Drittligist Lausitzer Füchse unterliegt in einer hochklassigen Pokalpartie dem deutschen Meister Krefeld mit 2:3
„Das ist ein unglaublich schönes Gefühl“, strahlte Stephan Kuhlee. Sein Anschlusstor zum 2:3-Endstand war kein gewöhnliches Tor. Nicht nur, weil der 24-jährige Stürmer aus Weißwasser den Torhüter mit einer Finte umkurvte, sondern weil der Gegner Krefelder Pinguine hieß. Der ist der FC Bayern München des Eishockeys – amtierender deutscher Meister. Er habe vor dem Pokalspiel viel Respekt gehabt, verrät Kuhlee. Schließlich kommt ein derart hochkarätiger Gegner nicht alle Tage in den Fuchsbau, die Heimstätte des Drittligisten EHC Lausitzer Füchse. Zumindest nicht mehr.„Dynamo, Dynamo“ feierten die Fans auf den Traversen, an denen Fahnen hingen mit dem geschwungenen „D“ auf weinrotem Hintergrund. Sie erinnern an die erfolgreichste Zeit in der 71-jährigen Vereinsgeschichte. 25 DDR-Meistertitel feierten die Kufenflitzer aus Weißwasser unter diesem Namen. In der gesamtdeutschen Liga fanden sich die Füchse am anderen Ende der Tabelle wieder. Sponsoren zu finden ist schwer in der wirtschaftlich dünn besiedelten Lausitz. Deshalb fädelte der Klub 1994 eine Liaison mit Chemnitz ein und spielte bis zum Ende der Zweckehe noch zwei Jahre in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Gemeinsam mit Krefeld. Vor sieben Jahren trennten sich die Wege. Als die Westdeutschen in diesem Frühjahr ihren Meistertitel feierten, trauerte Weißwasser über den Abstieg in die Oberliga. „Das hat finanzielle Ursachen“, meint Joachim Ziesche. Der einstige Stürmer des zu DDR-Zeiten einzigen Liga-Konkurrenten Dynamo Berlin beobachtete seinen Sohn Steffen, der für Krefeld die Schlittschuhe schnürt. „Weißwasser hat es schwer, überhaupt jemals in die DEL zurückzukehren“, glaubt Ziesche, der die Füchse als sportlicher Berater unterstützen soll.
„Das kann aber auch nicht unser Anspruch sein“, findet der verletzte Kapitän Dirk Rohrbach: „Unser Ziel heißt zweite Liga.“ Eine DEL-Zugehörigkeit würde auch an der maroden Halle scheitern. Seit dem letzten Gastspiel der Krefelder Pinguine 1996 hat sich im 3 000 Zuschauer fassenden Fuchsbau kaum etwas geändert. Pläne für einen Neubau liegen seit Jahren in der Schublade. Die Umsetzung scheiterte, weil bislang ein finanziell schlüssiges Konzept fehlt. So werden Auftritte von deutschen Meistern auf lange Sicht nur Pokal-Ausnahmen bleiben. Der gestrige war einer mit hohem Unterhaltungswert. Der Außenseiter wehrte sich – abgesehen von einem nervösen Beginn – vehement gegen die vorbestimmte Verlierer-Rolle stemmte. Im Mittel-Drittel zählte Füchse-Trainer Horymir Sekera zwölf Torschüsse seiner Schützlinge. Auf Krefelder Seite nur fünf. „Wir haben super gespielt“, zeigte sich der Tscheche hochzufrieden.
Das honorierten auch die Fans. „Wir sind stolz auf unser Team“, sangen die etwas mehr als 2 000 Anhänger. Diese Zeile erklang im Fuchsbau schon lange nicht mehr. Einzig die schlechte Chancenverwertung verhinderte eine Sensation in der ersten Runde des DEB-Pokals. Ziesche junior begründete den müden Auftritt seiner Kollegen mit den Strapazen in den vergangenen Tagen. „Drei Spiele in drei Tagen ist ein bisschen viel“, erklärte der Stürmer. Unterschätzt hätten die Krefelder Pinguine den unterklassigen Gegner jedoch keinesfalls.
In vier Wochen bestreiten die Füchse ihr nächstes Pflichtspiel. Dann heißt der Gegner ERC Haßfurt. Der Oberliga-Alltag beginnt.
