Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Zweijahres-Plan zurück in die 2. Liga
17.09.2003 | 23:01 Uhr von
Der sportliche Erfolg ist für die Lausitzer Füchse überlebenswichtig
Für die Lausitzer Füchse beginnt morgen mit dem Heimspiel gegen den ERC Haßfurt (19.30 Uhr) das Unternehmen Wiederaufstieg. Innerhalb von zwei Jahren will und muss der Traditionsverein die Rückkehr in die 2. Liga schaffen. "Sonst drohen gravierende finanzielle Einschnitte", befürchtet Manager Dr. Klaus Dietze.

VON FRANK NOACK

Dabei geht es der Füchse-Spielbetriebs-GmbH nach der Insolvenz im Frühjahr 2002 in diesen Tagen vergleichsweise gut. "Wir haben jetzt endlich wirtschaftliche Ordnung reingebracht", sagt Dietze. Mit einem Etat von 1,34 Millionen Euro gehört Weißwasser automatisch zu den Topfavoriten der Oberliga. Auch die Mannschaft, so ist sich Trainer Horymir Sekera sicher, habe durchaus Zweitliga-Format.
Diesen Standard wird sich Eishockey-Weißwasser jedoch nicht ewig leisten können. "Vor allem für unsere Großsponsoren macht es keinen Sinn, auf Dauer in die dritte Liga zu investieren. Ihnen und auch den Fans sind wir den Wiederaufstieg schuldig", fordert Dietze. Am liebsten natürlich sofort - aber nicht um jeden Preis." Wenn wir ehrliches und engagiertes Eishockey spielen und es am Ende trotzdem nicht reicht, bricht die Welt auch nicht zusammen. Dann müssen wir es im nächsten Jahr packen." Die meisten Geldgeber sind den Füchsen trotz des Abstiegs treu geblieben. Die finanzielle Hauptlast tragen auch in dieser Saison die drei Großsponsoren Freiberger Brauerei, Vattenfall und der neue Stadtwerke-Eigentümer Veolia. Sie steuern rund ein Drittel des Etats bei. Durch langfristige Verträge konnte der finanzielle Verlust deshalb in Grenzen gehalten werden. Er beträgt laut Dietze vergleichsweise moderate 160.000 Euro. Sie wurden in erster Linie durch Kürzungen bei den Spielergehältern wieder ausgeglichen. "Da gab es keine Probleme. Viele Profis sind zu mir gekommen und haben gesagt: Wir haben den Karren in den Dreck gefahren, also ziehen wir ihn auch wieder raus", freut sich Dietze.
Auch bei den sieben Neuzugängen hat der Manager gemeinsam mit Coach Sekera preiswert eingekauft. Große Hoffnungen ruhen auf dem kanadischen Stürmer Greg Schmidt, der sich in der Vorbereitung von Woche zu Woche gesteigert hat. Mit Marcel Linke (aus Neuwied) und Marco Ludwig (Peiting) kamen zudem zwei Eigengewächse nach Weißwasser zurück, die möglichst schnell in eine Führungsrolle hineinwachsen sollen.
In einem Punkt sind sich Spieler, Trainer und Manager einig: Die Lausitzer Füchse stehen vor einer Weg weisenden Saison. "Wenn das Kleinod Eishockey kaputt geht, wäre das eine Katastrophe für Weißwasser und die gesamte Region", mahnt Dr. Klaus Dietze vor dem morgigen Saisonstart.


Der Experte
Komplizierte Saison

VON KLAUS HIRCHE

Ich könnte es mir leicht machen und sagen: Es gibt für die Lausitzer Füchse nur ein Ziel - den Wiederaufstieg! Es stimmt ja, im Grunde genommen kann es nur um dieses eine Ziel gehen. Denn wer sich als Absteiger nicht den sofortigen Wiederaufstieg vornimmt, landet auch schnell im Mittelfeld der Tabelle.
Trotzdem: Es wird eine ganz komplizierte Saison. Denn einerseits geht es eben um die Rückkehr in die zweite Liga. Andererseits muss sich die Mannschaft konsolidieren und nach der schwachen Vorsaison wieder zu einer Einheit werden. Außerdem ist es ganz wichtig, den hoffnungsvollen Talenten, wie zum Beispiel Marco Ludwig und Marcel Linke, noch mehr Verantwortung zu übertragen. Dafür eignet sich die kommende Saison geradezu ideal.
In jedem Fall zählt Weißwasser neben Bremerhaven und Dresden zum Favoritenkreis. Trotzdem sollte sich die Mannschaft davor hüten, auch nur einen einzigen Gegner zu unterschätzen. Ich kenne das doch aus meiner aktiven Zeit. Gegen die Favoriten ist man immer hochmotiviert, weil niemand freiwillig eine hohe Niederlage kassieren und sich blamieren möchte. Die Partien gegen die - vermeintlich - leichteren Gegner sind deshalb genauso wichtig. Wenn einmal der Schlendrian drin ist, lässt sich der Hebel nur schwer wieder umlegen.
Als ehemaliger Torhüter schaue ich natürlich auch ganz besonders auf die Leuten zwischen den Pfosten. Mit Iiro Itämies und Sebastian Elwing haben die Füchse zwei nahezu gleichwertige Keeper zur Verfügung. Ich kann mir deshalb auch vorstellen, dass sich beide an den Wochenende abwechseln und es keine starre Einteilung in Nummer eins und zwei gibt.

RUNDSCHAU-Gastautor Klaus Hirche (64) war 14 Jahre die Nummer eins im Weißwasseraner Tor. Mit seiner legendären schwarzen Maske absolvierte er 118 Länderspiele. Klaus Hirche nahm als Aktiver und Trainer an zehn Weltmeisterschaften und ein Mal an den Olympischen Spielen teil.
375 mal gelesen
 
1 | Mozart | 17.09.2003 @ 23:03
Vielen Dank an Frank Noack für die Vorab-Übersendung des Textes der morgen in der LR erscheint. Auf gute Zusammenarbeit! Ciao Mozart! PS: Andere konnten nicht wie gefordert bis 23.00 Uhr warten... *g*
2 | MB | 18.09.2003 @ 10:23
Unser Klaus hat wieder mal Recht, ich hab als Kind bei ihm trainiert und bin auch der Meinung, dass man sich nicht von vermeintlich schwächeren Gegnern anstecken lassen darf.
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