Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Hoffen auf die Hintertür
26.05.2003 | 07:23 Uhr von
Eishockey: Weißwasser darf nur in Liga zwei bleiben, wenn der Konkurrenz das Geld fehlt

Die Lausitzer Füchse aus Weißwasser stehen mehr denn je vor dem Absturz in die Drittklassigkeit. Denn nach dem sportlichen Abstieg blieb dem Traditionsverein am Wochenende auch am «grünen Tisch» die erhoffte Qualifikation für die zweite Eishockey-Bundesliga versagt. Trotzdem könnte sich für die Füchse noch ein kleines Hintertürchen öffnen: Sie müssen jetzt auf finanzielle Probleme der Konkurrenz bei der Lizenzerteilung warten.

«Im Grunde genommen hat sich unsere Lage nicht verschlechtert» , übte sich Manager Dr. Klaus Dietze nach der Gesellschafter-Versammlung der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft (ESBG) am Wochenende in Aufkirchen bei München in vorsichtigem Optimismus. Aber die Lage hat sich eben auch nicht verbessert. Im Gegenteil: Die Entscheidung über die endgültige Zusammensetzung der zweiten Bundesliga und der Oberligen für die kommende Spielzeit kann sich womöglich noch einige Wochen hinziehen. Und so lange stehen auch die Weißwasseraner Personalplanungen auf höchst unsicheren Füßen.
Die mit Spannung erwartete Sitzung der ESBG – in der alle Zweit- und Drittligisten organisiert sind – war zwar von hitzigen Diskussionen geprägt, brachte unter dem Strich aber kaum greifbare Ergebnisse. Und gute Ergebnisse aus Weißwasseraner Sicht schon gar nicht. Denn nur wenn den finanziell angeschlagenen Teams aus Bad Tölz und Riessersee auf der Zielgeraden der Lizenzierung das Geld ausgeht, wären die Füchse als Nachrücker ein Kandidat für die Aufnahme in das Feld der 14 Zweitligisten (siehe «Hintergrund)» .

Kein Großreinemachen
«Diese negativen Ergebnisse mussten wir erwarten. Trotzdem bin ich über die Art und Weise dieser Veranstaltung maßlos enttäuscht» , kritisierte Füchse-Manager Dr. Klaus Dietze. Vor allem der Zeitpunkt sei höchst unglücklich gewesen. «Da das Lizensierungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist und sowohl Schwenningen als auch Bad Tölz noch ihre Auflagen erfüllen können, war doch schon im Vorfeld klar, dass endgültige Entscheidungen gar nicht möglich sind» , betonte Dietze.
Verärgert zeigte sich der Füchse-Manager aber vor allem von der Tatsache, dass der ursprünglich angestrebte Kurs des wirtschaftlichen Großreinemachens letztlich wieder nicht durchgehalten wurde. Denn mit Schwenningen und auch Bad Tölz dürfen zwei Vereine trotz Insolvenz auf einen Start in der zweiten Liga hoffen. «Deshalb bin ich von einigen DEB-Funktionären sehr enttäuscht. Sie haben zwar im Vorfeld für eine wirtschaftliche Konsolidierung plädiert, sich im entscheidenden Moment dann aber doch der Stimme enthalten» , kritisierte er. Zudem hätten sich viele Regelungen im ESBG-Gesetzeswerk als «dehnbare Gummiparagrafen» (Dietze) herausgestellt. «Und das, obwohl daran hoch bezahlte Juristen mitgearbeitet haben.» Um einem ähnlichen Tauziehen künftig aus dem Wege zu gehen, wurde durch die ESBG beschlossen, dass insolvente Vereine ab der kommenden Saison zwangsläufig mindestens um eine Klasse absteigen müssen – ohne Ausnahmeklausel.

