Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Nach Stuttgart und Istanbul nun Weißwasser
10.07.2010 | 10:13 Uhr von
Karsten Schust, Geschäftsführer des Stuttgarter Architektenbüros asp, ist zuversichtlich, das Vorhaben „neue Eishalle“ bis Ende 2012 fertig zu bekommen. Das betonte er am gestrigen Freitag im Weißwasseraner Rathaus. Oberbürgermeister Hartwig Rauh (parteilos) und Schust besiegelten mit ihren Unterschriften den Vertrag über den Neubau der Eishalle. Mit einem Volumen von 16 Millionen Euro das bis dato größte Vorhaben der Stadt Weißwasser.

Hätte ihm vor fünf Jahren jemand gesagt, dass am 9. Juli 2010 ein Vertrag über den Bau einer knapp 16-Millionen-Euro teuren Eishalle im Rathaus unterschrieben wird, dann hätte er das nie und nimmer geglaubt. Das bekannte der Präsident des Eissportvereins Weißwasser, Bernard Stefan, am Freitag freimütig. „Daran war nicht im Entferntesten zu denken. 2005 standen wir vor einem Scherbenhaufen“, erinnerte er an die damalige Vereinssituation. Inzwischen ist das Vergangenheit, und auch mit der EHC Lausitzer Füchse GmbH sei alles geordnet, was früher in Schieflage geraten war. „Heute haben wir eine exakte Trennung zwischen EHC und Verein“, so Stefan.
Für Weißwassers Oberbürgermeister Hartwig Rauh setzt sich mit der gestrigen Vertragsunterzeichnung eine schöne Entwicklung fort, die darauf ziele, den Eissport in Weißwasser für die Zukunft zu sichern. Die Grundlage dafür habe der Stadtrat mit entsprechenden Grundsatzbeschlüssen gelegt, betonte Rauh. Dem voraus war ein anderer wichtiger Schritt gegangen, wie der OB erinnerte: Die Betreibung des Eissportkomplexes hatte die Stadt in die Hände des Eissportvereins gelegt. „Voraussetzung dafür war die Entschuldung durch die Stadt.“ Aus eigener Kraft und zu Lebzeiten hätte der Verein den Schuldenberg nicht zum Schmelzen bringen können, vermutete Rauh, wie er gestern sagte. Mit der Entscheidung, die Sponsormittel von Veolia/Stadtwerken umzuwidmen und einem Betreiberzuschuss sei der Weg frei gewesen für die Betreibung durch den Verein. Rauh bescheinigte dem Verein nachträglich großes Engagement und ein vernünftiges Betreiberkonzept.

Mit ihrer Unterschrift besiegelten Weißwassers Oberbürgermeister Hartwig Rauh (r.) und Karsten Schust, Geschäftsführer des Stuttgarter Architektenbüros asp, den Vertrag über den Neubau einer Eishalle am Professor-Wagenfeld-Ring in Weißwasser. Foto: Gabi Nitsche


Dann stand die Frage, soll eine neue Halle gebaut oder die alte saniert werden? Kosten und Varianten seien untersucht und gegenüber gestellt worden. Als herauskam, dass eine Sanierung teurer als ein Neubau werden würde, sei dem Stadtrat die Entscheidung leichter gefallen, „sich Ronald Krause und mir anzuschließen – Neubau.“

Für Hartwig Rauh steht fest, dass der Freistaat Sachsen der Stadt auf dem Weg bis zur Vertragsunterzeichnung sehr geholfen habe. Politiker mehrerer Richtungen halfen bei der Fördermittel-Sicherung. Der OB verglich das mit einer Schublade, in der seither rund zehn Millionen Euro nur für die Eishalle Weißwasser lagerten.

