Nach dem sportlichen Abstieg ist der EHC Lausitzer Füchse nun auch am grünen Tisch beim Versuch gescheitert, in der 2. Eishockey-Bundesliga zu bleiben. Im SZ-Interview spricht Geschäftsführer Klaus Dietze über die Folgen und die Zukunft in der Oberliga.
Am Ende der letzten Saison haben Sie erklärt, dass die Füchse auch künftig in der 2. Bundesliga spielen. Wer ist Schuld daran, dass dies eine Fehleinschätzung war?
Bei der Versammlung der Zweit- und Oberligisten im Mai letzten Jahres waren sich alle einig, dass wir künftig ein sauberes Eishockey haben wollen und deshalb gesundes Wirtschaften oberste Prämisse ist. Die Lausitzer Füchse haben sich daran gehalten. Selbst in sportlich schwieriger Lage verzichteten wir auf Verstärkungen, die uns angeboten wurden. Andere Zweitligisten mussten nach Blitzeinkäufen die Insolvenz beantragen. Inzwischen musste ich feststellen, dass die Paragraphen unseres Verbandes derart schlüpfrig sind, dass selbst Schwenningen, Bad Tölz und Riessersee eine Lizenz erhalten konnten. Dennoch bleibe ich dabei: Dies war falsch. Das hat nichts damit zu tun, dass ich unseren sportlichen Abstieg nicht akzeptieren würde. Ich bin kein schlechter Verlierer.
Am 14. Juli treffen sich die Zweit- und Drittligisten erneut. Haben Sie noch Hoffnung?
Nein. Es muss vielmehr geklärt werden, wie sich die Oberliga in der kommenden Saison zusammen setzt. Macht es Sinn mit zwei Zehner-Staffeln zu spielen oder lieber eine Einfachrunde mit 20 Mannschaften? Außerdem würden wir gerne eine Auf- und Abstiegsregel verabschieden, die wasserdicht ist.
Zum ersten Mal in der 70-jährigen Geschichte spielt eine Weißwasseraner Eishockey-Mannschaft in der dritten Liga. Welche Folgen hat der Abstieg?
Keinen dramatischen, wenn wir begreifen, dass eine Rückkehr in die Bundesliga kein Selbstläufer ist. Die Oberliga bietet lukrative Gegner, wenn ich an nur an Dresden oder die Berlin Capitals denke. Wir müssen von Beginn an attraktives Eishockey spielen und wirtschaftlich weiter sauber arbeiten. Die Zukunft des Gesamtvereins ist nur dann gesichert, wenn die Profiabteilung erhalten bleibt. Die insgesamt rund 130 000 Euro, die von der Spielbetriebs-GmbH direkt oder indirekt in den Nachwuchs fließen, werden wir auch nach dem Abstieg zahlen.
Der Etat der Profiabteilung ist im Vergleich zur Zweitligaplanung von 1,6 auf 1,3 Millionen Euro geschrumpft. Ist das Budget gesichert?
Am Montag treffen wir uns zu einer Sponsorenveranstaltung. Ich habe bisher aber noch kein Signal erhalten, dass ein Förderer aufgrund des Abstieges abspringen will.
Der Etat gehört zu den höchsten in der Oberliga...
Das kann ich nicht hören. Natürlich haben wir mehr Geld zur Verfügung als Selb. Aber unser Anspruch ist auch ein anderer. Außerdem geben die Berlin Capitals beispielsweise ähnlich viel aus.
Unabhängig von der finanziellen Seite: Lautet das Saisonziel Wiederaufstieg?
Natürlich. Wir müssen von Beginn an oben mit dabei sein.
Der Kader hat sein Gesicht kaum verändert. Werden Sie in den kommenden Wochen noch Neuzugänge vermelden?
Zunächst einmal bin ich froh, dass die Mannschaft nicht, wie wir es anfangs fürchten mussten, nach dem Abstieg auseinander gefallen ist. Bei unseren Planungen haben wir noch eine Ausländerposition sowie eine Verteidiger-Stelle zu vergeben. Möglich auch, dass der eine oder andere Nachwuchsspieler noch aufrückt.
Die Füchse spielen eine Klasse tiefer, die Eintrittspreise nicht. Wie erklären Sie das den Fans?
Mit unserer Finanzlage. Wir planen mit 44 000 Zuschauern. Würden wir das Ticket zwei Euro günstiger verkaufen, wäre das ein Ausfall von 88 000 Euro. Dies entspricht einem Großsponsor. Deshalb haben wir die Preise nicht verändert. Es geht nicht anders.Im Streit um die Abstiegsfrage gab es große Spannungen mit dem Verband.
Ihr Vergleich mit der DDR-Zeit stieß in München auf wenig Gegenliebe. Besteht nicht die Gefahr, dass Weißwasser bei den Verantwortlichen aus Süddeutschland dauerhaft in Ungnade fällt?
Das glaube ich nicht. Am Donnerstag gab es in Dresden ein Treffen mit dem Präsidenten des Deutschen Eishockey-Bundes und dessen Stellvertreter. Dass sie die Diskussion einzig von der juristischen Seite aus betrachten, muss ich akzeptieren. Sie haben sich aber unsere Einwände und Sorgen angehört und Unterstützung zugesichert.
Sie waren am Donnerstag in Dresden, am Montag kommt der Ministerpräsident nach Weißwasser. Erhoffen Sie sich Fördermittel für einen Eishallen-Neubau?
An diesem Projekt arbeiten wir weiter hartnäckig. Aber das ist in diesem Zusammenhang zweitrangig. Für mich ist der Besuch von Herrn Milbradt der Beweis, dass die Politik begriffen hat, wie wichtig der Erhalt des Eishockeysports für Weißwasser ist.