Riessersee schickt Fanklub-Chef
Pikanterie am Rande: Der sich in finanziellen und personellen Turbulenzen befindliche SC Riessersee schickte einen Fanklub-Vorsitzenden zur ESBG-Sitzung. Dass es auch anders geht, bewiesen die insolventen Tölzer. «Sie haben fair und ohne Winkelzüge um ihre Zukunft gekämpft» , zollte Dietze großen Respekt.
Der Füchse-Manager will in dieser Woche noch einmal das Gespräch mit allen bereits vertraglich gebundenen Weißwasseraner Profis suchen. Denn wie die RUNDSCHAU erfuhr, gelten die Kontrakte vieler Leistungsträger nur für die zweite Liga. Dietze will jetzt abklopfen, welche Spieler bereit sind, auch im Fall der Drittklassigkeit weiterzumachen. Auch die angepeilte Verpflichtung von weiteren Neuzugängen – im Gespräch ist eine Rückkehr von Verteidiger Tomasz Mieszkowski aus Riessersee – liegen vorerst auf Eis.
Sollten die Lausitzer Füchse von der ESBG keinen Startplatz für die zweite Liga zugesprochen bekommen, will Dietze notfalls auch den Weg einer gerichtlichen Klage nachprüfen lassen. Aber nicht um jeden Preis. «Zu diesem wirklich allerletzten Mittel werden wir nur dann greifen, wenn wir von den Erfolgsaussichten absolut überzeugt sind. Denn wir sind schließlich abgestiegen, weil die Mannschaft auf dem Eis versagt hat. Damit muss man im Sport auch leben können. Jetzt können wir nur hoffen.»

Hintergrund
Die Entscheidungen der ESBG-Sitzung


Ligastärke: Eine Aufstockung der zweiten Liga von 14 auf 16 Mannschaft wurde von der ESBG abgelehnt. Nach jetzigem Stand werden die Lausitzer Füchse als sportlicher Absteiger in die Oberliga eingegliedert.
Ligazusammensetzung: Damit sind folgende 14 Teams für die zweite Liga vorgesehen: Bad Nauheim, Bad Tölz, Bietigheim-Bissingen, Crimmitschau, Duisburg, Freiburg, Heilbronn, Kaufbeuren, Landshut, Regensburg, Riessersee, Straubing, Weiden und Wolfsburg.
Der Fall Schwenningen: Sollte Freiburg als Zweitligameister sein Aufstiegsrecht in die DEL wahrnehmen, werden voraussichtlich die Schwenninger Wild Wings dessen Platz in der zweiten Liga einnehmen. Schwenningen wurde wegen Insolvenz aus der DEL ausgeschlossen. Bis zum 30. Juni haben die Wild Wings die Möglichkeit, einen Insolvenzplan vorzulegen.
Wackelkandidaten: Dem Vernehmen nach haben aus dem gegenwärtigen 14-er Feld jedoch mindestens zwei Vereine erhebliche wirtschaftliche Probleme. Nach RUNDSCHAU-Informationen handelt es sich um das ebenfalls insolvente Bad Tölz und den SC Riessersee. Beide Mannschaften müssen bis zum 30. Mai ihre Lizenzunterlagen nachbessern. Einige der Auflagen, so ein Insider, seien aber nur schwer zu erfüllen. Bad Tölz sieht seine Zukunft ohnehin in der Oberliga.
Nachrückerfrage: Nur für den Fall, dass Bad Tölz und Riessersee aus wirtschaftlichen Gründen ihren Zweitliga-Platz räumen müssen, kommt die heftig diskutierte Nachrückerfrage zur Anwendung. Ursprünglich sollten erst die Zweitliga-Absteiger Bremerhaven und Weißwasser und dann Oberligist Dresden zum Zuge kommen. Die kurzfristig und ohne Zustimmung aller ESBG-Gesellschafter geänderten Durchführungsbestimmungen sprechen jedoch nachträglich Dresden das Recht des ersten Nachrückers zu. Das Schiedsgericht muss nun entscheiden, welche Regelung gültig ist.

Lausitzer Rundschau
527 mal gelesen
 
1 | SvenS. | 26.05.2003 @ 09:33
Oberliga wir kommen...ich glaube wir müssen uns langsam damit abfinden...
2 | Kiesi | 26.05.2003 @ 09:55
ob wir nun ein jahr früher oder später in die oberliga fallen ist doch auch egal, denn sind wir doch mal ehrlich mit dem team was wir haben würden wir in liga 2 wieder gegen den abstieg spielen
3 | genau | 26.05.2003 @ 11:30
wenn wir ein Jahr ehern absteigen, können wir ein Jahr früher aufsteigen. Mal was anderes (Der Etat stimmt nach wie vor) also wird doch ne konkurrenzfähige Truppe für die OL zuasammenzukriegen sein. :-)
4 | Schnösel | 26.05.2003 @ 12:54
wenn wir ein gutes Oberligateam haben und die linzens trotzdem erhalten könnte es ja sogar besser aussehen als letztes Jahr
5 | Afrob | 26.05.2003 @ 19:40
Der denke das dert Doc zu sehr auf die zweite Versteift ist, haben ein gutes Etat und wenn Verträge auch für die dritte gelten sogar ne gute Ol Mannschaft und Derbys gegen DD sind auchg geil! Freu mich auf die´neue Saison!! Bye Afrob
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