und Ländern fließen, die es ermöglichen werden ein Sportleistungszentrum in Weißwasser anzusiedeln um damit den Sportstandort Weißwasser zu festigen. Nur dann werden die Sponsoren bereit sein ihr sauer Verdientes weiter für den Eissport locker zu machen. Das sollten alle Beteiligten nicht vergessen. Und gemessen an der wirtschaftlichen Situation, in einer Region wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, kann es nur der richtige Weg sein, alle Bemühungen für ein wirtschaftlich gesundes und stabiles Weiterleben von Verein/GmbH anzustreben. Ich denke die Bilanz der GmbH und die Arbeit der dafür Verantwortlichen sprechen eine deutliche Sprache, dass man auf dem richtigen Weg ist. So muss es weiter gehn.
Nach dem gestrigen Abend bleibt für mich die Frage offen, ob es wirklich allen Seiten, die vorgeben es zu tun, vorrangig um den Erhalt des Eissport in WSW geht. Oder ob es Sinn macht, an alten Strukturen fest zu halten und persönliche Differenzen in den Vordergrund zu stellen. Ich weiß es nicht, hoffe aber dass man wieder zusammenfindet und sich gemeinsam mit vereinten Kräften dem gemeinsamen Ziel widmet.
Hier noch mal der Überblick des neuen Vorstands: Vorsitzender: Ludwig Thomaschk Schatzmeister: Matthias Broda stellv. Vorsitzender: Klaus Günther Jugendwart: Torsten Hanusch Beisitzer: Andreas Marx
1 | René Stengel | 07.05.2003 @ 14:00
Die Stadt Weißwasser ist nur noch ein Schatten vergangener Zeiten und ist daran, völlig auszubluten. Für viele Menschen ist der Eish.sport sehr viel wert, aber d. wird immer wieder verkannt. Können nicht alle an einem sachorientierten Ziel arbeiten?
2 | kojoti | 07.05.2003 @ 14:56
Meine Rede. Oder ihr fangt schon mal langsam an in WSW und Ulmgebung die Laternen auszuknipsen.
3 | elton | 07.05.2003 @ 15:08
Die Frage ist doch an was soll man festhalten, an altem, Bewertem mit Neuerungen oder ein Umsturz den Herr Dietze will(man brauch doch nur die Trainer und Spieler fragen). Meiner Meinung wurden auch die Interessen der Spieler überhaupt nicht
4 | elton | 07.05.2003 @ 15:09
berücksichtigt! Komisch nur das alle Nachwuchsspieler gegen Herr Tomaschk waren!!!
5 | kojoti | 07.05.2003 @ 15:18
ABER vielleicht ist das ALTBEWÄHRTE nicht mehr gut genug?In der heutigen Zeit muss man bereit sein auch neue Wege auszuprobieren, dass is aufm Arbeitsmarkt doch auch so. Was sind die Interssen der Spieler?
6 | WSWaner | 07.05.2003 @ 15:49
...wenn neue Wege jedoch heißt dem Nachwuchs das Geld zu kürzen, dann entzieht man WSW die Existenzgrundlage. Man muss regelmäßig aus dem Nachwuchs junge Spieler rekrutieren, sonst geht der Verein unter. Das Geld reicht hier hinten und vorn nicht ...
7 | WSWaner | 07.05.2003 @ 15:51
aus, um den gesamten Kader zusammen zu kaufen. Niemand Externes spielt hier für wenig Geld und kämpft gegen den Abstieg (siehe die Herren Pfeiffen diese Saison). Ohne Nachwuchs und viel Geld für diesen geht es definitiv nicht !!!
8 | Daniel FFF | 07.05.2003 @ 17:25
Der Nachwuchs war dagegen aber ich habe in diesen Reihen gesessen und mir kann keiner erzählen das die nicht auch aufgestachelt wurden. Sie haben nur gezählt wie viel mal Redner stottern oder "gesoffen". Zumal sie auch mit unfairen Mitteln wählten.