„Das ist ein unglaublich schönes Gefühl“, strahlte Stephan Kuhlee. Sein Anschlusstor zum 2:3-Endstand war kein gewöhnliches Tor. Nicht nur, weil der 24-jährige Stürmer aus Weißwasser den Torhüter mit einer Finte umkurvte, sondern weil der Gegner Krefelder Pinguine hieß. Der ist der FC Bayern München des Eishockeys – amtierender deutscher Meister. Er habe vor dem Pokalspiel viel Respekt gehabt, verrät Kuhlee. Schließlich kommt ein derart hochkarätiger Gegner nicht alle Tage in den Fuchsbau, die Heimstätte des Drittligisten EHC Lausitzer Füchse. Zumindest nicht mehr.„Dynamo, Dynamo“ feierten die Fans auf den Traversen, an denen Fahnen hingen mit dem geschwungenen „D“ auf weinrotem Hintergrund. Sie erinnern an die erfolgreichste Zeit in der 71-jährigen Vereinsgeschichte. 25 DDR-Meistertitel feierten die Kufenflitzer aus Weißwasser unter diesem Namen. In der gesamtdeutschen Liga fanden sich die Füchse am anderen Ende der Tabelle wieder. Sponsoren zu finden ist schwer in der wirtschaftlich dünn besiedelten Lausitz. Deshalb fädelte der Klub 1994 eine Liaison mit Chemnitz ein und spielte bis zum Ende der Zweckehe noch zwei Jahre in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Gemeinsam mit Krefeld. Vor sieben Jahren trennten sich die Wege. Als die Westdeutschen in diesem Frühjahr ihren Meistertitel feierten, trauerte Weißwasser über den Abstieg in die Oberliga. „Das hat finanzielle Ursachen“, meint Joachim Ziesche. Der einstige Stürmer des zu DDR-Zeiten einzigen Liga-Konkurrenten Dynamo Berlin beobachtete seinen Sohn Steffen, der für Krefeld die Schlittschuhe schnürt. „Weißwasser hat es schwer, überhaupt jemals in die DEL zurückzukehren“, glaubt Ziesche, der die Füchse als sportlicher Berater unterstützen soll.
„Das kann aber auch nicht unser Anspruch sein“, findet der verletzte Kapitän Dirk Rohrbach: „Unser Ziel heißt zweite Liga.“ Eine DEL-Zugehörigkeit würde auch an der maroden Halle scheitern. Seit dem letzten Gastspiel der Krefelder Pinguine 1996 hat sich im 3 000 Zuschauer fassenden Fuchsbau kaum etwas geändert. Pläne für einen Neubau liegen seit Jahren in der Schublade. Die Umsetzung scheiterte, weil bislang ein finanziell schlüssiges Konzept fehlt. So werden Auftritte von deutschen Meistern auf lange Sicht nur Pokal-Ausnahmen bleiben. Der gestrige war einer mit hohem Unterhaltungswert. Der Außenseiter wehrte sich – abgesehen von einem nervösen Beginn – vehement gegen die vorbestimmte Verlierer-Rolle stemmte. Im Mittel-Drittel zählte Füchse-Trainer Horymir Sekera zwölf Torschüsse seiner Schützlinge. Auf Krefelder Seite nur fünf. „Wir haben super gespielt“, zeigte sich der Tscheche hochzufrieden.
Das honorierten auch die Fans. „Wir sind stolz auf unser Team“, sangen die etwas mehr als 2 000 Anhänger. Diese Zeile erklang im Fuchsbau schon lange nicht mehr. Einzig die schlechte Chancenverwertung verhinderte eine Sensation in der ersten Runde des DEB-Pokals. Ziesche junior begründete den müden Auftritt seiner Kollegen mit den Strapazen in den vergangenen Tagen. „Drei Spiele in drei Tagen ist ein bisschen viel“, erklärte der Stürmer. Unterschätzt hätten die Krefelder Pinguine den unterklassigen Gegner jedoch keinesfalls.
In vier Wochen bestreiten die Füchse ihr nächstes Pflichtspiel. Dann heißt der Gegner ERC Haßfurt. Der Oberliga-Alltag beginnt.
Lausitzer Füchse – Krefeld 2:3 (1:2 (1:1, 0:0)Tore: 0:1 Beaucage (1.), 0:2 Kurtz (6.), 1:2 Schmidt (15.), 1:3 Guillet (24.), 2:3 Kuhlee (37.). Strafminuten: EHC 10 – Pinguine 16. Zuschauer: 2 024. Schiedsrichter: Dahle (Berlin). Testspiel vom Freitag: ETC Crimmitschau - EHC 2:4.
Autor: Daniel Klein
Quelle: sz-online