Weißwasser und Bremerhaven lassen Lizenzierungsverfahren überprüfen / Füchse-Manager Dietze: Planen für die Oberliga
Im juristischen Chaos um die künftige Ligazugehörigkeit der Lausitzer Füchse ziehen die Weißwasseraner Verantwortlichen jetzt die Notbremse. Sie planen vordergründig nicht mehr für die zweite Liga, sondern eine Etage tiefer für die Oberliga.
Gleichzeitig hat man im Fuchsbau aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, nach dem sportlichen Abstieg nun als wirtschaftlicher Nachrücker vielleicht doch noch in das 14-er Feld der zweiten Liga zu rutschen. Ansatzpunkt dafür sind die offenkundigen Ungereimtheiten beim Lizenzierungsverfahren. Deshalb werden die Füchse gemeinsam mit dem REV Bremerhaven die Eishockey-Betriebsgesellschaft (ESBG) als Dachverband aller Zweit- und Drittligavereine verklagen. Das kündigte Füchse-Manager Dr. Klaus Dietze gestern an. "Wir wollen vom DEB-Schiedsgericht klären lassen, ob das Lizenzierungsverfahren korrekt abgelaufen ist. Aus unserer Sicht gibt es Anzeichen dafür, dass es nicht korrekt abgelaufen ist."
Der Sachstand: Die sportlichen Absteiger Weißwasser und Bremerhaven haben nur dann eine Chance auf den Verbleib in der zweiten Liga, wenn die wirtschaftlich angeschlagenen Teams aus Tölz und Riessersee ihren Platz räumen müssen. Doch daran hat der Deutsche Eishockey-Bund offenbar kein Interesse. Im Fall Bad Tölz ist es sogar so, dass die dortigen Verantwortlichen den Antrag gestellt haben, mangels eines Zweitliga tauglichen Etats in der kommenden Saison in der Oberliga spielen zu dürfen. Dieser Antrag wurde jetzt von der ESBG abgelehnt. Sie stellte die Tölzer Verantwortlichen vor die Wahl: entweder zweite Liga oder Verbannung in die Landesliga. Begründung von ESBG-Geschäftsführer Helmut Bauer: Es handele sich schließlich nicht um ein Wunschkonzert. Tölz könne sich nicht aussuchen, in welcher Liga man spielen möchte. Die Verantwortlichen in Oberbayern sind darüber alles andere als glücklich. "Uns ist klar, dass wir unseren Zuschauern zweistellige Heimniederlagen zumuten müssen. Wir stehen praktisch schon vor der Saison als Absteiger fest", sagte der Tölzer Geschäftsführer Franz Demmel gegenüber der Nordseezeitung Bremerhaven angesichts des Mini-Etats von 300 000 Euro. Demmel: "Es tut mir Leid für unsere Fans, aber es ist der Wille der ESBG. Dem müssen wir uns beugen."
Goldene Brücke gebaut
Auch dem SC Riessersee baut die ESBG eine goldene Brücke nach der anderen. Die meisten Profis unter der Zugspitze haben seit Monaten kein Gehalt mehr überwiesen bekommen. Im Lizenzierungsverfahren fiel der SCR im ersten Anlauf durch. Ohne entsprechende rechtliche Grundlage räumte die ESBG trotzdem nach Ablauf der ersten nun eine zweite Nachbesserungsfrist bis 15. Juni ein. "Wenn man sportlich absteigt, gehört es zum Geschäft, dass man es sportlich fair akzeptiert – allerdings nicht unter diesen unwürdigen Umständen", betonte Dietze. Hier geht es ja mittlerweile zu wie bei der Mafia. Was die ESBG mit Tölz macht, grenzt an Erpressung.
Über die Beweggründe für die merkwürdige Vorgehensweise der ESBG kann nur spekuliert werden. Vieles deutet darauf hin, dass durch die Bevorzugung von Tölz und Riessersee die ebenfalls noch strittige Nachrücker-Frage umgangen werden soll. Sie ist vor dem Sportgericht anhängig, weil ESBG-Geschäftsführer Helmut Bauer ohne Zustimmung der Vereine die Statuten geändert hatte. Umstritten ist deshalb, ob bei einem Bedarf an Nachrückern zuerst die sportlichen Zweitliga-Absteiger oder die nächstplatzierten Oberliga-Vereine zum Zuge kommen. Würden Tölz und der SCR in der Liga bleiben, wäre dieser Streit gegenstandslos.
In jedem Fall wollen die Füchse für den drohenden Abstieg gerüstet sein. "Wir planen ab sofort vordergründig für die Oberliga. Wenn es dann anders kommt, freuen wir uns um so mehr", stellte Dietze klar. Der Etat soll rund 1,3 Millionen Euro betragen. Torhüter Iiro Itämies, Kapitän Dirk Rohrbach und weitere Leistungsträger wollen in Weißwasser bleiben.
Wunschkonzerte und ein klasse Somertheater Vorhang auf zur nächsten runde!!
2 | Silo | 04.06.2003 @ 14:29
Da ist doch ganz klar zu erkennen das der DEB die ostdeutschen Mannschaften rauskicken will!!! Überall nur Betrug und Beschiss! Aber das sind wir ja schon gewöhnt! So tief war der Eissport in WSW noch nie gesunken!
3 | UnionerDD | 04.06.2003 @ 17:26
Immer das Gleiche. Jetzt sind wieder die anderen dran schuld. Tölz und Riessersee haben nichts zu suchen in Liga 2, aber ihr nach so ner Saison allerdings auch nicht!
4 | Afrob | 04.06.2003 @ 17:46
Ihr leider ebenso wenig!!