9 | Daniel FFF | 07.05.2003 @ 17:27
Oder warum sonst enthält sich einer seiner Stimme und stimmt danach nochmal für einen Kandidaten. Und ich muß mich nicht als Bauarbeiter oder Maurer beschimpfen lassen das ist unter meinem Niveau deswegen reise ich eigentlich keine 160 km.
10 | Silo | 07.05.2003 @ 18:18
Mein Vorredner Du schreibst in Rätseln! Jeder Nachwuchsspieler wußte genau wen er zu wählen hat damit der Nachwuchs eine Zukunft hat!! Die Jungs sind doch nicht dumm denn sie wissen worum es geht! Aber einige andere wissen es nicht!!!
11 | rene72 | 07.05.2003 @ 22:26
damit der Nachwuchs eine Chance hat, braucht er einen oder mehrere neue Trainer. Mehr als Schlittschuhlaufen kann keine von ihnen, wenn er in den Männerbereich kommt. Keine SAtocktechnik, keine faires Körperspiel und von Taktik ganz zu schweigen.
12 | muhammar ghadaffi | 07.05.2003 @ 22:54
warum gelingt es nicht ehemalige profis für das nachwuchstraining zu gewinnen? falk ozellis heuert in nordhessen an,nur aus kohlegründen?frank peschke will fitnesstrainer oder so werden,auch er wär doch für den nachwuchs gold wert...sehr schade!
13 | kojoti | 07.05.2003 @ 23:06
gestern war beim Doc die Rede davon, zukünftig mehr Profis in die Nachwuchsarbeit zu integrieren. Aber genau an der Stelle scheinen sich die Geister zu scheiden. Einige wollen das offenbar nicht.
14 | Silo | 08.05.2003 @ 08:34
Wie kann es dann sein das ehemalige Spieler des ESW jetzt schon wissen das sie als Nachwuchstrainer nach WSW kommen ?Also war doch vor dieser Wahl schon alles klar!Und da soll dann alles fair gelaufen sein? Ha, Ha !
15 | rene72 | 08.05.2003 @ 08:45
Ozze hat in der Nähe von Kassel ein Haus, deswegen ist er dorthin zurück!
16 | Buddy | 08.05.2003 @ 13:27
Ob ein Herr Nadebor nicht schon längst seine "Aktion" bereut hat? Sein Name wird nun nicht mehr in Zusammenhang mit einer Baufa. erwähnt, sondern Ihm haftet jetzt der Ruf eines Wahlmanipulators an.
17 | Brian | 08.05.2003 @ 14:52
Ich kann mir kaum vorstellen das die Trainer nicht einmal versucht haben ihre Nachwuchsspieler zu manipulieren, zu ihrem Vorteil. Also fallen diese komplett schon aus weil sie garnicht objektiv hätten wählen können.
18 | Silo | 09.05.2003 @ 13:03
Mein lieber Freund, da wird den Nschwuchsspielern mit über 18 Jahren objektives Denken nicht zugetraut!!! Das ist ja die absolute Oberhärte!!! Warum darf man dann bei uns mit 18 wählen gehen? Diese Spieler kennen sich doch mit der Materie aus!!!
19 | Brian | 09.05.2003 @ 23:08
Sicher aber bei einer Dauerbeschallung bleibt doch die induviduelle objektivität auf der Strecke.
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Nach dem Dr. Dietze die Anwesenden begrüßt hatte und die Tagesordnungspunkte verlesen hatte, wurde ein Antrag auf eine Satzungsänderung eingebracht.
Die alte Fassung lautete: „Der Vorstand des Vereins besteht aus drei Personen, dem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter und dem Schatzwart.“
Die neue Fassung: „Der Vorstand des Vereins besteht aus fünf Personen, dem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter und dem Schatzwart sowie dem Jugendwart und einem Beisitzer."
Hernach folgten die Berichte des Vorstandes, dargelegt von Dr. Dietze. Hierbei wurden die sportlichen Ergebnisse der vergangenen Saison erläutert. Als besonders erfolgreich gewertet wurde die Integration des Nachwuchses in den Profibereich. Wartenberg, Bartlick und Thiede wurden hier als Beispiele genannt. Zukünftig wird Marcel Leyva einen Vertrag bei den Profis erhalten. Weitere Spieler aus dem Juniorenbereich (Domula, Mücke und Becher) werden in der Vorbereitungsphase für die kommende Saison die Gelegenheit bekommen sich zu profilieren und zu empfehlen.
