Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Besuch aus einer anderen Welt
30.08.2010 | 05:56 Uhr von
So hatten sich die Lausitzer Füchse das erste Testspiel in heimischer Eishalle nicht vorgestellt: 1:12 hieß es am Freitagabend im Duell mit dem Erstligisten EHC Wolfsburg. Angesichts des eklatanten Leistungsunterschiedes stellt sich die Frage nach dem Sinn dieser Spiele gegen Topteams.
Am Ende waren die Spieler vor allem eines: Froh, dass es endlich vorbei ist. So vorgeführt wie am Freitagabend wurde schon lange mehr keine Weißwasseraner Profimannschaft. Die traditionelle Saisoneröffnung mit dem ersten Heimspiel der Vorbereitungszeit ging jedenfalls gründlich in die Hose. Zur Ehrenrettung der Füchse muss jedoch gesagt werden: Es kam an diesem schwarzen Freitag vieles zusammen. »Wolfsburg ist nicht unsere Eishockey-Welt«, fasst Teammanager Ralf Hantschke den Leistungsunterschied zusammen. 1:12 ist ein Ergebnis, das die Frage nach dem Sinn solcher Spiele gegen Teams wie den EHC Wolfsburg aufwirft.

Sportliche Erkenntnisse: Wolfsburg benötigte knapp sieben Minuten, um den Leistungsunterschied deutlich zu machen. Die Gäste kannten auch nach dem 3:0 kein Erbarmen. Mit hohem Tempo wurden die Füchse teilweise schwindlig gespielt. Trainer Dirk Rohrbach analysiert: »Wir müssen vor allem an der Handlungsschnelligkeit arbeiten.« Nur die erste Reihe konnte halbwegs mithalten, der Rest war hoffnungslos unterlegen.

Es zeigte sich aus Sicht der Füchse schmerzlich, dass der Leistungsunterschied zwischen der 1. und 2. Liga im Eishockey deutlich größer ist als beispielsweise im Fußball. Schuld daran sind die unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Während die Füchse aufgrund von Verletzungen nur drei der fünf ausländischen Spieler an Bord hatten, die in der 2. Liga zugelassen sind, trat Wolfsburg mit insgesamt elf Ausländern an. In den Pflichtspielen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) sind - anders als im Unterhaus - zehn ausländische Profis zugelassen. Da diese Kontingentspieler meistens den Unterschied ausmachen, liegt das DEL-Niveau deutlich über dem der 2. Liga. Zudem startet die DEL zwei Wochen früher in die Saison als die 2. Liga. Auch von der Fitness her ist Wolfsburg also deutlich weiter als Weißwasser.

Lehrstunde im Nebel: Füchse-Torwart Ryan MacDonald hatte bei der Niederlage gegen Wolfsburg alle Hände voll zu tun. Foto: Heide

Wirtschaftlicher Nutzen: Das Testspiel gegen den Erstligisten sahen 962 Zuschauer. Das ist für eine Vorbereitungspartie zwar ganz ordentlich, aber immer noch deutlich unter dem Schnitt der vergangenen Punktspielsaison (1857). Einen großartigen Gewinn werfen solche Testspiele trotz des hochkarätigen Gegners, der zuletzt im DEL-Halbfinale stand, also nicht ab. »Natürlich sind wir auch weiterhin bestrebt, unseren Fans attraktive Gegner zu präsentieren. Aber man muss einfach konstatieren, dass Testspiele nicht so angenommen werden wie Heimpartien der 2. Liga«, betont Hantschke. Am Wochenende geht es im Rahmen des »Glasmacher-Pokals« gegen den HC Pilsen und die Nationalmannschaft Polens. Beide Kontrahenten sind - bei allem Respekt - nicht so attraktiv wie Wolfsburg. Trotzdem dürften sich die Besucherzahlen in ähnlichem Bereich wie am Freitag bewegen, weil der harte Kern der Fans den Füchsen in jeder Partie die Treue hält.

Öffentliches Image: 1:12 - das hört sich schlimm an und ist es auch. Zumal Wolfsburg ein möglicher Partner für eine Kooperation in Form des Spielertausches per Förderlizenz ist. Dafür haben sich die Füchse weder als Team noch einzelne Spieler empfohlen. »Viele unserer jungen Spieler haben regelrecht Angst gehabt«, zeigt sich Teammanager Hantschke enttäuscht von diesem Auftritt.

Das Fazit: Welchen Sinn haben also Testspiele gegen einen derart überlegenen Gegner wie Wolfsburg? Füchse-Coach Dirk Rohrbach hofft immerhin auf einen Hallo-Wach-Effekt für die nächsten Wochen: »Als Motivation brauche ich meinen Spielern nur das Video dieses Spiels vorzuführen.«

Zum Thema:
Die verletzten Leistungsträger Robert Bartlick (Leiste), Peter Szabo (Handverletzung) und Mike Forgie (Zahn-OP) fehlten auch am Sonntagabend im Testspiel der Füchse beim tschechischen Zweitligisten HC Chrudim, das Weißwasser 0:2 verlor. Alle drei Spieler sollen in dieser Woche wieder mit dem Mannschaftstraining beginnen.

Von Frank Noack

Quelle: Lausitzer Rundschau
1306 mal gelesen
 
1 | HeavensDJ | 30.08.2010 @ 08:43
Der Artikel klingt teilweise so schlimm, da fragt man sich wie gegen Crimmitschau gewonnen werden konnte... desdo schlechter wir testspiele bestritten haben, desdo größer der Erfolg in den letzten Saisons. Solche Spiele wie gegen wob, tragen ungemein zur Unterschätzung unserer Füchse bei :)
2 | thingslikehockey | 30.08.2010 @ 09:57
Ede soll mit der Mannschaft trainieren? Überrascht mich, aber gut wärs ja.
3 | Coswiger | 30.08.2010 @ 12:02
Wichtig ist für mich nur der letzte Satz des Artikels. Ich hoffe doch das diese Aussage stimmt.
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