Finanzbürgermeister Ronald Krause (SPD) nannte die finanziellen Details: Ohne Abriss stehen für den Eishallen-Neubau 15,7 Millionen Euro zur Verfügung, der Anteil der Stadt beträgt 5,25 Millionen Euro. Der Abbruch des alten Freiluftstadions, an dessen Stelle die neue Halle errichtet wird, werde mit etwa 250 000 Euro eingeplant. Unterm Strich rund 16 Millionen. „Wir realisieren das Projekt nicht mit Geld, das wir erst erwarten, sondern das auf der hohen Kante liegt“, so Krause zu den Eigenmitteln. Das sei eine komfortable Situation. „Die Finanzierung ist zu 100 Prozent gesichert, die Fördermittelbescheide sind auch da.“ Für Weißwasser sei die Zeit der Wirtschaftskrise eine gute Zeit. „Wenn das Konjunkturpaket ausgelaufen ist, fangen wir 2011/2012 an zu bauen“, rechnete Krause vor. „Ich lehne mich weit zum Fenster raus, aber das ist für die nächsten zehn Jahre die letzte große Investition“, schlug der Mann, der für die Weißwasseraner Finanzen den Hut aufhat, den Bogen zur allgemeinen Finanzlage in der Bundesrepublik.

Neben dem Budget ist die Zuschauerzahl eine weitere Vorgabe aus Weißwasser an die asp-Architekten. „3000 Zuschauer soll die Halle Platz bieten. Eine Aufteilung in Sitz- und Stehplätzen ist noch nicht erfolgt. Das müssen wir nun abhängig vom Budget sehen“, so Karsten Schust aus Stuttgart. Dessen Büro, das 35 Architekten beschäftigt, sei im Sportbautenbereich erfahren, wie unter anderem die Porsche Arena Stuttgart, Stadien in Göppingen, Oldenburg, Leipzig, Bulgarien zeigen. Zurzeit entsteht die Türk Telekom Arena Istanbul für Galatasaray (über 50 000 Zuschauerplätze). Gefragt seien ihre Ideen, so Schust, auch für ein neues Stadion im türkischen Trabzon. Entstehen soll es auf einem geschütteten Gelände im Schwarzen Meer.

„Und nun sind wir auch sehr gern hier. Die Zeit ist ausreichend, um die Eishalle zu planen und zu errichten. Ich bin zuversichtlich, dass wir es bis Ende 2012 fertig bekommen.“ Dass die Weißwasseraner Eishalle womöglich eine Porsche-Arena en miniature werden könnte, schließt Schust aus. „Sie wird einen völlig eigenen Charakter haben.“ Der asp-Chef geht von drei bis vier Varianten aus, die dafür erarbeitet und dann untersucht werden.

Die Zeit drängt

Seit gestern liegt im Rathaus auch die Genehmigung für den Abbruch des alten Stadions vor, informierte Fachbereichsleiter Bauwesen, Thomas Böse. Dieser betonte, dass nunmehr ein schweres halbes Jahr bevorstünde, denn man liege noch im Plan, aber die Zeit dränge, und es sei viel zu steuern. Das erfordere, dass Landesbehörden wie Oberfinanzdirektion, Sächsische Aufbaubank und andere mit ins Boot müssen. „Es wird viel passieren, auf das wir reagieren müssen“, ist Böse überzeugt. E´rschwerend sei, dass parallel zur Eishalle andere große Projekte laufen wie die Dreifelderhalle, die Sanierung der Mittelschule 1 zum Beispiel.

„Wir freuen uns, dass es nun wirklich so ist. Jetzt braucht niemand mehr skeptisch sein“, so Matthias Kliemann, EHC-Marketingchef. Es sei ein schönes Vorausschauen auf eine tolle Spielstätte. „Wir können den Kindern, Hobbyvereinen, Profis und auch Zuschauern dann mehr Komfort bieten.“

Von Gabi Nitsche

Quelle: Lausitzer Rundschau
1717 mal gelesen
 
1 | JimPanse | 12.07.2010 @ 13:00
@ asp: schön, dass die Halle einen völlig eigenen Charakter haben wird (hoffentlich ist das protokolliert). Dieser entsteht aber nicht nur durch neckische Formen und Materialien, sondern sehr durch die im Innenraum erzeugbare Atmosphäre! Stichwort Stehplätze...
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