Selbstkritisch nahm Klaus Dietze das Ergebnis im Profibereich unter die Lupe. Kracher habe man während der Saison nicht kaufen wollen, um nicht wieder Gefahr zu laufen, mit dem Geld nicht hinzukommen.
Die wirtschaftliche Situation gestaltet sich erstmals seit vielen Jahren stabil. Die GmbH verfügte in der letzten Saison über einen Etat von 1,35 Mio Euro, davon sind 348.000 € Zuschauereinnahmen, 12.000 weniger als geplant. Diese Lücke konnte durch Sponsorengelder geschlossen werden. 975.000 € stammen aus Sponsorengeldern. Vom Etat gingen 860.000 € für Löhne und Gehälter weg, je 80.000 für Material und an den Verein, 70.000 für Heimspielkosten, 45.000 für Auswärtsspiele und 38.000 Sozialausgaben.
Erstmals konnten alle Verbindlichkeiten wie Löhne und Gehälter, Sozialabgaben, Mieten an die Stadt Weißwasser, alle Dienstleister und Kreditverpflichtungen pünktlich beglichen werden. Dies allein zeugt von sauberer Arbeit. In der kommenden Saison wird sich der Etat ähnlich hoch gestalten und zusammensetzen.
Es folgte als 5. Tagesordnungspunkt der Bericht des alten Schatzmeisters Matthias Broda, mit detaillierten Aussagen über die wirtschaftliche Situation des Vereins, der immer noch mit alten Verbindlichkeiten von über 500.000 Euro (oder 1 Mio DM) aus den Jahren 90/91 und 97/98 belastet ist. Derzeit werde jedoch ein unabhängiges Entschuldungskonzept erarbeitet, welches der Stadt und der Sparkasse vorgelegt werden soll.
Nicht verkneifen konnte sich der Schatzmeister eine Bemerkung über die mangelnde Zahlungsmoral einiger Vereinsmitglieder.
In der anschließenden Diskussionsrunde zu den Berichten des Vorstandes und des Schatzmeisters meldete sich auch Herr Werlich zu Wort und stellte einen 10-Punkte-Plan für die Zukunft des ESW vor, dessen Hauptschwerpunkte die Förderung des Nachwuchses und der Vereinstradition, die Entschuldung des Vereins und die Ansiedlung eines Landesleistungszentrums in Weißwasser, auch für andere Sportarten, sind.
Hernach verflachte die Diskussionsrunde zu einem Theaterprogramm wie es die Stadt Weißwasser wohl lange nicht gesehen hat. Die Diskussionsredner wurden durch laute und beleidigende Zurufe unterbrochen. Unsachlichkeiten, Unwahrheiten und Halbwahrheiten wurden wichtigste Waffe im Austragung alter persönlicher und vereinspolitischer Differenzen. Ein Schauplatz des Grauens für den neutralen Beobachter. Das Kraut fett machte dann eine Anschuldigung gegen den Vorsitzenden, es hätte Mauschelein bei der Vereinsarbeit gegeben. Es lohnt nicht auf diesen Fakt näher einzugehen.
Als Retterin in der Not entpuppte sich Helma Orosz, die Oberbürgermeisterin der Stadt Weißwasser. Sie appellierte in einer spontanen aber handfesten Rede an alle Mitglieder des Vereins, sich auf die eigentliche Sache zu besinnen und auch so zu handeln. Zudem war sie sehr darüber verwundert, dass ein Saal voller erwachsener, mündiger Leute nicht in der Lage sei anständig miteinander zu diskutieren, trotz aller Meinungsverschiedenheiten.
Anschließend fand die Abstimmung über den Satzungsänderungsantrag statt. 84,89% stimmten dafür, künftig fünf Vorstandsmitglieder mit der Vereinsführung zu betrauen.
Nach der Entlastung des alten Vorstandes und des alten Aufsichtsrates ging es dann zur entscheidenden Wahl des neuen Vorstandes.
