Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Abschiedsbesuch unter dem alten Fuchsbau
17.06.2010 | 12:06 Uhr von
Hurtig rennt das Füchslein die Zuschauerränge empor, als müsste es sich noch schnell einen guten Platz sichern. Mama und Papa Fuchs beäugen indes aus sicherer Entfernung die drei Männer, die oben auf dem letzten Rang stehen und ihre Blicke über das verfallene Freiluftstadion schweifen lassen.

Einer der Männer, Robby Szöke, deutet auf einen braunen Fleck am Boden des Stadions. „Eine Luke. Noch so eine ist am anderen Ende des Stadions.“ Die beiden verrosteten Deckel im Boden sind der einzige sichtbare Hinweis, dass darunter noch etwas sein muss.

1959 das modernste Eisstadion

Die Füchse da unten schauen misstrauisch. Es kommt nicht oft vor, dass sie hier Menschen sehen. Dabei boten die Ränge einst Platz für bis zu 12000 Leute. Robby Szöke erinnert sich noch, wie er als Kind und Jugendlicher inmitten von Tausenden Eishockeyfans stand und Spiele der kleinsten Liga der Welt sah: Dynamo Weißwasser gegen Dynamo Berlin. Jetzt arbeitet der gebürtige Weißwasseraner als Eismeister bei seinem Heimatverein, der sich mittlerweile „Lausitzer Füchse“ nennt und seit 1990 seine Punktspiele in der benachbarten Halle austrägt. Sie diente davor nur zum Training, doch nach bundesdeutschen Vorschriften gehören Eishockeyspiele der Profiligen in eine Halle. Seitdem rottet das Freiluftstadion vor sich hin. Als es 1959 eingeweiht wurde, galt es als modernste Spielstätte dieser Art in ganz Europa.

Eismeister Robby Szöke im Gang unter dem alten Freiluftstadion in Weißwasser. Es wird ab Herbst abgerissen. Fotos: Wolfgang Wittchen; Montage: SZ


Familie Fuchs bleibt wieder unter sich. Robby Szöke öffnet die Tür zu einem Nebengebäude der Eissporthalle. Doch in dem Gebäude ist es alles andere als kalt. Der 36-Jährige erläutert: Die Wärme stammt von den Kompressoren, die das Kältemittel Ammoniak verdichten. Das flüssige Ammoniak unter der Betonfläche in der Halle lässt das darauf gespritzte Wasser bei minus vier bis minus sechs Grad gefrieren.

Vom Kompressorenraum führen etwa 25 Stufen in die Tiefe. Die Treppe endet am Beginn eines schmalen Ganges. Eine Lampe an der Decke leuchtet ein paar Meter in den Gang hinein, dann wird es dunkel.

Der Eismeister geht mit einer Handlampe voran. An der rechten Seite des Gangs verlaufen zwei Rohre, dick wie Elefantenbeine. „Hier floss das Ammoniak zum Stadion und sorgte für Eis.“ Plötzlich fällt ein Schimmer Licht durch die Decke. Gerade genug, um die rostigen Steigeisen in der Betonwand zu sehen. Robby Szöke weiß: „Wir sind jetzt unter der vorderen der beiden Luken.“ Dann hilft wieder nur die Handlampe weiter. Ganz hinten, etwa 60 Meter weiter, schimmert wieder Licht. Dort hängt am Ende des Ganges noch einmal eine Lampe an der Decke.

Mittlerweile hüllt eine metallene Verkleidung die beiden Rohre ein. Dahinter zweigt ein dichtes Netz fingerdicker Röhrchen ab. Die Kühlschlangen ziehen sich unter der gesamten Spielfläche entlang, ein paar Kilometer lang. Ammoniak wird hier nie wieder fließen. Im Herbst rücken Abrissbagger an. Das alte Freiluftstadion verschwindet ebenso wie der Gang mit den Rohren und die Kühlschlangen. Auf der freien Fläche soll dann eine moderne Eissporthalle entstehen.

Bald neues Zuhause für Füchse

Robby Szöke erzählt das alles mit ein wenig, aber nicht viel Wehmut in der Stimme. „So wie es jetzt hier aussieht, kann es nicht bleiben.“

Bis zum Herbst kann Familie Fuchs noch im alten Stadion wohnen. Dann müssen sich die Tiere ein neues Zuhause suchen. So wie ja auch der Eishockeyverein einen neuen Fuchsbau bekommen soll.

Von Tilo Berger

Quelle: SZ-Online
2251 mal gelesen
 
1 | Opi | 17.06.2010 @ 21:42
Oh man, da ereilen einem doch wieder die schönen Gedanken an die guten alten Zeiten in unserer alten Schüssel.Ich werd sie vermissen.
2 | schlagschuss | 18.06.2010 @ 00:26
Ich sehe seid 94 fast jedes Spiel und war nie in der Schüssel aber gehe fast vor jedem Heimspiel da hoch. Ein Tag der offenen Tür für das gesamte WP Stadion wäre ne tolle Sache. Selbst einen Stein der Tribünen würde ich kaufen, sicher auch andere!
3 | derlen | 20.06.2010 @ 09:22
Die Idee mit dem Steine-Verkauf ist gar nicht mal so schlecht. Auch dies bringt wieder ein paar Euro's in die Kasse...
4 | schlagschuss | 20.06.2010 @ 23:58
@3 aber niemand sagt was dazu...
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