Gespräch: Daniel Klein
www.sz-online.de
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Am Ende der letzten Saison haben Sie erklärt, dass die Füchse auch künftig in der 2. Bundesliga spielen. Wer ist Schuld daran, dass dies eine Fehleinschätzung war?
Bei der Versammlung der Zweit- und Oberligisten im Mai letzten Jahres waren sich alle einig, dass wir künftig ein sauberes Eishockey haben wollen und deshalb gesundes Wirtschaften oberste Prämisse ist. Die Lausitzer Füchse haben sich daran gehalten. Selbst in sportlich schwieriger Lage verzichteten wir auf Verstärkungen, die uns angeboten wurden. Andere Zweitligisten mussten nach Blitzeinkäufen die Insolvenz beantragen. Inzwischen musste ich feststellen, dass die Paragraphen unseres Verbandes derart schlüpfrig sind, dass selbst Schwenningen, Bad Tölz und Riessersee eine Lizenz erhalten konnten. Dennoch bleibe ich dabei: Dies war falsch. Das hat nichts damit zu tun, dass ich unseren sportlichen Abstieg nicht akzeptieren würde. Ich bin kein schlechter Verlierer.
Am 14. Juli treffen sich die Zweit- und Drittligisten erneut. Haben Sie noch Hoffnung?
Nein. Es muss vielmehr geklärt werden, wie sich die Oberliga in der kommenden Saison zusammen setzt. Macht es Sinn mit zwei Zehner-Staffeln zu spielen oder lieber eine Einfachrunde mit 20 Mannschaften? Außerdem würden wir gerne eine Auf- und Abstiegsregel verabschieden, die wasserdicht ist.
Zum ersten Mal in der 70-jährigen Geschichte spielt eine Weißwasseraner Eishockey-Mannschaft in der dritten Liga. Welche Folgen hat der Abstieg?
Keinen dramatischen, wenn wir begreifen, dass eine Rückkehr in die Bundesliga kein Selbstläufer ist. Die Oberliga bietet lukrative Gegner, wenn ich an nur an Dresden oder die Berlin Capitals denke. Wir müssen von Beginn an attraktives Eishockey spielen und wirtschaftlich weiter sauber arbeiten. Die Zukunft des Gesamtvereins ist nur dann gesichert, wenn die Profiabteilung erhalten bleibt. Die insgesamt rund 130 000 Euro, die von der Spielbetriebs-GmbH direkt oder indirekt in den Nachwuchs fließen, werden wir auch nach dem Abstieg zahlen.
Der Etat der Profiabteilung ist im Vergleich zur Zweitligaplanung von 1,6 auf 1,3 Millionen Euro geschrumpft. Ist das Budget gesichert?
Am Montag treffen wir uns zu einer Sponsorenveranstaltung. Ich habe bisher aber noch kein Signal erhalten, dass ein Förderer aufgrund des Abstieges abspringen will.
Der Etat gehört zu den höchsten in der Oberliga...
Das kann ich nicht hören. Natürlich haben wir mehr Geld zur Verfügung als Selb. Aber unser Anspruch ist auch ein anderer. Außerdem geben die Berlin Capitals beispielsweise ähnlich viel aus.
Unabhängig von der finanziellen Seite: Lautet das Saisonziel Wiederaufstieg?
Natürlich. Wir müssen von Beginn an oben mit dabei sein.
Der Kader hat sein Gesicht kaum verändert. Werden Sie in den kommenden Wochen noch Neuzugänge vermelden?
Zunächst einmal bin ich froh, dass die Mannschaft nicht, wie wir es anfangs fürchten mussten, nach dem Abstieg auseinander gefallen ist. Bei unseren Planungen haben wir noch eine Ausländerposition sowie eine Verteidiger-Stelle zu vergeben. Möglich auch, dass der eine oder andere Nachwuchsspieler noch aufrückt.
Die Füchse spielen eine Klasse tiefer, die Eintrittspreise nicht. Wie erklären Sie das den Fans?
Mit unserer Finanzlage. Wir planen mit 44 000 Zuschauern. Würden wir das Ticket zwei Euro günstiger verkaufen, wäre das ein Ausfall von 88 000 Euro. Dies entspricht einem Großsponsor. Deshalb haben wir die Preise nicht verändert. Es geht nicht anders.Im Streit um die Abstiegsfrage gab es große Spannungen mit dem Verband.
Ihr Vergleich mit der DDR-Zeit stieß in München auf wenig Gegenliebe. Besteht nicht die Gefahr, dass Weißwasser bei den Verantwortlichen aus Süddeutschland dauerhaft in Ungnade fällt?
Das glaube ich nicht. Am Donnerstag gab es in Dresden ein Treffen mit dem Präsidenten des Deutschen Eishockey-Bundes und dessen Stellvertreter. Dass sie die Diskussion einzig von der juristischen Seite aus betrachten, muss ich akzeptieren. Sie haben sich aber unsere Einwände und Sorgen angehört und Unterstützung zugesichert.
Sie waren am Donnerstag in Dresden, am Montag kommt der Ministerpräsident nach Weißwasser. Erhoffen Sie sich Fördermittel für einen Eishallen-Neubau?
An diesem Projekt arbeiten wir weiter hartnäckig. Aber das ist in diesem Zusammenhang zweitrangig. Für mich ist der Besuch von Herrn Milbradt der Beweis, dass die Politik begriffen hat, wie wichtig der Erhalt des Eishockeysports für Weißwasser ist.
Gespräch: Daniel Klein
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