5 | Arni | 04.06.2003 @ 17:49
Tja,leider gibt es eine Nachrückerregel,und die besagt wenn ein Verein Finanziell nicht mithalten kann,rückt ein Abgestiegenes Team nach.Sollte sich die Chance nicht bieten spielt man halt Oberliga.Ich versteh nicht warum das viele nicht kapieren.
6 | Afrob | 04.06.2003 @ 21:26
Tja Arni diese regel kennt jeder und hat
auch glaub ich jeder begriffen weil sie ziemlich einfach zu kapieren ist aber im moment wären ja 1-2 Teams aufgrund
finanzieller Schwierigkeiten anderer zweitklassig
und das is ja das Problem das regeln
7 | Afrob | 04.06.2003 @ 21:33
die die ESBG aufstellt am ende noch eigenmächtig verändert werden und dann um die eigene inkompetenz zu verschleiern sich ihre bayernliga zusammenzustellen versucht damit möglichst diese gott verdammte Nachrückerregel nicht in kraft tritt!!
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Im juristischen Chaos um die künftige Ligazugehörigkeit der Lausitzer Füchse ziehen die Weißwasseraner Verantwortlichen jetzt die Notbremse. Sie planen vordergründig nicht mehr für die zweite Liga, sondern eine Etage tiefer für die Oberliga.
Gleichzeitig hat man im Fuchsbau aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, nach dem sportlichen Abstieg nun als wirtschaftlicher Nachrücker vielleicht doch noch in das 14-er Feld der zweiten Liga zu rutschen. Ansatzpunkt dafür sind die offenkundigen Ungereimtheiten beim Lizenzierungsverfahren. Deshalb werden die Füchse gemeinsam mit dem REV Bremerhaven die Eishockey-Betriebsgesellschaft (ESBG) als Dachverband aller Zweit- und Drittligavereine verklagen. Das kündigte Füchse-Manager Dr. Klaus Dietze gestern an. "Wir wollen vom DEB-Schiedsgericht klären lassen, ob das Lizenzierungsverfahren korrekt abgelaufen ist. Aus unserer Sicht gibt es Anzeichen dafür, dass es nicht korrekt abgelaufen ist."
Der Sachstand: Die sportlichen Absteiger Weißwasser und Bremerhaven haben nur dann eine Chance auf den Verbleib in der zweiten Liga, wenn die wirtschaftlich angeschlagenen Teams aus Tölz und Riessersee ihren Platz räumen müssen. Doch daran hat der Deutsche Eishockey-Bund offenbar kein Interesse. Im Fall Bad Tölz ist es sogar so, dass die dortigen Verantwortlichen den Antrag gestellt haben, mangels eines Zweitliga tauglichen Etats in der kommenden Saison in der Oberliga spielen zu dürfen. Dieser Antrag wurde jetzt von der ESBG abgelehnt. Sie stellte die Tölzer Verantwortlichen vor die Wahl: entweder zweite Liga oder Verbannung in die Landesliga. Begründung von ESBG-Geschäftsführer Helmut Bauer: Es handele sich schließlich nicht um ein Wunschkonzert. Tölz könne sich nicht aussuchen, in welcher Liga man spielen möchte. Die Verantwortlichen in Oberbayern sind darüber alles andere als glücklich. "Uns ist klar, dass wir unseren Zuschauern zweistellige Heimniederlagen zumuten müssen. Wir stehen praktisch schon vor der Saison als Absteiger fest", sagte der Tölzer Geschäftsführer Franz Demmel gegenüber der Nordseezeitung Bremerhaven angesichts des Mini-Etats von 300 000 Euro. Demmel: "Es tut mir Leid für unsere Fans, aber es ist der Wille der ESBG. Dem müssen wir uns beugen."
Goldene Brücke gebaut
Auch dem SC Riessersee baut die ESBG eine goldene Brücke nach der anderen. Die meisten Profis unter der Zugspitze haben seit Monaten kein Gehalt mehr überwiesen bekommen. Im Lizenzierungsverfahren fiel der SCR im ersten Anlauf durch. Ohne entsprechende rechtliche Grundlage räumte die ESBG trotzdem nach Ablauf der ersten nun eine zweite Nachbesserungsfrist bis 15. Juni ein. "Wenn man sportlich absteigt, gehört es zum Geschäft, dass man es sportlich fair akzeptiert – allerdings nicht unter diesen unwürdigen Umständen", betonte Dietze. Hier geht es ja mittlerweile zu wie bei der Mafia. Was die ESBG mit Tölz macht, grenzt an Erpressung.
Über die Beweggründe für die merkwürdige Vorgehensweise der ESBG kann nur spekuliert werden. Vieles deutet darauf hin, dass durch die Bevorzugung von Tölz und Riessersee die ebenfalls noch strittige Nachrücker-Frage umgangen werden soll. Sie ist vor dem Sportgericht anhängig, weil ESBG-Geschäftsführer Helmut Bauer ohne Zustimmung der Vereine die Statuten geändert hatte. Umstritten ist deshalb, ob bei einem Bedarf an Nachrückern zuerst die sportlichen Zweitliga-Absteiger oder die nächstplatzierten Oberliga-Vereine zum Zuge kommen. Würden Tölz und der SCR in der Liga bleiben, wäre dieser Streit gegenstandslos.
In jedem Fall wollen die Füchse für den drohenden Abstieg gerüstet sein. "Wir planen ab sofort vordergründig für die Oberliga. Wenn es dann anders kommt, freuen wir uns um so mehr", stellte Dietze klar. Der Etat soll rund 1,3 Millionen Euro betragen. Torhüter Iiro Itämies, Kapitän Dirk Rohrbach und weitere Leistungsträger wollen in Weißwasser bleiben.
Quelle: Lausitzer Rundschau