Von den 356 stimmberechtigten Mitgliedern des Vereins waren gestern 258 anwesend. Zuerst wurde der Wahlausschuss festgelegt. 62 Mitglieder stimmten gegen eine offene Wahl, zwei enthielten sich. Die Mehrheit war also für eine offene Wahl.
Zum neuen Beisitzer des Vorstandes wurde mit 0 Gegenstimmen und 47 Enthaltungen Andreas Marx (Volleyballer) gewählt.
Das Amt des neuen Jugendwartes tritt Torsten Hanusch (null Gegenstimmen und 17 Enthaltungen) in Zukunft an. Am gestrigen Abend wurde auch offiziell, dass "Otto" ein weiteres Jahr im Trikot der Füchse spielen wird.
Für das Amt des Schatzmeisters kandidierten Christian Proske (AOK WSW) und Matthias Broda. Die Wahl fiel mit 122 Stimmen bei 9 Enthaltungen auf Matthias Broda. 77 Stimmen gingen an Herrn Proske. Zu diesem Zeitpunkt der Wahl hatten bereits einige Mitglieder den Saal verlassen. Zum Stellvertreter des Vorsitzenden wurde Klaus Günther (Dentallabor Günther) gewählt.
Für den Vorsitz kandidierten Ludwig Thomaschk (CDU-Lokalpolitiker) und Achim Werlich. Bei 12 Enthaltungen stimmten 140 Mitglieder für Herrn Thomaschk und 78 stimmten für Hr. Werlich. Glückwunsch an alle Gewählten und viel Erfolg bei der Arbeit wünscht das HP-Team von es-weisswasser.de.
Als die Versammlung dann eine halbe Stund vor Mitternacht zu Ende war, lag immer noch sehr viel Brisanz in der Luft. Die einen munkeln von Stimmenfang und Wahlbetrug, die anderen von alten Seilschaften und persönlichen Interessen.
Eines ist gestern klar geworden, wenn es nicht alle Eishockeyinteressenten ganz schnell schaffen im Sinne der Sache an einem Strick zu ziehen, dann gehen die Lichter aus. Sponsoren werden ihr Geld nicht an einen zerstrittenen Verein/GmbH geben. Fördergelder werden nicht fließen, wenn man sich in wie in einer mittelalterlichen Hackordnung selbst zerfleischt und dabei vergisst worum es überhaupt geht.
Nur wenn alle Seiten geschlossen am großen Ziel, den Eissport in allen Bereichen in Weißwasser zu erhalten, G E M E I N S A M arbeiten kann es zu Erfolg führen. Nur dann werden die Fördergelder von Bund und Ländern fließen, die es ermöglichen werden ein Sportleistungszentrum in Weißwasser anzusiedeln um damit den Sportstandort Weißwasser zu festigen. Nur dann werden die Sponsoren bereit sein ihr sauer Verdientes weiter für den Eissport locker zu machen. Das sollten alle Beteiligten nicht vergessen. Und gemessen an der wirtschaftlichen Situation, in einer Region wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, kann es nur der richtige Weg sein, alle Bemühungen für ein wirtschaftlich gesundes und stabiles Weiterleben von Verein/GmbH anzustreben. Ich denke die Bilanz der GmbH und die Arbeit der dafür Verantwortlichen sprechen eine deutliche Sprache, dass man auf dem richtigen Weg ist. So muss es weiter gehn.
Nach dem gestrigen Abend bleibt für mich die Frage offen, ob es wirklich allen Seiten, die vorgeben es zu tun, vorrangig um den Erhalt des Eissport in WSW geht. Oder ob es Sinn macht, an alten Strukturen fest zu halten und persönliche Differenzen in den Vordergrund zu stellen. Ich weiß es nicht, hoffe aber dass man wieder zusammenfindet und sich gemeinsam mit vereinten Kräften dem gemeinsamen Ziel widmet.
Hier noch mal der Überblick des neuen Vorstands:
Vorsitzender: Ludwig Thomaschk
Schatzmeister: Matthias Broda
stellv. Vorsitzender: Klaus Günther
Jugendwart: Torsten Hanusch
Beisitzer: Andreas Marx