Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Fast wie bei der Mafia: Bayern wollen nicht reisen
04.06.2003 | 06:59 Uhr von
Das Eishockey-Sommertheater geht seinem nächsten Höhepunkt entgegen und wird nun vor Gericht fortgesetzt. Die Dresdner Eislöwen, die Lausitzer Füchse und der REV Bremerhaven bereiten eine Klage gegen die ESBGbeim Spielgericht des Deutschen Eishockey-Bundes vor. Ziel ist es, das "mafiöse Vorgehen" bei den Lizenzierungsverfahren noch einmal zu durchleuchten, die ESBG zu zwingen, sich an ihre eigenen Regeln zu halten. Das bestätigten gestern Füchse-Manager Klaus Dietze, Bremerhavens Geschäftsführer Hans-Werner Busch und Löwen-Präsidentin Barbara Lässig. Letztere braucht für die Klageeinreichung noch die Zustimmung aller Gesellschafter, doch die sei "zu 98 Prozent sicher."
Die drei Vereine wollen erreichen, dass der SC Bad Tölz und DEL-Klub Schwenningen, die Insolverzanträge gestellt haben, sowie der SC Riessersee, der noch immer mit drei Monatsgehältern im Rückstand ist und kurz vor der Zahlungsunfähigkeit steht, ihre Plätze in der 2. Bundesliga räumen müssen und für die nachgewiesen wirtschaftlich leistungsfähigen Kläger frei machen. "Vor der Saison war klar, dass ein wirtschaftlicher Kollaps automatisch den Abstieg bedeutet. Daran haben wir uns gehalten", sagt Klaus Dietze, "doch jetzt werden diese Regeln plötzlich ausgehebelt." "Ein Skandal", meint auch Barbara Lässig, "die bayerischen Vereine wollen in der 2. Liga unter sich bleiben und sich die weiten Reisen ersparen. Und mit ihrer Drei-Viertel-Mehrheit in der ESBG entscheiden sie was sie wollen. Dagegen müssen wir einfach vorgehen." Die letzten Ungereimtheiten im Haus von ESBG-Geschäftsführer Helmut Bauer: Der EC Bad Tölz schickte ein Fax, dass er aus finanziellen Gründen auf die 2. Liga verzichten und lieber in der Oberliga antreten will. Die ESBG meldete sich sofort zurück, erklärte das Fax für nie erhalten und drohte den Tölzern mit einer Rückstufung in die Regionalliga. Und der SC Riessersee, dem zum Stichtag 30. Mai noch immer der Nachweis von 200.000 Euro im Etat fehlte, bekam entegegen aller Regeln einen weiteren Aufschub bis 15. Juni.

Wie hatte DEB-Präsident Ullrich Esken noch vor wenigen Tagen gesagt: "Alle schauen jetzt auf uns. Wir müssen nun beweisen, dass der Eishockey-Sport sauber ist." Nun geht es schmutzig vor Gericht weiter. Bis zu einer Entscheidung kann es laut Klaus Dietze mindestens vier bis sechs Wochen dauern. Anfang September soll die 2. Bundesliga in die neue Saison starten. Mit welchen Mannschaften, ist weiter unklar.

Quelle: www.dnn.de
710 mal gelesen
 
1 | US | 04.06.2003 @ 10:47
Das gewohnte Sommertheater!Man wird auf Schlag die Ossivereine und Bremerhaven wegen der wieten Reisen los!!! Eine Riesensauerei!!!Aber der DEB und die ESBG werden von Bayern beherrscht!!!
2 | Troll | 04.06.2003 @ 11:27
Das ist alles einfach nur noch lächerlich! >:-(
3 | DEB und die ESBG | 04.06.2003 @ 11:57
haben es verdient, und tun manches dafür, selbst insolvent zu gehn. Vielleicht kommt dann mal eine vernünftige LIGA zustande.
4 | Stullo | 04.06.2003 @ 17:27
Wie kann es sein, dass Vereine aus einer wirtschaftlich starken Region nicht in der Lage sind mit dem Geld ordentlich zu wirtschaften. Vereine mit einem amateuhaftem Vorstand gehören nicht in eine Profiliga. Warum müssen jetzt dort Vereine spielen,
5 | Stullo | 04.06.2003 @ 17:31
die es durch langjährige Arbeit verdient haben im Profibereich zu spielen. Was in diesen Tagen hier passiert und in der Vergangenheit schon oft passierte, ist unter aller Sau! Man kann nur hoffen, dass sich das so schnell wie möglich ändert.
6 | aussenstehende | 05.06.2003 @ 00:16
das ist doch wieder einmal typisch... ich hoffe das das gericht mal licht ins dunkel bringt, und dann gleich mal richtig aufräumen in dem laden (esbg).
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